Diese Mietshaus an der oberen Hauptstraße will die Stadt anmieten. Foto: Redaktion

Die neue Unterkunft für Geflüchtete in der Hauptstraße will die Stadt bereits im kommenden Jahr in Betrieb nehmen. Dieser Zeitplan ist nur deshalb möglich, weil der Eigentümer den Abriss des alten und maroden Hauses sowie einen Neubau bereits komplett geplant hat. Die Stadt mietet sich in ein gut geeignetes Objekt ein.

Bereits vor zehn Tagen hatte Bürgermeister Frank Stein seinen Plan für eine sehr große Flüchtlingsunterkunft auf dem Ascheplatz an der Paffrather Straße zurückgezogen und eine Alternative an der oberen Hauptstraße präsentiert. Erst jetzt, unmittelbar vor der Ratssitzung und auf mehrfache Nachfrage des Bürgerportals, nennt die Stadt Details zu diesem Vorhaben.

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Der knappe Zeitplan – Bezug ab Sommer 2026 – ist nur deshalb realistisch, weil die Stadt in ein bereits weit gediehenes Projekt einsteigt. Das Haus an der Hauptstraße 378 steht seit vielen (offenbar bereits zehn) Jahren leer und ist marode. Daher soll es abgerissen werden und ein moderner Neubau entstehen. Ursprünglich hatte der Eigentümer an kleine Wohnungen gedacht – nun vermietet er das komplette Gebäude an die Stadt, die dort bis zu 80 Personen unterbringen will.

Details wie etwa die Dauer des Mietvertrags werden nach Angaben der Stadt noch verhandelt. Daher werde der Vertrag erst im nächsten Sitzungsturnus des Stadtrats eingebracht.

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Im Gegensatz zu den Investitionen für ein eigenes Bauprojekt handelt es sich bei den Ausgaben um rein konsumtive Kosten, die im Haushalt 2026 mit berücksichtig werden müssen, so die Stadt. Wenigsten ein Teil davon werde über die Flüchtlingspauschalen vom Land erstattet.

Wie das Haus, sollte es nicht mehr für die Unterbringung von Geflüchteten benötigt wird, weiter genutzt wird, ist völlig offen und eine Entscheidung des Eigentümers. Der Zuschnitt der einzelnen Wohneinheiten sei jedoch so geplant, dass vielfältige andere Nutzungen möglich sind.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Hallo Herr Wegner,
    danke für Ihren Beitrag.
    .mir blieb auch nur die Luft weg
    ….Neubau! oha

    Hallo Herr Nuhn,
    wo immer Sie, die anderen, wir unsere Kreuzchen gemacht haben
    – Ihre Assoziationen entspringen aus Ihren Gedanken
    — vllt. wohnen Sie völlig fein und angemessen und gut bezahlbar oder schon abbezahlt
    Alles ok

    aba hey, es gibt in dieser Stadt, ganz offensichtlich viele viele viele und noch viel mehr Menschen, aller Couleur die Wohnung suchen, hier bereits leben, arbeiten, geboren sind, zugezogen, in Rente, gesund oder beeinträchtigt
    und davon dürften einige sich sehnlichst wünschen
    so ein Angebot in den letzten Jahren, seitens der Stadt oder privater Vermieter bekommen zu haben .. haben wir aber nicht!
    Nicht selten bewerben sich 90 – 220 Menschen auf eine, wenn überhaupt mal inserierte bezahlbare Wohnung
    (kürzlich wieder gesehen in mehreren Aktualisierungen der Annoncen
    -Bitte um Geduld, da so viele Bewerbungen-
    und oftmals gibt es nicht mal Antworten.
    Dies erneut und immer wieder zu erleben ist mehr als herausfordernd — und ja, dann bleibt die Luft weg, beim lesen wie schnell es gehen kann …. aha, nächsten Sommer gibt neuen Wohnraum.

    und nebenbei:
    Wieso denn bloß hat denn der Eigentümer bisher nicht abgerissen und gebaut???
    zu Beginn als dieser Deal veröffentlicht wurde, gab es auch bereits Spekulationen

    und
    Hallo Redaktion,
    Gesellschafterin in einer Siedlungsgesellschaft zu sein, ist augenscheinlich nicht ausreichend.

    bye the way – W A S ist denn eigentlich aus der Familie aus Bensberg geworden?
    Es ging um Vermeidung von Obdachlosigkeit und welche Hilfe die Stadt geben kann,
    die Brisanz: Thematik Wohnungsnot wurde offenbar.
    Leider haben Sie den
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    Alles Gute

    ps: SUCHE Wohnung
    Mia

  2. Lieber Herr Wegner, ich weiß nicht wo Sie „Ihr Kreuzchen gemacht haben…..“, aber Ihr Beitrag verleitet zu Assoziationen….

    1. Die Stadt Bergisch Gladbach ist dafür verantwortlich, Obdachlosigkeit zu vermeiden. Und – soweit wir das beurteilen können – tut sie genau das, mit breiter Unterstützung fast aller Fraktionen im Stadtrat. Ungeachtet der Frage, welche Herkunft die betroffenen Personen haben.

      Der soziale Wohnungsbau ist ein anderes Thema. Um den zu fördern ist die Stadt Gesellschafterin der Rheinisch-Bergischen Siedlungsgesellschaft.

    2. Jede gebaute Unterkunft – auch wenn sie “nur” für Geflüchtete ist – mindert doch die Konkurrenz auf dem Wohnungsmarkt. Oder sehe ich das falsch?
      Herr Wegner, neiden Sie den Geflüchteten ihre Unterkunft in Container und ehemaligen Lagerhallen?