Schloss Lerbach vor seiner Schließung. Foto: Thomas Merkenich

Seit acht Jahren ist Schloss Lerbach geschlossen, jetzt werden die Pläne der Kölner Leskan-Gruppe für einen Neustart von Hotel und Gastronomie etwas konkreter: Die Zahl der Betten soll mehr als verdoppelt, der Park wieder für die Öffentlichkeit zugänglich werden.

Die Planungen für Schloss Lerbach stehen am 2. März im Ausschuss für Stadtentwicklung und Planung auf der Tagesordnung, mit einem sehr weichen Beschluss: Der Ausschuss, so der Vorschlag der Verwaltung, „ nimmt Ausführungen zum geplanten Ausbau des Hotels im Schloss Lerbach wohlwollend zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung, die Realisierung der vorgestellten Planungen im rechtlich möglichen Rahmen zu begleiten.“

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Für die Revitalisierung des Schlosses, das hatte der Beigeordnete Ragnar Migenda schon im Januar im Ausschuss angekündigt, sei womöglich eine Änderung des Bebauungsplans erforderlich.

Etwas konkreter werden die Pläne nun in der Begründung der Beschlussvorlage. Demnach plant der neue Eigentümer, die Kölner Leskan-Gruppe, das Hauptgebäude (von früher mal gut 50) auf 120 Betten auszubauen. Das sei für den wirtschaftlichen Betrieb erforderlich -und solle in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz geschehen.

Mehr Details sollen die Ausschussmitglieder in einer Präsentation erfahren. Klar sei bereits jetzt, dass der Landschaftspark rund um das Hauptgebäude der Öffentlichkeit nach Beendigung der Bauarbeiten wieder uneingeschränkt zur Verfügung stehen soll. Große Teile des Parks, auch das geht aus der Vorlage hervor, war von der Familie Siemens nicht an die Leskan-Gruppe verkauft worden.

In der Unterlage für den Ausschuss fasst die Stadtverwaltung die Geschichte des Anwesens noch einmal zusammen:

Das Ehepaar Richard und Anna Zanders ließ von Ludwig Bopp nach Plänen von Gabriel von Seidl ein Herrenhaus im englischen Landhausstil erbauen, das 1898 fertiggestellt war. Ein weiträumiger, 26 Hektar großer Landschaftspark, der in den Gutswald übergeht, wurde neu in diesem Zusammenhang angelegt sowie zahlreiche Ökonomiegebäude, Verwalter- und Pförtnerhäuser und eine Reithalle errichtet. Seitdem war das Anwesen Wohnsitz der Eheleute Zanders. Nach Anna Zanders‘ Tod 1939 erbte es ihr Neffe Hermann von Siemens; danach war das Gut im Besitz der Familie von Siemens.

1988 diente es u. a. als Kulisse für die Fernsehserie Forstinspektor Buchholz. Seit 1992 wurde das Herrenhaus nach aufwendigen Sanierungsarbeiten als Boutique- und Eventhotel mit Spa genutzt. Gleichzeitig erhielt das Gebäude den Namen Schloss Lerbach. Von 1992 bis 2008 war dort das Gourmet-Restaurant Dieter Müller beheimatet, das 2008 von Nils Henkel übernommen und 2010 in Gourmetrestaurant Schloss Lerbach umbenannt wurde. Von 1998 bis 2011 war es mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet, anschließend mit zwei.

Seit Ende Januar 2015 sind sowohl das Hotel als auch das Restaurant geschlossen, weil der Pachtvertrag mit der Gruppe Althoff Hotels auslief. Im Jahr 2021 hat die Familie von Siemens das Schloss mit Hofgebäuden an den jetzigen Grundstückseigentümer verkauft, der es zukünftig wieder als Hotel mit Gastronomie führen will. Der Großteil des Landschaftsparks sowie der land- und forstwirtschaftliche Gutsbetrieb wurden nicht verkauft.

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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