Der Krieg in der Ukraine, steigende Rohstoffpreise und schwache Nachfrage setzen der Wirtschaft in der Region zu. Ein Drittel der Unternehmen, die an der Frühjahrsumfrage der IHK Köln teilgenommen haben, ist pessimistisch. Noch deutlich schlechter beurteilen die Firmen in Rhein-Berg ihre aktuelle Lage. Und auch in Sachen Pessimismus sind sie Spitzenreiter in der Region.

Der Konjunkturklimaindex für den Bezirk der Kammer Köln ist im Frühjahr von 112,7 auf 97,7 Punkte gefallen. „Der Krieg inmitten von Europa hat nicht nur zu einem drastischen Anstieg von Energie- und Rohstoffpreisen geführt, sondern auch zu einer massiven Verunsicherung von Wirtschaft und Gesellschaft“, fasst Eva Babatz, Leiterin der Geschäftsstelle Leverkusen/Rhein-Berg der IHK Köln, die wenig überraschenden Ergebnisse der Frühjahrsumfrage zusammen.

74 Prozent der Betriebe beklagen demnach höhere Einkaufspreise für bezogene Waren und 63 Prozent steigende Arbeitskosten. Besonders die Industrie leide unter den hohen Preisen für Energie und Rohstoffe sowie den anhaltenden Problemen mit Lieferketten.

Allerdings könne sich die schlechte Stimmung bei einer Beruhigung der weltpolitischen Lage auch schnell wieder ändern, „denn die Beurteilung der augenblicklichen Lage ist bei den Unternehmen noch überwiegend gut oder befriedigend,“ sagt Babatz. Allerdings bildet dabei Rhein-Berg eine Ausnahme.

Drastische Verschlechterung in Rhein-Berg

Überraschend ist, dass der Pessimismus im Rheinisch-Bergischen Kreis besonders drastisch ausfällt. Hier beurteilen nur noch 14 Prozent ihre derzeitige Geschäftslage als gut (Vorumfrage 26 Prozent), 29 Prozent beschreiben ihre Lage als schlecht (Vorumfrage 13 Prozent).

Zum Vergleich: Die Note „schlecht“ vergeben in OberBerg nur 23 Prozent und in Köln sowie Leverkusen gar nur 17 Prozent der teilnehmenden Firmen.

Der Grafik zeigt die Salden von schlechten und guten Beurteilungen an. Alle Werte weisen in Rhein-Berg nach unten.

Das düstere Bild hier vor Ort gilt auch bei den Erwartungen für die kommenden zwölf Monate. In RheinBerg rechnen nur noch zehn Prozent mit einer positiveren Entwicklung (Vorumfrage 17 Prozent). Dagegen gehen 56 Prozent von einer weiteren Verschlechterung aus (Vorumfrage 20 Prozent).

Auch bei den negativen Erwartungen ist Rhein-Berg im Kammerbezirk Spitzenreiter: in OberBerg sind 34 Prozent pessimistisch, in Köln 26 und in Leverkusen 25 Prozent.

Die Investitionsbereitschaft hat sich in RheinBerg verringert, allerdings halten sich die Zahl der Betriebe, die mehr investieren wollen, und die Zahl der Betriebe, die weniger ausgeben möchten, die Waage.

Mit einem Bschäftigungsanstieg ist nach Einschätzung der IHK im Rheinisch-Bergischen Kreis nicht zu rechnen. Der Beschäftigungsindikator liege mit minus zwölf Punkten im negativen Bereich.

Dokumentation

Redaktion

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2 Kommentare

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  1. Schade und traurig und der unfähigkeit der dt aussenpolitik geschuldet. Ich hab russischen Freunde und möchte die nicht missen.. außerdem möchte ich auch billige Energie aus Russland?warum sollen wir unseren hart erarbeiteten Lebensstandard aufgeben für irgendwelche geopolitischen Interessen und diese Russenphobie mocht ich nicht missen.neine Kulturnation sonzu behandelnnschafft nur neues Konfliktpotential.

    1. Russland startet einen Angriffskrieg gegen die Ukraine und Ihr Vorschlag ist – nichts zu tun? Wirtschaftssanktionen sind eine starke Möglichkeit Russland dazu zu bewegen, den Krieg zu beenden. Sanktionen sind aber immer zweischneidig.
      Abgesehen davon hat der Ukrainekrieg zwar das Thema Abhängigkeit von fossilen Energieträgern in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt – das Problem ist aber nicht neu sondern war schon im letzten Jahr neben verstopften Liegerketten und Bullwhip-Effekt ein großes Thema.
      Ich hoffe Russland findet schnell einen gesichtswahrenden Weg aus dem Krieg und Ukraine erhält Frieden und Freiheit zurück. Dann müssen wir – und die Wirtschaft- aktiv an einer Umwandlung zu Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft und Dekarbobisowrung arbeiten.