Der Puppen- und Schauspieler Gerd J. Pohl, im Bergischen vor allem bekannt als Prinzipal des Theaters im Puppenpavillon in Bensberg, bekommt beim Online-Fernsehsender Massengeschmack-TV eine eigene Sendereihe.

Bei der Serien „Wort(e) zum Montag” handelt es sich um ein Format mit kurzen Lesungen, literarischen Leckerbissen und Impulsen. „Ein möglichst bunter und abwechslungsreicher literarischer Blumenstrauß soll das werden, der mal zarte Blüten zeigt und mal auch heftige Dornen”, sagt Pohl.

Deutsche und ausländische Märchen und Sagen und klassische Balladen sollen ebenso zum Programm gehören wie Texte eher unbekannter oder in Vergessenheit geratener Autoren.

In der ersten Staffel gibt es unter anderem die Siebengebirgssage “Der Glockenguss von Stieldorf”, eine Einführung in das Rübezahl-Thema und einen bislang unveröffentlichten Brief des Schriftstellers und Holocaust-Überlebenden Ralph Giordano, der auch 20 Jahre nach seiner Entstehung noch immer von brennender Aktualität ist. In kurzen Moderationen erklärt Pohl, warum er die jeweiligen Texte ausgewählt hat und was sie ihm bedeuten.

Die Reihe soll dem durch die Corona-Pandemie in arge Bedrängnis geratenen Puppenpavillon helfen, mit dem Publikum in Kontakt zu bleiben und die schwierige Zeit der Theaterschließung zu überstehen.

“Wort(e) am Montag” mit Gerd J. Pohl
ab Montag, den 15. Februar, alle zwei Wochen online auf massengeschmack.tv

Die Pilotfolge wird mit einem Karnevalstext aus der Feder des Schriftstellers Stephan Reimund Senge wird am Rosenmontag veröffentlicht.

Jemanden vor die Kamera zu bitten und ohne große Showeinlagen einfach nur Texte lesen zu lassen, sei ja eigentlich schon zur Zeit der ARD-“Nachtgedanken” mit Hans-Joachim Kulenkampff anachronistisch gewesen und heutzutage erst recht, aber gerade darin liege der besondere Reiz dieses medialen Experiments, so Massengeschmack-TV-Chefredakteur Holger Kreymeier aus Hamburg. Tatsächlich sind inzwischen praktisch alle Literatursendungen aus dem Angebot der traditionellen Fernsehsender verschwunden.

Bereits im April 2020, im ersten Lockdown, hatte Gerd J. Pohl für den #KulturKurier des Bürgerportals gelesen:

Die ersten acht Folgen von “Wort(e) zum Montag” wurden gerade abgedreht. Als Kulisse diente die Bibliothek des Hauses der menschlichen Begleitung Pütz-Roth, die Bildregie besorgte Sascha Keimer, verantwortlicher Redakteur ist Holger Kreymeier.

Gerd J. Pohl

*21.10.1970. Puppenspieler, Schauspieler, Autor, Regisseur und Rezitator. Seit 2009 Intendant des Theaters im Puppenpavillon in Bergisch Gladbach (Bensberg). Rheinisch-katholisch, Nichtraucher, Kölschtrinker.

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