Foto: Marlene Burlon

„Kunstgenuss – Kunst, Kaffee und Kuchen mit anschließendem Gespräch” – so lautet das Angebot des Kunstmuseums Villa Zanders. Alle drei bis vier Wochen findet diese besondere Führung statt, momentan in der Ausstellung „Paper / Elements“. Doch wie genau läuft so eine Führung mit Kaffee und Kuchen eigentlich ab?

Pünktlich um 15 Uhr finden sich die Gäste in der ersten Etage zusammen und der „Kunstgenuss“ kann beginnen. Die Kunsthistorikerin Sigrid Ernst-Fuchs stellt sich vor und beschreibt, was die Gäste in der nächsten Stunde erwarten können; es soll ein tieferes Verständnis der Kunstwerke und ein roter Faden entstehen, der die Bilder und Objekte miteinander verbindet und den Hintergrund der Ausstellung deutlich macht.

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Das Oberthema der Ausstellung „Paper / Elements“ sind die vier Elemente: Feuer, Wasser, Erde, Luft. Danach sind auch die Räume der Ausstellung aufgeteilt. Langsam bewegt sich die Gruppe von einem Element zum nächsten. Für jedes Werk lässt Sigrid Ernst-Fuchs der Gruppe genug Zeit.

Dabei erfahren die Gäste interessante Details über die Entstehungsweise der Werke. Das ist vor allem hilfreich, wenn sich der Kontext nicht direkt erschließen lässt.

Foto: Thomas Merkenich

Wie zum Beispiel bei dem Werk „Schwefelhölzer auf Papier, 1-100, Quantität Zeit” von Wolfgang Mally (siehe Foto). Der Künstler hat Papier auf einen Rahmen gespannt und dieses in Quadrate eingeteilt. Auf jedes kleine Quadrat hat er dann ein brennendes Schwefelholz mehr gelegt. So entdeckt man am oberen Rand nur ein paar Rußflecken, während das Papier unten schwarz und durchgebrannt ist.

Erst durch diese Hintergrundinformation wird den Gästen der empirische Charakter des Bildes bewusst. Einige schauen sich die Quadrate noch einmal aus der Nähe an.

Sigrid Ernst-Fuchs fragt immer wieder, was für Assoziationen die verschiedenen Elemente und Kunstwerke bei den Gästen auslösen, was eine spontane und unterhaltsame Interaktion zwischen den Gästen und der Führerin ermöglicht.

Mit Staunen beobachten die Gäste eine Installation in einem dunklen Raum, die an einen weiten Nachthimmel erinnert.

Eigens für Villa Zanders entstandene Arbeit “Schwerelos X”, 2004. von Regine Schumann. Foto: Thomas Merkenich

Nachdem alle Räume besucht und die Werke ausführlich betrachtet wurden, schickt Ernst-Fuchs die Gäste in den „grünen Salon“ zum „Kaffee- und Kuchen“-Programm. Der Saal hält, was sein Name verspricht: Die Wände sind hellgrün tapeziert, auf einem grünen langen Tisch reihen sich Teller mit Käsekuchen und Tassen auf.

Weitere Führungen durch die Ausstellung „Paper / Elements“ finden am 22.1. und 5.2. von jeweils 15 bis 17 Uhr statt. Alle Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie auf der Website des Kunstmuseums Villa Zanders. Der Eintritt mit Kaffee und Kuchen kostet 10 Euro.

Während sich die zehn Gäste Kaffee oder Tee einschenken, unterhalten sie sich weiter über die Führung. Ernst-Fuchs informiert zudem über weitere Angebote und künftige Ausstellungen der Villa Zanders. Es folgt eine kleine Diskussion über das Thema; ab wann ist Kunst eigentlich Kunst?

Bei einem kurzen Gespräch mit drei Gästen stellt sich heraus, dass viele von ihnen nicht das erste Mal an einer solchen Führung teilnehmen. Sie kämen immer mal wieder auf das Angebot zurück, wenn sie eine Ausstellung entdecken, die sie interessiert. Sie empfänden das Angebot als hilfreich, da die Kunstwerke durch die Führung in einen Kontext eingeordnet werden. So bekomme man einen Einblick, was sich der/die Künstler:in eigentlich genau dabei gedacht hat. Das ermögliche eine ganz neue Perspektive.

Langsam neigt sich auch der Kaffee dem Ende zu und das Treffen löst sich allmählich auf. Es bleibt eine neue Erkenntnis über die gezeigten Werke und ihre Hintergründe, sowie ein gesättigtes Gefühl.

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  1. An Ulla, der ich leider nicht direkt antworten kann…

    Weil niemals ein Jude oder eine Jüdin am Holocaustgedenktag so etwas sagen würde. Es ist ein Tag der tiefen Trauer.

    Noch einmal, neben dem Thema (das ja wissenschaftlich betrachtet durchaus interessant ist) geht es vor allem um den gewählten Termin für diese Veranstaltung, der von vielen als unpassend kommentiert worden ist.

  2. Sehr informativer Artikel, macht richtig Lust beim nächsten Mal dabei zu sein. Vielleicht sollte noch erwähnt werden, daß jetzt auch fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt wird, schließlich ist Bergisch Gladbach Fairtrade-Stadt.