Die Beteiligten bei der Vorstellung des Wimmelbuchs (von links): Tanja Siebert (Rembold Stiftung), Christoph Nicodemus (Bürgermeister Overath) Bondina Schulze (Bürgermeisterin Rösrath), die Inklusionsbeauftragten Undine Vierbücher, Elke Günzel und Monika Hiller, Ursula Meeth (Die Kette) sowie Frank Stein (Bürgermeister Bergisch Gladbach. Foto: Kathy Stolzenbach Credit: Kathy Stolzenbach

Das gemeinsame Projekt der Städte Bergisch Gladbach, Overath und Rösrath und des Vereins „Die Kette“ will Kindern auf spielerische Weise das Thema Inklusion näherbringen. Die bunten Seiten mit vielen Details laden auch Erwachsene dazu ein, die bergischen Städte neu zu entdecken.

Das blaue Pferd ist immer mittendrin: In Bergisch Gladbach steht es am Ufer der Strunde und wird von Kindern gestreichelt. In Overath kuschelt es auf dem Marktplatz mit Besuchern, in Rösrath reitet ein Mädchen vor Schloss Eulenbroich auf ihm. Zu finden sind diese Szenen im neuen „Bergischen Inklusions-Wimmelbuch“. 

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Es ist ein gemeinsames Projekt der Städte Bergisch Gladbach, Overath, Rösrath und des Vereins „Die Kette“. „Das Wimmelbuch soll Kindern auf spielerische Weise das Thema Inklusion näherbringen“, sagt Bergisch Gladbachs Inklusionsbeauftragte Monika Hiller, die die Idee zu dem Buch hatte. Es solle zeigen: „Vielfalt ist normal und gut. Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch die gleichen Chancen haben sollte, am Leben teilzunehmen.“

Bergische Sehenswürdigkeiten

Das blaue Pferd heißt Marco und ist auf jeder Seite des Wimmelbuchs abgebildet. „Es ist ein Symbol für die Anerkennung von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Sie sind in unserer Gesellschaft zu wenig sichtbar“, erklärt Ursula Meeth, Vorständin bei der Kette e.V. Im Wimmelbuch suche das blaue Pferd den Kontakt mit Menschen.

Jede der drei beteiligten Städte bekommt im Wimmelbuch eine eigene Doppelseite mit den jeweiligen Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten – darunter die Dampflok Emma auf dem Zanders-Gelände, das Bensberger Schloss oder der Förderturm der Grube Lüderich in Overath. Der Karnevalszug zieht über den Konrad-Adenauer-Platz, im Bergischen Löwen findet ein Konzert statt, gleich dahinter winkt aus dem Rathausfenster Bürgermeister Frank Stein

Das Cover des Bergischen Inklusions-Wimmelbuch. Foto: Kathy Stolzenbach Credit: Kathy Stolzenbach

Der äußert sich bei der gemeinsamen Vorstellung des Wimmelbuchs mit Bürgermeisterkollegin Bondina Schulze (Rösrath) und -kollege Christoph Nicodemus (Overath) begeistert, doch eine kleine Sache habe er auszusetzen: „Ich werde im Buch als weißhaariger Mann dargestellt. Da habe ich in den Spiegel geschaut und festgestellt: Oh, das stimmt ja“, sagt der 61-Jährige und lacht. 

In den bergischen Städten tummeln sich Gehörlose, Kinder im Rollstuhl, Menschen mit Rollator oder Blindenstock, Frauen mit Kopftuch, Personen mit dunkler Haut, Kleinwüchsige und ein Rennradfahrer, der beim Klassiker „Rund um Köln“ mit Beinprothese teilnimmt. 

Auf der letzten Doppelseite nehmen viele der Figuren aus dem Buch gemeinsam an einer riesigen Bergischen Kaffeetafel Platz. Das blaue Pferd Marco ist natürlich auch dabei.  Hintergrundinfos wie die zur Geschichte des blauen Pferdes oder dem Symbol der Sonnenblume sind für Erwachsene hinter QR-Codes hinterlegt.

Affen klettern am Bensberger Rathaus herum

Illustratorin Gisa Borchers hat immer wieder witzige Details eingebaut: Am Bensberger Rathaus, auch als Affenfelsen bekannt, klettern die namensgebenden Tiere an der Fassade entlang. Weniger witzig ist der Lamborghini, der verbotenerweise auf einem Behindertenparkplatz steht.

Einige Details richten sich erwartungsvoll an die Zukunft – etwa die „Toilette für alle“ inklusive Wickelmöglichkeit mitten auf dem Konrad-Adenauer-Platz. oder eine Kommunikationstafel für Gehörlose an einem Spielplatz. Hier zeigt sich: Bergisch Gladbach und die anderen Städte sind längst nicht so barrierefrei wie in diesem Wimmelbuch. 


Das Wimmelbuch ist ab November in Buchhandlungen für 9,95 Euro erhältlich. Es erscheint in einer Auflage von 5000 Stück. Etwa die Hälfte wird an Kitas in Bergisch Gladbach, Rösrath und Overath verschenkt. An der Finanzierung des Buches waren neben den drei Städten „Die Kette e.V.“, die Bürgerstiftung und die Rembold Stiftung beteiligt.

ist seit 2024 Redakteurin des Bürgerportals. Zuvor hatte die Journalistin und Germanistin 15 Jahre lang für den Kölner Stadt-Anzeiger gearbeitet. Sie ist unter anderem für die Themen Bildung, Schule, Kita und Familien zuständig und per Mail erreichbar: k.stolzenbach@in-gl.de

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