Dr. Oliver Schillings, Dr. Sebastian Kahlbau, Leopold Becker und Wolfgang Maus

Das „Bensberger Forum“ hat mit rund 60 Gästen eine lebhafte Diskussion im Romantikhotel Mangold erlebt – als es um die Frage ging, wie sich eine CO2-neutrale Energieversorgung sicherstellen lässt.

Wir veröffentlichen einen Beitrag der CDU Bergisch Gladbach

Der Arbeitskreis Nachhaltigkeit der CDU Bergisch Gladbach hatte Dr. Sebastian Kahlbau in das Romantikhotel Mangold eingeladen. Der promovierte Elektrotechniker präsentierte die Ergebnisse seiner jüngsten Studie für die Friedrich-Naumann-Stiftung. Hierbei beleuchtet er verschiedene Szenarien wie CO2-neutrale Energie zu wettbewerbsfähigen und Wohlstands-sichernden Preisen in ausreichender Menge und nachhaltig importiert werden kann.

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Im Fokus der Diskussion stand die Energieversorgungs-Strategie und die Frage, wie eine realistische technologieoffene Energiewende gemäß den UN-Nachhaltigkeitskriterien gestaltet werden kann.

Die lebhafte Diskussion drehte sich um verschiedenste Facetten von Mobilitätspolitik, Heizwende bis hin zur Energieversorgung der Wirtschaft und deren Implikationen für die gesamte Gesellschaft.

Austausch über Parteigrenzen hinweg

Über die Parteigrenzen hinweg entstand so ein Austausch auf einem sehr hohen fachlichen Niveau, geprägt von Offenheit und Neugierde. Selbst der jüngste Teilnehmer (Leonard, 7 Jahre alt) steuerte aktiv etwas bei.

Hilfreich bei der Diskussion war, dass im Publikum einige Experten aus unterschiedlichen Branchen waren, die jeweils bei bestimmten Aspekten ihr Wissen einfließen ließen. Ob das der Stand der Motorenentwicklung oder die Kraftwerkstrategie der Bundesregierung war – beim „Bensberger Forum” fanden sich einige der führenden Köpfe zusammen.

Wolfgang Maus, Initiator des Bensberger Forums, zeigte sich mit dem Ergebnis sehr zufrieden: „Wir stehen vor großen Herausforderungen, um unsere Zukunft zu gestalten. Deshalb ist es essenziell, dass wir die Fragen der Energieversorgung mit einem nüchternen und naturwissenschaftlichen Blick angehen. Es hilft nichts, wenn wir Probleme ignorieren oder mit ideologischen Scheuklappen agieren. Wir werden diese Herangehensweise auf jeden Fall mit dem nächsten Bensberger Forum mit dem Schwerpunktthema Heizung fortsetzen!“

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  1. Interessant ist eine solche Diskussion immer. Da wir uns aber im kommunalen Umfeld bewegen, kann sie nur theoretischer Natur sein. Die wichtigen Entscheidungen zur zukünftigen Energieversorgung werden auf auf Bundes- und Europaebene getroffen.
    Die Sonne strahlt 10.000 mal so viel Energie ein, wie die gesamte Menschheit verbraucht. Diese Sonnenenergie ist kostenlos, verursacht kein CO2 und keinen (Atom)Müll. Mit ihrer Hilfe einen Energieträger zu erzeugen, den wir mit der vorhandenen Infrastruktur (ein Wasserstoffderivat) nutzen können, ist also nur folgerichtig. Viel interessanter aber wäre eine Diskussion darüber, was wir als Bürger jetzt und hier tun können. Zum Beispiel den Energieverbrauch reduzieren durch Dämmung der Gebäude, Umstellung der Heizung, sparsamere Autos, Elektromobilität usw. Und die Nutzung der Sonnenenergie hier vor Ort. Photovoltaik-Anlagen sind technisch ausgereift, verfügbar und wirtschaftlich.

  2. Mich würde der Bezug eines Inhaltprotokolls oder Manuskript interessieren. Wie könnte man den beziehen ?
    Gut, dass sich auch „die“ CDU mit dem essentiellen Thema beschäftigt.

    1. Hallo Ralph Thiel,
      Bei der Veranstaltung wurde offenbar über ein Gutachten (und nicht über eine wissenschaftliche Studie, wie im Beitrag suggeriert) referiert, welches hier kostenlos abgerufen werden kann:
      https://shop.freiheit.org/#!/Publikation/1588

      Es wurde von einer Consulting4Drive GmbH für die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung erstellt. Die in diesem Umfeld erwünschte politisch erwünschte Stoßrichtung lässt sich so zusammenfassen: Es gibt ganz viele Fahrzeuge mit Verbrenner-Motor und es wird noch ganz lange ganz viele geben. Deswegen muss man Politik für den Verbrenner-Motor machen. Demnächst verbrennt man klimaneutrale synthetische Kraftstoffe. Bis diese in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, müssen weiter Erdölprodukte verbrannt werden. Grundsätzliche Änderungen am Mobilitätssystem sind nicht notwendig, insbesondere keine kurzfristigen Änderungen.

      Und tatsächlich liefert das Gutachten Argumente für diese Position. Allerdings enthält es auch leicht erkennbare Fehler. So heisst es z.B. auf S. 18-19, dass die Nutzungsdauer von PKW steigen würde. Dies soll durch Daten des Bundesumweltamtes über das Durchschnittsalter der PKW belegt werden. Natürlich kann man aus einem gestiegenen Durchschnittsalter der PKW überhaupt nicht ableiten, dass sich die Nutzungsdauer erhöhen würde. Denkbar wäre auch, dass demnächst viele neue Elektrofahrzeuge gekauft werden, oder das Leute wegen hoher Treibstoffkosten den Zweit-PKW abschaffen. Erwähnenswert ist auch der den Lesern der Unstatistik des Monats bekannte Trick der abgeschnittenen Füße im Balkendiagramm Abbildung 13. Zwischen 2012 und 2021 ist laut Umweltbundesamt das Durchschnittsalter von 8,5 auf 9,8 Jahre gestiegen, also um etwa 15,3 %. Durch das Abscheiden der unteren 7,5 Jahre ist der 2021er Balken 1 Jahr und der 2021er Balken 2,3 Jahre lang, wirkt also um 230 % größer.

      1. Pardon, natürlich nur um 130 %. Fragwürdig ist der Trick mit den abgeschnittenen Balken natürlich trotzdem.

  3. Ich habe den Bericht wohl nicht richtig verstanden. Was war denn der Inhalt des Vortrages, woher soll die Energie importiert werden und welche soll es sein? Von welchem Zeitraum sprechen wir? Ist Energiesparen und weniger von allem evt auch eine ernsthafte Option? Alles bleibt nebulös, viele offene Fragen bleiben mir

    1. Das ist wirklich eine Glanzleistung: über eine Veranstaltung zu berichten, ohne die Inhalte wiederzugeben. Die CDU sollte sich bei ihren Pressemitteilungen von Profis helfen lassen, dann kommt auch mehr dabei heraus als lediglich Wortblasen.

    2. Als Teilnehmer kann ich dazu auch nicht mehr sagen. Es wurde lediglich auf Grundlage des heutigen(!) Verbrauchs postuliert, dass auch 2045 noch Energie (in Form von Wasserstoff und ggf. synthetischem Gas) in größerem Umfang importiert werden müsse. Nach einem groben Überblick mit ein paar Zahlen, der eher wie eine Einleitung wirkte, war der Vortrag schon vorbei.

      Verkehrswende, Senkung des Energie- und Ressourcenverbrauchs, Kreislaufwirtschaft – nichts davon spielte eine Rolle. ‘Resilienz von Lieferketten’ wurde zwar angesprochen, dann aber bei den Schlussfolgerungen ausgeblendet.

      Keine konkreten, zukunftsweisenden Vorschläge, nichts worüber sich anregend diskutieren ließe. Hatte deutlich mehr erwartet.

      1. “Es wurde lediglich auf Grundlage des heutigen(!) Verbrauchs postuliert, dass auch 2045 noch Energie (in Form von Wasserstoff und ggf. synthetischem Gas) in größerem Umfang importiert werden müsse.”

        Diese Aussage ist tatsächlich korrekt, ich durfte letztens einem Vortrag lauschen, dass wir in Deutschland mit Wind/Sonne nie in der Lage sein werden, den eigenen Wasserstoff Bedarf zu decken.
        Wir sollten nur langsam die Diskussion sein lassen, dass wir mit Wasserstoff heizen werden. Dafür werden wir in den nächsten 50 Jahren nicht genug Wasserstoff produzieren können.

      2. Kann gut sein, dass das in 50 Jahren niemanden mehr interessiert, dass dann alle mit Strom heizen, der ohne Ende aus Fusionskraftwerken kommt. Oder irgendetwas anderes. Wichtiger ist, die nächsten ein, zwei Jahrzehnte im Blick zu behalten und passende Übergangstechnologien zu finden – und dabei nicht lediglich vom derzeitigen Stand zu extrapolieren. Sonst geht es uns wie den Forschern Mitte des 19. Jahrhunderts, die auf Basis der Verkehrsentwicklung prognostizierten, dass die Städte Anfang des 20. Jahrhunderts in Pferdemist ersticken würden. Wie man weiß, kam es anders.

      3. Eine Verkehrswende würde weniger Autos und weniger Autoverkehr bedeuten. Der Referent ist bei einer Firma beschäftigt, welche Beratungsleistungen für die Automobilindustrie erbringt. Insofern überrascht es mich nicht, dass Verkehrswende kein Thema war. Ich vermute auch, dass die Diskussion dieses Themas von den Organisatoren auch nicht erwünscht gewesen wäre.