Bertold Reiff, Michael Freitag und Alex Becker bilden die Fraktion Volt/FWG. Fraktionschef Becker ist allerdings auf einer Dienstreise im Ausland und nimmt an der Sitzung nicht teil. Fotos: Volt, FWG

Die Zusammensetzung des neuen Stadtrats bleibt in Bewegung. Rainer Röhr und Benno Nuding hatten für die FWG zwei Mandate gewonnen, doch nun wird keiner der beiden die Wählergemeinschaft im Rat vertreten. Statt dessen rückt die Nummer 3 nach – und bildet mit den zwei Ratsherren von Volt eine Fraktion.

Die Partei Volt und Wählergemeinschaft FWG haben ihre Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen und werden unter dem Namen Volt/FWG gemeinsam als Fraktion im Stadtrat antreten. Auf der Basis der beiden Wahlprogramm wollen sie die Bergisch Gladbacher Stadtpolitik mitgestalten und die Mitte stärken, teilten sie am Dienstag mit.

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Eine Entwicklung, die erwartet worden war – denn Volt und FWG hatten bei der Kommunalwahl im September jeweils zwei Mandate gewonnen. Das war jeweils ein Sitz zu wenig, um eine eigene Fraktion bilden und Sachkundige Bürger berufen zu können.

Zudem hatte Benno Nuding, Nummer 2 auf der Liste der FWG und bis dato ihr Vorsitzender, aus dem schwachen Ergebnis eine persönliche Konsequenz gezogen, sich von der FWG verabschiedet, sein Mandat aber als Einzelkämpfer behalten.

An den grundsätzlichen Kräfteverhältnissen im Rat verändert sich durch die neue Fraktion nichts. Es gibt nun fünf Fraktionen, drei Gruppen und zwei Einzelmandate. Weder CDU/FDP noch SPD/Grüne können die Mehrheit von 37 Stimmen erreichen, auch nicht mit Hilfe anderer Fraktionen/Gruppen, solange die AfD außen vor bleibt.

Überraschend teilte nun auch Rainer Röhr mit, sein Mandat „aus persönlichen Gründen“ nicht wahrnehmen zu wollen. Er war Nummer 1 der FWG-Liste und bislang ihr Fraktionsvorsitzender. Für Röhr rückt Nummer 3 der Liste nach, Martin Freitag.

Mit den beiden Volt-Ratsherren Alex Becker und Bertold Reiff bildet Freitag nun die dreiköpfige Fraktion Volt/FWG. Becker und Freitag sollen als gleichberechtigte Co-Vorsitzende fungieren. Verstärkt werden sie durch voraussichtlich zwölf Sachkundige Bürgerinnen und Bürger.

„Mit einer gemeinsamen Fraktion wollen wir zur Stabilität im Stadtrat beitragen und die politische Mitte stärken. Wir werden unseren Teil dazu beitragen, dass es mit unserer Heimatstadt vorangeht, pragmatisch und mit erhöhter Schlagkraft,“ erklärte Becker.

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Ein intensiver Dialog mit der Bürgerschaft stehe auf der Agenda der Fraktion ganz vorne. Die schwierige Haushaltssituation der Stadt lasse keine andere Wahl, betonte Reiff, der die Fraktion im Finanzausschusses vertreten soll.

Rainer Röhr ist inzwischen als Nachfolger von Nuding zum Vorsitzender der FWG gewählt worden und will der Fraktion aktiv und beratend zur Verfügung stehen. Ebenso wie Willy Bartz werde er auch als sachkundiger Bürger tätig bleiben.

Benno Nuding wies Gerüchte zurück, er wolle sich jetzt der CDU-Fraktion anschließen. Er werde zunächst als Einzelmandatsträger im Rat mitwirken, sagte er auf Nachfrage. Allerdings werde er wahrscheinlich mittelfristig einer der Fraktionen beitreten – „je nachdem, wie sie sich in den kommenden Monaten positionieren“.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Sehr geehrte Damen und Herren,

    sowohl Herr Röhr als auch meine Person werden weiterhin der Stadt Bergisch Gladbach als sachkundige Bürger erhalten bleiben. Herr Freitag ist deswegen nun für die FWG im Rat der Stadt Bergisch Gladbach, weil Herr Röhr zum Vorsitzenden unseres Vereins gewählt wurde. Er beabsichtig gemeinsam mit dem neuen Vorstand den Verein der FWG auszubauen und auch die Programmatik zu schärfen.
    Weder tritt er wegen des Ergebnisses bei der Kommunalwahl noch wegen anderer Spekulationen sein Mandat nicht an, sondern fokussiert seine politische Mitgestaltung auf unseren Verein.
    Hinter Martin Freitag, unserem Ratsherrn, steht also ein lebendiger Verein, der es deutlich macht, dass es viele Personen in unserer Stadt gibt, die sich politisch engagieren.

    Liebe Grüße
    Ihr Willy F. Bartz

  2. Es ist immer heikel, wenn ein Politiker aus “persönlichen” Gründen zurücktritt oder weiterzieht, Es hat ein Gschmäckle, weil alle Welt außer denen, die es wissen, zu spekulieren beginnen, ob es denn wohl die Familie nicht wollte, der Politiker beleidigt ist wegen was weiß ich, das Fähnchen wohl einmal zu oft gewechselt wurde oder innerbetrieblicher Krach der Grund ist. Wenn aber gleich 2 Frontleute einer sehr kleinen Wählergemeinschaft das Weite suchen in Form einer anderen Fraktion bzw. den Rückschritt an die Spitze der Gemeinschaft wählen, dann ist wohl dort Feuer unterm Kessel. Die Beiden haben menschlich enttäuscht und sind politisch verbrannd.

    1. Sehr geehrter Herr Havermann, Sie urteilen hier über zwei Personen, die sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für die Stadt Bergisch Gladbach einsetzen – und es erklärterweise auch in den nächsten Jahren weiter tun werden. Damit gehören die beiden zu einer Gruppe von gerade mal 200 Personen, die als Ratsmitglieder, sachkundige Bürger:innen und/oder Vorstände der Parteien / Wählergemeinschaften viele Stunden ihrer Freizeit opfern. Dafür verdienen sie Respekt und keine Schmähkritik.

    2. Sehr geehrter Herr Havermann,

      Herr Röhr zieht nicht weiter und es kein Geschmäckle. Hinter der FWG-Fraktion steht ein Verein und Herr Röhr hat sich entschieden, dass er dem Verein vorstehen möchte, um diesen mit einem neuen Team weiter auszubauen, dessen Programmatik zu verschärfen und neue Mitglieder zu gewinnen.
      Weder hat Herr Röhr menschlich enttäuscht noch ist er politisch verbrannt; er wurde einstimmig gewählt und wird auch in der neuen Wahlperiode sachkundiger Bürger für die Fraktion Volt/FWG sein.
      Des Weiteren verbiete ich mir solche Kommentare, die voller Unwissenheit und bewusst falsch gesetzter Spekulationen sind.

      W. F. Bartz

  3. Ich finde das überhaupt nicht in Ordnung, sich erst für eine Partei wählen zu lassen und dann, weil ihnen das Ergebnis nicht passt, in eine andere Fraktion zu wechseln.
    Das ist auch schon wieder so ein Fall von Wähler-Verarsche ala ich mach mir die Welt, widde widde wie sie mir gefällt. Könnte ja wenigstens hier auf kommunaler Ebene mal Rücksicht drauf genommen werden aber die persönliche Profilierung scheint wohl doch wichtiger zu sein als das Allgemeinwohl.