Michael Mette, Fraktionsvorsitzender CDU im Stadtrat. Foto (Archiv): Thomas Merkenich

Die Fraktion der CDU bewertet den Vorschlag der Verwaltung für ein Schulbau-Konzept zwar als guten bautechnischen Leitfaden. Die Grundidee dahinter lehnt sie jedoch ab – und verlangt statt dessen eine Priorität für kleine Schritte, die Eltern, Kindern und Schulen schnell helfen würden.

Wir veröffentlichen eine Mitteilung der CDU-Fraktion im Stadtrat.

Die CDU-Fraktion fordert, die Sanierung der Schulen auf drei Säulen zu stellen! Kernsanierung ist eine davon, viel drängender ist jedoch ein Sofortprogramm Schule und die Sicherstellung einer genügenden Anzahl von Räumen für den zusätzlichen Abschlussjahrgang an den Gymnasien nach den Sommerferien 2026. 

Die jetzt vorgelegte Priorisierungsliste der Stadt zur Kernsanierung der Schulen ist ein zwar guter bautechnischer Leitfaden, kann aber nicht von der Politik „festgezurrt“ werden“, so Dr. Michael Metten, Vorsitzender der CDU-Fraktion „Schon unter Bürgermeister Lutz Urbach wurden Kernsanierungen von Schulbauten von der CDU begonnen, unter anderem von OHG, NCG und weiteren Schulen. Diese und weitere Sanierungen lassen sich optimieren, verbessern und auch priorisieren, dennoch werden alle noch sehr lange weiter andauern. 

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Das neue Schulbau-Konzept der Stadt Bergisch Gladbach besteht auf den ersten Blick aus zwei Listen: Schulen, die bereits bearbeitet werden und solche, die als Nächste dringend saniert oder neu gebaut werden müssen. Doch dahinter hat die Verwaltung eine ganz neue Struktur errichtet – um viel mehr und viel schneller zu bauen. Was es damit auf sich hat, erklären die Verantwortlichen jetzt grundsätzlich – und mit vielen wichtigen Details.

Der CDU-Fraktion ist es jedoch wichtig, den Schulen und damit den Kindern bei den nötigsten Dingen sofort zu helfen. Dabei stellen wir die weiterhin notwendendigen Kernsanierungen keinesfalls in Frage, sehen sie aber als eigenständiges Thema.

In Anbetracht einer Aussage der Verwaltung gegenüber Elternvertretern, die einen Sanierungszeitraum von rund 50 Jahren prognostiziert, ist offensichtlich, dass parallel und – vor allem sofort – Handlungsbedarf besteht.

Was spricht gegen schnelle Baumaßnahmen mit bildungspolitischem Zweck, wie Internetkabel verlegen, Whiteboards im Klassenzimmer aufhängen oder den Durchbruch einer Wand, wo nötig?

Lehrpersonal, Schülerinnen, Schüler und Elternschaft müssen befragt werden, welche kurzfristigen Maßnahmen den Schulalltag in Bergisch Gladbach schnell und sinnvoll unterstützen. 

Gymnasien brauchen 2026 mehr Räume

Einer Priorisierungsliste, mit der die Verwaltung versucht, „Pflöcke einzuschlagen“, sich von der Politik ein „go“ holen möchte, jedoch auf die tatsächlich drängenden Bedarfe im täglichen Schulalltag nicht eingeht, gleichwohl aber vorangegangene Entscheidungen damit quasi vom Tisch wischt, wird die CDU-Fraktion nicht zustimmen. 

„Auch die die Fertigstellung zusätzlicher Räume in den Gymnasien bis zum Ende der Schulferien 2026 möchten wir schnell sichergestellt wissen. Denn spätestens zu diesem Zeitpunkt werden sie aufgrund der Umstellung von G8 auf G9 für die Abschlussjahrgänge benötigt“, fügt Helga Kivilip, Sprecherin der CDU- Fraktion im Aussschuss für Schule und Gebäudewirtschaft hinzu. „Ein Platz 14 auf der Priorisierungsliste, wie für das NGC veranschlagt, ist da wenig zielführend.“ 


Hinweis der Redaktion: Die Vorlage der Verwaltung inklusive der Dokumentation der mit den Schulen abgestimmten Priorisierungsliste sowie der Liste der laufenden Maßnahmen im Schulbau finden Sie in diesem Beitrag.

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  1. Ich verstehe nicht ganz, worauf Dr. Metten hinaus will. Die Stadt sollte den Schulbau doch irgendwie anders angehen und auf “drei Säulen” stellen? Wo kommt das denn nun her – jetzt, wo es Schwung in die Sache kommt?

    Im Schulausschuss fordern meiner Erinnerung nach alle Fraktionen seit langem eine Priorisierungsliste von der Stadtverwaltung, um dem Sanierungs- und Modernisierungsstau sowie aktuellen Herausforderungen wie der Umstellung von G8 auf G9 endlich systematisch zu begegnen.

    Diese Liste wurde jetzt vorgelegt – nach sorgfältiger Diskussion mit den Schulen sowie intensiver Kommunikation der zuständigen Verwaltungsfachbereiche untereinander.

    Pädagogische Belange wie der Raumbedarf durch G8/G9 wurden in den wirklich aufschlussreichen “Schulsteckbriefen” und der daraus resultierenden Gesamtliste offensichtlich ebenso berücksichtigt wie bauliche Aspekte.

    Ob das schon ausreicht, können wir gerne im kommenden Schulausschuss und danach mit der Verwaltung diskutieren. Ich erkenne in der Liste aber eine gute Grundlage, um das Problem jetzt dynamisch anzugehen. Ich sehe nicht, dass da irgend etwas “vom Tisch gewischt” wird.

    Dass die eine oder andere Schule gerne weiter oben auf der Liste stehen würde, ist klar. Wir als Politik und Stadt sollten aber das Gesamtbild im Auge behalten und nicht einzelne Einrichtungen bevorzugen, die besonders gute Beziehungen zu Parteien, Medien und Dezernaten unterhalten bzw. besonders laut mit dem Finger schnippen.

    Und an Frau Kivilip: Wir alle sind uns doch komplett einig, dass im Sommer 2026 genügend Räume für die Umstellung auf G9 zur Verfügung stehen müssen. Sie wissen es, wir wissen es, und der Verwaltung haben wir es gemeinsam immer wieder deutlich gesagt.

    Zusammen mit Ihnen haben wir die städtischen Akteure motiviert, einen Plan vorzulegen, um unsere Schulen schnell wieder zukunftsfähig zu machen. Jetzt, wo sie liefern, sollten wir ihnen keine Knüppel zwischen die Beine werfen oder sie mit grundsätzlichen „Hmm-sollte-man-das-Vorhaben-nicht-vielleicht-doch-nochmal-ganz-von-vorne-denken-und-komplett-anders-aufziehen?”-Bedenken ausbremsen.

  2. Würde ich begrüßen bzw. wie ein ehm. Vorgesetzter vor langer Zeit mal sagte, mit BWL Studenten können wir die Straße pflastern.

  3. Auch die CDU scheint den Ernst der Lage bei der Schulform Gymnasium nicht zu erkennen. Der Trend zum Gymnasium ist ungebrochen. Es sind in diesem Schuljahr zusätzliche erste Klassen in den Sofortgrundschulen eingerichtet worden. Diese Welle wird zusätzlich zu der Welle aus der G8/G9 Umstellung im Schuljahr 2027/2028 das Gymnasium erreichen. Wer thematisiert diesen leicht vorhersehbaren Engpass in der Stadtpolitik?

    1. Vielleicht muss auf dem Weg zum Gymnasium mehr aussortiert werden?
      Realschule, Ausbildung, kostenlose (!!) Meisterschule wäre auch ein guter Weg und meist erfolgreicher als ein so gerade geschafftes Abi.