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NetCologne plant Glasfaser-Ausbau in Nußbaum – wenn viele es wollen

Netzbetreiber NetCologne will das Internet in Bergisch Gladbach schneller machen und in einem ersten Schritt in Nußbaum das Glasfasernetz bis in die Häuser verlängern. Derzeit liegt die schnelle Übertragungstechnik nur bis in die grauen Verteilkästen. Voraussetzung für den Ausbau: 40 Prozent der Anlieger schließen einen verbindlichen Vorvertrag ab. Das spart Anschlusskosten, führt aber zu teureren Breitbandtarifen.

Der Kölner Telekommunikationsanbieter plane die Glasfaserleitungen von den Verteilerkästen (FTTC, Fibre to the Curb) direkt bis in die Gebäude bzw. in die Wohnungen (FTTB, Fibre to the building) zu verlegen, teilte NetCologne jetzt mit. Derzeit liegt auf den letzten Metern noch Kupfer – ein technischer Flaschenhals, der die Surfgeschwindigkeit begrenzt.

Voraussetzung für den Ausbau sei, dass sich mindestens 40 Prozent der Anwohner:innen bis zum 30. September 2022 für einen NetCologne-Anschluss entscheiden.

Rund 550 Privathaushalte bzw. Gewerbetreibende könnten von dem geplanten FTTB-Ausbau profitieren, davon mehr als 300 NetCologne-Bestandskunden, heißt es. Die geplanten Ausbauarbeiten würden nach Erreichen der Vorvermarktungsquote im Herbst beginnen und rund ein Jahr lang andauern.

Anschlusskosten sparen

„Der oder die Kund:in unterschreibt einen Vorvertrag mit NetCologne, der grundsätzlich verbindlich ist“, sagt Unternehmenssprecherin Jennifer Becker auf Nachfrage des Bürgerportals. Bei baulichen Besonderheiten die nicht gelöst werden könnten gebe es ein Rücktrittsrecht.

Im Gegenzug erhielten die Interessent:innen Rabatte: „Im Rahmen des Vorvermarktungszeitraums entfallen die Hausanschlusskosten von 999 Euro.“ Dies gelte sowohl für Bestands- als auch Neukunden, solange die Arbeiten vor der Türe stattfinden würden.

Informationsveranstaltung: Interessierte können sich persönlich informieren und beraten lassen, am Mittwoch, den 17. August um 18 Uhr in der IGP. (Borngasse 86, 51469 Bergisch Gladbach).

Teurere Tarife

Der Ersparnis bei den Anschlusskosten stehen jedoch Mehrkosten bei den Tarifen gegenüber: Um die volle Bandbreite der Glasfaser im Haus nutzen zu können, müssen die Kunden auf teurere Glasfasertarife wechseln.

Ein Beispiel: Bestandskunden, die z.B. bislang eine 100 Mbit/s Verbindung nutzten, zahlen hierfür ab dem siebten Monat 36,95 Euro.

Der schnellste Glasfaser-Tarif im geplanten Netz schlägt bei 1 GBit/s mit 49,95 Euro zu Buche, ab dem siebten Monat gar mit 69,95 Euro. Günstigere Glasfasertarife liegen bei 49,95 Euro (500MBit/s, Einführungspreis 39,95 Euro) oder 39,95 Euro (250 MBit/s, Einführungspreis 36,95 Euro).

Ob weitere Mehrkosten z.B. für den Router fällig werden, hänge vom genutzten Gerät ab. „Wenn es mit dem Glasfaseranschluss technisch kompatibel ist, muss kein Wechsel erfolgen,“ macht Sprecherin Becker klar.

Kupfernetz bleibt

Die Latte ist nun hochgelegt: 220 Haushalte oder Gewerbetreibende in Nußbaum müssen sich verbindlich für einen Glasfasertarif entscheiden, bevor der Betzbetreiber mit dem Ausbau beginnt.

„Prinzipiell gilt, dass der Ausbau nur dann stattfindet, wenn die Zustimmung der Haushalte bei 40 Prozent liegt,“ heißt es bei NetCologe. Sollte der Wert knapp darunter liegen bestehe die Möglichkeit einer Verlängerung des Vorvermarktungszeitraums. Der endet nach aktuellem Stand Ende September.

Kund:innen, die sich gegen die Glasfaser entscheiden, müssen sich jedoch keine Sorgen über ihren Internetanschluss machen: Das bestehende Kupfernetz bleibe weiterhin aktiv. Allerdings sei ein Wechsel auf die Glasfaser-Tarife ohne weitere Kosten dann nicht möglich.

Nußbaum könnte den Startpunkt für weitere Glasfaserleitungen markieren: „Wir starten mit Nußbaum und sind mit der Stadt Bergisch Gladbach bereits in Gesprächen für den Ausbau weiterer Stadtteile.“

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