Die Direktkandidat:innen des Rheinisch-Bergischen Kreises für den Bundestag haben sich bei der WahlArena des Bürgerportals persönlich präsentiert und den vielen Fragen gestellt. Die gut besuchte Veranstaltung bot tiefe Einblicke in Programme und Politikstile – vom Einsteiger bis zum Politikprofi, von der Ein-Themen-Partei bis zur Volkspartei. Wir fassen den Abend zusammen und dokumentieren beide Debatten im Video.

Text: Holger Crump. Fotos: Thomas Merkenich

Wen soll ich wählen? Erste Antworten auf die zentrale Frage zur Bundestagswahl am 26. September gab es bei der WahlArena im Bergischen Löwen an den Info-Ständen der Parteien.

Programmatische Antworten bot der analoge Wahl-O-Mat des Bürgerportals, der die Kernaussagen fast aller zur Wahl stehenden Parteien und Kandidat:innen im Kreis zusammenfasst und der bei der Wahlarena vorgestellt wurde.

+ Anzeige +

Antworten auf persönliche Fragen lieferte das Speeddating mit Kandidat:innen, bei dem Wählerinnen und Wähler in wenigen Minuten direkte Antworten auf ihre drängendsten Anliegen bekommen konnten.

Sie können jedes Foto mit einem Klick groß stellen. Fotos: Thomas Merkenich

Noch mehr Antworten lieferten zwei hochkarätige Debatten im großen Saal des Bergischen Löwen. In einer ersten Runde stellten sich die Kandidaten vor, rangen mit den Fragen des Moderators und des Publikums und mussten ihre Kernaussagen in 60 Sekunden auf den Punkt bringen.

In der zweiten Diksussionsrunde bot das Duell der beiden aussichtsreichsten Kandidaten, Maik Außendorf (Die Grünen) und Hermann-Josef Tebroke (CDU, zum Schluss die Gelegenheit, Einzelthemen zu vertiefen und den Bewerbern um den rheinisch-bergischen Sitz im Bundestag intensiver auf den Zahn zu fühlen. Und für die beiden Kandidaten die Gelegenheit, in den Schlagabtausch mit dem politischen Mitbewerber zu gehen.

Links bis rechts, Neuling bis Experte

Viele Zuhörer:innen nahmen mit ihren Fragen an den Debatten teil, insbesondere die erste Runde zog vor allem viele Jung- bzw. Erstwähler in den Saal.

Die Bandbreite der Kandidat:innen war enorm groß: Vom linken Rand des Politik-Spektrums bis rechtsextremen Partei, von Politik-Rookies mit gerade einmal sechs Monaten Parteizugehörigkeit bis zu langjährig erfahrenen Profis aus dem Berliner Politik-Betrieb.

Die Podiumsteilnehmer:innen im Überblick
(in alphabetischer Reihenfolge)
Maik Außendorf (Die Grünen)
Markus Blümke (Volt)
Isabelle Casel (Die Linke)
Kastriot Krasniqi (SPD)
Christian Lindner (FDP)
Hermann-Josef Tebroke (CDU)
Harald Weyel (AfD)
Uwe Wirges (Freie Wähler)

(Nicht immer) auf den Punkt

Die Bandbreite an Kompetenz und politischen Angeboten wird schon in der Eröffnungsrunde deutlich. Während die etablierten Kandidaten auf die Frage, warum sie nach Berlin wollen, routiniert ihre Statements abspulen, tun sich die Neulinge erkennbar schwerer damit, innerhalb von 90 Sekunden persönliche Ambitionen mit einem Parteiprogramm zu verknüpfen.

„Pro-europäischer Ansatz der Partei“ (Markus Blümke, Volt) ist wenig trennscharf zum Mitbewerber, „einzige Friedenspartei“ (Isabelle Casel, Die Linke) ist eine Behauptung und weniger ein politisches Angebot. „Der Bergische Löwe könnte mein Wohnzimmer sein“, damit sorgt Ex-Karnevalsprinz Uwe Wirges (Freie Wähler) schon gleich zu Beginn für Lacher.

„Als Jüngster der Runde will ich die Themen der Jugend nach Berlin bringen“: Kastriot Krasniqi (SPD) verbindet da schon eher das Werben um Sympathie mit einer gleichwohl generischen Agenda.

Kastriot Krasniqi. Foto: Thomas Merkenich

Die AfD setzt eher auf Kritik denn auf Angebote, ihr Vertreter Harald Weyel deklariert die rechte Gruppierung als Protestpartei. Als ein Angebot von Nicht-Profis, die gegen das Politik-Establishment agieren wollen. Da hat er durchaus Recht – die nicht vorhandene Professionalität merkt man der parlamentarischen Arbeit der AfD oftmals an.

Harald Weyel (AfD). Foto: Thomas Merkenich

Ermüdende Routine

Zuweilen kann Routine dann aber auch ermüdend werden, wenn z.B. der CDU-Kandidat Hermann-Josef Tebroke auf Erfahrung (in Berlin) und Vernetzung vor Ort (als ehemaliger Landrat und Bürgermeister in Lindlar) setzt. Genügt das um zu überzeugen?

Hermann-Josef Tebroke (CDU). Foto: Thomas Merkenich

Christian Lindner gibt sich gewohnt eloquent: Er spielt die Heimatkarte (aufgewachsen in Wermelskirchen), betont sein Unternehmertum (schon mit 18), und weckt Aufmerksamkeit mit einer „Umfrage“, wonach es im Kreis ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Direktmandat zwischen FDP und CDU gebe. Aber er widersteht der Versuchung, seine Eloquenz gegen die unbedarften politischen Mitbewerber einzusetzen – ein fairer Zug in der Debatte.

Christian Lindner (FDP). Foto: Thomas Merkenich

Prüfstein Außenpolitik

Bundestag heißt auch Außenpolitik – folgerichtig befragt Moderator Watzlawek die Runde nach ihrer Meinung zu Afghanistan. Hier mündet das Wiedererstarken der Taliban aufgrund von Fehleinschätzungen des Westens aktuell in einem humantäre Katstrophe ungewissen Ausgangs.

Foto: Thomas Merkenich

Klare Kante von Tebroke/CDU und Betonung der transatlantischen Zusammenarbeit „Retten was zu retten ist, zusammen mit den USA“.

Lindner/FDP betont das Regierungsversagen (Szenenapplaus), gemeinsam mit den Grünen habe man früh die Evakuierung z.B. von Ortskräften gefordert. Ein Sondergipfel der UNO solle die Lösung für die Flüchtlinge bringen, inklusive Unterbringung in der Region. Taliban seien keine Gesprächspartner, höchstens pragmatisch zur Lösung der aktuellen Situation.

Wer als politischer Mitbewerber mag, kann da viel von ihm und seiner Kommunikation lernen: In den Antworten kurz eine neutrale Lagebeschreibung abgeben, ergänzt um das politische Angebot der eigenen Partei, abgerundet durch einen knackigen Satz Richtung Gegner.

„Das ist Unsinn“

Afghanistan ist die willkommene Gelgenheit für Isabelle Casel, ihr (so gut wie einziges) Thema Friedenspolitik auszubreiten. „Mit Bomben schafft man keinen Frieden, diese lassen Terror doch erst entstehen“, sagt sie. „Und mit Soldaten der Bundeswehr, ausgebildet zum Töten, baut man keinen Staat auf“, so ihr Fazit zum Afghanistan-Einsatz. Nie wieder Krieg vom deutschen Boden, dieses Paradgima hätten SPD und Grüne doch längst konterkariert, ist sie überzeugt.

Foto: Thomas Merkenich

„Das ist kompletter Unsinn“, schaltet sich Maik Außendorf (Die Grünen) in die Debatte ein und erntet Applaus für seine Gegenworte zu den steilen Thesen seiner Vorrednerin.

Außendorf ist noch nicht in Berlin, gerät aber kurz in ein spanendes Wortduell mit Lindner, welche Fraktion denn nun im Bundestag frühzeitig für eine Evakuierung in Afghanistan geworben habe. Der Kandidat der Grünen ist gut informiert, auch mit Details, punktet mit Überzeugungswillen. Und im Gegensatz zu dem Liberalen will er die Flüchtlinge aus dem Land auch nach Europa holen.

Maik Außendorf (Grüne). Foto: Thomas Merkenich

Klimaschutz, Frauen in der Politik

Damit wandert die Debatte weiter zu den Themen Klima. Wer Lindner beim Wahlkampf verfolgt, kennt seine wirtschaftsliberalen Thesen dazu, was Krasniqi mit folgenden Worten quittiert: „Der Markt regelt nicht alles“, aber es sei ok dass Lindner in der FDP sei. „Ein erster Flirtversuch in punkto Ampel im Bundestag“, grinst der SPD-Mann, und Lindner grinst zurück. Seine schwarz-gelben Präferenzen liegen auf dem Tisch, er selbst will ins Finanzministerium.

Isabelle Casel (Linke). Foto: Thomas Merkenich

Frauen in der Politik – als einzige weibliche Kandidatin auf dem Podium fällt Isabelle Casel dazu erst einmal ihre Mitbewerberin von der Partei „Die Basis“ ein, Helga Aufmkolk – die bei der Debatte nicht dabei war. Sie hatte das strenge 2G-Konzept der Wahlarena im Vorfeld kritisiert, die Veranstalter diffamiert und stattdessen einen Wahlkampfstand vor dem Bergische Löwen aufgebaut. Casel kritisiert die männlich geprägte Debattenkultur in der Politik, mehr nicht.

Laut Tebroke seien Frauen in der Politik gut vertreten, „vielleicht nicht unbedingt ausreichend in der Parteipolitik.“ Gremiensitzungen fänden auf kommunaler Ebene unter ungünstigen Rahmenbedingungen – also oft am Abend – statt, was Frauen mitunter nicht hinnehmen wollten. Mit diesem Rollenbild wird es freilich schwer, mehr Frauen in die (Partei)Politik zu bekommen.

Foto: Thomas Merkenich

Integration

Harald Weyel von der AfD erntet bei einem Exkurs zum Thema Integration und Grundgesetz kritische Zwischenrufe. Für ihn werde die Freiheit durch die Beschlüsse der Ministerpräsidentenrunde und der Bundesregierung in der Pandemie extrem beschränkt, das Gremium sei nicht ausreichend legitimiert. Die rechtliche Situation in Deutschland beschreibt er als „schwierig“, ebenso wie die Auswahl von Richtern.

Foto: Thomas Merkenich

„Deutschland ist kein rechtsfreier Raum“, entgegnet Tebroke (CDU), er attestiert dem AfD-Mann eine andere Wahrnehmung der Wirklichkeit“. „Diffamieren hilft nicht, das schürt Unsicherheit“, zeigt er klare Kante gegen den Populismus der Rechten.

Hinweis der Redaktion: In diesem Text können wir die Debatte und auch die vielen Fragen nur Schlagpunkt-artig wiedergeben; sie können aber die ganze Diskussion in der Videoaufzeichnung (s.o.) nachverfolgen.

Defensiv vs. offensiv

Das ist an diesem Abend eine der wenigen Gelegenheiten, bei denen Tebroke die Abteilung „Attacke“ bedient. Sonst bleibt er allzu oft in der Defensive. Das wird vor allem beim nachfolgenden Rede-Duell mit Herausforderer Außendorf deutlich.

Hermann-Josef Tebroke, Georg Watzlawek, Maik Außendorf

Klar: Wer in der Regierung sitzt, rutscht im Wahlkampf oft in die Verteidigungshaltung. Nicht alles klappt, was man sich vorgenommen hat. In der Realpolitik trifft man auf viele Hürden. Aus der Opposition heraus zu kritisieren und Forderungen zu stellen ist verlockend einfach.

Dennoch: Zum Wahlkampf gehört auch Kampf. Und den nimmt man Tebroke im folgenden Schlagabtausch mit Maik Außendorf nicht unbedingt ab.

Sein Statement zu schwarz-grün im Bund: Eher vage, er verweist auf die Zusammenarbeit mit demokratischen Parteien. Außendorf hat bei dem Thema indes „Bauchschmerzen“, beim Klimaschutz habe die CDU zu oft nein gesagt.

Wählerfragen ernst nehmen

Tebrokes Angebote zum Klimaschutz: Eher etwas technokratisch, wenn von „Internalisierung der Kosten“ beim CO2-Verbrauch die Rede ist. Außendorf nimmt die Zuhörer mit, wenn er konstatiert, dass sich auch die Schwächeren eine Co2-Bepreisung durch ein sogenanntes Energiegeld leisten können müssen.

Und er bringt den Konkurrenten in Bedrängnis: Die energetische Sanierung von Häusern nach Vorstellungen der CDU lade die Kosten bei den Vermietern ab. Tebrokes Konter: Diese könnten sich doch die Mietwohnung gegebenenfalls aussuchen. In der angespannten Wohnraumsituation im Rheinisch-Bergischen Kreis? Das sorgt für Lacher bei den Zuhörern.

Ein Zuhörer wirft ihm fehlende Ambitionen beim Klimaschutz vor. Ein anderer fordert eine persönliche Bilanz seiner Arbeit im Bundestag für den Kreis ein, Tebroke liefert sie nicht in der geforderten Detailtiefe und verweist stattdessen auf grundlegende Interessensvertretung für den Kreis.

Abschaffung der KfZ-Steuer

So gerät das Rededuell zu Angriff und Abwehr, das in dem verzweifelten Versuch des CDU-Mannes gipfelt, doch noch Punkte zu sammeln: „Ich habe versucht die Kfz-Steuer abzuschaffen.“ Das sei im Ausschuss nicht gelungen.

Klar wird an dem Abend: Ein Politiker wie Tebroke ist ausgewogen unterwegs, er hat das Ganze im Blick, er erliegt weniger der Versuchung mit Populismus im Rededuell zu überzeugen und die Zuschauer auf seine Seite zu ziehen. Dafür weiß er zu sehr was geht und was nicht, im Politikalltag drüben in Berlin.

Stimmen muss er aber hier vor Ort gewinnen. Und da hat er es in der Person von Maik Außendorf mit einem Mitbewerber zu tun, der sich tief in viele Themen hineingefuchst hat, mit Zahlen aufwartet und – vielleicht noch wichtiger – mit Lust an der politischen Debatte und Auseinandersetzung aufwartet.

Foto: Thomas Merkenich

„Wähler entscheidet“

„Man muss nicht alles verstehen“, seufzt am Ende ein junger Teilnehmer. Stimmt. Aber er hat mit der Wahlarena eine Gelegenheit wahrgenommen, um sich wie viele andere auch über Programme und Personen zur Bundestagswahl 2021 zu informieren.

Das ist eine wichtige Voraussetzung für die Stimmabgabe am 26. September. Denn: „Wer am Ende gewinnt, das entscheiden Sie als Wähler“, fasst es Christian Lindner an dem Abend zusammen, und deutet mit den Fingern auf die gut besetzten Stuhlreihen im Bergischen Löwen.

Christian Lindner. Foto: Thomas Merkenich

Die Finanzierung der WahlArena ist von unseren Sponsoren unterstützt worden, herzlichen Dank an die Bensberger Bank, die Schloss Apotheke und Knigge Immobilien. Zudem an unseren Technikpartner Graeske Audio Visual und an das ganze Team des Bürgerhauses Bergischer Löwe.

Holger Crump

ist freier Journalist und vielseitig interessierter fester Mitarbeiter des Bürgerportals.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

9 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. @Günther Humbach: Stimmt. Schön, dass es Ihnen auffällt. Da hängen ja auch schon genügend andere über- und untereinander ;-) Da machen wir so scheinbar die beste Werbung :-)

  2. Was mir bei dieser Wahl auffällt ist, auf der Verlängerung der Dolman Straße bis nach Gronau ist kein Wahlplakat der CDU an den Laternen angebracht. Absicht ?Ansonsten sind alle Parteien vertreten.

  3. Sehr geehrter Herr Schreiner, wir hatten uns festgelegt, vier Wochen vor der Veranstaltung, als wir die Plakate in Auftrag gegeben haben.

  4. Bei der Kommunalwahl gab es ja auch nur zwei aussichtsreiche Kandidaten.

    Ich hatte das grün-schwarze „Duell“ bereits erwartet und aufgrund terminlichem Engpass von einer Teilnahme zu fortgeschrittenem Zeitpunkt abgesehen. Das Gefühl hat nicht getäuscht.

    An den Reaktionen kann man erkennen, warum das Bürgerportal eine vorherige Festlegung/Veröffentlichung abgelehnt hat. Man wollte die Zuschauer nicht abschrecken.

  5. Das Doppelformat (Große Runde, Duell mit zwei Favoriten) ist nicht neu, genauso hatten wir es bei der Kommunalwahl 2020 gemacht. Es gibt für den Rheinisch-Bergischen Kreis keine echten Umfragen, und es hat auch keine gegeben. Also lassen wir uns gemeinsam überraschen, wer das Direktmandat im RBK am 26.9. gewinnen wird.

  6. Das mit dem einsamen Favoriten-Duett hatte mich, wie bereits hier vermerkt, auch gewundert, denn:

    Vor gar nicht allzulanger Weile war hier von einem sich mglw. abzeichnenden Dreikampf zwischen den Herren von Schwarz, Gelb und Grün im RBK die Rede (wohl aufgrund der „Dreierdichte” einer entsprechenden Umfrage).

    Sofern es vor der Veranstaltung nun eine aktuelle, davon abweichende Umfrage gegeben haben sollte, sprich Mr. Black und Mr. Green weiter dichtauf, jetzt aber Mr. Yellow erst mit deutlichem Abstand dahinter, wäre das immerhin eine transparente Entscheidungsgrundlage

    – und auch so interessant, diese dann noch recht frischen Zahlen fünf Wochen vor Ultimo ‘mal zu sehen (machte es, wenigstens im sportlichen Sinne, noch spannender) …

  7. Ich war anscheinend auf einer anderen Veranstaltung… aufgrund des Konzeptes gab es keinen Raum für Gespräche oder konstruktive Diskussionen. Fragesteller wurden unterbrochen, zur Eile gedrängt und die Antworten durch den Moderator kommentiert und bewertet.
    Obwohl dies als Veranstaltung besonders für Jungwähler angekündigt war, war ein Vergleich der politischen Positionen nicht möglich, es durfte schließlich nur eine Frage an einen ausgesuchten Teilnehmer gestellt werden… Der negative Höhepunkt war die Auswahl der chancenreichsten Kandidaten… Die Vertreter der CDU und Grünen durften sich am Ende nochmal gesondert präsentieren.
    Ich hatte mir mehr versprochen, leider hat der Abend Neutralität, Informationsfluss und ausgewogene Interaktionen vermissen lassen.

  8. Vielen Dank für die Veranstaltung, die – wie eigentlich alle in den vergangenen Jahren organisierten Wahlveranstaltungen – informativ und unterhaltsam war. Im Wissen um die viele Arbeit, die damit verbunden ist, gestatte ich mir dennoch eine Kritik an der Idee, denen auch in diesem Artikel als „aussichtsreichste Kandidaten“ genannten Herrn Tebroke (CDU) und Außendorf (Grüne) mittels eines „Duells“ im Anschluss an die Befragung aller Kandidaten noch eine zusätzliche Gelegenheit zur Profilierung zu geben. Nicht nur ist zu bezweifeln, ob die Kandidatur von Herrn Außendorf aussichtsreicher als zum Beispiel die von Herr Lindner (FDP) ist, auch sollte sich ein profilierter Journalismus nicht in den Verdacht begeben, eine Partei, hier die Grünen, besonders protegieren zu wollen. Es wird nicht wenige Besucher gegeben haben, die wie ich den Spiegelsaal vor dem „Duell“ verlassen haben, weil sie weder den einen noch den anderen Kandidaten wählen wollen. Schließlich dürften Gründe der Fairness und der Chancengleichheit dafür sprechen, ein solches Verfahren nicht zu wiederholen. Nichtsdestotrotz und ungeachtet der auch nicht zu übersehenden Grünlastigkeit der Zusammenfassung von Herrn Crump ein kleines Wettangebot: Herr Lindner gewinnt den Wahlkreis und Olaf Scholz (SPD) wird Bundeskanzler. Warum? Weil beide auf ihre Weise auf meinem Stimmzettel vorkommen werden.