Wenn ausreichend Räume vorhanden sind fehlt oft das Personal - von einer verlässlichen Betreuung in Kita und OGS kann oft keine Rede sein. Foto: Thomas Merkenich

Zur Planung der Betreuung von Kindern in Kita und Tagespflege für das Kita-Jahr 2024/25 legt das Jugendamt der Stadt im Jugendhilfeausschuss neue Versorgungsquoten vor. Die sind teils deutlich höher als bisher. Aktuelle Umfrageergebnisse sind jedoch noch nicht mit eingeflossen. Für 2025/26 sollen die Werte erneut angepasst werden.

Ende November soll der Jugendhilfeausschuss über neue Zielquoten bei der Tagesbetreuung von Kindern beschließen. Die Werte geben in etwa an, wie groß der Betreuungsbedarf von Familien für ihre Kinder in Kita oder Tagespflege ist. Die Zahlen bilden eine Planungsgrundlage für die Stadt, um die Entwicklung der Betreuungskapazitäten zu steuern. Hierzu hat die Stadt eine umfangreiche Beschlussvorlage vorgelegt (siehe Dokumentation unten).

Notwendig sei die Anpassung, weil die Stadtbevölkerung aufgrund von Zuwanderung aus dem Umland, anderen Regionen und dem Ausland anwachse, heißt es darin. Zudem gebe es Effekte aus dem Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz – der besteht ab dem ersten vollendeten Lebensjahr. Auch die finanzielle Lage der Familien bzw der Wunsch auf Berufstätigkeit beider Elternteile sorgen für einen erhöhten Betreuungsbedarf und machten eine Anpassung der Zahlen notwendig.

Alte und neue Versorgungsquoten

Stand 2018

Quelle: Drucksache 0612/2023

Geplant für Kita-Jahr 2024/25

Quelle: Drucksache 0612/2023

Demzufolge gibt es einen kräftigen Anstieg bei „u1 bis u2“ um 15 Prozentpukte (Kita). Um 5 Punkte steigt der angenommene Bedarf in der Tagespflege, jeweils bei Kindern zwischen 1 und 2 sowie 2 und 3 Jahren.

Die Gesamtquote steigt ebenfalls kräftig bei den Ein- bis Unter-Zweijährigen von zuletzt 40 auf jetzt 60 Prozent, bei den Zweijährigen und älter liegt die künftige Quote bereits bei 98 Prozent.

Neubewertung nach Umfrage-Analyse

Die neuen Quoten sind nur vorläufig und sollen – bei entsprechendem Beschluss im Jugendhilfeausschuss – im kommenden Jahr erneut überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Hintergrund: Ende September endete eine Umfrage der Stadt unter den Eltern, anhand derer aktuelle Daten über den Betreuungsbedarf der Eltern gewonnen werden sollen.

Dazu lägen indes noch keine belastbaren Auswertungsergebnisse vor, so die Verwaltung. Daher werde man im kommenden Jahr – nach Analyse der Daten – die Zielquoten erneut überprüfen.

„Es wird zum jetzigen Zeitpunkt jedoch davon ausgegangen, dass die Ergebnisse der Elternbefragung keine merkliche Abweichung von den hier vorgeschlagenen Quoten begründen werden”, sagt die Verwaltung mit Blick auf die vorgeschlagenen Zielquoten.

Bezirke unterschiedlich

Auf Bezirksebene ergibt sich – eingedenk der geplanten Kita-Neubauten – mit den neuen Zielquoten zunächst ein heterogenes Bild in der Versorgung. Während im Bezirk 6 (Refrath, Alt-Refrath, Kippekausen, Lustheide, Frankenforst) insgesamt 76 Plätze fehlen, steht der Bezirk 2 (Stadtmitte, Hebborn, Heidkamp, Gronau) mit einem Überhang von 131 da.

Die Gesamtschau der Daten über alle Bezirke hinweg zeigt zudem: Unterversorgung herrscht nach wie vor mit 148 fehlenden Plätzen bei der Altergruppe von 4 Monaten bis unter 2 Jahren.

Die Kita-Ausbaupläne im Detail

Sofortkita Innenstadt

An der Jakobstraße hinter dem Bahnhof in der Innenstadt ist die alten Flüchtlingsunterkünfte abgerissen worden Auf dem 3800 qm großen Grundstück wird eine vierzügige Kita mit rund 70 Plätzen gebaut, später ist dort auch ein Spielplatz vorgesehen. Fertigstellung ist für Juni 2025 geplant.

Sofortkita Schildgen „Nittumer Weg“

Am Nittumer Weg in Schildgen liegt ein städtisches Grundstück mit 940 qm, das zur Zeit als Parkplatz genutzt wird. Hier entsteht eine dreizügige Kita mit rund 50 Plätzen; die Parkplätze fallen weg, ein Teil der Fläche wird entsiegelt. Fertigstellung: 1. Quartal 2026

Sofortkita Sand

An der Schulstraße in Sand, neben dem Friedhof und hinter dem Schotterparkplatz, wird eine Wiese bebaut, die als Reservefläche für den Friedhof vorgesehen war. Das Grundstück mit 1700 qm reicht ebenfalls für eine vierzügige Kita mit weiteren 70 Plätzen. Geplante Fertigstellung: März 2025

Sofortkita Lena-Wiese / Am Fürstenbrünnchen

Für den Bau einer Kita am Rand der Bienen- und Blumenwiese am Lückerather Anger an der Straße „Am Fürstenbrünnchen“ hatte es schon 2020 einen Beschluss gegeben, der nach der Kommunalwahl zurückgestellt worden war. Im September 2023 setzte die CDU durch, diesen Standort ebenfalls im Sofort-Kita-Programm voran zu treiben. Derzeit geplante Fertigstellung: Herbst 2025

Weitere Sofortkita (noch offen)

Der Standort einer möglichen weiteren Sofortkita ist noch offen, ein Grundstück im Bereich Moitzfeld / Bensberg / Lückerath werde geprüft, hatte die Stadt im Juni 2023 erklärt.

AWO-Kita Mondsröttchen / Am Reiser (Bensberg/ Kaule)

Die vierzügigen Kita Mondsröttchen mit 90 Plätzen befindet sich bereits in Bau und soll laut Planung ab dem 1.8.2024 schrittweise in Betrieb gehen. 

Kita auf dem Carpark-Gelände (Lückerath)

Auf dem ehemaligen Areal der belgischen Armee an der Bensberger Straße in Lückerath soll nun doch eine große Kita gebaut werden, auf der Grünfläche zwischen Flüchtlingsunterkunft und dem Seniorenwohnheim. Dazu müssen zunächst der Flächennutzungs- und der Bebauungsplan geändert werden.

Kita mit Kompetenzzentrum Autismusspektrum-Störungen (Hebborn)

Diese Kita, ebenfalls von der AWO betrieben, soll auf dem brachliegenden Grundstück gegenüber der Grundschule Hebborn an der Odenthaler Straße entstehen, die Ausschreibung steht bevor.

Kita Weig-Gelände (Zanders-Areal)

Pläne für eine Grundschule und Kita auf dem Gelände der ehemaligen Weig-Kartonagenfabrik am Rande des Zanders Areals an der Cederwaldstraße parallel zu einer Grundschule 21 haben sich inzwischen zerschlagen, weil das Gebiet hochwassergefährdet ist.

Kinderzahlen steigen rasant

Die Bedarfe werden weiter wachsen. Laut der aktuellen Bevölkerungs- und Haushaltsprognose nehme die Zahl der o bis unter 6-Jährigen von 2023 (6.167) in den kommenden fünf Jahren je nach Rechenmodell auf 6.435 bis 6.539 zu. Aktuell leben 5.997 Kinder dieser Altersgruppe in der Stadt.

Die Stadt lässt diese Werte in ihre Planung einfließen. Zusammen mit den angepassten Zielquoten geht sie von einer “planerischen Ausweitung des Angebotes” an Betreuungsplätzen aus. Der Fachkräftemangel wird gleichwohl weiter als “herausfordernd für das Betreuungssystem” gewertet.

war bis Anfang 2024 Reporter und Kulturkorrespondent des Bürgerportals.

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  1. Ja ,wir brauchen mehr Plätze, aber auch in einer groß Tagespflege muss sich was ändern ,zum Beispiel, mehr Geld, krankentage, also mehr Sicherheit für Tagesmütter. Tut in Deutschland was .

  2. “eingedenk der geplanten Kita-Neubauten” ist keine gute Vorgehensweise. Es ist doch absehbar, dass die neu gebauten Kitas aufgrund von Personalmangel nicht werden öffnen können. Wenn sie doch öffnen können, dann nur zulasten der Personalausstattung anderer Kitas, in denen dann Plätze wegfallen.