Foto: Monika Wortmann

Am Juckerberg wächst wieder der Wald. Zaghaft zwar, geschützt durch Hüllen gegen Wildverbiss, aber trotzdem gut sichtbar. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Kreisverband Rhein Berg/Leverkusen und der Ökumenekreis Refrath hatten eingeladen, um das Ergebnis ihres gemeinsamen Projekt vorzustellen.

Die evangelische und katholische Kirche in Refrath hatten 10.600 Euro gesammelt, die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Kreisverband Rhein Berg/Leverkusen e.V. (SDW) dafür gesorgt, dass 2.600 Jungbäume gepflanzt wurden. Anstelle der früheren Fichten, die den Kampf gegen Dürre und Borkenkäfer verloren, wächst jetzt robuster Mischwald empor.

Revierförster Conradin von Detten demonstrierte zunächst an einer Parzelle Buchenwald gleich nebenan, wie gesunde Bäume aussehen. Aber es komme auch in einem hochgewachsenen Wald auf ein gutes Verhältnis von Licht und Schatten an, damit am Boden wieder neue Bäume mit verschiedenen Höhen nachwachsen können. Nur hohe Bäume alleine sind auf Dauer nicht resistent.

Damit sich die Teilnehmenden einen Eindruck vom Befall der Fichten durch die Borkenkäfer machen konnten, reichte er Rindenstücke herum – unvorstellbare unzählige Fraßspuren auf der Innenseite. Sie zerstören die Funktion der Rinde.

Wenn dann von Menschenhand auf unterschiedliche Bodenqualitäten gezielt verschiedene Arten gesetzt werden, entsteht besonders widerstandsfähiger Mischwald, so wie auf den sechs Parzellen rund um den Juckerberg.

Die 20 Teilnehmer der Führung waren beeindruckt. Es wurde aber auch schnell klar, dass solch ein Projekt nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. 70 Prozent des Fichtenbestandes in NRW sind geschädigt oder bereits tot. Der Einsatz für den Wald verlangt nicht nur großes Engagement sondern auch viel Geduld.

„Wir hier am Juckerberg werden die Vollendung des Projekts wohl nicht mehr erleben“, prophezeite Rainer Deppe, der Kreisvorsitzende der SDW. Die Bewahrung der Schöpfung ist Dauerherausforderung für Generationen.

Wie alles neue Leben sind auch die Bäumchen des Mischwaldprojekts vielfältigen Gefahren ausgesetzt. Wind, Wetter von heiß bis eiskalt, Trockenheit, Schädlinge, wild wuchernde Brombeerranken und Farne und manches mehr müssen die Jungpflanzen überleben. Nicht nur Mäuse und andere Nager warten auf ihre Chance. Für Rehe etwa sind die Eichenknospen wahre Leckerbissen.

Allerdings haben die Förster ein wachsames Auge auf die Entwicklung der Pflanzung und die Gefahren im Visier. Revierförster von Detten setzt auch auf den natürlichen Ausgleich innerhalb der Natur. Füchse und Raubvögel etwa halten die Mäuse in Schach.

Und wenn dann noch der Schöpfer selbst die Hand über den jungen Wald hält, sollte das Projekt wohl gelingen. Pfarrerin Birgit Dwornicki betete um Gottes Segen. Den können Natur und Mensch für ihr Überleben bestens gebrauchen.

Viel haben wir gelernt, so eine Teilnehmerin. Das Zusammenwirken sei höchst interessant. Da gibt es noch viel nachzulesen.Die Mitwandernden bedankten sich bei Conradin von Detten für die lebendige und informative Führung.

Mehr über die Arbeit der Schutzgemeinschaft erfahren Sie auf der Webseite.

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