Frederike Stark und Robin Schulte.

Im Ballungszentrum Köln leben 1,5 Millionen Menschen. Viele davon nutzen die Waldgebiete der Region zur Erholung. Damit das den Wald und vor allem die Naturschutzgebiete nicht zu sehr belastet, sind besondere Schutzmaßnahmen erforderlich. Dafür hat der Kreis jetzt eine Frau und einen Mann eingestellt, die als Bindeglied zwischen Mensch und Natur arbeiten sollen.

Der Rheinisch-Bergische Kreis hat in Zusammenarbeit mit dem Regionalforstamt Bergisches Land, zwei Ranger eingestellt. Seit Mitte Oktober setzten sich Robin Schulte und Frederike Stark für einen besseren Schutz der Naturschutzgebiete vor Ort ein. Sie sollen hier als ein Bindeglied zwischen Natur und Menschen dienen. Der unglaubliche Druck auf die Natur durch die vielen Menschen soll durch sie gemindert werden, erläutert Landrat Stephan Santelmann bei der Vorstellung der Ranger im Naturschutzgebiet Grube Cox.

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Konkret sollen die Ranger als Ansprechpartner und Kommunikator dienen, um die Bürger:innen auf die geltenden Regeln und Vorschriften hinzuweisen. Sie sollen bestehende Regeln aber auch durchsetzten und mögliche Missachtung ahnden.

Jörg Hevendehl, Leiter des Regionalforstamts Bergisches Land, erklärt, worum es dabei geht: In Naturschutzgebieten dürfen die Wege nicht verlassen werden, zudem müssen Hunde immer angeleint bleiben. Häufige Streitpunkte, die ohne Spielraum durchgesetzt werden müssten.

v.L.n.R. Landrat Stephan Santelmann, Jörg Hevendehl, Leiter des Regionalforstamts Bergisches Land,, Bernhard Fleischer, Leiter Amt für Planung und Landschaftsschutz und Hermann Fröhlingsdorf Fachgebietsleiter Hoheit.

Mit dem Satz: „Die Bäume sind unsere Eisberge,” beschreibt Hevendehl die Relevanz und Dringlichkeit des Naturschutzes. Kreis und Regionalforstamt sehen sich als „Anwälte der Natur”, betonten Hevendehl und Santelmann.

Die Menschen würden eine Art „Wald-Knigge” benötigen, sowie ein tieferes Verständnis für die Regeln im Wald. Beispiele aus dem Kreis Mettmann bewiesen, wie solche Projekte einen positiven Einfluss haben können. Dort koexistierten Naherholung und Naturschutz.

Hintergrund: Der Landesbetrieb Wald und Holz ist Arbeitgeber der Ranger, wobei sich der Rheinisch-Bergische Kreis an der Finanzierung der Stellen beteiligt. Die Ranger stehen im regelmäßigen Kontakt mit dem Regionalforstamt und der Unteren Naturschutzbehörde des Rheinisch-Bergischen Kreises, um eine enge Zusammenarbeit zu gewährleisten.

Robin Schulte sieht seinen Job als Ranger in Rhein-Berg auch weniger im reinen Naturschutz. Vielmehr sei es seine Aufgabe, nachhaltige Umweltbildung zu betreiben: „Der Trend der Leute geht zurück zur echten Natur,“ weshalb diese auch gut geschützt werden müsse. Es gehe viel weniger darum, die Menschen hier nur zu belehren und Verbote auszusprechen, sondern darum, Verständnis für die Regeln und den Naturschutz zu schaffen.

Schulte kann als Diplom-Sozialpädagoge und gelernter Landschaftspfleger die volle Breite seiner Fähigkeiten nutzen. Rangerin Frederike Stark bringt als gelernte Forstwirtin im urbanen Raum eine weitere Perspektive für viele fachliche Sachverhalte mit. Aber auch Ihr gehe es besonders um die Sensibilisierung der Menschen.

Die Ranger werden unter anderem unterstützt von Andreas Köller. Er ist ebenfalls hauptberuflich im Wald unterwegs, als Förster. Aber gleichzeitig ist er als ehrenamtlicher Naturschutzwächter tätig und dient dabei als verlängerter Arm der Naturschutzbehörde des Kreises.

Seine Aufgabe ist es, die Region zu beobachten und Verstöße sowie Missstände zu melden, damit diese geahndet oder beseitigt werden können. So beobachtet er zum Beispiel Baugebiete. Sollten hier Schuttablagerungen sein, die die Natur beeinträchtigen, müsse eingegriffen werden. Seine Postion als Förster sei hier besonders hilfreich, da er als Bindeglied zwischen Forst und Naturschutz fungieren könne.

Der Kreis Rhein-Berg sucht weiterhin nach Unterstützung für sein Naturschutzwächter-Team. Weitere Informationen auf der Website des Kreises.

Wie geschickter Naturschutz in der Praxis funktionieren kann, zeigt sich beim Rundgang in der Grube Cox in Bensberg. Rangerin Stark weist auf einen Stapel von massiven Stämmen am Ufer des Sees hin. Diese sollen Besucher:innen darin hindern, bis zum Wasser vorzudringen und so die Vegetation und das Schutzgebiet zu stören.

Solche Maßnahmen richten sich zwar auf das Verhalten der Menschen, dienten aber direkt dem Schutz der Flora und Fauna. Denn bereits kleine Irritationen können große Folgen haben, warnen die Experten.

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  1. Das ist doch Quatsch; Ranger passen eher in die US- Nationalparks. Aber nicht in die deutschen “Minischutzgebiete”, die eh nix bringen.

    1. @Rolf: wenn Ihnen Ranger nicht passt, man kann ihn natürlich auch “Fachkraft für Natur- und Landschaftspflege” nennen.
      Und doch, auch kleine Schutzgebiete bringen etwas. Oder haben Sie Fachwissen und können das Gegenteil belegen?

  2. Wunderbar, dass du auf unserer Natur geachtet wird . Das gefällt mir richtig gut . Meine erste Reaktion war allerdings: müssen Stellen geschaffen und öffentliche Gelder ausgegeben werden, damit Menschen normale Regeln einhalten. Das ist schon sehr traurig, dass eine Infotafel nicht reicht.