Viele Frauen und einige Männer bei der Probe des KonzertChors unter Leitung von Rodrigo Affonso. Foto: Thomas Merkenich

Unter dem Eindruck des gelungenen Wandelkonzertes im Bergischen Löwen des Stadtverbandes musikausübender Vereine hat sich Julia Spicker vom KonzertChor Bergisch Gladbach Gedanken gemacht, warum MAN/N eigentlich im Chor singt. Dazu hat sie unter den männlichen Mitsinger eine Abfrage gemacht, die wissenschaftliche Literatur durchforstet und einen Artikel verfasst.

Von Julia Spicker

Volle Konzertsäle, gut besuchte Theaterstücke – nach den schwierigen Corona-Jahren scheint sich die Musik- und Kulturlandschaft in Bergisch Gladbach wieder einigermaßen erholt zu haben. Ein Blick auf das erfolgreiche Wandelkonzert des Stadtverbands musikausübender Vereine e.V. zeigt, dass auch die meisten Chöre überlebt haben. Sie alle plagt allerdings eine Sorge: zu wenig Männerstimmen.

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„Wenn wir weiterhin ein gemischter Chor bleiben wollen, brauchen wir unbedingt noch ein paar Tenöre und Bässe, die idealerweise schon Chorerfahrung haben“, sagt beispielsweise die Vorsitzende des KonzertChores Bergisch Gladbach, Sonja Condon. „Im Oktober wollen wir die As-Dur-Messe von Schubert aufführen. Da ist ein ausgewogenes Verhältnis von Männer- und Frauenstimmen besonders wichtig“, macht sie deutlich.

Von den gut 70 Mitgliedern des KonzertChores sind 14 Männer. Aber was bewegt „Mann“, im Chor zu singen?

Einer, der es wissen muss, ist Eberhard Hirner. Er singt seit fast fünf Jahrzehnten im KonzertChor Bergisch Gladbach. „Ein Konzert vorzubereiten, die allmählichen Fortschritte festzustellen, am Aufführungstag den Erfolg zu spüren – all das bereitet einem besondere Glücksgefühle“, sagt er. 

Das findet auch Chorsänger Gerd Marzinkowski: „Es ist nicht nur so dahingesagt, dass Singen entspannt und glücklich macht. Nach der Probe bin ich jedes Mal gut gelaunt.“ 

Und auch wenn vorher noch Probleme gewälzt wurden oder der Arbeitstag stressig war: „Hier kann ich den Kopf von anderen Gedanken frei bekommen“, fügt Chor-Mitglied Andreas Höller hinzu.

Singen im Chor steigert das Wohlbefinden

Die Wissenschaft bestätigt das: Singen im Chor steigert das Wohlbefinden, reduziert gleichzeitig das Stresslevel, trainiert das Gehirn und stärkt sogar das Immunsystem. Neben der positiven Wirkung der Musik hat auch Chorleiter Rodrigo Affonso einen großen Anteil an der guten Stimmung.

Der gebürtige Brasilianer ist seit knapp zwei Jahren für die künstlerische Leitung des Traditionschores verantwortlich und holt Woche für Woche mit seiner internationalen Erfahrung, hohem Anspruch und viel Humor das Beste aus den Sängerinnen und Sängern heraus.

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Rodrigo Affonso – Chorleiter mit Ambitionen und Augenzwinkern

Seit einem guten Jahr dirigiert Rodrigo Affonso den Konzertchor Bergisch Gladbach. Er bringt nicht nur enorm viel musikalisches Know-how und internationale Erfahrung mit. Sondern ist auch ein empathischer Musikpädagoge und Vollblutmusiker, der seine Sängerinnen und Sänger mit viel Herz, Spaß und Ironie und zugleich hohem Anspruch nach vorne bringt.

Ob Berufstätiger oder Rentner, Familienvater oder Single, Alt oder Jung: Auch wenn die Struktur im KonzertChor ziemlich heterogen ist – es gibt ein gemeinsames Ziel. „Ich bin immer wieder fasziniert, dass so viele unterschiedliche Menschen generationenübergreifend etwas Gemeinsames schaffen können, das dann in tollen Konzerten gipfelt“, sagt Chorsänger Michael Ostendorf.

Entspannung, positive Gefühle, gesteigerte Abwehrkräfte – weitere Argumente für das Singen im KonzertChor sind darüber hinaus die „anspruchsvolle Literatur sowie eine humorvolle, aber auch strukturierte Arbeit des Chorleiters“, wie ein Sänger hervorhebt. „Und auch das Gesellige kommt nicht zu kurz und alle sind nett, offen und freundlich“, findet ein anderer. Außerdem soll so manch einer hier auch schon die Frau fürs Leben gefunden haben …

Wer sich angesprochen fühlt und selber einmal die besondere Atmosphäre im KonzertChor kennenlernen möchte, ist herzlich zum Besuch der Donnerstagsproben in den Otto-Hahn-Schulen eingeladen.

Auf dem Programm stehen außer der Messe Nr. 5 in As-Dur D 678 von Franz Schubert das Schicksalslied von Johannes Brahms. Die Proben haben gerade begonnen.

Weitere Infos und Anmeldung unter E-Mail: kontakt@konzertchor-gl.de, Telefon: 02202 981 9797, www.konzertchor-gl.de

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