Rainer Deppe, Abgeordneter der CDU im Landtag für den Rheinisch-Bergischen Kreis

Wir haben die Politiker der Region um eine Einschätzung zur aktuellen Corona-Lage und der nächsten Schritte gebeten. Der Landtagsabgeordnete Rainer Deppe plädiert für eine konsequente Vermeidung von Kontakten – und für Tests, wo sich Kontakte nicht vermeiden lassen. Dabei setzt er auf die persönliche Disziplin der Bürger:innen.

Wir dokumentieren die Stellungnahme von Rainer Deppe (CDU) im Wortlaut:

„Mit dem Fortschreiten der Impfungen – etwa 1,6 Mio. Menschen in NRW sind mindestens einmal geimpft; die Hälfte davon schon 2x, darunter vor allem die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen – und der umfassenden Tests sollten wir in die Phase des „Lebens mit der Pandemie“ übergehen. Die Impfungen gehen unvermindert weiter bzw. das Tempo wird mit mehr Impfstoff erhöht werden. 

Kernbestand wird für einen noch längeren Zeitraum die Vermeidung von allen nicht zwingend notwendigen Kontakten und die Einhaltung der Abstand- und Hygieneregeln sein. Das Virus braucht Kontakte von Mensch zu Mensch, um sich auszubreiten. Diese müssen also, wo es geht, vermieden werden.

Eine weitgehende Testpflicht

Wenn ausreichend Testmöglichkeiten nicht nur zur Verfügung stehen, sondern auch tatsächlich immer dann genutzt werden, bevor man sich in Kontaktsituationen begibt, dann können wir vermeiden, das Leben vollständig herunterzufahren werden. Es kann für das Notwendige umso eher aufrecht erhalten werden.

Ich möchte, dass man sich beraten lassen kann, wenn man ein Buch, Kleidung, ein Fahrrad, Heimwerkerbebarf, Geschenke … kaufen möchte. Der Versandhandel ist nicht die Lösung für den Bedarf der Menschen und schon gar nicht für das Leben in unseren Städten.

Wer beispielsweise ein Geschäft betritt, das gilt natürlich genauso für den Zoo, für Parks, für Ausstellungen, …. hat eine Verantwortung nicht nur für sich, sondern für andere Kunden oder Besucher und für Mitarbeiter, das Virus nicht dorthin zu tragen und auch nicht als Transporteur weiterzutragen.

Dies erreicht man nur, wenn Masken konsequent und richtig getragen werden, wenn man Abstand hält und wenn man negativ getestet ist und nur notwendige Kontakte eingeht.

Deshalb plädiere ich für eine weitgehende Testpflicht vor dem Betreten aller Einrichtungen, die nicht lebensnotwendig sind, also im Grunde so gut wie alles außer Lebensmittelversorgung und Gesundheitswesen.

Automatisierte Kontaktnachverfolgung

Außerdem brauchen wir eine automatisierte Kontaktnachverfolgung als Zugangsvoraussetzung für nahezu alle Lebensbereiche. Nur so lassen sich Infektionsherde schnell erkennen und die Verbreitung schnell stoppen.

Zudem müssen Quarantäneanordnungen strikt befolgt werden. Wer diese missachtet, handelt anderen gegenüber unverantwortlich.

Mir ist klar, dass alle diese Maßnahmen ein sehr hohes Maß an persönlicher Disziplin bedeuten. Nach meiner Beobachtung halten die meisten Menschen diese Disziplin ein und verhalten sich verantwortungsvoll. Aber es müssen sich noch mehr Menschen daran halten. Und wer es nicht tut, der muss von Angeboten konsequent ausgeschlossen bleiben.“

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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11 Kommentare

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  1. Sehr geehrter Herr Deppe,
    aus Ihrer Stellungnahme lese ich heraus, dass auch Sie – leider – näher an Herrn Laschet sind als an den zahlreichen WissenschaftlerInnen, die als MathematikerInnen, EpidemiologInnen, VirologInnen, InfektiologInnen, IntensivmedizinerInnen etc. geschlossen und eindeutigst dafür plädieren, dass es SOFORT einen SCHARFEN Lockdown mit geschlossenen Geschäften geben soll.

    “Organisierte Lebensgefahr für uns alle durch Unterlassen seitens der Politik”
    sagte gestern abend Melanie Amann, Journalistin, bei “hart aber fair”.

    Ich schließe mich dem an, auch im Namen meiner Familie.

    Sehr geehrter Herr Deppe,
    PolitikerInnen aller Parteien auf allen Ebenen:
    Bitte hören Sie endlich auf die Wissenschaft und schützen Sie uns endlich wirksam vor Covid-19!

    Sofortiger wirklicher Lockdown mit Ausgangsbeschränkungen, KiTa- und Schulschließungen und allen anderen von seriösen Wissenschaftlern seit Monaten geforderten Eindämmungsmaßnahmen, für mindestens 2 Wochen – bis WISSENSCHAFTLERINNEN sagen, dass Lockerungen evidenzbasiert möglich sind.

    Wütende und verzweifelte Grüße,
    Carina Z.
    38 Jahre, Mutter von 3 Kindern im Alter von 1;4, 3;9 und 6:8 Jahren, in Teilzeit erwerbstätig, noch lange nicht mit der Impfung dran

  2. Es gibt durchaus konstruktivere Wege, dieses Kommentarfeld zu nutzen, ohne sich hinter einem Pseudonym zu verstecken, auch für Linke. Siehe unten.

  3. Das mit der AfD habe ich ja jetzt verstanden.

    Doch für die Beteilung der FDP müssen sie aber noch etwas tiefer in die Trickkisten greifen, um die LINKEN rauszuhalten, denn auch da fällt mir nun gar keiner ein, der aus dem schönen Bergischen Land ein, der ein Direktmandat in Kreistag oder Landtag bekommen hat oder “Verantwortung” trägt ….

    Ach lassen sie es einfach, denn es ist schon klar, das sie ihre eigenes Süppchen kochen wollen … Weitermachen, denn das nennt sich Pressefreiheit. Hat eh jeder verstanden, was sie darunter verstehen!

  4. Wir zu erwarten kein Wort vom Vollversagen der Landesregierung in Sachen COVID19-Pandemie Bekämpfung.

    Nach der Bund-Länder-Runde ist eines klar, der willkürlich anmutende Maßnahmen-Katalog zur Pandemie-Bekämpfung der schwarz-gelben Landesregierung zeigt: Krisenmanagement geht anders.

    Was wir hier sehen ist zu zaghaft, zu spät, zu chaotisch und von Kalkül getrieben.

    Der verschärfte Lockdown ist das Resultat eines Maßnahmen-Chaos’, welches eher an Zugeständnisse verschiedener Lobbygruppen erinnert anstatt an einer durchdachten und effektiven Krisenbewältigung.

    Wer während einer Pandemie Pendler zwingt in überfüllte Busse und Bahnen zu steigen, wer Infektionsschutz-Maßnahmen am Arbeitsplatz unkontrolliert lässt, medizinisches und pflegerisches Personal in die Erschöpfung treibt, hat seit mehr als einem Jahr den Ernst der Lage nicht begriffen. Wer aus ideologischen Gründen, die Strukturen der öffentlichen Daseinsvorsorge systematisch zerschlägt, muss sich nicht wundern, wenn uns jetzt alles um die Ohren fliegt.

    Die strikte Einhaltung der AHA-Regeln in allen Lebensbereichen, besonders in der Arbeitswelt, die Massentestung um symptomlose Infektionen herauszufiltern und nachverfolgen zu können, sowie ein offensives Impf-Management, das sind die Maßnahmen, die durchgeführt werden mussten und müssen, um die Pandemie erfolgreich zu bekämpfen, anstatt über Camping-Verbote und Mallorca-Reisen zu sinnieren.

    Was wir hier lesen macht mir den Eindruck einer Beruhigungspille zu viel, wobei mir noch nicht so klar ist, ob das nur seine Stellungnahme betrifft.

  5. Danke für Ihre freundliche Frage. Wir haben uns an daran orientiert, wer direkt gewählt worden ist. Neben Bürgermeister und Landrat sind das die Inhaber der Direktmandate in Landtag und Bundestag. Damit sind immerhin SPD, Grüne, FDP und CDU abgedeckt. Das Ziel ist es aber nicht, ein möglichst buntes Meinungsspektrum zu erzeugen, sondern diejenige Politiker zu fragen, die direkte Verantwortung tragen.

  6. Spannende Politikerauswahl? Wahrscheinlich lesen wir dann noch was von Christian Lindner (FDP) und den beiden rechten Abgeordneten von der AfD aus dem Kreis im Bürgerportal? Wer kommt von der SPD und von den GRÜNEN? Die haben keine Mandate aus dem Kreis in Bund und Land. Vielleicht die Bürgermeisterin von Rösrath? Und wer von LINKEN, denn die haben ja eigentlich mehr Sitze als die FDP um Bundestag? Viel spannender ist, wen die Redaktion rein zufällig wegfallen lassen wird und welche Begründung sie dafür finden werden …

  7. Die nachstehende Einschätzung selbst ernannter Experten werden nach Ostern eine böse Überraschungen erleben. Der Eindruck ist das diese Verantwortlichen den Bürgern Ihres Verantwortungsbereiches keine Wertschätzung an Leib und Leben entgegenbringen!
    “Nach Einschätzung von Frank Stein wäre es jetzt nicht richtig, die sogenannte Notbremse zu ziehen und Lockerungen zurück zu nehmen. Statt dessen müsse man so viel wie möglich testen – und Anreize schaffen, damit sich auch Menschen ohne Symptome immer wieder testen lassen, sagt der Bürgermeister.
    Der Landtagsabgeordnete Rainer Deppe plädiert für eine konsequente Vermeidung von Kontakten – und für Tests, wo sich Kontakte nicht vermeiden lassen. Dabei setzt er auf die persönliche Disziplin der Bürger:innen”.

  8. Anscheinend sind wir hier bei “Wünsch Dir was”: ich wünsche mir einen harten Lockdown und wenn so wie von einigen gewünscht verfahren wird, kommt der schneller als manchem lieb ist. Leider hält sich eine steigende Zahl von Minderbemittelten nicht an klare Regeln. Selbst Schuld. Übrigens ist der stationäre Einzelhandel eine aussterbende Spezies, Corona hat es nur beschleunigt. Ein Hoch auf Amazon und Co.

  9. Aus den Worten von Herr Deppe spricht Lebensweisheit. Wie sagt man, wenn man einen Feind nicht besiegen kann, macht man ihn am Besten zum Freunde. Zugegeben sie ist ein sehr unangenehme Freundin die heilige Corana und man sollte ihr sicherlich nicht zu viel Spielraum lassen.

  10. Sehr geehrter Herr Deppe,
    Sehr geehrter Herr Stein,
    Sehr geehrter Herr Santelmann,
    Sehr geehrte Verantwortliche im Landtag NRW, in GL und dem RBK,

    ich bitte Sie inständig, sich an die am 3. März in der Ministerpräsidentenkonferenz verbindlich vereinbarte Notbremse zu halten, auch wenn Herr Laschet zum wiederholten Mal wortbrüchig handelt und die Wirtschaft vor die Gesundheit und sogar die Rettung von Menschenleben stellt. Die Wirtschaft ist für die Menschen da, nicht umgekehrt. Tote Menschen konsumieren nicht, kaufen nicht, produzieren nicht. Wenn Sie und all die anderen lockerungswilligen Bürgermeister, Landräte und anderen Verantwortlichen weiter so machen, werden bald Eltern von Kindergarten- und Schulkindern auf den Intensivstationen liegen, etliche von ihnen werden sterben und traumatisierte verwaiste Kinder zurücklassen. Bitte handeln Sie verantwortungsvoll: keine Lockerungen, stattdessen schnellstmöglich alles tun, was erwiesenermaßen die Pandemie eindämmt.

    Mit sehr besorgten, ohnmächtig-wütenden Grüßen,
    Klaus O.