Martin Wagner, Leiter des Fachbereichs 7 „Technik und Umwelt“. Foto: Stadt Bergisch Gladbach

Der Fachbereich 7 (Umwelt und Technik) unter der Leitung von Martin Wagner kümmert sich um den Umwelt- und Immissionsschutz, ist aber vor allem für Unterhalt und Modernisierung des Abwassernetzes, der Verkehrstechnik und des Fuhrparks der Stadt sowie für die Müllabfuhr verantwortlich. Mit diesem Beitrag setzen wir die Dokumentation über die Jahresbilanz 2025 der Stadt fort. 

Wir veröffentlichen einen Beitrag der Stadt Bergisch Gladbach

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7-36 Umweltschutz

Immissionsschutz

Im Rahmen der Lärmaktionsplanung nach EU-Umgebungslärmrichtlinie ist im März 2025 der Lärmaktionsplan für Bergisch Gladbach pflichtgemäß an das Land NRW gemeldet worden. Zielsetzung des Lärmaktionsplans ist eine Verbesserung der Lärmsituation und damit der Wohn- und Lebensqualität insbesondere entlang der am höchsten belasteten Hauptverkehrsstraßen in Bergisch Gladbach.

Zur Umsetzung verschiedener darin empfohlener Maßnahmen, wie der Einführung von Tempo-30-Verordnungen, sind Abstimmungen mit den zuständigen Fachabteilungen angelaufen. Die Lärmaktionspläne sind turnusmäßig fortzuschreiben bzw. zu überarbeiten. Der nächste Abgabetermin liegt im Sommer 2029. Hierzu ist bereits mit den Vorarbeiten begonnen worden.

Ein weiterer Schwerpunkt ist das Thema Luftreinhalteplanung. Mit der novellierten EU-Richtlinie gelten ab dem Jahr 2030 neue und strengere Grenz- und Zielwerte. Im Zuge dessen sind die Kommunen aufgefordert, die Wahrscheinlichkeiten möglicher Überschreitungen anhand einer ersten groben Einschätzung noch in diesem Jahr an das Land zu melden.

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Martin Wagner wird Leiter des Fachbereichs Umwelt und Technik

Seit vielen Jahren ist Martin Wagner Leiter des Abwasserwerks der Stadt Bergisch Gladbach und Experte für alle Wasser-Fragen. Jetzt steigt er zum Chef des Fachbereichs 7 auf und ist damit für Umweltschutz, Verkehrstechnik, Abwasser und Abfall zuständig. Er folgt auf Stephan Dekker, der bereits im April zum Beigeordneten gewählt worden war.

Auf Basis dieser Ergebnisse ist geplant, das landesweite Messstellennetz zur Bestimmung der Außenluftkonzentrationen im Jahr 2026 auszubauen. Bei Überschreitungen dieser dann gemessenen Werte erstellt die zuständige Bezirksregierung (in Abstimmung mit den Kommunen) bis 2028 einen Luftreinhaltefahrplan, der Maßnahmen zur Reduzierung der Luftschadstoffe entwickelt.

Umweltschutz

Für fast alle Bauprojekte der Stadt werden Artenschutzprüfungen bzw. landschaftspflegerische Begleitpläne zur Einschätzung der betroffenen Tierarten bzw. Umweltgüter erstellt, wie beispielsweise für den Abbruch städtischer Gebäude, den Bau oder die Errichtung von Rückhaltebecken, Brücken oder Spielplätzen. Aber auch bei Gefahrfällungen erfolgt eine Begutachtung der Baumhöhlen.

Bebauungspläne wurden ebenfalls begleitet, wie zum Beispiel der Bebauungsplan „Westliches Carparkgelände“, für den neben der Artenschutzprüfung auch Bodengutachten sowie Umweltbericht mit Eingriffs- und Ausgleichsbilanzierung in Erarbeitung sind.

Gefahrstoffe

In diesem Aufgabengebiet wurden für viele Bau-, Umbau- oder Sanierungsprojekte des Hochbaus an städtischen Schulen und Gebäuden Schadstoffuntersuchungen durchgeführt. Die sich daraus ergebenden Maßnahmen wurden veranlasst und begleitet.

Im Bereich Kuhlerbusch wurde eine einsturzgefährdete Halle im Frühjahr abgebrochen und das Grundstück baureif hergestellt. Die Sanierung des kieselrotbelasteten ehemaligen Sportplatzes an der Paffrather Straße wurde ausgeschrieben. Die Bauarbeiten laufen derzeit an und sollen noch vor Weihnachten beendet werden.

7-66 Verkehrstechnik und Straßenunterhaltung

Für die Abteilung 7-66 „Verkehrstechnik und Straßenunterhaltung“ war die elektrotechnische Begleitung der Baumaßnahme Schloßstraße eine ständige Aufgabe, um künftig eine moderne Infrastruktur zu schaffen. Spannend wird in diesem Jahr noch die Umrüstung der Parkscheinautomaten auf berührungsloses Bezahlen, die für Dezember geplant ist (Stand: Ende November 2025).

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Stadt stellt neue Parkautomaten auf: Plus-Ticket statt Bargeld

Der Austausch der 53 Automaten auf den öffentlichen Parkplätzen der Stadt hat begonnen. An den neuen Geräten können die Parkscheine per App und jetzt auch mit Karte gelöst werden. Wer bar bezahlen will, muss sich vorab ein „Plus-Ticket“ im Bürgerbüro kaufen.

Darüber hinaus wurden sehr viele kleinere Projekte erfolgreich umgesetzt, wie die ersten Fahrradstraßen in Bergisch Gladbach sowie fahrradfreundliche Umgestaltungen weiterer Straßen in Form von Fahrbahnsanierungen sowie Markierungs- und Beschilderungsmaßnahmen.

Den größten Teil bilden allerdings die vielen kleineren Aufgaben des Tagesgeschäfts im Rahmen der Straßenunterhaltung. Tagtäglich werden Störungen, Vandalismus und Unfallschäden an der gesamten Infrastruktur behoben, Straßenabschnitte und Schlaglöcher repariert sowie Bauwerke wie Tiefgaragen und Tunnel sowie städtische Brunnen gewartet und instand gehalten. Zudem erfolgen Einsätze im Winterdienst sowie der übliche Rufdienst für Notlagen regelmäßig.

Im Ergebnis kann festgestellt werden, dass die rund 400 Kilometer Straßen mitsamt Straßenzubehör kontinuierlich auf einem ordentlichen Stand gehalten werden, was beachtenswert ist. Hier sind insbesondere die Mitarbeitenden des städtischen Bauhofs mit großem Engagement im Stadtgebiet unterwegs.

7-68 Abwasserwerk

Zentrales Thema im Abwasserwerk (AWW) war 2025 die Umsetzung und Aufstellung des Abwasserbeseitigungskonzepts. Insgesamt sind rund 282 Einzelmaßnahmen für den Zeitraum 2027 bis 2038 enthalten. Im ersten Abschnitt 2027 bis 2032 sind 173 Maßnahmen mit einem veranschlagten Investitionsvolumen von 177 Millionen Euro geplant.

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Stadt will und muss 390 Millionen Euro in Abwasser investieren

Beim Versuch, ein einigermaßen schlankes Konzept für die Abwasserbeseitigung aufzustellen, war Bergisch Gladbach gescheitert. Nun nimmt die Verwaltung einen neuen Anlauf. Weil die rechtlichen Anforderungen in der Zwischenzeit weiter gestiegen sind, rechnet sie bis 2037 mit Ausgaben von 390 Millionen Euro. Ohne ein Konzept drohen jedoch rechtliche, finanzielle und planerische Konsequenzen – bis hin zum Stopp für neue Baugebiete.

Für 2025 waren 87 Projekte im Ansatz. 66 dieser Maßnahmen werden durch eine externe Projektsteuerung unterstützt. Zur Bewältigung dieser Mammutaufgabe wurde eine interne Projektsteuerung eingerichtet. Der größte Aufgabenkomplex umfasst die Regenwasserklärung und die Kanalsanierung. Die größten Hindernisse sind zum einen die Verfügbarkeit der erforderlichen Grundstücke und zum anderen die regelmäßige Unterhaltung im Verkehrsraum.

Das Abwasserwerk hat zudem einen Masterplan beauftragt, der zum Ziel hat, die altersbedingten Defizite der Kläranlage aufzuzeigen sowie entsprechende Lösungsansätze zu liefern.

Das Thema Starkregen wurde 2025 weiter durch das Abwasserwerk in der Verwaltung und bei den Bürgerinnen und Bürgern von Bergisch Gladbach ins Bewusstsein gerückt. So ist es für Bürgerinnen und Bürger auf der Homepage des Abwasserwerks mit dem Wasser-Risiko-Check möglich, Gefahren durch Starkregen und Hochwasser speziell für das eigene Grundstück/Haus anzuzeigen und sich über die Gefahrenabwehr zu informieren.

Darauf aufbauend wurde die Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Starkregen durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter intensiviert und neue Plakate zum Thema „Starkregen“ erstellt.

Abfallwirtschaftsbetrieb Bergisch Gladbach und EBGL GmbH

Sachgebiet 7-691: Abfallsammlung und -transport

Die Abfallsammlung funktionierte durch eine angepasste Personalpolitik reibungslos. Wesentliche Zukunftsprojekte wurden initiiert, insbesondere die Einführung eines Behälteridentifikationssystems sowie die Entwicklung einer funktional optimierten AbfallApp.

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Gelbe Tonne ersetzt den gelben Sack

Das neue Jahr bringt Neuerungen beim Müll: Künftig wird es auch in Bergisch Gladbach flächendeckend (wieder) gelbe Tonnen statt der Säcke für Plastikverpackungen geben. Die 240-Liter-Behälter werden ab Mai zur Verfügung gestellt. Damit setzt die Stadt einen politischen Beschluss um, der schon ein paar Jahre alt ist.

Zum Jahreswechsel wurden zudem Abstimmungen zur Optimierung der Entsorgungslogistik und zur Reduzierung von Transportwegen aufgenommen. Die Umsetzung der daraus resultierenden Maßnahmen ist für 2026 vorgesehen und soll die Emissionen im Rahmen der Logistik reduzieren.

Sachgebiet 7-692: Fuhrpark & Technik

Das Sachgebiet Fuhrpark & Technik nimmt eine zentrale Schlüsselrolle im Hinblick auf den gesamten städtischen Fuhr- und Gerätepark ein. Sämtliche Reparaturen – unter anderem für Feuerwehr, Rettungsdienst, Abwasserwerk und Abfallsammlung – werden über dieses Sachgebiet abgewickelt. Im Jahr 2025 konnten rund 2.000 Reparaturaufträge erfolgreich abgeschlossen werden. Die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft des Winterdienstfuhrparks wurde im Rahmen des Bereitschaftsdienstes ebenfalls zuverlässig gewährleistet.

Erstmals wurde in Kooperation mit dem Fachbereich Finanzen ein „Betrieb gewerblicher Art“ eingerichtet, der es der Kfz-Werkstatt ermöglicht, auch externe Aufträge – beispielsweise im Bereich Fahrzeugbau – zu übernehmen. Die daraus resultierende Einnahmeoptimierung soll 2026 weiter ausgebaut werden.

Ein besonderer Schwerpunkt 2025 lag auf der Modernisierung wesentlicher Teile des Fuhrparks. Mittlerweile werden rund 25 Prozent des Gesamtfuhrparks alternativ betrieben (Elektro, Plug-in-Hybrid u. ä.). Ein weiterer Meilenstein war die Einführung von HVO100 als Kraftstoff für sämtliche Fahrzeuge des Abfallwirtschaftsbetriebs. Hierdurch konnten 2025 bereits über 100.000 Liter konventioneller Diesel durch HVO100 ersetzt werden.

Nach umfassenden Softwareanpassungen und erfolgreichen internen Abstimmungen ist nun eine stadtweite Einführung von HVO100 als Standardkraftstoff möglich. Der Testbetrieb im Bereich der Abfallsammlung verlief erfolgreich; sämtliche internen Prozesse konnten ordnungsgemäß abgeschlossen werden.

Sachgebiet 7-693: Straßenreinigung, Stadtreinigung, Winterdienst und Annahmestellen

Im Bereich der Straßen- und Stadtreinigung wurden vier neue Großkehrmaschinen in den Fuhrpark integriert. Diese tragen insbesondere während der laubintensiven Herbstmonate zu einer deutlichen Verbesserung des Reinigungsergebnisses bei.

An Altkleider- und Glascontainerstandorten wurden vermehrt illegale Abfallablagerungen beobachtet. Zudem nimmt die Befüllung von Altkleidercontainern mit Restmüll zu, was die Stadtreinigung vor wachsende Herausforderungen stellt. Für 2026 ist die Einführung einer Überwachung der Containerstandorte sowie eine Ahndung illegaler Abfallentsorgungen seitens des AWB geplant.

Die Planungen zur Sanierung der Annahmestelle am Birkerhof wurden weiter vorangetrieben; im ersten Quartal 2026 ist eine temporäre Schließung zur Durchführung erster Modernisierungsmaßnahmen vorgesehen.

EBGL GmbH: Digitalisierungs- und Infrastrukturprojekte

Das Pilotprojekt „Fahrzeugpooling und digitales Fahrtenbuch“ wurde erfolgreich implementiert. Bereits sechs Abteilungen an zwei Standorten sind vollständig oder teilweise an das neue Poolingsystem angebunden, das innerhalb der Belegschaft auf breite Zustimmung stößt. Eine sukzessive Ausweitung ist für 2026 vorgesehen.

Zudem wurden über zehn neue Ladepunkte errichtet und mehr als zehn bestehende Ladepunkte mit intelligentem Lademanagement- und Abrechnungssystem ausgestattet. Mit dem Standort Rathaus Bensberg wurde ein weiterer Bereich in das Pilotprojekt „Mitarbeiterladen“ integriert. Insgesamt konnten 2025 nachhaltige Fortschritte im Bereich Fuhrparkmodernisierung und Digitalisierung erzielt werden.

Altdeponie Birkerhof

Auch im Bereich der Altdeponie Birkerhof wurden bedeutende Maßnahmen erfolgreich umgesetzt. Das neue Pumpwerk für das Deponiewasser wurde in Betrieb genommen. Zudem konnte die neue Schwachgasbehandlungsanlage erfolgreich installiert und aktiviert werden. Diese erfasst das entstehende Deponiegas und stellt durch kontrollierte Verbrennung sicher, dass Methanemissionen wirkungsvoll reduziert werden.

Hier werden offizielle Pressemitteilungen der Stadtverwaltung veröffentlicht. Sie geben nicht die Meinung des unabhängigen Bürgerportals iGL wieder.

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