Vertreter von Stadt und Unternehmen beim rein symbolischen Spatenstich; die Tiefbauarbeiten starten Anfang 2026. Foto: Deutsche Giganetz GmbH

Das schnelle Internet breitet sich in Bergisch Gladbach aus – wenn auch nicht so schnell, wie ursprünglich geplant. Mit einem symbolischen Spatenstich haben das Unternehmen Giganetz und Vertreter der Stadt jetzt den Start des Projekts in Refrath markiert. Ab dem Frühjahr sollen die ersten 1000 Haushalte angeschlossen werden. Perspektivisch will Giganetz die ganze Stadt versorgen und bis zu 100 Millionen Euro investieren.

Im Herbst 2023 hatte die Deutsche GigaNetz GmbH die Vermarktung von Anschlüssen an das schnelle Glasfasernetz in Refrath gestartet, gut zwei Jahre später hat das Unternehmen die Mindestquote von 35 Prozent der Anwohner:innen für das Angebot erreicht und beginnt mit der Umsetzung des Vorhabens. Im ersten Schritt sollen ab April 2026 die ersten von 1000 Haushalten in Refrath Zugang zum Netz bekommen, sagte Giganetz-Geschäftsführer Wolfram Thielen am Montag beim symbolischen Spatenstich an der Steinbreche in Refrath.

+ Anzeige +

15,5 Millionen Euro will das Unternehmen aus Hamburg allein in Refrath und Lustheide investieren – und sich dann langsam im Stadtgebiet vorarbeiten, zunächst in Richtung Bensberg. Ziel sei es, ganz Bergisch Gladbach und rund 50.000 Haushalte zu versorgen. Dafür sei das Unternehmen bereit, 100 Millionen Euro zu investieren, sagte Thielen. Ganz ohne öffentliche Förderung.

Zwar haben andere Telekommunikations-Anbieter bereits kleinere Glasfasernetze in Bergisch Gladbach realisiert und sind auch weiterhin aktiv, sagte Jonas Geist, Geschäftsführer der städtischen Wirtschaftsförderung. Das Projekt mit der Giganetz nehme angesichts seines Volumens aber eine Ausnahmestellung ein.

Stein nimmt das Jahr 2030 in den Blick

Bürgermeister Frank Stein begrüßte das privatwirtschaftliche Engagement ausdrücklich – und verband es mit dem Wunsch, „dass zügig weitere Ausbaucluster folgen, damit wir das Ziel, bis 2030 alle Haushalte mit Glasfaser zu versorgen, mit privaten Investitionen erreichen können“.

Bislang war das Projekt trotz eines Kooperationsvertrags zwischen Giganetz und Stadt sowie der von beiden Seiten gelobten guten Zusammenarbeit nicht so rasch wie erwartet vorangekommen. Normalerweise, das berichtete Giganetz-Chef Thielen, brauche man etwa acht oder neun Monate, bis 35 Prozent der Anwohnerschaft einen Vorvertrag unterzeichnen – in Refrath hatte es gut zwei Jahre gedauert.

Die zwischenzeitlich aggressive Vermarktung hatte im Ort für Unmut gesorgt. Zweimal, so Thielen, habe die Giganetz die beauftragten Agenturen auswechseln müssen, weil sie die vereinbarten Regeln und Qualitätsstandards nicht eingehalten hatten.

Anschluss nach wie vor kostenlos

In Paffrath, wo der Ausbau eigentlich parallel hätte starten sollen, liegt die Quote laut Thielen noch unter 30 Prozent, daher sei dieses Projekt dort zurückgestellt worden. Nun konzentriere sich das Unternehmen darauf, die zentrale Infrastruktur an der Steinbreche in Refrath zu installieren und das Versorgungsgebiet Schritt für Schritt zu erweitern, zunächst in Richtung Osten.

Dabei setzt Thielen auch auf die sogenannte Bauvermarktung: Bis die Bagger das jeweilige Haus tatsächlich erreicht haben, können Interessenten noch einen Vertrag abschließen und erhalten den Anschluss kostenlos.

Straßenzüge, in denen die 35 Prozent absehbar nicht erreicht werden, werden übergangen. Thielen ist aber optimistisch, dass sich die Vorteile von Glasfaser schnell herumsprechen, wenn erst einmal die ersten Bagger unterwegs seien. Hinweise zu Tarifen und Beratungsmöglichkeiten sind auf der Website des Unternehmens zu finden.

„Im Buchenkamp“ startet der Tiefbau

Jetzt beginnt das Unternehmen mit den Hausbegehungen, um die technischen und baulichen Voraussetzungen zu klären. Nach der Winterpause rollen ab Januar die Bagger zu den eigentlichen Tiefbaumaßnahmen an. Wann und wo es zu Behinderungen kommen kann, darüber will Giganetz rechtzeitig informieren.

Konkret starten die Tiefbaumaßnahmen in der Straße „Im Buchenkamp“. Dort wird das Gebiet an die Hauptleitung des Glasfasernetzes angeschlossen. Von dort aus wird dann in Richtung des Glasfaser-Hauptverteilers in der Immanuel-Kant-Straße ausgebaut. Von diesem zentralen Knotenpunkt aus wird die Glasfaser sternförmig in den Gehwegen verlegt, alleine in Refrath auf einer Länge von 22 Kilometern.

Die Tiefbaumaßnahmen in diesem ersten Bauabschnitt sollen voraussichtlich im Sommer 2026 abgeschlossen werden.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

13

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Die Deutsche GigaKEINNetz hat vor Gericht heute aktuell, am 08.01.2026 die nächste Klatsche kassiert:

    Wann beginnt die Laufzeit eines Tele­kommu­nika­tions­vertrages?

    Erst wenn Anschluss gebaut und scharf geschaltet ist?
    Nein, entschied heute der Bundes­gerichtshof und ….

    ———
    Hinweis der Redaktion: Den Rest des hier einkopierten Textes können Sie im Original auf der Seite Teltarif.de lesen:

    https://www.teltarif.de/urteil-bgh-vertragslaufzeit-glasfaser/news/101375.html

    Bitte unterlassen Sie es, hier fremde Texte einzufügen. Das Kommentarfeld ist für Kommentare gedacht.

    1. Ihnen ist schon klar, dass das Kopieren eines Textes dieser Länge von teltarif.de* eine Urheberrechtsverletzung ist, mit der Sie auch das Bürgerportal in Schwierigkeiten bringen? Oder ist Ihnen das egal, wenn es um Ihr ganz privates Hassobjekt geht?

      *https://www.teltarif.de/urteil-bgh-vertragslaufzeit-glasfaser/news/101375.html

    2. Hinweis des Verfassers: Danke an die Redaktion für den freundlichen Hinweis.
      Nehmen Sie sich kurz die Zeit, schauen Sie sich meinen Kommentar vom
      20.12.25 / 21:07h an (einfach scrollen) und Sie werden unschwer erkennen, dass ich dort die Quelle “teltarif” als Link eingefügt hatte.
      Diesmal hatte ich den Link vergessen, passiert – ändert aber nichts an der Tatsache, welches Vorgehen die Dt. GigaNetz gegenüber unkritischen Kunden, die munter Haustürgeschäfte machen, an den Tag legt und nun zum wiederholten Male von Gerichten eingefangen wurde.

  2. Bunte Bilder und blumige Worte bringen Vieles, aber noch lange keinen
    Glasfaser-Ausbau der Deutschen GigaKEINnetz in Refrath.
    Noch nicht mal einen Start der Bauarbeiten, weder 2023, 2024, 2025, 2026 oder gar 2027.
    Wie das im nächsten Jahr ablaufen wird ist aktuell (19.12.25) hier nachzulesen, als Blaupause der Stadt Mainz:

    https://www.teltarif.de/glasfaser-open-access-statt-anschluss-bau/news/101169.html

    Diesen aussagekräftigen Artikel sollte sich jeder zu Herzen nehmen und aufmerksam lesen, der immer noch glaubt, dass nach Jahren des Wartens und billigen Vertröstens die Deutsche GigaKEINnetz irgendwann mal anfangen wird zu bauen.

    NEIN, das wird auch 2026 oder in den folgenden Jahren NICHT passieren.

  3. Ich werde da auch meinen Vertrag widerrufen, habe 2023 dort einen Vertrag abgeschlossen mit der Aussicht Ende 2024 mit Glasfaser in Bergisch Gladbach Paffrath versorgt zu werden. Das es 2024 nichts wird dachte ich mir schon, ich bin von 2025 ausgegangen. Diese Jahr hatte ich dann mal nachgefragt wie es aussieht… was habe ich zu hören bekommen, Quote nicht erreicht aber 2027 dann….Von irgend welchen Quoten war bei Abschluss nie die Rede, das die erreicht werden müssen für den Ausbau. Sondern uns wurde suggeriert Ausbau ist 2024… 2027 stell ich dann jetzt auch in frage , auf der Grafischen Darstellung wird Paffrath gar nicht mehr erwähnt auf der Giganetz seite. Jetzt dachte ich mir versuchst Du ein Hybrid Lösung dachte ich auch nur…. Die Großen Anbieter die ich kontaktierte sagten nur , das können wir nicht anbieten weil es Regionale Verträge gibt.. was mich da am meisten dran aufregt ist, die Verteilerkästen von einen Regionalen wie einen Großen Anbieter kann ich aus meinen Fenster sehen, die sind ja heute für jeder man erkennbar!

  4. Der Fortschritt des Ausbaus des Glasfasernetzes in unserer Stadt ist einfach grausam. Ein weiteres Beispiel von zu viel Bürokratie und Entscheidungsträgern welche schlecht informiert oder beraten sind. Das Unternehmen Giga Netz ist weit hinter den versprochenen Zeitlinien zurück und kommuniziert rein gar nicht. In anderen Kommunen (u.B. Kürten) bzw. sogar Stadteilen mit anderen Anbietern geht es doch auch deutlich schneller voran. Ich hoffe mal dass hier zumindest Vertragsstrafen für das Unternehmen verhandelt wurden. Wie sollen solche Vorraussetzungen den Standort Deutschland wieder attraktiv machen, auch im Vergleich mit anderen Ländern stehen wir beim Ausbau alles andere als gut dar.
    Als Konsequenz werde ich meinen Antrag bei der Giga Netz widerrufen und auf ein Heimnetz auf Basis von 4G/5G setzen. Einfach traurig.

    Hier spricht ein frustrierter Home Office Anwender mit einer veralteten Telekom Leitung von maximal 30-40 MBit im zentralen Stadtgebiet.

    1. Das mit 4G/5G würde ich mir noch einmal gründlich überlegen. Sie teilen sich da die auf dem Papier gute Bandbreite mit (ggf. vielen) anderen Nutzern. Das kann gerade in dicht besiedelten Gebieten zu Stoßzeiten eng werden. Und wenn man mal Homeoffice macht, sollte man auch den Upstream im Auge behalten, der ist im Funknetz auch nicht gerade berauschend. Wobei: Besser als 30-40 MBit über eine alte Kupferleitung ist sowieso alles.

  5. Wenn Interesse zum Wechsel besteht, immer daran denken, den 24-Monatsvertrag des aktuellen Anbieters nicht erneut um 12 oder 24 Monate zu verlängern, sondern nur den Vertrag weiterlaufen zu lassen. So hat man einen Monat Kündigungsfrist, wenn die Glasfaserleitung dann mal liegen sollte.

    1. Eigentlich sollte das Interesse schon aus Eigennutz vorhanden sein, denn Anfang der 30er-Jahre droht wohl die DSL-Abschaltung, weil der Betrieb mit immer weniger Kunden auf einer allmählich verrottenden Infrastruktur immer weniger lohnt.

      Wer dann nicht an modernen Leitungen hängt, darf sich auf LTE/5G oder auf Satellitensysteme (mit zünftiger Latenz und Wetterabhängigkeit) verlassen. Die bieten zwar nominell auch eine ordentliche Bandbreite, die teilt man sich aber (ähnlich wie beim Kabel-Internet) mit allen anderen, die gleichzeitig in derselben Funkzelle hängen.

  6. Mit Interesse habe ich über diesen Bericht über GigaNetz gelesen und interessehalber meine Adresse eingegeben. Zu meiner Überraschung soll es hier Glasfaser bereits geben, was definitiv nicht stimmt.
    Ist hier die Datenbank ungenau oder möchte man auf diese Weise Kunden zu einem zu frühen Wechsel verleiten?

    1. Ich glaube auch, dass das etwas missverständlich ist.
      Wie im Text beschrieben, wird dort ausgebaut wo mindestens ~35% der Haushalte einen Vertrag vorab abschließen.
      Daher wäre eine Aussage wie: “Sie sind nah dran. Melden sie sich (verbindlich) an und wir werden ausbauen, wenn die Quote stimmt”, oder aber “Sie sind im Zielgebiet und können sich noch anmelden, unsere Bagger rollen schon”.

      Leider ist es so, dass sich der Kunde verbindlich zu einem Vertrag anmeldet (ohne Frist) und dann hoffen muss, dass etwas passiert.
      Hier stehen sich auch Betreiber und Kunden bzw. Verbraucherzentralen gegenseitig auf den Füßen. (Unterschiedliche Ansicht der Vertragslaufzeit).
      Sinnvoll wäre eine Verbindliche Absichtserklärung seitens der Kunden (z.b. innerhalb 3 Jahre) und wenn das geschafft ist, läuft der 24 Monatsvertrag los.

      1. Zur Zeit werden die unterschiedlichen Ansichten zur Vertragslaufzeit ja vor Gericht geklärt. Wenn die Verbraucherzentralen da siegen, ist das für die Kunden mit jetzt schon bestehendem Vertrag die komfortabelste Situation. Wenn Giganetz das Verfahren gewinnt, ist es eigentlich egal, wann man abschließt (solange man das tut, bevor die Bagger vorbeigezogen sind).