Unterstützerinnen und Unterstützern mit Magdalene Holthaus, Tülay Durdu und Judith Klaßen ((erste Reihe, 2., 3. und 4. von links). Foto: SPD

Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen ist in der Buchmühlenstraße eine dauerhaft installierte Orange Bank eingeweiht worden. Mit ihr soll ein gut sichtbares und dauerhaftes Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen gesetzt werden.

Wir veröffentlichen einen Beitrag des Büros von Tülay Durdu (SPD)

„Mit der Orange Bank möchten die Allgemeine Frauenberatungsstelle für den Rheinisch-Bergischen Kreis und die Gleichstellungsstelle der Stadt Bergisch Gladbach ein deutliches Signal senden. Gewalt gegen Frauen passiert mitten in unserer Gesellschaft – wir müssen hinsehen und handeln“, erklärte Magdalene Holthaus von der Frauenberatungsstelle.

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Dass Handlungsbedarf besteht, betonte auch die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bergisch Gladbach, Judith Klaßen: „Die Zahl der Opfer häuslicher Gewalt in Deutschland ist allein im vergangenen Jahr um rund 100.000 gestiegen – auf inzwischen etwa 266.000 Betroffene. Wir dürfen hier nicht wegsehen. Jede dieser Zahlen steht für ein Schicksal.“

Unterstützung kommt auch aus der Landespolitik. Die SPD-Landtagsabgeordnete Tülay Durdu machte deutlich, dass sichtbare Mahnmale wichtig seien, aber nicht ausreichten: „Ich hoffe, dass die Orange Bank dazu beiträgt, das Bewusstsein für Gewalt gegen Frauen und Mädchen weiter zu schärfen. Aber wir müssen auch die Hilfsangebote ausbauen: 2023 fanden in Nordrhein-Westfalen drei von vier Frauen, die Schutz in einem Frauenhaus suchten, keinen Platz, weil die Frauenhäuser im ganzen Land überlastet waren. Besonders im ländlichen Raum ist die Lage kritisch. Hier erwarten wir deutlich mehr Engagement des Landes.“

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Mit der Orange Bank wird Bergisch Gladbach Teil einer weltweiten Aktion im Rahmen der UN-Kampagne „Orange the World“. Sie soll daran erinnern, dass Gewalt gegen Frauen kein Randthema ist, sondern ein alltägliches und gesellschaftliches Problem – dem gemeinsam entgegengetreten werden muss.

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  1. In Spanien funktioniert der Gewaltschutz (Femizide) weil er umfassender ist.

    –>Hier werden Richter*innen und Staatsanwält*innen speziell zu Gleichstellung und Geschlechtsdiskriminierung geschult.
    –>Kommt es zu einem Femizid, halten die Parlamente eine Schweigeminute ab,
    –>Kommt es zu einem Femizid, wird das in den Abendnachrichten berichtet.

    In den letzten Jahrzehnten hat sich die Zahl der Femizide in Spanien fast halbiert. Auch dank der verschiedenen Maßnahmen ist die Zahl stark gesunken. Es gibt vieles, was Deutschland lernen könnte.”

    https://www.zdfheute.de/politik/ausland/spanien-deutschland-frauen-femizid-gesetz-gewalt-100.html

  2. Die Orange Bank setzt ein sichtbares Zeichen – gut so!

    Sie macht deutlich, dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen nicht irgendwo passiert, sondern mitten in unserer Stadt. Genau deshalb ist es wichtig, dass solche Orte geschaffen werden: öffentlich, klar erkennbar und unübersehbar.

    Der Beitrag zeigt eindrucksvoll, wie engagiert die Allgemeine Frauenberatungsstelle, die Gleichstellungsstelle und Teile der Politik dieses Thema tragen.
    Das verdient Respekt. Denn ohne sichtbare Mahnmale rückt ein Problem oft viel zu schnell aus dem Blick.

    Aber Sichtbarkeit allein reicht nicht.

    Darum enthält das Konzept „Alte Stadthäuser“ (schon von Beginn an!) einen ganz konkreten, ergänzenden Vorschlag:
    Im 4. Obergeschoss des Bauteil B sollen sieben kleine Schutz-Wohnungen entstehen – sichere Zufluchtsräume für Frauen und Kinder, wenn Zuhause plötzlich kein sicherer Ort mehr ist.

    Damit knüpfen die Alten Stadthäuser direkt an das Signal der Orange Bank an:
    Ein Zeichen gegen Gewalt – und gleichzeitig ein greifbares Angebot, das Betroffenen in der Realität hilft.

    So entsteht aus einem starken Symbol ein noch stärkeres Versprechen:
    Bergisch Gladbach schaut hin. Und handelt.

    Danke!

  3. Gewalt gegen Frauen ist in keinster Weise zu akzeptieren. Aber das Aufstellen von orangefarbenen Bänken hilft genau so wenig wie die Einführung von Messerverbotszonen gegen Gewalt und Straftaten. Und natürlich kann man auch die Plätze in Frauenhäusern erhöhen aber dann ist meistens bereits zu Gewalt bekommen und der Täter läuft noch frei rum.

    Aus meiner Sicht hilft nur eine harte und konsequente Bestrafung der Täter. Und das auch schon im Vorfeld, wenn es z.B. zu stalking etc. kommt und noch keine schweren Vorfälle passiert ist.

    Solange die Täter so gut wie nichts zu befürchten haben, kann man noch so viele Bänke als reine Symbolpolitik aufstellen und es wird sich nichts ändern.
    Italien hat die Strafen für solche Straftaten drastisch erhöht, man sollte die Entwicklung dort genau verfolgen um ggf eine tatsächliche Verbesserung für die Frauen zu erreichen.