Ingrid und Klaus Farber mit Landrat Stephan Santelmann. Foto: RBK/Joachim Rieger

Seit sechs Jahrzehnten macht sich Klaus Farber für Austausch und Integration stark, über die Grenzen von Religion und Herkunft hinweg. Er organisiert „Reisen gegen das Vergessen“, gründete den Integrationsrat, hat die Partnerschaft mit Pszczyna neu belegt, und vieles mehr. Dafür wurde er jetzt mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Klaus Farber engagiert sich seit über 60 Jahren für den interreligiösen Dialog von Christen und Juden und setzt sich für die gesellschaftliche Integration von Menschen mit Migrationshintergrund ein. Er hat sich damit auszeichnungswürdige Verdienste erworben. Der Bergisch Gladbacher ist verheiratet und war bis zu seiner Pensionierung 2004 Rektor der Kurt-Tucholsky-Hauptschule in Köln.

1959 war er Gründungsmitglied der Christlich-Jüdischen Gesellschaft in Duisburg. Nach seinem Umzug nach Köln war er einige Jahre im Vorstand der Kölner Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit.

1970 gründete er den Deutsch-Türkischen Verein Köln, den er zehn Jahre als Vorsitzender leitete. 1982 initiierte und gründete Klaus Farber mit beharrlicher Überzeugungsarbeit bei Vertretern der ausländischen Vereine den sogenannten „Ausländerbeirat“ (heute Integrationsrat) in Bergisch Gladbach. Jeweils von 1982 bis 1989 und von 2004 bis 2009 hatte er den Vorsitz des Beirats inne, von 2009 bis 2016 war er stellvertretender Vorsitzender.

Klaus Farber organisierte und leitete seit 2005 viele „Reisen gegen das Vergessen“ nach Auschwitz, Pszczyna und Krakau. 2010 gründete er gemeinsam mit der Bethe-Stiftung aus Bergisch Gladbach und der Landesregierung Nordrhein-Westfalen die Stiftung „ERINNERUNG ERMÖGLICHEN“. Mit Hilfe von Fördermitteln dieser Stiftung sind seither mehr als 15.000 Schülerinnen und Schüler aus Nordrhein-Westfalen nach Auschwitz gereist.

2013 wurde der „Arbeitskreis Städtepartnerschaft Bergisch Gladbach-Pszczyna“ gegründet, dessen Vorsitz Klaus Farber aufgrund seiner langjährigen fachlichen Expertise übernahm. 2017 wurde der Arbeitskreis in einen gemeinnützigen Verein umgewandelt. Dessen Hauptaufgabe ist es seither, die städtepartnerschaftlichen Beziehungen zu Pszczyna zu pflegen und auszuweiten, insbesondere regelmäßige Austauschreisen für Bürgerinnen und Bürger sowie Schulen zu organisieren.

In den Jahren 2009 bis 2011 engagierte sich Klaus Farber für das Pilotprojekt des Integrationsbeirates „Migrantenkinder bekommen Unterstützung – MiKibU“. Ziel des Projekts ist es, Migrantenkinder mit Förderbedarf beim Lernen zu begleiten und mit Hausaufgabenhilfe und Förderstunden zu unterstützen. Farber konnte dafür viele ehrenamtliche Betreuungspersonen gewinnen.

Das Projekt startete zunächst an der Gemeinschaftshauptschule Gronau und ist mittlerweile an vielen Grundschulen, einer Hauptschule und einer Realschule in Bergisch Gladbach installiert. 2016 förderten etwa 220 Menschen ehrenamtlich rund 200 Mädchen und Jungen an neun Bergisch Gladbacher Grundschulen mit über 22.000 Stunden pro Schuljahr. An dem im Jahr 2010 erstellen Integrationskonzept der Stadt Bergisch Gladbach hat Klaus Farber intensiv mitgewirkt.

Im Zusammenhang mit der sogenannten Flüchtlingskrise leistete Farber im Jahr 2014 intensive Aufbauarbeit zur Gründung der Hilfsinitiative „Herwi“ (Herzlich Willkommen), dessen Projektleitung er übernahm. Die Initiative unterstützt erwachsene Flüchtlinge beim Erlernen der deutschen Sprache und Kultur und unterstützt sie außerhalb des Sprachunterrichts durch gemeinsame Aktivitäten. Mehr als 30 Sprachlehrende und viele Ehrenamtliche sind für die Initiative tätig. 

Zeit seines Lebens war Klaus Farber auch kommunalpolitisch aktiv: Seit Jahrzehnten als Mitglied der SPD, von 1975 bis 1989 als Mitglied des Rates der Stadt Bergisch Gladbach, dabei zeitweise als Fraktionsgeschäftsführer der SPD-Fraktion und von 1997 bis 1999 als sachkundiger Bürger für den Rat der Stadt. Darüber hinaus war er in seinen drei Ratsperioden Vorsitzender des Schulausschusses.

Für sein langjähriges ehrenamtliches Wirken im politischen, interkulturellen und schulischen Bereich wurde ihm 2012 die Ehrennadel in Gold der Stadt Bergisch Gladbach verliehen.

2016 würdigte Bundespräsident Joachim Gauck auf dem Neujahrsempfang des Bundespräsidenten die mehr als 30-jährige Tätigkeit von Klaus Farber im Integrationsrat der Stadt Bergisch Gladbach und sein Engagement bei der Realisierung vieler nachhaltiger Initiativen zur Förderung junger Menschen mit Migrationshintergrund seit den 1970er Jahren.

RBK

Rheinisch-Bergischer Kreis

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1 Kommentar

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  1. Gratulation, Herr Faber. Sie waren und sind eine herausragende Bereicherung.