Das Gymnasium in Herkenrath bezieht Stellung. Foto: Gymnasium Herkenrath

Schülerinnen und Schüler am Gymnasium Herkenrath haben mit einem ehemaligen Rechtsextremisten und Mitglied einer Hooligan-Gruppe gesprochen. Ein Projekt, mit dem die Schule ein klares Zeichen setzen und Demokratie-Bildung lebensnah vermitteln will.

Wir veröffentlichen einen Beitrag des Gymnasiums Herkenrath

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Im Rahmen der Demokratiebildung erhielten die Schülerinnen und Schüler der Erziehungswissenschafts-Kurse der Q2 am Gymnasium Herkenrath die Möglichkeit, mit einem ehemaligen Rechtsextremisten und Mitglied einer Hooligan-Gruppe zu sprechen. Das Gespräch fand im Rahmen des Prisma-Projekts statt, das von der Stadt und der Justizvollzugsanstalt Schwerte ins Leben gerufen wurde.

Das Demokratie-Projekt in Schwerte zielt darauf ab, Aussteigerinnen und Aussteiger aus extremistischen Szenen zu unterstützen, ihren Ausstieg zu begleiten und gemeinsam mit ihnen wieder ein Leben außerhalb der Szene aufzubauen.

Eine Mitarbeiterin des Ministeriums des Innern des Landes NRW moderierte das Gespräch und gab zusätzliche Impulse, die den Zuhörer/-innen Hintergründe zum Thema Extremismus näherbrachten. 

Die Herkenrather Schülerinnen und Schüler konnten in einer offenen Gesprächsrunde viele Fragen stellen und einen Einblick in die persönlichen Beweggründe des Aussteigers gewinnen.

Schülerin Lena berichtet: „Wir waren sehr erstaunt und erschrocken darüber, wie leicht man in die rechtsextreme Szene abrutschen kann und dass dies auch augenscheinlich bodenständigen, „normalen“ Menschen passieren kann”.

Während des Gesprächs erfuhren die Gymnasiasten von grausamen Taten und Handlungen aus der Szene, lernten über verschiedene Einstiegsmotive und die Schwierigkeiten des Ausstiegs. Die Begegnung machte deutlich, wie wichtig Aufklärung über jeglichen Extremismus ist und welche Bedeutung Aussteigerprogramme wie das Prisma-Projekt haben.

Schulleiter Dieter Müller betont: „Mit solchen Aktionen positioniert sich unsere Schule klar gegen Rechtsradikalismus. Was auf dem Lehrplan abstrakt ‘Demokratiebildung’ heißt, wird hier lebensnah vermittelt.” Das Gymnasium Herkenrath hofft, die Kooperation mit dem Prisma-Projekt fortzusetzen, um noch mehr Schüler/-innen diese wertvolle Erfahrung zu ermöglichen.

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  1. Vielen Dank für ihren Einsatz für unsere Demokratie.
    Ich bin sicher, dass solche Projekte, in einer Vielzahl von Schulen, die ungute Stimmung in Deutschland deutlich verbessern würden. Danke für Ihren Einsatz und bitte geben sie den Dank auch an die Schüler weiter.
    Beste Grüße

    Andreas Menzel

  2. Solche DEMOKRATISCH engagierte Schüler und Lehrer sind ein großes VORBILD!
    Tue Gutes und redet davon, danke. Gerne auch dieses Projekt ANDEREN Schulen als Anregung.
    Und gerne/bitte auch an die Koordinierungsstelle schule@aktioncourage.org