Im Vorfeld der Bürgerveranstaltung über den Ausbau der Verkehrsachse quer durch Schildgen hat die Stadtverwaltung die Informationen über den Planungsstand auf ihrer Website aktualisiert. Zudem zeigte sie erstmals Animationen und Videos, wie sich der Verkehr heute staut und in Zukunft fließen könnte.

In fünf Gesprächsrunden mit jeweils bis zu 50 Personen will die Stadtplanung am Samstag in der Concordia-Schule die vom Stadtrat beschlossene Vorplanung vorstellen und die nächsten Schritte auf dem Weg zu einer konkreten Entwurfsplanung vorstellen. Im Vorfeld hat sie am Donnerstag weitere Materialien auf die Website der Stadt gestellt.

Für die Info-Veranstaltung selbst kann man sich noch in drei der fünf Zeitfenster (zwischen 13 und 15:45 Uhr anmelden).

Die folgenden beiden Grafiken werden auf Stellwänden dargestellt und zeigen die beschlossene Vorplanung in einer vereinfachten Version, die nicht zur Verfügung stehenden privaten Flächen sind weiß gekennzeichnet:

Dabei handele es sich um die Darstellungen, mit der die Stadt auch am Samstag in die Veranstaltung gehe. Sie seien jetzt online verfügbar, damit sich die Bürger:innen vorab informieren können, sagte der zuständige Beigeordnete Ragnar Migenda dem Bürgerportal. Eine frühere Veröffentlichung sei nicht möglich gewesen, weil das Material zunächst vom beauftragen Planungsbüro erarbeitet werden musste – das habe bis jetzt gedauert.

Die komplette Präsentation werde anschließend ebenfalls veröffentlicht, damit auch diejenigen sich ein Bild machen könnten, die am Samstag verhindert seien.

Die späte Information, der Charakter als Informationsveranstaltung sowie Unklarheiten bei den veröffentlichen Plänen hatten bei der CDU Kritik hervorgerufen, die sie gestern noch einmal erneuert hatte.

Die Vorplanung skizziert die Aufteilung der Flächen schematisch im großen Maßstab. Diese Version hatte die Stadt in den vergangenen Tagen hochgeladen, sie zeigt zum ersten Mal weiß markiert an, welche Flächen privater Eigentümer im Gehwegbereich beim Umbau nicht angetastet werden sollen; zum Beispiel links und rechts vor der Kreuzung zur Leverkusener Straße. Diese Flächen waren auf früheren Plänen, die dem Stadtrat vorgelegt wurden, nur handschriftlich eingetragen; auf der Website fehlten sie bislang ganz. Mehr dazu in diesem Beitrag.

Ein anschauliches Bild, wie die Altenberger-Dom-Straße nach Umbau und Sanierung aussehen könnte, vermitteln einige Animationen auf Basis der Vorplanung, die die Stadt jetzt erstmals zeigt – und ein ebenso aufgeräumtes wie Auto-armes Straßenbild mit viel Platz für den Radverkehr zeigen. Dafür sollen rund 22 Parkplätze wegfallen.

Animation des Bereichs vor der Kreuzung zur Leverkusener Straße: Da hier einige Grundstücke nicht zur Verfügung stehen wurde der Fußweg ein Stück weit in die Straße verlegt, damit ist nur noch rechts ein schmaler Schutzstreifen möglich, auf der rechten Seite fahrend die Fahrräder auf der Straße, was durch Pictogramme angezeigt wird.. Foto: Screenshot bergischgladbach.de

Die folgende Animation und Planskizze zeigen, wie der Verkehr künftig an der Kreuzung zur Kempener Straße geregelt werden soll – ohne Linksabbiegerspur. Der Hauptverkehrsstrom aus Leverkusen wird über eine abknickende Vorfahrt in Richtung Paffrath und Gladbach geschickt.

Die Rad-/Fuß-Ampel wurde einige Meter Richtung Köln verlegt, damit hier wartenden Autos nicht den Hauptverkehrsstrom behindern. Wie das funktioniert zeigen Verkehrssimulationen per Video, die wir weiter unten verlinken.

Animation der Kreuzung am Irish Pub. Foto: screenshot bergischgladbach.de
So soll die Kreuzung am Irish Pub umgebaut werden – mit einer abknickenden Vorfahrt aus Richtung Leverkusen nach Gladbach. Foto: Screenshot bergischgladbach.de

Die Videos zeigen sowohl die Ist-Situation als auch die Planungsvarianten, jeweils in den Morgen- und Abendspitzen. Sie beginnen jeweils mit der Situation an der Kreuzung zur Kempener Straße und „fliegen“ dann zur Kreuzung Leverkusener Straße.

Die Vorteile der Planung beschreibt die Stadt wie folgt:

Begleitgrün und Barrierefreiheit: Auf Anregungen aus der Bürgerschaft wurde mehr Grün in die Planung integriert. Alle bestehenden Bäume bleiben erhalten, sofern diese vital sind – hierzu wurde eine baumschutzfachliche Begleitung für die Planungs- und Bauphase beauftragt. Zudem wird der Straßenraum durchgängig barrierefrei gestaltet und erhält eine neue Oberfläche, ausgenommen von diesem neuen Belag sind die Bereiche, deren Eigentümer einer Sanierung nicht zugestimmt haben.

Fußverkehr: Die Gehwege werden unter weitgehender Einhaltung der Regelbreite auf 2,5 Meter ausgebaut – jedoch sind abschnittsweise Unterschreitungen aufgrund der Gebäude unumgänglich. Die nördliche Fußgängerampel an der Kreuzung Kempener Straße bleibt, wie gewünscht, erhalten. Außerdem bleibt der Gehweg auf Höhe der Herz-Jesu-Kirche, wie im Bürgerdialog angeregt, bestehen. 

Kfz-Verkehr und ruhender Verkehr: Die aktuelle Straßenaufteilung entspricht nicht mehr den neusten Rechtsvorschriften, z. B. gibt es Sicherheitsdefizite zwischen dem Radschutzstreifen und dem halbseitigen Parken daneben. Daher soll ein moderner Umbau erfolgen. Die Parkplätze werden, soweit möglich, erhalten bleiben. Die neue einheitliche Fahrbahndecke trägt zur Lärmminderung durch den Verkehr bei.

Radverkehr: Die Planung sieht beidseitige Radfahrstreifen vor mit einer Regelbreite von 1,85 Meter. Ein Radfahrstreifen ist nur für den Radverkehr und darf nicht vom Kfz-Verkehr überfahren werden. 

ÖPNV: Die beiden Bushaltestellen werden nach Möglichkeit vergrößert und barrierefrei umgebaut. Die Bushaltestelle in Richtung Schildgen-Zentrum wird auf Anregung der Beteiligung nicht verlegt, um Längsparkplätze in Geschäftsnähe erhalten zu können.“

Animation des Bereichs vor der Herz-Jesu-Kirche. Foto: screenshot bergischgladbach.de

Darüber hinaus hat die Stadt Verkehrsanalysen erstellen lassen, die die Verhältnisse im aktuellen Ist-Zustand und nach einer Umsetzung der Planung in den Spitzenstunden am Morgen und am Abend in acht Videos darstellen. Dabei wird auch deutlich, wo sich wann wieviele Fahrzeuge zurückstauen.

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Neue Verkehrsführung in Schildgen:
    Wir laufen in der Planung den Radfahrern hinterher! Das ist übertrieben und unverhältnismäßig angesichts der Tatsache, dass sich sowieso fast kein Radfahrer an die Verkehrsrgeln hält!
    Man stelle sich einmal für ein paar Minute oben an die Altenberger Dom Straße und beobachte die Radfahrer:
    Da wird kreuz und quer gefahren, bei rot durch, über den Bürgersteig, gegen die Fahrtrichtung etc.
    Solange wir da keine Disziplin reinkriegen, nützen immer breitere Radwege garnichts!

    1. Ich wohne in einer 30er-Zone. Dort hält sich so gut wie kein Autofahrer an das Tempolimit. Braucht man gerade morgens und abends nur mal ein paar Minuten zu beobachten. 60-70 km/h sind keine Seltenheit. Deshalb finde ich, sollten keine Straßen und Parkplätze mehr (aus)gebaut werden, ehe man da keine Disziplin reinkriegt.

      1. Das haben sie sicherlich schon der Polizei gemeldet, damit diese ab und zu lasert?
        Oder ist das nur ein wenig Populismus?

      2. Ich wohne ebenfalls in einer 30er Zone und in den frühen Morgenstunden übertreibt es durchaus der ein oder andere, aber sicherlich keine 60-70 km/h.

    2. Die Infrastruktur ist zu 98% auf den motorisierten Verkehr (v.a. Autos) ausgerichtet. Da es fast nirgendwo sichere Radverkehrsanlagen gibt, haben Radfahrende kaum eine andere Möglichkeit, als sich “durchzuwursteln” (oder -wurschteln?).
      Seit einigen Jahren wird mehr über das Thema Radverkehr geredet – aber meistens bleibt es beim bloßen Reden. Tatsächliche Veränderungen sind bisher nur in homöopathischen Dosen erkennbar, was sich auch an den städtischen Ausgaben für den Radverkehr ablesen lässt: 100-200 T Euro pro Jahr – verglichen mit 5-10 Mio für den Autoverkehr.

      Zum Thema “bei Rot fahren”: Viele Ampeln werden für Fahrradfahrer *grundsätzlich nie* grün. Was tun?

      1. Absteigen, schieben, hinter der Kreuzung weiterfahren.

        Und warum muss es sichere Radverkehrsanlagen geben?
        Wäre es nicht besser, wenn der Verkehr gemeinsam fließt?
        Also bergab und auf ebener Strecke gerne zusammen und bergauf dann einen Radstreifen.

        Und endlich alle seitlichen Parkplätze an Hauptverkehrsachsen entfernen.

  2. Der Verkehr auf Leverkusener- , Altenberger-Dom-, und Kempenerstr wird nach meiner Meinung immer bleiben, da Autobahnzubringer für Bergisch Gladbach. barrierefrei ist super, Flüsterasphalt ist super.

    Durch die 30km-Begrenzung haben wir am Hoppersheider Weg ab morgens um 5.45 Uhr bis ca. 8.30 Uhr und 2 h am Spätnachmittag einen starken schnellen Verkehr meiner Meinung nach über 30 km/h.

    Hier ist teilwiese KEIN Bürgersteig oder bis auf 30 cm runter, Radweg ja eh nicht. Natürlich ist hier im Wohngebiet kein LKW Durchgangsverkehr, aber hier SCHNELL abzukürzen ist stark in Mode gekommen und ich schätze, das wird noch mehr. Hier gehen auch Kinder zur Schule!

    1. Hallo Frau Röben,
      ja, ich weiß, was sie meinen.
      Ich sage immer, dass ich am Verkehr im Hoppersheider Weg ablesen kann, wie lang der Stau auf der Leverkusener Straße ist.
      Den Verkehr wegzaubern wird eine Umgestaltung der Altenberger-Dom-Str. leider nicht. Das können die Menschen nur selbst/gemeinsam, indem weniger Auto gefahren wird.
      Dazu müssen sich die Rahmenbedingungen in vielerlei Weise ändern.
      Ein Baustein dazu ist die Umgestaltung der Altenberger-Dom-Straße, damit sie auch für Fußgänger und Radfahrer attraktiver und sicherer wird und dadurch vielleicht wenigstens der Verkehr innerhalb von Schildgen weniger autolastig wird.
      Im Rahmen der verschiedenen Maßnahmen in Schildgen/Katterbach (Altenberger-Dom-Str., Leverkusener Straße, Katterbachstraße, Kita Nittumer Weg), wird auch geschaut, welche Maßnahmen möglich und sinnvoll sind, um den Autoverkehr möglichst aus den Wohngebieten heraus zu halten.
      All das braucht aber Zeit und wird sich nicht von heute auf morgen lösen lassen.

      Auch das Tempo, mit dem manche Menschen in ihren Autos durch unsere Straßen fahren ist sicher der Verkehrssituation (fehlende Gehwege, Rechts-vor-Links,…) nicht immer angemessen.
      Ob schneller als die erlaubten 30 km/h gefahren wird, kann ich von außen nicht beurteilen.
      Meines Erachtens sollten nur 20km/h erlaubt sein.
      Für 30 km/h sind die Straßen zu schmal/unübersichtlich.

    2. Das ist allerdings kein Argument gegen Tempo 30 auf der Altenberger Dom Straße, sondern für Verkehrsberuhigende Maßnahmen im Hoppersheider Weg. Gerade wegen der KiTa, den Kindern die dort wohnen und den unzulänglichen Fußwegen. Es könnte – oder eher sollte – die gesamte Straße zum Verkehrsberuhigten Bereich werden. Oder aber, das wäre m.E. die noch bessere Lösung (auch für den Nittumer Weg) die Straßen so zu Einbahnstraßen umwidmen, dass eine Durchfahrt für den Durchgangsverkehr nicht mehr möglich ist.

  3. Werden denn auch die Ampelphasen angepasst? Weil wenn es wieder Rückstau vom Olivenhof bis zum Irish Pub gibt, dann bringt auch keine Neugestaltung was.
    Für mich wäre es primär sinnvoll, würde man zuerst mal die Ampeln intelligent steuern.

    1. Natürlich werden auch die Ampelphasen optimiert.
      Aber auch noch so gut eingestellte Ampeln lassen keinen Verkehr verschwinden.
      Das können die Menschen nur selbst/gemeinsam, indem weniger Auto gefahren wird.
      Dazu müssen sich die Rahmenbedingungen in vielerlei Weise ändern.

  4. Kleine Korrektur zur zweiten Bildunterschrift: Auf der linken Seite gibt es gar keine Fahrrad-Infrastruktur, auf der rechten Seite nur einen schmalen Schutzstreifen.
    Was die Sache für Radfahrende ziemlich gefährlich macht: Ausgerechnet an dieser neuralgischen Stelle kurz hinter der Kreuzung müssen sich (aus Odenthal kommend) Fahrrad- und KFZ-Fahrende auf eine Spur ‘einfädeln’. “Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme”… schön wär’s.

  5. Damit wäre dann ja wohl die Unterstellung der CDU entkräftet, die Verwaltung ginge mit veralteten Plänen in die morgige Bürgerinformation.
    Aber keine Sorge, die CDU wird ein anderes Haar in der Suppe finden um die Umgestaltung der Altenberger-Dom-Straße zu verzögern oder gar ganz zu verhindern.