Entgegen den Plänen und Ankündigungen ist der Park von Schloss Lerbach in diesem Sommer nicht für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Eigentümer und Bauherr Heribert Landskron-Reißdorf hat mit unserer Autorin einen langen Spaziergang durch den spätsommerlichen Park unternommen, um die Gründe für den Verzug zu erläutern. Und bietet eine Führung für eine Gruppe von Leser:innen an.
Mit Ungeduld und etwas Argwohn warten die Bergisch Gladbacher:innen weit über den Stadtteil Heidkamp hinaus, dass „ihr“ Park rund um Haus Lerbach wieder geöffnet wird. Die Ankündigungen, die Tore noch in diesem Sommer zu öffnen, konnte Investor Landskron-Reißdorf nicht einhalten. Umfangreiche Baumfällungen sorgten für Unruhe. Umstände, die Heribert Landskron-Reißdorf bedauert, aber nicht ändern konnte – wie bei einem ausführlichen Rundgang durch den denkmalgeschützten Park deutlich wird.
„Uns ist es wichtig, dass die Bevölkerung Verständnis für die Verzögerung aufbringt und nachvollziehen kann, welcher Arbeitsaufwand und welche Verpflichtungen mit der Wiederherstellung unseres Gartendenkmals verbunden sind,“ sagt Landskron-Reißdorf. Er will jedoch einige themenspezifische Führungen anbieten, um die Wartezeit der Parkliebhaber:innen zu überbrücken – denn ersten bereits am 4. Oktober, Details siehe unten.

200 uralte Bäume – noch sind nicht alle erfasst
Der Lerbacher Park ist bekannt für seinen alten Bäume. Hauptmerkmale dieses repräsentativen englischen Landschaftsgartens der späten Epoche sind die erhaltenden Bäume als farb- und formgebende Akzente sowie die Sichtachsen, die markante Punkte anzeigen. Noch 200 Bäume stammen aus der Entstehungszeit um 1900, hatte eine Begutachtung durch den Fachbetrieb Sturmberg ergeben.
Es ist von Vorteil, dass die Baumkontrolleure aus Overath den Park noch aus einer früheren Tätigkeit vor 30 Jahren kennen. Man ermittelt nun, welche nachhaltige Pflege- und Schutzmaßnahmen jeder einzelne Baum benötigt. 162 Bäume sind bereits erfasst.
Aber solange nicht feststeht, welcher Baum einsturzgefährdet ist und somit ein Sicherheitsrisiko darstellt, könne der Park nicht geöffnet werden. „Da müssen wir die Parkbesucher schützen, auch wenn wir wissen, dass die Parkbesucher so bald wie möglich zurückkehren möchten“, erklärt Landskron-Reißdorf.
Die Rückkehr von Schloss Lerbach fordert mehr Zeit
Die Sanierung und Erweiterung von Schloss Lerbach ist für Heribert Landskron-Reißdorf nicht das erste Projekt im Denkmalschutz, aber das anspruchsvollste. Im Gespräch berichtet er über Fortschritte, Hemmnisse, Überraschungen und Anpassungen. Und begründet, warum die umfangreichen Baumfällungen im Lerbacher Wald schmerzhaft, aber notwendig waren.
Park und Herrensitz stehen seit 1987 unter Denkmalschutz. Damit wurde bestätigt, dass Haus Lerbach aufgrund seiner historisch bedeutsamen Substanz und des kulturellen Werts schützenswert ist. Damit die Substanz für künftige Generationen erhalten bleibt, muss permanent gepflegt, instandgesetzt, wiederhergestellt und restauriert werden.
Restaurierung meint eine umfangreiche Erneuerung, die über Reparaturen und aktuelle Pflege hinausgeht. Vorhandene Gartenstrukturen wie überalterte Hecken, lückenhafte Alleen, überwucherte Einfriedungen, Wege und marode Gartenausstattungen werden ergänzt bzw. ersetzt.

Pflegeaufwand vielfältiger als gedacht
Ein Mangel an Pflege- und Instandhaltungsmaßnahmen bei einem Gartenkunstwerk macht sich um einiges früher bemerkbar als bei einem Baudenkmal. Daher sind fortlaufende Maßnahmen zur Erhaltung des Gartendenkmals wie Baumpflege, Heckenschnitt oder die Sauberhaltung von Gewässern unbedingt erforderlich.
Sonst droht der Park zu verwildern, denn die Natur erobert sich alles zurück, wenn man sie lässt. Bei Wildwuchs verändert sich das ursprüngliche historische Park-Bild ebenfalls zu seinem Nachteil. Alle am Projekt beteiligten engagierten sich dafür dieses grüne Erbe von Anna Zanders und Albert Brodersen zu bewahren, indem sie sich wieder intensiv um den Park kümmern, betont Landskron-Reißdorf.
Zwei Gartenfreunde in Lerbach: Anna Zanders und Albert Brodersen
Den Park von Haus Lerbach verdankt Bergisch Gladbach vor allem zwei Berlinern: Die „Schloss“-Herrin Anna Zanders und der Gartengestalter Albert Brodersen teilten vor gut 100 Jahren ihre Garten- und Naturliebe und schufen in Bergisch Gladbach ein grünes Refugium, das in seinen Grundzügen nach wie vor erkennbar ist – und mit der Sanierung von Schloss Lerbach wieder zur Blüte gebracht wird.
„Die Gartendenkmalpflege ist vielfältiger als gedacht. Ich muss mich intensiv informieren, um die Expertisen und Empfehlungen meiner Fachleute verstehen und Entscheidungen treffen zu können. In der Sanierung von Baudenkmälern kenne ich mich bestens aus, die Sanierung eines Gartendenkmals gestaltet sich aber ganz anders“, sagt der Eigentümer.

Im Kräftespiel der Natur
Der historische Garten besteht überwiegend aus lebendem Material. Der stete Wandel, dem Pflanzen unterworfen sind, ihrem Wachsen und Verfall, unterscheidet ein Gartendenkmal von einem Baudenkmal. Gärten sind schneller vergänglich und müssen somit öfters erneuert werden. Die Ausstrahlung eines Parks und seine Wirkung auf Parkbesucher:innen sind einem ständigen Kräftespiel zwischen jahreszeitlichen Wechsel und der naturgegebenen Entwicklung und – Verfall unterlegen.
An vielen Bäumen im Park ist Totholz zu entfernen, das unter anderem zu Fäulnis und somit zum Absterben führen kann. Viele Bäume im Park sind von Totholz gezeichnet wie der große Rhododendronstrauch links an der Hauptachse oder wie die meterhohe Esskastanie in der Nähe des Teiches, ein Lieblingsbaum von Landskron-Reißdorf. Eine orientalische Hängebirke, die er ebenfalls sehr mochte, fiel bereits der Trockenheit zum Opfer und hinterlässt bis zur Nachpflanzung eine große Lücke.
Auch die Esskastanie in der Nähe des Teiches muss von Totholz befreit werden, Fotos: Thomas Merkenich
Nachpflanzung beginnt noch in diesem Jahr
Wetterextreme wie große Hitze, Trockenheit, Temperaturschwankungen, Starkregen machen der historischen Parksubstanz, vor allem den wertvollen Altgehölzen, zu schaffen. Bäume sterben ab oder erkranken. Im Wald um den Park herum wurden daher in diesem Jahr viele Bäume gefällt.
Die Nachpflanzung soll noch in diesem Jahr beginnen. Und zwar überall dort, wo ein Baum gefällt wurde, betont Landskron-Reißdorf. Die damit beauftragten Fachleute besitzen eine Liste mit klimaresistenten Bäumen, die denen aus der Entstehungszeit ähneln. Dieselben Bäume wird man allerdings nicht nachpflanzen können, da damals vor über 100 Jahren (der Park entstand um 1900) andere Klimabedingungen herrschten, meinen die Experten.
Lerbacher Wald: Kreis widerspricht Kritik am „Kahlschlag“
Der (Rheinisch-)Bergische Naturschutzbund teilt das Entsetzen vieler Anwohner und kritisiert die umfangreichen Rodungen im Lerbacher Wald scharf. Doch der Kreis hält die rechtlichen Vorwürfe für nicht haltbar und auch der Investor von Schloss Lerbach argumentiert erneut mit der Sicherheit für eine Öffnung des Parks. Die Naturschützer beklagen einen immensen ökologischen Verlust.
Invasive Pflanzen
Der Klimawandel stellt die Gartendenkmalpfleger vor große Herausforderungen und bedeutet, für die Erhaltung historischer Parkanlagen erschwerte Bedingungen, die nicht vorhersehbar sind und somit zu zeitlichen Verzögerungen führen.
So breiten sich invasive Pflanzen an der Uferböschung am Teich immens aus. Die Blumen mit ihren rosafarbenen Blüten sind zwar schön anzuschauen und bieten den Reihern ein sicheres Versteck. Sie gehören jedoch nicht in einen englischen Garten, da sie die einst kunstvoll inszenierten Gartenbilder im Sinne des englischen Landschaftsgartens negativ beeinträchtigen.
Invasive Pflanzen waren zudem zur Entstehungszeit ohnehin noch nicht bekannt. Kanadagänse und Wildschwäne bevölkern den Park und verursachen große Schäden. Dort, wo die Wildschweine wühlten, gleicht der Rasen einem umgepflügten Acker.

Stimmungsvolle Gartenbilder und -räume
Sichtachsen sind als zentrales Gestaltungselement in einem englischen Landschaftsgarten unverzichtbar. Im Lerbacher Park sind sie größtenteils zugewuchert und hohe Bäume versperren den Blick. Die Sichtachsen müssen fachgerecht freigeschnitten bzw. freigelegt werden. Beim Freischnitt ist akribisch darauf zu achten, dass die neu angelegten Schneisen und die daraus resultierenden Gartenräume mit denen der Entstehungszeit übereinstimmen.
Teilweise sind die Sichtachsen noch erkennbar.
Da sich die pflanzliche Substanz durch das natürliche Wachstum ständig ändert, muss die Sichtachse in der vom Gartenkünstler erdachten Form und Richtung immer wieder zurückgeführt werden. Störende Gehölzteile und Zuwachs sind daher zu entfernen.
Ein Gartenraum bezieht sich auf die Strukturierung eines Gartens bzw. auf die Aufteilung in einzelne Gartenbereiche, während Gartenbilder sich auf die visuelle Gestaltung beziehen. Die englische Landschaftsgärtnerei orientiert sich bei den Gartenbildern an einem Landschaftsgemälde bzw. vergleicht diese mit einem stimmungsvollen Foto. Beide schaffen eine ästhetische und ansprechende Szenerie im Park.
Zur Sache: Gartenraum und Gartenbild
Kübelbepflanzung muss rekonstruiert werden
Die Terrasse an der Südseite des Herrenhauses, das Anna und Richard Zanders liebevoll „ihr Landhaus“ nannten, ist nicht mehr bepflanzt und die üppige Kübelbepflanzung sind längst Vergangenheit. Die Rosenbüsche unterhalb der Treppe waren krank und sind verschwunden, aber deren quadratisch angelegten Beet-Einfassungen existieren noch.

Eine Pflanzliste haben die Parkschöpfer Anna Zanders und Albert Brodersen leider nicht hinterlassen, sodass nun bei der aktuellen Beet- und Kübelbepflanzung rekonstruiert werden muss, welche Pflanzen es um 1900 gab. Von Albert Brodersen weiß man, dass er Stauden mochte und in gerne London bestellte. Anna Zanders war bekannt für ihre blühenden Pflanzen rund um ihr Haus.
Typisch für einen englischen Landschaftsgarten der späten Epoche wie der Lerbacher Park ist die Kombination klassischer Gestaltungselemente eines englischen Landschaftsgartens und architektonisch ausgerichteter (barocke) Elemente, die eine harmonische Einheit bilden. Diese gestalterische Einheit soll nach Aussagen der Restauratoren auf jeden Fall berücksichtigt werden.

Barocke Elemente sind unter anderem die Mauern im Park und die Allee mit ihren kugelförmigen Eiben. Die vorhanden Mauern wurden inzwischen von Fachleuten geprüft. Fehlende Steine müssen eingefügt werden, um die Mauern zu stabilisieren. Die frühere Fontäne in der Mitte des Teichs sprudelt auch nicht mehr. Die Pumpe lief voll und ist daher defekt.

Zu diesem Repertoire gehören auch die historischen Stehleuchten, die mit moderner Beleuchtungstechnik, mit LED, ausgestattet werden. Ein Fachbetrieb stellte bei ihrer Begutachtung fest, dass viele dieser Lampen anstatt aus Gusseisen aus Plastik bestehen und daher ausgetauscht werden müssen.
Anna Zanders mochte weiße Holzbänke, die sie überall im Park aufstellen ließ. Diese Bänke prägen ebenfalls das historische Park Bild und sollen originalgetrau wiederhergestellt werden. Es gibt eine Firma, die sich daraus spezialisiert hat die Bänke nach alten Fotos zu bauen.
Reglements in einem Gartendenkmal
Jede Veränderung in einem Gartendenkmal, die der Mensch zum Nutzen eines historischen Gartengeländes vornimmt, ist gesetzlich reglementiert und wird von Fachbehörden kontrolliert. Landskron-Reißdorf und Pip Morrison, der mit der Wiederherstellung des Parks beauftragte englische Gartendesigner, stehen daher in regelmäßigen Kontakt mit dem Landesverband Rheinland (Abt. Denkmalschutz/ Gartendenkmalpflege) sowie der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Bergisch Gladbach.
Dem Landschaftsverband liegt in diesem Zusammenhang längst ein Park-Wiederherstellungskonzept vor, das unter anderem die Historie des Parks beleuchtet, den aktuellen Parkzustand und dessen Wiederherstellung beinhaltet. Gemäß dem Gesetz zum Schutz und zur Pflege der Denkmäler in Nordrhein-Westfalen sind Eigentümer eines Gartendenkmals zur anhaltenden Pflege verpflichtet wie die Instandsetzung von Schäden im Kontext der „historischen Originalsubstanz“. Dieses Konzept findet nach Angaben von Landskron-Reißdorf die Zustimmung der jeweiligen Fachbehörden und werde in Kürze genehmigt. Erst dann kann mit der Wiederherstellung begonnen werden.
Charmante und stimmungsvolle Gartenbilder
Trotz aller widrigen Umstände versprüht der Park mit seinen weitläufigen Rasenflächen, seinem uralten Bäumen und der ansprechenden Parkarchitektur den Charme früherer Gartenzeiten. Es sind die Bäume und ihre dichten Kronen, ihre gewaltigen Ausmaße, die einen imposanten Anblick gewähren. Diese Zeuge früherer Parkgeschichte verursachen eine Ruhe, die viele Parkbesucher als friedvolle Stille erleben.
Einladung zur Führung:
Geschichte und Geschichten zum Park rund um Schloss Lerbach
Am Samstag, den 4. Oktober, von 14 bis 16 Uhr, führt unsere Autorin Annette Voigt eine Gruppe von Leser:innen durch den Park von Schloss Lerbach. Geschichten und Fotos lassen die bewegte Vergangenheit lebendig werden. Wer erschuf diesen englischen Landschaftsgarten? Wie war es für Anna Zanders, hier zu leben? Und was geschah nach ihrem Tod mit dem Park?
Aktualisierung: diese Führung ist bereits ausgebucht, ein zweiter Termin ist in Vorbereitung.
Diese stimmungsvolle Gartenbilder haben über die Jahre nichts an ihrer wirkungsvollen Ausstrahlung verloren. Die inszenierte Gartenkunst der englischen Landschaftsgärtner ist nach wie vor spürbar. Der Teepavillon hat seinen Charme behalten, wenn auch mit viel Moos auf dem Dach. Es scheint als würde Anna Zanders gleich vorbeischauen, um hier Gäste zum Tee zu bitten.
Die kleine Holzbrücke über den Lerbach gegenüber des Teepavillons ist abgesperrt, einige Bretter fehlen. Der Lerbach plätschert munter wie vor 100 Jahren und im Teich spiegeln sich die Südterrasse des Herrenhauses und Gehölze.
Das Licht schimmert wie eh und je durch die Baumwipfel und unter den dichten Kronen der Bäume fühlt man sich wie behütet. Das Licht- und Schattenspiel bietet immer wieder einen herrlichen Anblick und sorgt für ein ansprechendes Ambiente. Trotz Gewitterluft und Schwüle begrüßt der Park mit einer angenehmen Kühle, einem lauen Lüftchen und einem kurzen warmen Sommerregen.

Der Park erinnert mit seinen inszenierten Gartenbildern an ein begehbares Landschaftsgemälde und macht diesem alle Ehre. Beliebtes Fotomotiv oben am Treffpunkt rechts am Eingang zum Herrenhaus ist der majestätisch wirkende Ginko, den Albert Brodersen um 1900 gepflanzt haben soll. Dem Baum scheinen Hitze und Trockenheit außer ein paar gelb verfärbten Blättern nichts anzuhaben.
Landskron-Reißdorf teilt mit vielen diese Faszination. „Ich mag den Wechsel der Jahreszeiten. Der Park wirkt dann jedes Mal anders und auch die Stimmungen, die der Park hervorruft. Wenn im Frühjahr die Magnolien blühen, das ist ein tolles Bild.“
Im Moment könne er den Park in seiner Schönheit allerdings nicht so richtig genießen wie er es verdient hätte. „Wenn ich hier bin gibt es immer etwas zu klären, zumal die Umbauarbeiten des Herrenhauses bereits in vollem Gange sind“ erklärt Landskron-Reißdorf.
Der Tradition der englischen Landschaftsgärtnerei und dem Erbe Anna Zanders fühlt er sich verpflichtet. „Der Park wird auf jeden Fall frei zugänglich sein, denn ein solches Kulturgut darf der Allgemeinheit nicht vorenthalten werden“, verspricht Landskron-Reißdorf zum Abschluss des gemeinsamen Spaziergangs.

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Wie überfällig dieser Beitrag war, erkennt man bald im Laufe der Lektüre. Was die Autorin mit „Ungeduld und etwas Argwohn“ äußerst zurückhaltend umschreibt, hatte sich in früheren Kommentaren zur Berichterstattung rund um dieses Thema zu teils schwer erträglichen Angriffen und Unterstellungen ausgewachsen.
Ich hoffe, dass mit der jetzt vorliegenden kenntnisreichen Bestandsaufnahme diesem – ich sage es mal ganz offen – uninformierten Querulantentum der Wind aus den Segeln genommen wird.
Für Menschen wie mich, für welchen die Gartenkultur nicht weniger hoch einzuschätzen ist als Baukultur, zieht es seit je her in historische Gartenanlagen. Jahrtausendalte Shinto- und Tempelgärten in Japan, vergessene und wiederentdeckte Gärten in Cornwall oder die Fürst-Pückler- und Barockgärtens im Osten Deutschlands. Nicht zu vergessen die Gärten der rheinischen Schlösser wie z.B. in Brühl oder Benrath.
Nun die Wiedererstehung einer altehrwürdige Parkanlage im Rheinisch-Bergischen mitzuerleben, weckt hohe Erwartungen und braucht jetzt noch etwas Geduld. Mein Credo lautet: “Die Leute in Ruhe machen lassen… Eile ist der größte Feind im Gartenbau”.
Wie ein nahezu vergessener Garten wieder zu Leben erweckt und heute zu einem der bekanntesten Gärten Englands hat werden lassen, kann im spannenden Bericht dessen Wiederentdeckers, dem Holländer (!) Tim Smit, nachgelesen werden: “Lost Gardens of Heligan – Die Wiederentdeckung eines Gartenparadieses in Cornwall”. Von ihm stammt auch der Spruch: “Wer in seinem Garten nicht die Poesie sieht, sollte ihn Planieren und Zubetonieren lassen…” Im Negativfall bitte nicht befolgen ;O) Diese Art Versiegelung ist illegal, verstößt seit 2018 gegen das LandesBaugesetz NRW und zieht sicherlich empfindliche Bußgelder nach sich…
Zurück zum Park des Schlosses Lerbach. Selbst wenn sich bei Baumschützern Störgefühle breit machen, da der eine oder andere Baum gefällt werden musste. Dies erfolgte meines Wissens aus einer kulturellen Notwendigkeit heraus und diente dem Erhalt des Ursprungbestandes.
Dieter Richter, Bergisch Gladbach
Lieber Herr Richter
Uns geht es genau so. Die Oberheidkamper Strasse sollte in: “Zu den 17Jägermeistern” umbenannt werden, da wir sage und schreibe 17 kleine Flaschen Jägermeister direkt am Zaun im Garten von Schloss Lernach gesehen haben. Ein sehr Durstiger kann es offenbar ebenso wenig erwarten, dass die Gastronomie in diesem Englischen Garten eröffnet.
Mit freundlichen Grüßen
Vielen Dank für diesen Artikel.Ich verfolge die Entwicklung des Schlosses schon von Kindesbeinen an: in den Achtziger Jahren lebte ich in einem Häuschen direkt hinter der Reithalle. Wir sind als Kinder täglich in den Park und zu den Pferden im Stall gegangen. Als dann die Fernsehproduktion für „Forstinspektor Buchholz“ in das Schloss zog, gewann der Ort an noch mehr Abenteuer.
An Kindergeburtstagen organisierten meine Eltern Nachtwanderungen durch den Wald. Bei Spaziergängen durfte die Kletterei am Schaukelbaum nicht fehlen (steht er noch?).
Ich freue mich schon so sehr auf die Wiedereröffnung! Ein kleines Stück Kindheit ist dann wieder erlebbar – und dann sicher auch für meine beiden Kinder.
Vielen DANK an die Familie Landskron-Reißdorf, dass sie sich mit so viel Akribie um die Pflege des Parks bemüht! Besteht ein Kontakt zur Stiftung Schloß Dyck? Dort wird seit über 20 Jahren mit viel Wissen ein wunderbarer Park gepflegt. Ich stelle gerne einen direkten Kontakt her.