Martín Palmeri bei der Aufführung der "Misa Tango" in der Würzburger St.-Johannis-Kirche, 2022. Foto: Schorle CC BY-SA 4.0

Im Interview mit dem KonzertChor Bergisch Gladbach berichtet Komponist Martín Palmeri, wie seine „Tangomesse“ entstanden ist, die am Samstag in St. Marien aufgeführt wird. Für das Konzert werden zehn Freikarten verlost.

Wir veröffentlichen einen Beitrag des KonzertChors Bergisch Gladbach

Es ist immer etwas ganz Besonderes, wenn ein Oratorienchor ein Werk eines noch lebenden Komponisten aufführt – und faszinierend, wenn man die Gelegenheit hat, ihn auch noch zu seinem Werk und seinen Intentionen zu befragen. Im Vorfeld des anstehenden Konzertes am 22. Juni in St. Marien in Bergisch Gladbach-Gronau konnte Julia Spicker vom KonzertChor Bergisch Gladbach den argentinischen Komponisten Martín Palmeri zu seiner Misa A Buenos Aires (auch „Tangomesse“ bzw. „Misatango“ genannt) interviewen.

Das 1996 uraufgeführte Werk vereint die klassische Messvertonung und den typischen Tango-Klang in besonderer Weise. Im Interview verrät Palmeri unter anderem, wo die Messe entstanden ist und welches seine Lieblingsstelle ist. 

Herr Palmeri, in einem Interview haben Sie einmal gesagt, dass Ihnen Ideen für Kompositionen oft auf Reisen kommen. War das bei der „Misatango“ auch so? Wenn ja, wissen Sie noch, wo das war?

Ja, die „Misatango“ habe ich während einer Tournee in Spanien handschriftlich geschrieben und sie, als ich wieder zu Hause war, in den Computer übertragen. 

Bald wird die „Misatango“ 30 Jahre alt. Hatten Sie beim Komponieren schon das Gefühl, dass sie so erfolgreich und so oft aufgeführt wird? Was glauben Sie, ist der Grund für diesen Erfolg?

Nein, als ich das Stück schrieb, dachte ich, dass es nur eine Übung ist. Für mich gehörten der Chor und der Tango in verschiedene Welten. Mein Chor bat mich damals, etwas für ihn und mein Tango-Orchester zu schreiben. Als ich das Kyrie beendet hatte, sagte ein sehr guter Freund, Dirigent Fernando Alvarez, zu mir: ,Wenn du dieses Stück fertigstellst, werden wir es mit dem nationalen Symphonieorchester von Kuba aufführen!‘ Ich habe die Herausforderung angenommen. Aber ich hätte mir nie vorstellen können, dass der Chor mir diese Begeisterung vermitteln würde. 

Der KonzertChor Bergisch Gladbach verlost 5 x 2 Freikarten für das Konzert am 22. Juni, 18 Uhr. (Chormitglieder und Angehörige sind von der Verlosung ausgenommen.) Bei Interesse schicken Sie bitte eine E-Mail mit dem Betreff „Konzertkarten“ unter Angabe von Vor- und Zunamen an kontakt@konzertchor-gl.de. Die ersten fünf Einsendungen gewinnen und werden per E-Mail informiert.

Welche Bedeutung hat die „Misatango“ für Sie persönlich und wie hat sie Ihr Leben beeinflusst?

Dieses Stück hat mir die Möglichkeit eröffnet, Musiker und Chöre weltweit kennenzulernen und eine große Anzahl von Ländern zu besuchen. Es erlaubt mir auch, meine ganze Zeit mit dem Schreiben von Musik zu verbringen. Das hat mein Leben in vielerlei Hinsicht verändert. 

Welches ist Ihre Lieblingsstelle in der „Tangomesse“ und warum?

Meine Lieblingsstelle ist das Mezzo-Sopran-Solo im Credo. Ich mag es so, weil die Musik mit sehr einfachen Elementen sehr dramatisch wird. Außerdem erzeugen das Crescendo und das Accelerando am Ende einen fantastischen Effekt. 

Wie gehen Sie damit um, wenn Chöre Ihr Werk anders interpretieren, als Sie es vielleicht gemeint haben?

Nun, manchmal gehen die Interpretationen auseinander und man hat nicht die Möglichkeit, das zu verhindern. Aber in dem Moment, in dem man eine Partitur veröffentlicht, muss man akzeptieren, dass es viele verschiedene Aufführungsvorstellungen geben kann. Ich habe meine, die die Eigenart des Tangostils sehr sorgfältig respektiert. 

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