Die Wärmewende ist in aller Munde und von Eigentümern wird heute mehr Initiative gefordert, wenn es um das Thema Umweltschutz geht. Als Mittel der Wahl in Sachen energieeffizientes Heizen gilt dabei die Wärmepumpe. Doch welche Vorurteile existieren gegen diese Art der Beheizung und was ist wirklich an ihnen dran?

Von Oliver Knigge

1. Die laufenden Kosten fressen einem die letzten Haare vom Kopf

Eine Wärmepumpe erzeugt Wärme, indem sie Luft umwandelt. Hierfür braucht sie Strom. Dennoch arbeitet das System höchst effektiv, denn sie vervierfacht die eingesetzte Energie. Nur der Heizstab ist ein kleiner Energiefresser. Jedoch kommt dieser nur an eiskalten Tagen per Knopfdruck zum Einsatz. Zusätzlich können Eigentümer die notwendige Energie selbst – mittels Photovoltaik auf dem eigenen Hausdach – erzeugen. Spätestens dann präsentiert sich eine saubere Lösung in Sachen Energiesparen.

2. Eine Investition der Sonderklasse

Es ist unbestritten, dass die Anschaffungskosten einer Wärmepumpe die einer gewöhnlichen Gasheizung um einige tausend Euro übersteigen. Jedoch fördert hier der Bund deren Einbau mit günstigen Krediten bzw. Zuschüssen. Ist die Anlage installiert, ist der Betrieb nicht teurer als der einer Gasheizung. Daher: Bitte nicht von den hohen Investitionskosten abschrecken lassen und langfristig denken.

3. Die Wärmepumpe als akustischer Störenfried

Es hält sich hartnäckig die Mär, die Anlagen würden Lärm erzeugen. Real sind Wärmepumpen in etwa so laut wie ein Kühlschrank. Um Nachbarschaftszwist zu meiden, sollte aber ein Abstand von drei Metern eingehalten werden. Keine Angst: Dies gilt nur, wenn das Gebläse Richtung Grenze zeigt.

4. In Wahrheit doch ein Umweltsünder?

Eine Wärmepumpe ist zunächst ein Umweltfreund. Jedoch kommt es auf die Energie an, derer sie sich speist. Sofern die Quelle regenerativer Natur ist, gehen die CO2 Emissionen gegen null. Der Stein des Anstoßes mancher Kritiker: Die Pumpe braucht Kältemittel, um Wärme zu erzeugen. Hier wird heute R290 Propan eingesetzt. Dieses greift jedoch nicht die Ozonschicht an und ist daher unbedenklich.

5. Das System funktioniert nur in Kombination mit Öl- oder Gasheizung

Es ist falsch, dass Wärmepumpen es nicht schaffen, eigenständig ein Gebäude zu beheizen. Unbestritten: Am allerbesten funktioniert die Anlage in Kombination mit einer Fußbodenheizung. Jedoch leisten auch herkömmliche Heizkörper gute Arbeit. Es gibt somit keinen Grund zur Besorgnis.

6. In der kalten Jahreszeit macht die Wärmepumpe Probleme

Heutzutage am Markt erhältliche Luftwärmepumpen arbeiten zuverlässig bis zu einer Temperatur von -20 Grad Celsius. Da alle Modelle zusätzlich über einen Heizstab verfügen, ist Wärmezufuhr stetig gesichert. Jedoch bedarf diese Funktion einer Handlung des Menschen und aktiviert sich nicht selbst.

7. Technisch noch nicht ausgereiftes Konzept

Die Entwicklung von Wärmepumpen geht auf die Zeit der Entwicklung des Kühlschrankes zurück. Im letzten Jahrhundert wurde bereits erstmals deren Einsatz zu Heizzwecken geprobt. Daher ist es eine profunde Technik, die dennoch stets weiterentwickelt wird, um noch energieeffizienter zu arbeiten.

Haben Sie Fragen zur energieeffizienten Sanierung oder zum Verkauf Ihrer Immobilie? Dann melden Sie sich. Wir unterstützen Sie gern und sprechen Empfehlungen für lokale Experten aus.

Beste Grüße, Oliver Knigge

Hinweis: Im Text wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum verwendet. Weibliche und anderweitige Geschlechteridentitäten werden dabei ausdrücklich mitgemeint, soweit es für die Aussage erforderlich ist.

Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall dar. Bitte lassen Sie die Sachverhalte in Ihrem konkreten Einzelfall von einem Rechtsanwalt und/oder Steuerberater klären.

Knigge Immobilien hat sich mit dem Motto „einfach anders.” im Großraum Bergisch Gladbach als Makler und Hausverwalter etabliert, der die bekannten Maklerklischees widerlegt. Gemeinsam mit einem Expertennetzwerk bildet das Unternehmen am Standort Laurentiusstraße/Odenthaler Straße das ImmobilienZentrum Bergisch Gladbach. Mit 17 Mitarbeitern bietet Knigge den Service eines Großunternehmens, kombiniert mit der Persönlichkeit eines Familienbetriebs. Das eigene Immobilienportal immobilien.gl bietet Mehrwerte sowohl für Eigentümer als auch für Suchende.

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  1. Ist das vorhandene Heizsystem mit Heizkörpern für eine Wärmepumpe geeignet?Das kann jeder ganz einfach ausprobieren: reduzieren Sie im nächsten Winter die Vorlauftemperatur am Wärmeerzeuger auf 50° C und drehen Sie alle Heizkörper in allen Räumen ganz auf – auch im Flur und in den Schlafzimmern. Das ist wichtig, denn die Wärme wird zwischen den Räumen innerhalb des Hauses durch die Wände und Decken von ganz allein ausgetauscht.
    In den Räumen, die bei Außentemperaturen von circa -10° C nicht mehr warm genug werden, müssen Sie die Heizkörper vergrößern oder zusätzliche Heizkörper einbauen lassen. Die Erfahrung zeigt, dass das nur in wenigen Räumen notwendig ist.

  2. Ich finde die o.g. Punkte höchst oberflächlich und unpräzise formuliert.

    Beispiel:

    „[..] indem sie Luft umwandelt“

    Eine Wärmepumpe entzieht einem Medium – meist Außenluft oder z.B. auch Grundwasser – die darin enthaltene Wärme. Der energetische Gewinn ist, dass für diese „Wärmeförderung“ weniger Energie (Strom) aufgewandt werden muss, als man an nutzbarer Wärme erhält.

    Ein weiteres Beispiel:

    Abstandsregelung zum Nachbarn ist für Wärmepumpen in NRW 0,5m – nicht 3m.

    Zur Geräuschkulisse: Da würde ich raten, im nächsten Winter mal eine Spaziergang zu machen, und den „Sound“ der bereits existierenden Wärmepumpen zu „genießen“. Der Lärmeintrag ist deutlich hörbar.

    Ein weiteres Beispiel:

    Solar wird den Wärmepumpenbetreiber im Winter nicht retten. Die im Winter erzeugten Strommengen sind homöopathisch und in kalter Nacht – wenn der Strombedarf der Pumpe hoch ist – fließt kein einiziges Milliwatt aus den Solarpanels. Bevor das Batterien-Argument kommt: Was tagsüber nicht geladen wird, kann des Nachts nicht konsumiert werden.

    1. Genau so sieht’s aus. Jeder Wohnmobil Besitzer weiß, dass man in Deutschland im Winter wegen der fehlenden Sonne noch nicht mal einen Kompressor Kühlschrank länger als 24 h über die Solarpanelle laufen lassen kann. Dann sind die Bordbatterien leer.

      Die einzigen die so etwas nicht wahr haben wollen, ist die grünen Blase.

      1. Die Winterlücke (sie ist vor allem im Dezember und Januar spürbar, also nicht über die gesamte Heizperiode gleicht schwerwiegend) liegt bei Häusern allerdings in der Regel neben den kürzeren Tagen am niedrigen Sonnenstand. Solaranlagen liefern auch bei Streulicht noch Strom, der Himmel muss also nicht klar sein, aber die Paneele sollten doch zur Sonne hin ausgerichtet sein. Das sind sie dann nicht, weil die Neigung auf einen möglichst hohen Durchschnittsertrag hin ausgelegt wird.

        Man könnte also als Betreiber einer PV-Anlage auch zusätzliche Paneele anbringen, die entweder an der Hauswand oder aufgeständert auf dem Dach angebracht werden. Dann hat man immer noch niedrigere Erträge durch den längeren Weg, den das Sonnenlicht durch die Atmosphäre zurücklegt, und durch die kürzeren Tage, aber es wäre durch die günstigere Ausrichtung im Winter mehr Strom da.

        Letztlich ist das aber eine Wirtschaftlichkeitsfrage. Ich tendiere im Moment eher dazu, im Kernwinter Strom zuzukaufen, als den Speicher für die meiste Zeit im Jahr zu überdimensionieren – das geht nämlich richtig ins Geld, Paneele sind da vergleichsweise günstig.

  3. Schöne Milchmädchen-Rechnung! Bei einer JAZ von 3 benötigt man für 30.000kWh Gas ca. 10.000 Strom. Bei den Strompreisen der Belkaw von in der Spitze 0,54 € wären das 5400 € nur für den Wärmepumpenstrom + sonstiger Gebühren. Da durch die CO2-Kosten zwar sich fossile Brennstoffe teurer werden, wird sich zwangsläufig auch der Strompreis in gleichem Maß erhöhen, da wir einen fossilen Anteil von ca. 50 % haben (Merrit-Order), Tendenz steigend aufgrund steigender Nachfrage. Wer den Leuten einreden will, eine WP würde in nicht isolierten Gebäuden zu Einsparungen führen, will sie wohl gepflegt hinter die Fichte führen. Bei Neubauten rechnet sich eine WP, keine Frage. Übrigens musste ich mehrmals bei der Belkaw nach einem Wärmepumpentarif nachfragen. Das Ergebnis war ernüchternd, gerade mal 2 Cent niedriger.

    1. Da haben Sie aber übersehen, dass die Belkaw in allen Heizstromtarifen 100% Ökostrom liefert, für den kein CO2-Preis nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz anfällt.

      1. 100% Ökostrom, ich lach mich weg. Gibt es dafür separate grüne Steckdosen? Der Strom kommt zu 50% aus franz. AKW oder aus Kohlekraftwerken, nachts scheint auch keine Sonne also wie wollen Sie auf 100% Ökostrom kommen? Der Strom ist jetzt schon viel zu teuer und wie wird sich wohl der Preis bei Mangellage entwickeln?

      2. Hallo Willi Lurz,
        auch wenn der Strom aus der gleichen Steckdose kommt. Der von der Belkaw (und anderen Stromanbietern) verkaufte Ökostrom wird aus regenerativen Energiequellen hergestellt. Auch wenn die Sonne nicht scheint, so kann man zu dieser Zeit Strom ohne AKW und Kohle produzieren. So z.B. mit Wasser und Wind.
        Strom ist noch nicht teuer genug wenn ich sehe, wie verschwenderisch damit in vielen Haushalten, Geschäften, Betrieben, öffentlichen Einrichtungen damit umgegangen ist. Abgesehen, was noch an Folgekosten für AKWs anfallen wird. Das ist ja in dem jetzigen Stromgeld noch nicht eingepreis.

      3. Liebe Babsy, es gibt nur 1 Stromnetz im Verbund mit Europa und darin sind bei der uns max. 50% Ökostrom (wenn die Sonne scheint und der Wind weht), u.a. auch von meiner Solaranlage. Wir haben auch nicht genug Wasserkraftwerke, die sowas kompensieren könnten (schön wärs).
        Also wer ihnen 100% Ökostrom verkauft, verkauft etwas was er gar nicht hat. Schön blöd, wenn sie für 100% Ökostrom mehr bezahlen als ihr Nachbar, denn er bekommt den gleichen Strommix wie sie und alle anderen auch.
        Wenn es anders wäre, würde bei ihnen nachts bei Windstille der Strom ausfallen. Bitte mal drüber nachdenken…

      4. Wenn Deutschland früh genug angefangen hätte, Wasserkraftwerke und Pumpspeicherseen zu bauen wären wir nun viel weiter. Stattdessen wurde viel Geld in AKWs investiert und nun bezahlen wir mit Steuermitteln in unglaublicher Höhe den Rückbau. Von der noch nicht geklärten Lagerung des Mülls mal abgesehen.

        (Mein Ökostrom kommt u.a. aus Norwegen. Und die Photovoltaikanlage auf dem Dach mit Speicher im Keller deckt einen sehr großen Teil meines Verbrauchs ab, im Sommer gebe ich viel ins Netz ab.)

      5. @Babsy:
        DE hat kein Potential für Pumpspeicherseen, bzw. wir würden ganz schön viel Land verlieren, um ausreichend Energie bereitsstellen zu können.

        Und die AKW, zumindest die 3+3 könnte man in kurzer Zeit wieder anfahren, wenn es hier wirklich um CO2 Reduzierung gehen würde. Aber da ist die Ideologie leider wichtiger als die Umwelt.
        Man schaue nur in die Nachbarländer, welche Entwicklungen es da in Bezug auf Kernenergie gibt. DE war da sicherlich kein gutes Vorbild und diese Szenarien möchte man nun in den Ländern um uns herum vermeiden.

      6. @W. Lurz: Es gibt auch nur ein Gasnetz, und trotzdem können Sie Gas von vielen verschiedenen Anbietern kaufen, die teils auch verschiedene Einkaufsquellen haben. Dito beim Strom.

        Wenn die Belkaw Ihnen und anderen Ökostrom verkauft, dann hat sie vorher ein entsprechendes Kontingent an Ökostrom eingekauft. Der fließt natürlich genauso ins Verteilnetz wie der übrige Strom, das ist elektrisch nicht anders möglich. Aber der Kunde erhält bei einem Ökostromtarif eine Strommenge, der auf der Einkaufsseite eine entsprechende Menge Ökostrom gegenübersteht. Und für diesen Strom ist kein CO2-Preis fällig.

        Das ist vielleicht ein wenig abstrakter, als im Laden eine Flasche Bier zu kaufen, aber es sollte doch mit durchschnittlicher Bildung begreifbar sein.

      7. @Drucker: Natürlich kann die Belkaw Ökostrom als Kontingent einkaufen, aber dem Verbraucher trotzdem keine 100% Ökostrom liefern denn im Netz sind max 50 % Ökostrom. Wenn der Wirt den Wein zu 50% mit Wasser gemischt hat, kann er ihnen auch keinen reinen Wein mehr verkaufen. Allerdings kann er versuchen, es als reinen Wein zu verkaufen wenn der Konsument entsprechend naiv ist. Ich vermute, die Belkaw würde gerne allen Bürgern den teuren 100% Ökostrom verkaufen, denn das steigert den Ertrag. Da braucht es dann auch keine CO2-Abgabe on top.

      8. @W. Lurz: Sie schreiben von Anfang an am springenden Punkt vorbei. Für die Stromlieferung, der ein Einkaufskontingent an Ökostrom gegenübersteht, wird keine CO2-Abgabe fällig. Nur darum geht es.

        Und das: „Ich vermute, die Belkaw würde gerne allen Bürgern den teuren 100% Ökostrom verkaufen, denn das steigert den Ertrag. Da braucht es dann auch keine CO2-Abgabe on top.“ ist ebenfalls Humbug. Zum einen: Die Belkaw hat nichts von der CO2-Abgabe, die geht nämlich an den Staat. Zum anderen: Ökostrom ist auch im Einkauf durchschnittlich teurer als fossiler Strom, da gibt es für die Belkaw keinen höheren Gewinn.

  4. Danke Herr Knigge für diesen Beitrag!

    Ein paar kleine Anmerkungen: eine Wärmepumpe wandelt Luft nicht um, sondern entnimmt der Luft die Energie und hebt (“pumpt”) sie auf ein Niveau, dass man in der Heizung nutzen kann.

    Sie vervierfacht nicht die Energie, denn Energie kann man immer nur umwandeln. Korrekt ist, dass sie mit 100% eingesetztem Strom 400% Wärme nutzbar macht, in dem sie einer Quelle Wärme entnimmt: aus Luft 400% und aus dem Erdreich sogar 600%.

    Die finanzielle Einsparung hängt von den Preisen der Energieträger ab. Zur Zeit kostet Strom je Kilowattstunde (kWh) etwa doppelt so viel wie Gas. Da die Wärmepumpe aber aus einem Teil Strom vier Teile Wärme macht, kostet der Betrieb im Moment nur halb so viel wieder Betrieb einer Gasheizung.

    Ähnlich positiv sieht es beim CO2-Ausstoß aus. Strom aus dem Netz belaste die Umwelt mit 420 g CO2 je Kilowattstunde. Eine Gasheizung erzeugt 202 g CO2 je Kilowattstunde. Da die Wärmepumpe aber aus einem Teil Strom vier Teile Wärme macht, belastet sie die Umwelt zur Zeit nur halb so viel wie eine Gasheizung.

    1. Vielen Dank für die Ergänzungen, Herr van Loon! Wir sind natürlich keine Energieberater und/oder Heizungsfachplaner. Wir möchten in unseren Beiträgen nur grobe Anregungen vermitteln. Erst gestern habe ich einem Kunden empfohlen, sich auf jeden Fall mehrere Meinungen zu seiner Heizungssanierung einzuholen.

    2. Man stelle sich die Einsparung vor, wenn wir französische AKW Verhältnisse mit <50g CO2 hätten. Also nachts, wenn der Strom benötigt wird ;)

    3. Mit der Aussage zur Wärmeentnahme aus der Erde wäre ich zurückhaltend. Eine JAZ von 6 wäre für solch eine Pumpe ein Traumwert. Außerdem sind die verschiedenen Techniken mit unterschiedlichen Hindernissen verbunden: Erdkollektoren lassen sich im Bestand oft nur schwer und mit großem Aufwand unterbringen, Tiefbohrungen sind sündhaft teuer, und beim Anzapfen selbst oberflächennaher Grundwasserschichten macht oft genug die untere Wasserbehörde einen Strich durch die Rechnung (und kostspielig ist es zudem).

      Das muss alles im Vorfeld genauestens kalkuliert werden. Wenn die Bedingungen allerdings gut sind und eine Amortisierung innerhalb eines vernünftigen Zeitraums in Aussicht steht, ist eine Erdwärmepumpe unter dem Effizienzgesichtspunkt eine gute Wahl.

      Und, wie schon einmal gesagt: Die Jahresarbeitszahl lässt sich nur recht grob voraussagen. Letztlich ist sie erst am konkreten Objekt im laufenden Betrieb seriös ermittelbar, und da hat schon mancher Bauherr Überraschungen erlebt – sowohl positive als auch unschöne.

  5. Vielleicht ein paar Anmerkungen dazu:

    Zu 1.: Die Vervierfachung der eingesetzten Energie ist ein anzustrebender Wert, aber keinesfalls garantiert. Es handelt sich dabei um die sogenannte Jahresarbeitszahl (JAZ), die von den Betriebsbedingungen, der Außentemperatur, dem energetischen Gebäudezustand etc. abhängt. Eine JAZ von 4 und besser ist iedeal, wird aber längst nicht immer erreicht.

    Den Betriebsstrom kann man zwar tatsächlich auch per Photovoltaik erzeugen, allerdings liefert solch eine Anlage dann am wenigsten Strom, wenn es draußen am kältesten ist. Im Dezember und Januar wird es nicht viele PV-Anlagen geben, die den Strombedarf einer WP-Außeneinheit (um die 5 kW) decken können – und wenn, dann auch nur tagsüber bei klarem Himmel. Die Wirtschaftlichkeitsberechnung sollte man deshalb sicherheitshalber doch mit den Versorger-Strompreisen durchführen.

    Zu 2.: Eine Preisdifferenz im Bereich „einige tausend Euro“ zur Gasheizung ist ein wenig optimistisch gerechnet. Es kann schon das Doppelte bis Dreifache an Investitionen nötig sein. Das kann sich immer noch über die Jahre lohnen (und bei steigenden Gaspreisen inkl. CO2-Kosten ist das nicht unwahrscheinlich), aber kalkulieren sollte man die Wirtschaftlichkeit trotzdem im Vorfeld.

    Zu 3.: Lauter als ein Kühlschrank ist die Außeneinheit einer Wärmepumpe schon. Ein Kühlschrank erzeugt typischerweise einen Schalleistungspegel von 50 dB(A), eine Wärmepumpe bis zu 60 dB(A). Der Unterschied wirkt erst einmal klein, allerdings ist dB(A) ein logarithmischer Wert – 10 db(A) mehr bedeutet eine Verdopplung der empfundenen Lautstärke.

    Zu 5.: Die „herkömmlichen Heizkörper“ sollte man nicht so pauschal betrachten. Es kommt darauf an, wie viel Wasser sie führen. Am besten funktionieren da die alten Gussradiatoren, die ein hohes Volumen besitzen. Zudem wurden sie in den 60er und 70er Jahren gerne mal überdimensioniert, da man damals keine Wärmebedarfsrechnung durchführte, sondern einfach einen Radiator in Fensterbreite an die Wand setzte.

    Ansonsten kann ich dem Text im Großen und Ganzen zustimmen. Und noch einen Tipp geben: Wenn Sie in einer kalten Phase der Heizperiode die Vorlauftemperatur Ihres bisherigen Kessels auf 50 °C begrenzen und es dann trotzdem im Haus angenehm warm wird, dann werden Sie höchstwahrscheinlich auch mit einer Wärmepumpe glücklich werden.

      1. Natürlich ist eine Wärmepumpe durch Fachleute ausgelegt bei Neubauten sinnvoll. Aber bei tausenden Altbauten die nach 90/70 ausgelegt sind und nicht wie heute energetisch gebaut wurden, dürften schon die gesamten Maßnahmen die Finanzkraft vieler Menschen übersteigen. Ein ähnliches Problem bestand schon mal bei der Einführung der Fußbodenheizung.

      2. Es lohnt sich, den Altbau genau anzusehen und einerseits eine Wärmebedarfsberechnung durchzuführen sowie andererseits den Heinzenergieverbrauch der letzten Jahre zu betrachten. Altbau ist nicht gleich Altbau.