Sie arbeitet seit acht Jahren im Rösrather Stadtrat, sitzt im Kreistag von Rhein-Berg und strebt in eine politische Führungsposition, in der sie mehr bewirken kann. Nach zwei Bewerbungen um ein Landratsamt tritt die Betriebswirtin Tülay Durdu jetzt für die SPD bei der Landtagswahl an. Hier stellt sie sich mit Hilfe unseres Fragebogens vor.

Das Direktmandat im Wahlkreis Rhein-Berg 1 (Bergisch Gladbach und Rösrath) im nordrhein-westfälischen Landtag ist seit vielen Jahren in der Hand der CDU. Doch das will die 47-jährige Tülay Durdu jetzt ändern. „2017 habe ich die CDU-Bastion bereits gehörig zum Wackeln gebracht. Und diesmal werden wir sie zu Fall bringen“, sagte die SPD-Politikerin bei ihrer Bewerbungsrede im Herbst.

2017 hatte sie sich bei der Landratswahl im Rheinisch-Bergischen Kreis beworben und in der Stichwahl gegen den CDU-Mann Stephan Santelmann mit 40 Prozent der Stimmen ein starkes Ergebnis erzielt. 2020 ging sie als gemeinsame Kandidatin von SPD, Grünen und Linken noch einmal in den Ring, im benachbarten Oberbergischen Kreis und bekam immerhin knapp 37 Prozent der Stimmen.

Tülay Durdu wurde in Bensberg geboren und wuchs in Hoffnungsthal auf. Zwischenzeitlich lebte die Tochter türkischer Eltern einige Jahren in Köln, kehrte aber bald nach Rösrath zurück und fand dort ihre familiäre und politische Basis, u.a. als Ortsvereinsvorsitzende der SPD. Durdu ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Lernen Sie die Kandidat:innen persönlich kennen

Wir haben alle acht Kandidat:innen gebeten, die 26 Fragen zu beantworten. Hier finden Sie alle Antworten.

Zudem haben sie acht Fragen zum Programm beantwortet – womit wir den analogen Wahl-O-Mat produziert haben.

Damit Sie die Kandidat:innen persönlich kennenlernen können bieten wir wieder die WahlArena an, mit Speeddating, Infomesse und Debatten – am 26.4. ab 17 Uhr im Bergischen Löwen. Hier finden Sie das ganze Programm.

Zudem gibt es mit den größeren Parteien BürgerClubs. Das Publikum ist klein, wenn Sie Interesse haben, bewerben Sie sich bitte für einen Platz:

  • Tülay Durdu, SPD, 28.4., 19:30 Uhr
  • Alexander Engel, FDP 2.5., 19:30 Uhr
  • Andrea Lamberti, Grüne 4.5., 19:30 Uhr
  • Martin Lucke, CDU 9.5., 19:30 Uhr

Unser Spezial zur Landtagswahl 2022 finden Sie hier.

Als politische Ziele nennt sie „bessere Bildung, besseres Wohnen und eine flächendeckende Gesundheitsversorgung“. Ehrenamtlich engagiert sie sich u.a. als Lesementorin für Kinder mit Leseschwäche sowie in Pflegeheimen. Beim OVG Münster ist Durdu ehrenamtliche Richterin.

Die 47-jährige hat ihr Berufsleben weitgehend beim TÜV Rheinland verbracht, als kaufmännische Angestellte und nach der Absolvierung des zweiten Bildungsweges als Betriebswirtin. Jetzt ist sie Referentin für Vertrieb und Marketing, in den Bereichen „Öffentlicher Personennahverkehr” und “Alternative, umweltfreundliche Antriebe im Busbereich“. In dem Unternehmen hatte sie schon 2008 den Betriebsrat mitgegründet und zwischenzeitlich geleitet.

Auf der Landesliste der SPD in NRW steht Durdu auf Platz 8. Damit hat sie – unabhängig vom eigenen Direktwahlergebnis – eine sehr gute Chance auf den Einzug in den Landtag.

Mehr Informationen: Website, Facebook, Instagram, WDR Kandidatencheck

Los geht’s. Nicht lange nachdenken, nicht weit ausholen – ein, zwei Sätze genügen.

Wie starten Sie in den Tag?
Ich trinke meinen Kaffee und gehe dabei meinen Tagesablauf im Kopf schnell durch und lese die Tageszeitung im Anschluss. 

Was wollten Sie als Kind werden?
Ich wollte Polizistin werden.

Was sind Sie geworden?
Betriebswirtin, Betriebsrätin, Kommunalpolitikerin.

Wohin laden Sie Kollegen am liebsten ein?
Ins Besprechungszimmer.

Wohin gehen Sie gerne mit Familie und Freunden?
Wandern/spazieren in der Natur z.B. die Wahnerheide. 

Wohin gehen Sie, wenn Sie ganz für sich sein wollen?
Wenn das Wetter es zulässt in den Garten. 

Wie sieht für Sie ein perfekter Tag aus?
Produktivität und erfolgreich in meiner Arbeit, ausgewogenes und gesundes Essen (das muss sein 🙂), Zeit mit meinen Kindern. 

Tee oder Kaffee; Bier oder Wein?
Morgens muss es ein Kaffee sein. Im Laufe des Tages gerne auch Tee. Wein gelegentlich und Bier sehr selten. 

Was ist für Sie das größte Unglück?
Terror und Krieg

Bitte ergänzen Sie: Bergisch Gladbach ist …
…. mein Geburtsort (Bensberg), meinen ersten Atemzug in Bergisch Gladbach vollbracht 🙂  – deswegen eine Herzensangelegenheit meine Heimat Bergisch Gladbach und Rösrath – für mich unzertrennbar. 

Was ist Rhein-Bergs größter Pluspunkt?
Da sehe ich einiges – die Nähe zur Rheinschiene, das Schloss und natürlich die Menschen. 

Was ist Rhein-Bergs größtes Problem?
Nach wie vor haben wir ein Verkehrsproblem. Nicht zu vernachlässigen Kita/OGS Plätze, marode Schulen und der Wohnungsmarkt.

Wenn Sie drei Wünsche für den Rheinisch-Bergischen Kreis frei hätten, würden Sie sich wünschen …
…. moderne Schulen (alle Schulen), gut bezahlte Lehrkräfte, blühenden- und für jeden bezahlbaren Wohnungsmarkt, stabile Gesundheitsversorgung mit Arztpraxen in der Nähe und wie immer eine bessere Verkehrssituation.

Wenn Sie einen persönlichen Wunsch frei hätten, würden Sie …
…. mir weiterhin Gesundheit wünschen um dann auch weiter mit viel Kraft und Ausdauer mich für die Menschen einzusetzen. 

Was war Ihre größte Leistung?
Ein gutes Vorbild für meine Kinder zu sein. Zu zeigen, dass man im Leben alles erreichen kann, wenn man es will und dafür arbeitet. Bisschen Glück gehört immer dazu. 

Was war Ihr schlimmster Fehler?
Mein schlimmster Fehler war, dass ich das Rauchen angefangen hatte, aber auch erfolgreich bis zum heutigen Tage mir abgewöhnt habe.

Mein großes Ziel ist es, …
…. als Landtagsabgeordnete die Belange, die Bedarfe der Menschen, der Unternehmer*innen in Bergisch Gladbach und Rösrath zu optimieren. 

Was ist Ihre Stärke?
Ich bin für die Menschen nahbar und erreichbar. Ich sorge mich um deren Sorgen und versuche zu helfen wo ich kann. 

Was ist Ihre Schwäche?
Ich neige dazu mich zu verausgaben.

Wie sind Sie als Chef?
Das wäre jetzt sehr subjektiv – das soll mein Team, wenn ich dann im Landtag arbeite, beurteilen. 

… und was würden Ihre Mitarbeiter sagen?
Auch diese Frage kann hoffentlich mein Team beantworten, wenn ich Landtagsabgeordnete werden sollte. 

Worüber können Sie sich aufregen?
Über Ungerechtigkeit, Rücksichtslosigkeit und Überheblichkeit.

Wer ist Ihr Vorbild im Beruf?
Alle – die ihre Aufgaben mit Ehrlichkeit und zuverlässig bearbeiten. 

Wer ist Ihr Vorbild im Privatleben?
Mein Vater

Was war der beste Ratschlag, den Sie je erhalten haben? 
Du musst auch mal an dich denken – du bist nicht mehr die Jüngste – wir brauchen dich noch für viele andere wichtige Sachen.

Welchen Ratschlag würden Sie Ihren Kindern erteilen?
Ich bin mit Ehrlichkeit und Einfühlsamkeit bzw. Empathie immer gut gefahren – meine Kinder sehen das und setzen es auch um. Ehrlichkeit und Einfühlsamkeit gebe ich jedem als Ratschlag, dass ist übrigens für mich eine Lebenseinstellung. 

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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4 Kommentare

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  1. Hat weitesgehend beim TÜV gearbeitet? Tut sie das immer noch? Aus dem Text geht die aktuelle Tätigkeit nicht hervor.

    Ich frage mich jedoch, ob die SPD keine anderen Kandidaten hat als jemanden, der bereits zwei Mal in einer Personenwahl (selbst bei Unterstützung von 3 Parteien) den Bürger nicht überzeugen konnte. Hat man vielleicht Angst, die Kandidatin auszutauschen, weil sie so viele wichtige Eigenschaften besitzt? Frau, Migrationshintergrund etc.?
    Drücke der SPD die Daumen, dass nach der dritten Wahlniederlage die Einsicht kommt.

    PS: Der Link zur Website geht zu Herrn Lucke ;)

    1. Sie ist nach wie vor beim TÜV beschäftigt. Wir haben den Absatz etwas ergänzt.

    2. Frau Durdu hat es, anders als bei der vorigen Landratswahl im Rheinisch-Bergischen-Kreis, geschafft, den CDU-Kandidaten in die Stichwahl zu zwingen – und dort 40% Prozent geholt. Wer 40% erreicht, ist wohl durchaus in der Lage, Bürgerinnen und Bürger für sich und seine Inhalte zu überzeugen. Da ist es doch geradezu sinnvoll, auf diese Bekanntheit aufzubauen und die Erfahrung zu nutzen. Zumal bei dieser Wahl gut 20% für die notwendige relative Mehrheit reichen könnten.
      Und wer bei einer in Bensberg geborenen, die sich seit Jahrzehnten vielfach ehrenamtlich engagiert (für Kinder, pflegebedürftige Ältere und als ehrenamtliche Richterin), die einen Betriebsrat mitgegründet und geleitet hat, die sich mit viel eigenem Fleiß weitergebildet hat und die Führungserfahrung und Erfahrung als Kommunalpolitikerin hat – wer angesichts einer solchen Kandidatin als einzige Eigenschaften Migrationshintergrund und Geschlecht erkennen kann, ist wahrscheinlich nur mit Superman auf dem Wahlzettel zufrieden. Ich hingegen bin mit Tülay Durdu auf dem Wahlzettel sehr zufrieden und freue mich auf ihre Auftritte beim Bürgerportal.

      1. Im ersten Wahlgang waren es 25,25%, das ist das typische SPD-Ergebnis, also keine Personenwahl, sondern der übliche „hab schon immer SPD gewählt“-Wert. Rot-rot-grün hatte ich Summe 42%

        In einer Stichwahl dann nur 40% zu erhalten, ist kein gutes Zeichen und hätte ihr und der SPD eigentlich zu denken geben sollen.

        RBK: https://www.rbk-direkt.de/wahlen-landrat-und-buergermeister.aspx

        Im Oberbergischen waren es sogar nur 36% als Kandidatin von RRG und damit sogar nochmal weniger Prozente als im ersten Versuch.

        https://wahlen.kdvz.nrw/civitec/kw2020/05374000/html5/Landratswahl_NRW_61_Kreis_Oberbergischer_Kreis.html

        Ich bin ja froh, dass Sie so entscheiden, denn gewinnen wird Ihre Partei somit nicht.