Unterricht in anderen Herkunftssprachen, migrantische Vereine, Kita- und Schulprojekte, Spielgruppen oder Treffpunkte: Bergisch Gladbach bietet einige Anlaufstellen für Familien internationalem Hintergrund und mehrsprachig aufwachsenden Kindern. Hier eine hoffentlich vollständige Liste.

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Herkunftssprachlicher Unterricht (HSU)

Das kostenfreie Angebot des herkunftssprachlichen Unterrichtes (HSU) richtet sich an alle Schüler:innen der Grundschule und der Sekundarstufe I, die mehrsprachig aufwachsen. Die Anmeldung läuft über das Sekretariat der Schule, die das Kind besucht.

In der Regel sind es etwa drei bis fünf Unterrichtsstunden pro Woche, die an mehreren Nachmittagen zusätzlich zum regulären Unterricht stattfinden. Da der Unterricht in der jeweiligen Herkunftssprache gehalten wird, ist es Voraussetzung, dass das Kind die alltägliche Herkunftssprache bereits versteht und einige kurze Sätze sprechen kann.

In Bergisch Gladbach gibt es HSU in folgenden Sprachen:

  • Albanisch
  • Arabisch
  • Griechisch
  • Italienisch
  • Polnisch
  • Russisch
  • Türkisch
  • Spanisch

Weitere Infos auf der Webseite des RBK. Bei Fragen hilft das Sekretariat der Schule, die das Kind besucht, weiter, oder das Schulamt: Dana Neigenfink, 02202 13-2030, schulamt@rbk-online.de.

Internationale Begegnungsstätte (IBS)

In der IBS treffen sich verschiedene Migrantenorganisationen, um sich auszutauschen, ihre Kultur zu pflegen oder Veranstaltungen zu planen.

Folgende Vereine und Gruppen nutzen die IBS: 

  • Italienischer Kulturverein AIG (Associazione Italiana Giovanni XXIII)
  • Albanischer Kulturverein
  • Deutsch – Polnische Freundschaft
  • Griechischer Elternverein Aristoteles
  • Griechische Gemeinde
  • Miteinander e.V. zur Förderung von Bildung, Kultur und Integration
  • Syrer in Bergisch Gladbach 
  • Jugoslawischer Kulturverein Zavicaj e.V. 
  • Somalische Frauengruppe
  • Familiengruppe Guinea
  • Jesiden in Bergisch Gladbach
  • Türkische Frauengruppe „Harmonie“

Wenn Kontakt zu den Gruppen und Vereinen gewünscht ist, vermittelt die Caritas diesen gerne: 02202 – 1008604 oder fim@caritas-rheinberg.de.

„Griffbereit“

„Griffbereit“, das sind zwei- oder mehrsprachige Spielgruppen, in denen Kinder miteinander und mit ihren Eltern spielen, singen und malen. Es richtet sich an Familien

  • mit Kindern vom ersten bis zum dritten Lebensjahr
  • mit und ohne Einwanderungsgeschichte
  • insbesondere, wenn sie keinen Kita-Platz erhalten haben oder auf einen Platz warten

In Bergisch Gladbach sind sechs Griffbereit-Gruppen aktiv, an den Standorten des DRK-Familienbildungswerks, des AWO-Bildungswerks, des AWO-Familienzentrums Gronau Hand und des AWO-Familienzentrums Kunterbunt.

Mehr Infos beim Rheinisch-Bergischen Kreis.

Symbolbild: Pexels

„griffbereitMINI“

griffbereitMINI ist ein Programm zur ganzheitlichen Sprachbegleitung für Familien mit
Kindern bis zu einem Jahr. Die Sprache(n) der Familien und das Sprachhandeln werden
in den Mittelpunkt gerückt und Themen wie Gesundheitsförderung, Sprachbildung,
Mehrsprachigkeit, Alltagsunterstützung und Empowerment behandelt.

Das Programm wurde vom Land NRW zu Beginn des Jahres 2024 initiiert und befindet sich in der Region im Aufbau. Anfang 2024 wurde die erste Gruppe im Herrmann-Löns-Forum in Bergisch Gladbach eröffnet. Diese trifft sich einmal wöchentlich.

Die Eröffnung weiterer griffbereitMINI-Gruppen, vorbehaltlich der Förderung durch das Land NRW für 2025, wird angestrebt.

Mehr Infos beim Rheinisch-Bergischen Kreis.

„Rucksack Schule“

Mit dem Programm „Rucksack Schule“ erhalten Grundschulen ein Angebot zur diversitätsbewussten Unterrichts- und Schulentwicklung, das auf Wertschätzung und Anerkennung von Vielfalt, Mehrsprachigkeit, Ressourcen und Kompetenzen beruht.

Eltern mit und ohne internationale Familiengeschichte erfahren, wie sie ihre Kinder in der allgemeinen und schulischen Entwicklung gezielt in der Herkunfts- bzw. Familiensprache optimal unterstützen können.

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Wie es wirklich ist, wenn Kinder mehrsprachig aufwachsen

In vielen Familien werden zwei oder sogar drei Sprachen gesprochen. Trotzdem herrschen zahllose Vorurteile gegenüber Mehrsprachigkeit, und Eltern wissen oft nicht, was richtig und was falsch ist. Hier lest ihr, wie drei Familien im Alltag mit ihren Sprachen jonglieren – unter anderem meine eigene. Eine Linguistin klärt darüber auf, welche Vorurteile (nicht) stimmen und gibt Tipps, wie Eltern am besten mit Mehrsprachigkeit umgehen.

Das Programm wird aktuell an zwei Grundschulen in Bergisch Gladbach angeboten: GGS An der Strunde und GGS Gronau. Es findet einmal wöchentlich für zwei Stunden statt und wird von einer Elternbegleitung durchgeführt. Die Anmeldung erfolgt vor Ort an der Schule über die Lehrkräfte oder Gruppenleiterinnen.

Mehr Infos beim Rheinisch-Bergischen Kreis.

„Hocus und Lotus“

„Hocus und Lotus“ ist ein Sprachbildungsprojekt, das in Kitas vom pädagogischen Personal umgesetzt wird. Mit den Geschichten von Hocus und Lotus können sowohl die deutsche als auch weitere Sprachkompetenzen ausgebaut werden. 

Sie sind in jeweils sechs Formate für die Dauer eines Jahres aufgeteilt. In deutscher Sprache gibt es das Programm für ein fünf Jahre beanspruchendes Lernpaket.
Darüber hinaus kann das Programm auch für das Vermitteln der Fremdsprachen Italienisch, Französisch, Englisch und Spanisch eingesetzt werden.

Die Förderung des Programms durch das Land NRW wurde vor einigen Jahren eingestellt. Bei Interesse berät das Kommunale Integrationszentrum Kitas zum Umsetzungskonzept und zu den Materialien, die vor Ort in der Mediathek des KI ausprobiert werden können. 

Mehr Infos beim Rheinisch-Bergischen Kreis.

Vorlesepaten

Im Projekt „Vorlesepaten“ engagieren sich Eltern für die Sprachbildung von Kindern. In einer Vorlesestunde in der Stadtbibliothek, aber auch in Kitas sowie am jährlich stattfindenden bundesweiten Vorlesetag werden Kindern mehrsprachige, altersgerechte Bücher vorgelesen.

Ziel ist es, allen Kindern die Welt der Bücher in verschiedenen Sprachen zu öffnen. Während des Vorlesens wird die durchgängige Sprachbildung durch die Interaktion zwischen dem Vorlesepaten und den Kindern gefördert.

Bei dem Projekt handelt es sich u.a. um ein gemeinschaftliches Angebot der Stadtbibliothek und des KI. Aktuell wird an einer Reaktivierung des Projekts gearbeitet.

Mehr Infos beim Rheinisch-Bergischen Kreis.

Treffpunkt LOKI

Seit September 2024 gibt es im Wohnpark Bensberg das Quartierbüro LOKI – das Kürzel steht für „Lokales Leben, Offenheit, Kreativität, Integration“. Ziel des neuen Projektes ist es, Treffpunkte und Freiräume für Menschen jeden Alters und jeder Herkunft zu schaffen. Kreative und präventive Angebote sowie generationsübergreifenden und transkulturelle Begegnungen sollen ihnen eine aktive Teilnahme am kulturellen Leben ermöglichen.

LOKI, Reginharstraße 40, Bensberg. Infos unter Telefon 0151-58840899.

Afro Eltern-Kind-Treff

Jeden dritten Samstag im Monat findet im LOKI im Wohnpark Bensberg eine Spielgruppe für Schwarze, afrodeutsche Kinder und ihre Bezugspersonen statt. Dort geht es um Empowerment, Spiel und Austausch.

Immer 14 bis 17 Uhr im LOKI, Reginharstraße 40, Bensberg. Infos auf dem Instagram-Kanal @lokiimzak.

Interkultureller Treffpunkt „Paula“

Im Interkulturellen Treffpunkt „Paula“ in Heidkamp geht es zwar nicht direkt um mehrsprachige Angebote, aber hier gibt es lebendigen Austausch, interkulturelle Begegnung und Integration.

Mit kultursensiblen kunsttherapeutischen Angeboten, Kunstwerkstätten, kreativer Medienarbeit und gemeinschaftlichen Freizeitaktivitäten richtet sich der Treffpunkt an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.

Kontakt: Paula Schäfer und Sylvia Zander, 01573-3198352, paula@krea-online.de, Insta: @treffpunktpaula.

FerienIntensivTraining – FIT in Deutsch

Schüler:innen der Primarstufe, der Sekundarstufe I und Sekundarstufe II erhalten in den Oster-, Sommer- und Herbstferien Unterstützung beim Spracherwerb.

Jede Gruppe wird von zwei geschulten Sprachlernbegleitenden (Lehramtsstudierende, Lehramtsanwärterinnen und -anwärter sowie pensionierte Lehrkräfte) geleitet, um den Teilnehmenden einen individuellen Lernzuwachs in der deutschen Sprache sowie eine Steigerung der Alltagskompetenzen zu ermöglichen.

Ein wesentliches Ziel der Maßnahmen besteht darin, den Schüler:innen dabei zu helfen, ihr Sprachniveau in der deutschen Sprache zu verbessern und das Geübte direkt in Alltagssituationen anzuwenden. Die Vertiefung der Alltagssprache wird dabei besonders in den Fokus genommen.

Die gesetzten Inhalte orientierten sich an dem Alter, an den Interessen der jeweiligen Lerngruppen und an den Möglichkeiten der vorhandenen außerschulischen Lernorte.

In den Osterferien gibt es drei Angebote in Bergisch Gladbach. Zwei durch die Stadt Bergisch Gladbach organisierte Maßnahmen finden an der GGS Gronau und der KGS Bensberg statt. Ein FerienIntensivTraining wird im Q1 für Schülerinnen und Schüler aus den Berufskollegs durch das Kommunale Integrationszentrum organisiert.

Mehr Infos bei Rheinisch-Bergischen Kreis.

Rotary Deutsch-Förderung

Seit mehr als 15 Jahren setzt das Kommunale Integrationszentrum das vom Rotary Club Bergisch Gladbach geförderte Projekt „Deutschförderung für motivierte und talentierte Kinder und Jugendliche mit internationaler Familiengeschichte“ in Bergisch Gladbach um.

Hier werden Lerngruppen für Schüler:innen an weiterführenden Schulen eingerichtet, um mithilfe einer systematischen Förderung dabei zu helfen, die Bildungssprache und damit das Leistungsniveau der Schüler:innen in allen Fächern auszubauen. Damit sollen langfristig die Chancen auf einen höheren Schulabschluss verbessert werden.

Im Schuljahr 2023/24 wurden insgesamt fünf Fördergruppen durchgeführt. Die Förderung umfasst je teilnehmende Schule einmal pro Woche zwei Unterrichtsstunden, insgesamt ca. 20 bis 30 Termine pro Lerngruppe, bestehend aus drei bis acht Kindern.

„BILDUNGSbrücke_Rhein-Berg“

Zum Schuljahr 2025/26 startet das Kommunale Integrationszentrum ein neues Projekt, bei dem ehrenamtlich Engagierte an weiterführenden Schulen Schüler:innen mit Zuwanderungsgeschichte bei den ersten Schritten im deutschen Bildungssystem unterstützen.

Die Gesamtschule Kürten, das Schulzentrum Herkenrath in Bergisch Gladbach und das Gymnasium Wermelskirchen sind Teil der Pilotphase. Die Schulen, Lehrkräfte und Sprachhelferinnen und Sprachhelfer werden vom Kommunalen Integrationszentrum bei ihrem Ehrenamt unterstützt und begleitet.

Engagierte Menschen, die sich für diese ehrenamtliche Aufgabe interessieren, sind herzlich eingeladen und können sich beim Kommunalen Integrationszentrum melden.

Kommunales Integrationszentrum, An der Gohrsmühle 25, Innenstadt, Telefon: 02202 13-2175, E-Mail: Ki@rbk-online.de.


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ist freie Reporterin des Bürgerportals. Geboren 1984, aufgewachsen in Odenthal und Schildgen. Studium in Tübingen, Volontariat in Heidelberg. Nach einem Jahr als freie Korrespondentin in Rio de Janeiro glücklich zurück in Schildgen.

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