Spaziergänger kennen den Bauwagen der Waldkita Nussbaum, den Unterschlupf der Waldkita-Kinder bei Schlechtwetter. Vor 25 Jahren war diese Waldkita die erste, die in NRW eröffnet wurde. Seitdem spielen und experimentieren die Kinder im Wald mit Naturprodukten. Die geplante Jubiläumsfeier musste ausfallen, aber ein Plakat am Bauwagen macht auf die erfolgreiche Arbeit aufmerksam.

Als im Juni 1996 die Waldkita Nussbaum in Bergisch Gladbach eröffnete, war sie die erste Kita dieser Form der AWO Rhein-Oberberg und auch in ganz Nordrhein-Westfalen. Zuvor gab es nur vereinzelt Waldkindergärten in anderen Bundesländern.

Die betreuten Kinder halten sich mit ihren Erzieher:innen hauptsächlich außerhalb von Gebäuden auf, beispielsweise im Wald. Bei schlechtem Wetter haben sie die Möglichkeit, sich in ihren Bauwagen zurückzuziehen. Dort lernen und spielen sie seit nunmehr 25 Jahren mit Naturmaterialien, was die Fantasie der Kinder besonders anregt.

Die Waldkita Nussbaum besuchen zurzeit 15 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. Durch die Begebenheiten im Wald haben die Kinder vielfältige Möglichkeiten, etwas zu konstruieren und zu bauen, kreative Spielideen umzusetzen und ihre motorischen Fähigkeiten auszutesten und zu schulen.

Ihre sprachlichen Kompetenzen und ihr Sozialverhalten werden in der Gruppe gefördert und sie erwerben zusätzliches Vokabular, die Natur betreffend.

Umweltschutz und die Achtung der Natur

Die älteren Kinder übernehmen Patenschaften für die jüngeren Kinder, die neu in die Gruppe kommen, um ihnen den Einstieg zu erleichtern. Die Konzentrationsfähigkeit der Kinder wird durch die Bewegung im Wald auf unterschiedlichen Flächen und durch die Tierbeobachtungen herausgefordert.

Im Kindergartenalltag experimentieren die Kinder mit Wasser, Erde und Luft und beobachten Tiere und Pflanzen, die sie mithilfe von Bestimmungsbüchern näher kennenlernen. Die Nussbaum-Kinder haben einmal sogar einen Dachsbau entdeckt.

Außerdem steht der Umweltschutz und die Achtung der Natur im Vordergrund, dazu gehört auch Müllvermeidung. Die Liebe zur Natur manifestiert sich vielfach bei den Kindern bis ins Erwachsenenalter.

So berichtet die Leiterin der Waldkita Nussbaum, Andrea Bosbach, dass ehemalige Waldkita-Kinder ihre berufliche Orientierung in dieser Richtung gefunden haben, beispielsweise in einem Biologiestudium.

Erzieherinnen arbeiten seit vielen Jahren im Wald

Andrea Bosbach und ihre Kolleginnen Ilona Dieper und Patricia Friedrich fühlen sich dem Konzept Waldkindergarten sehr verbunden und sind der Einrichtung seit vielen Jahren treu. Mit viel Engagement gestalten sie ihre Arbeit mit den Kindern und hatten zunächst eine Jubiläumsfeier, auch mit ehemaligen Waldkita-Kindern, geplant, die jedoch Corona-bedingt nicht stattfinden konnte.

Dafür haben die Erzieherinnen mit den Nussbaum-Kindern ein tolles Jubiläumsplakat mit Handabdrücken gestaltet, das nun ihren Bauwagen schmückt. Herzliche Gratulation zu diesem erfreulichen Jubiläum und weiterhin alles Gute für die Arbeit mit diesem wunderbaren Konzept.

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