Roland Vossebrecker spielt eine eigene Komposition. Foto: Oxfam/Rainer Keuenhof

Unermüdlich ist Roland Vossebrecker unterwegs, um Spenden gegen den Hunger zu mobilisieren und für Klimagerechtigkeit zu werben. Bekannt ist der Bergisch Gladbacher als Pianist und Aktivist – dabei ist er vor allem Komponist. Seine neue Konzertreihe gibt einen spannenden Einblick in sein beachtenswertes Werk. Dreimal spielt Vossebrecker in Bergisch Gladbach – und lädt zur Klima-Debatte. Wieder sind es Benefizkonzerte, denn „normale“ Konzerte kann er sich gar nicht mehr vorstellen.

Seit Mitte März ist der Bergisch Gladbacher Pianist und Komponist Roland Vossebrecker wieder deutschlandweit unterwegs Es ist mittlerweile die sechste Auflage seiner Benefizkonzerte. Vossebrecker spielt unermüdlich für Klimagerechtigkeit und gegen den Hunger. Über 130 Konzerte hat er mittlerweile gegeben, 123.000 Euro an Spendengeldern für die Hilfsorganisation Oxfam gesammelt.

Drei Konzerte führen ihn in den kommenden Tagen nach Bergisch Gladbach (Details s.u.). Bürgermeister Frank Stein hat die Schirmherrschaft der Reihe in der Stadt übernommen.

Musik plus Diskussion

In diesem Jahr setzt Vossebrecker auf ein Novum: Erstmals kombiniert er die Konzerte mit einem anschließenden Vortrag über die Initiative Klimagerecht leben, die er im Juni 2022 mit Freunden gegründet hat.

„Die Kombination von Konzert mit Diskussion ist ein Experiment”, sagt Vossebrecker auf die Frage, ob die Besucher:innen eher wegen der Musik oder wegen der Diskussionen zu den Konzerten kommen würden. Er sammle gerade Erfahrungen mit dem Format. Die ersten Gespräche seien gut verlaufen, so seine Einschätzung.

Roland VossebreckerKonzerte für Klimagerechtigkeit und gegen den Hunger

Freitag, 28. April: Sinngewimmel, 18 Uhr Konzert, 19.30 Uhr Vortrag und Diskussion
Mittwoch, 3. Mai: Villa Zanders, 19 Uhr Konzert, 20.30 Uhr Vortrag und Diskussion
Sonntag, 14. Mai: Aula der Otto-Hahn-Schulen, 17 Uhr Konzert, 18.30 Uhr Vortrag und Diskussion

Eintritt frei, Spenden erbeten, sie gehen ohne Abzug an die Hilfsorganisation Oxfam

Weitere Konzerte in Erftstadt, Wermelskirchen, Heimbach, Schleiden, Bonn-Beuel, Berlin, Marburg, Essen-Werden, Kassel und Kürten. Mehr Infos im Web

Wohlstand teilen

„Klimagerechtigkeit bedeutet, nicht nur Forderungen zu stellen sondern dies auch zu leben”, erklärt er. Es gehe nicht nur darum, den eigenen CO2-Fußabdruck zu minimieren. „Unser Wohlstand basiert auf der Verbrennung von Kohlenstoff. Die Folgen tragen die anderen. Daher ist es nur gerecht, diesen Wohlstand zu teilen”, so sein Credo.

Mittlerweile spiele er nur noch Benefizkonzerte, „ich würde mir komisch vorkommen wenn ich nur Musik machen würde”, nicht als Wohltätigkeitsveranstaltung. Angesichts des aktuellen Zustands der Welt bekomme die musikalische Arbeit damit einen neuen Sinn.

Der Kampf fürs Klima – mit den Klebe-Aktionen der last generation hat er eine neue Dimension erreicht, die über Benefizkonzerte oder die Proteste von Fridays for Future hinausgeht. „Ich teile die Verzweiflung dieser neuen Bewegung und deren Wahrnehmung zur Dringlichkeit des Handelns”, sagt Vossebrecker. Ähnliche Vorbilder gebe es in der Geschichte, wie z.B. in der Frauenbewegung.

Er selbst könne sich vorstellen, dass seine Aktionsformen sich mit dem Voranschreiten der Klimakrise ebenfalls „entwickeln” würden.

Auszug aus der Partitur von „Das Klavierbuch 2004″ von Roland Vossebrecker, Foto: Holger Crump

Das Klavierbuch 2004

Besucher:innen der Konzerte erfahren nicht nur aus erster Hand mehr über die Initiative Klimagerecht leben. Sie haben auch die Gelegenheit, das Werk „Klavierbuch 2004″ zu hören. Eine Komposition Vossebreckers aus besagtem Jahr.

„Das Klavierbuch vereint alles, was ich an kompositorischen Ideen nutze”, umschreibt Vossebrecker das Konzept des Werkes, an dem er ein Jahr geschrieben hat, und das den Konzertbesuchern in einem Flyer vorgestellt wird. Mit 34 Sätzen und 80 Minuten Spieldauer stellt es eine Herausforderung dar – sowohl für den Musiker als auch die Zuhörer:innen. Die aber äußerst reizvoll ist.

Acht Jahre Benefizkonzerte

Roland Vossebrecker startete 2015 spontan mit einem Benefizkonzert in St. Aposteln, Köln, zur Unterstützung der Erdbebenopfer im Nepal. Ab 2016 wurde daraus eine Konzertreihe, stets zugunsten von Oxfam.

Der Musiker und Komponist macht zudem Bildungsarbeit zum Thema Holocaust für die Stiftung Stanislaw Hantz.

Mehr Infos: Initiative Klimagerecht leben, Roland Vossebrecker

Der Komponist arbeitet mit Mitteln der Polytonalität und Polyrhythmik – er kombiniert verschiedene Tonarten und Rhythmen, spielt diese gleichzeitig. Was zunächst nach Musik vom Reißbrett klingt, entpuppt sich als Musik von enormer emotionaler Bandbreite. Mit Bezügen zwischen den Sätzen. Mit spannenden Relationen zwischen den Motiven, wenn das musikalische Material aufgegriffen, verarbeitet und neu kombiniert wird.

Besucher:innen der Konzerte sind mithin aufgefordert genau hinzuhören. Sowohl bei der Musik als auch beim Thema Klimagerechtigkeit.

war bis Anfang 2024 Reporter und Kulturkorrespondent des Bürgerportals.

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  1. Ja seht ihr`s, da ist die Empathie ! Empathie ist euch ein Begriff? wird jetzt öfter (jajaja!) gebraucht und steht für „Einsatz, Begeisterung, auch ohne Belohnung“, einfach so ;-)) also das, was man aus Liebe zu den Mitmenschen , einfach weil sie DA sind tut ; Die gute Nachricht : Empathie wird statisitsch gerade mehr !! Yeah!!
    hier nochmal die Termine:

    Mittwoch, 3. Mai: Villa Zanders, 19 Uhr Konzert, 20.30 Uhr Vortrag und Diskussion
    Sonntag, 14. Mai: Aula der Otto-Hahn-Schulen, 17 Uhr Konzert, 18.30 Uhr Vortrag und Diskussion