Zusammenstoß zwischen Auto und Fahrrad im Turbokreisel - der nach wie vor der häufigste Unfallort der Stadt ist. Foto: Redaktion

Die Zahl der Verkehrsunfälle in Rhein-Berg und auch in Bergisch Gladbach hat sich auf einem hohen Niveau verfestigt, die Zahl der Schwerverletzten nimmt im Vergleich zum Vorjahr wieder zu. In der aktuellen Statistik der Kreispolizei fällt auf, dass immer mehr junge Menschen verunglücken.

Die Zahl der Kraftfahrzeuge im Rheinisch-Bergischen Kreis ist kleiner geworden, mit 220.409 waren im vergangenen Jahr knapp 1600 weniger angemeldet als 2024. Gleichzeitig wird der Verkehr komplexer – und mit Pedelecs, E-Scootern und nun auch den sogenannten Moped-Autos sind mehr jüngere Menschen auf den vollen Straßen unterwegs. Das schlägt sich auch in der Unfallstatistik 2025 nieder, die die Polizei Rhein-Berg am Mittwoch vorlegte.

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Insgesamt verunglückten im Verkehr in Rhein-Berg im vergangenen Jahr 1080 Personen – und damit ziemlich genauso viele wie in den vergangenen fünf Jahren auch. Nur im Coronajahr 2021 waren es etwas weniger als 1000 Betroffene.

Die Zahl der verunglückten Kinder erhöhte sich innerhalb von fünf Jahren jedoch von 67 auf jetzt 100. Bei den Jugendlichen kletterte die Zahl von 66 auf 81, das sei der „traurige Höchststand seit 2010“, notiert die Polizei. Von den 81 hätten 54 den Unfall im wesentlichen selbst verursacht, und meistens war zu schnelles Tempo im Spiel.

Die Zahl der Senior:innen, die leicht oder schwer verletzt wurden, ist mit 169 konstant. Hier bemerkt die Polizei jedoch, dass mehr Fußgänger:innen im höheren Alter verletzt werden; oft verunglückten sie auf Parkplätzen und beim Rangieren.

Getötet wurden im vergangenen Jahr sieben Menschen bei Verkehrsunfällen. Alleine bei dem Unfall eines 16-Jährigen in Kürten-Dürscheid waren im August vier junge Beifahrer:innen um Leben gekommen.

In der Stadt Bergisch Gladbach verdoppelte sich die Zahl der betroffenen Kinder zwischen 2020 und 2025 fast auf 42. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass sich der Sprung auf deutlich erhöhte Zahlen bereits 2023 ereignete und die Jahre davor von der Corona-Epidemie beeinflusst waren.

Gleichzeitig nimmt die Zahl der Verunglückten, die im Auto oder mit dem Fahrrad unterwegs waren, tendenziell ab. Dafür spielen häufiger Pedelecs oder Elektrokleinstfahrzeuge (in der Regel E-Scooter) eine Rolle. Dabei verweist die Polizei noch einmal ausdrücklich darauf, dass diese elektrischen Roller von Kindern (bis 14 Jahren) gar nicht benutzt werden dürfen.

Insgesamt bietet die Unfallstatistik eine Flut von Daten (siehe Dokumentation unten). Im Jahresvergleich gibt es häufig starke Schwankungen, mittelfristig über sechs Jahre hinweg sind klare Trends kaum zu erkennen.

Unfallschwerpunkte in Bergisch Gladbach

Von Bedeutung für die lokale Verkehrspolitik ist ein Blick auf die Orte, an denen sich die Unfälle häufen. In Bergisch Gladbach ist das – bereits seit dem Bau 2018 – der sogenannte Turbokreisel zwischen Schnabels- und Gohrsmühle. Hier wurden in den vergangenen drei Jahren 56 Unfälle gezählt, dabei wurde aber „nur“ eine Person schwer verletzt, weitere 13 leicht.

Auf Platz zwei mit 41 Unfällen und 12 Leichtverletzten folgt der Bereich am Busbahnhof in der Steinstraße in Bensberg, dort sind v.a. Fußgänger betroffen.

Besonders gefährlich ist die Stationsstraße, mit dem Übergang vom Bahnhof in die Innenstadt und dem sogenannten „share space“, dort wurden in den drei Jahren vier Menschen schwer verletzt.

Ziemlich häufig kracht es auch auf den Hauptverkehrsstraßen, der Mülheimer Straße, der Bensberger/Gladbacher Straße sowie der Dolmanstraße.

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Die genannten Unfallschwerpunkte müssten, wenn minimale Geduld, genügend Rücksicht, und vor allem genaues Hinschauen (! – bevor weiter losgefahren wird -) angewandt würden, keine sein.
    Empfinde diese Stellen verkehrstechnisch nicht als schwer komplett unfallfrei zu überwinden.
    Da gibt es wirklich ganz andere, neuralgische Punkte, an welchen vollste Aufmerksamkeit gefordert ist.
    Es muss wieder die Gedankenlosigkeit vieler Menschen sein, welche diese Resultate hervorbringt.

    1. Oft ist es eine Kombination von schlechter Infrastruktur und individueller Unachtsamkeit/ Ungeduld, die zum Unfall führt. Verkehrsteilnehmer:innen machen manchmal Fehler, das lässt sich nicht ausschließen. Eine gute Verkehrs-Infrastruktur ist fehlertolerant und sorgt dafür, dass nicht jede kurze Unachtsamkeit gleich zum Unfall führt.

      Beispiel Busbahnhof Bensberg: Schlechte Sichtverhältnisse durch die enge Kurve, kombiniert mit einer komplett verwirrenden Ampelschaltung, die Fußgängern “Grün” suggeriert, während der KFZ-Verkehr von der Overather Straße noch fährt. Kein Wunder, dass es dort zu Konflikten kommt.

  2. Aus der Verkehrsunfallbilanz zu entnehmen ist auch, dass 64 % der Unfälle der Fahrradfahrer entweder von diesen allein verursacht wurden oder Fahrradfahrer Hauptunfallverursacher sind. Bei Unfällen von Pedelecfahrern beläuft sich dieser Anteil auf 91 %. Was ist da los im Rheinisch-Bergischen-Kreis?

    1. Ihre Interpretation ist nicht korrekt.

      Er handelt sich um 42% (64 davon 34 Alleinunfall) bei denen Radfahrende Hauptverursacher sind. Beim Pedelec entsprechend 54% (76 davon 53 Alleinunfall).

      In der polizeilichen Unfallstatistik wird bei jedem Unfall ein Hauptverursacher (derjenige mit der größten Schuld bzw. dem entscheidenden Fehlverhalten) festgelegt. Da beim Alleinunfall keine andere Person beteiligt ist, trägt der Fahrer automatisch diese Rolle.

      Leider verschleiert die Ursache “unangepasste Geschwindigkeit” oft auch äußere Umstände, wie Schlaglöcher, abgesengte Kanaleinläufe, Bahnschienen oder Wurzelaufbrüche, die letztendlich zum Alleinunfall, sprich Sturz geführt haben. Die Dunkelziffer wird als extrem hoch eingestuft.

      https://www.udv.de/resource/blob/184796/cce4a6b3ed00b429d98aa99c34b3c120/98-alleinunfaelle-data.pdf

      1. Anhaltspunkte, die für Ihre Interpretation sprechen, ergeben sich aus obiger Bilanz nicht. Gerne können Sie mir eine Quelle nennen, aus welcher sie Ihr Wissen über die polizeiliche Unfallstatistik schöpfen. Die schlichte Erklärung bei einem Alleinunfall nehme der Verunfallte automatisch die Rolle des Hauptverursachers in der polizeilichen Statistik ein, überzeugt nicht. Warum sollte dies so sein?

      2. Quelle ist die dem Artikel beigefügte pdf-Datei. Es gab 152 Verunglückte mit Fahrrad (S. 12). Davon waren 34 Alleinunfälle, bleiben 118 Unfälle mit weiteren Beteiligten. Dabei war (64 – 34) = 30 mal der Radfahrer Hauptverursacher, das sind ca. 25% der Fälle – was m.W. etwa dem Bundesschnitt entspricht.

        Interessant finde ich zweierlei:
        – “Mangelhafte Infrastruktur” taucht nicht als Unfallursache in der Statistik auf, obwohl z.B. Schlaglöcher regelmäßig zu Stürzen führen.
        – Trotz der starken Zunahme des Rad- und Fußverkehrs (s. kürzlicher in-gl-Beitrag) ist die Zahl der Verunglückten in diesen Kategorien nicht bzw. nur minimal gestiegen (ja, es sind unterschiedliche Basisjahre, 2020 vs. 2014).

      1. Das habe ich mir mal im Bericht angesehen und kann Ihr Fazit nicht bestätigen. Wenn von 100 Verunfallten dieser Gruppe 28 Alleinunfälle sind und im Bericht weiter steht „…In Konfliktsituationen mit anderen Verkehrsteilnehmenden sind Fahrrad- und Pedelec-fahrende zumeist Opfer….“ können von 100 Unfällen nur 72 mit Fremdbeteiligung erfolgt sein.

        Weiter gehts im Bericht „…66 Prozent dieser Verkehrsunfälle mit Personenschaden werden durch andere Verkehrsteilnehmende verursacht…“, also 66% von den übrig gebliebenen 72. Das wären 47,52%.

        Ich verstehe Ihr Fazit so, dass es um die Mehrheit aller Unfälle dieser Gruppe geht, aber die Zahlen verstehe ich anders und komme zu einem anderen Ergebnis. Die Mehrheit der Gesamtunfälle ist m. E. nicht fremdverursacht.

        Aber über Statistiken darf man sich nicht streiten. Jede/s Unfallopfer ist eines zu viel, egal welche Ursache. Wie hoch die Dunkelziffer insbesondere bei Alleinunfällen ist, wird man nicht kalkulieren können. Die Frage ist, welche Ursachen könnte man beseitigen?

    2. Eigentlich ist es mir herzlich egal, ob ich Sie überzeugen kann. Auch bin ich der Ansicht, dass Sie die Online Recherche, bei tatsächlichem Interesse. auch hätten selber führen können.

      “Der Hauptverursacher (1. Beteiligter) ist der Beteiligte, der nach Einschätzung der Polizei die Hauptschuld am Unfall trägt. Beteiligte an Alleinunfällen gelten immer als Hauptverursacher.” – Grundbegriffe der Unfallstatistik S.3

      https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Verkehrsunfaelle/Methoden/verkehrsunfaelle-grundbegriffe.pdf?__blob=publicationFile

      1. Ich war sogar mal in einem Unfallbericht der Polizei auf der 1., obwohl mir eine Kraftfahrerin beim Rechtsabbiegen mit ihrem rechten Kotflügel in das Hinterrad gefahren ist. Ich konnte immerhin noch soweit ausweichen, dass ich nicht von der Seite erwischt wurde.

        Ich wurde halt zuerst nach den Personalien gefragt, als ich das bemängelte hatte die Polizei keine Lust den Bogen erneut auszufüllen.

        Von daher sind Polizeistatistiken auch immer mit etwas Vorsicht zu genießen.

    3. Elenas Kommentare sind in mehrfacher Hinsicht falsch. Ich vermute, dass es hier um Autofahrer-Apologie geht. Dabei könnten die Alleinunfälle einem Automobilisten egal sein. Bei Unfällen mit mehreren Beteiligten sieht die Schuldverteilung schon anders aus.
      Was garnicht in der Statistik vorkommt: Unfälle mit Autos sind für die Radfahrer viel gefährlicher (hier kommen eher viele der Schwerverletzten zustande) als Unfälle mit anderen Fahrrädern oder mit Fußgängern (hier kommen eher die vielen Leichtverletzten zustande). Für Autofahrer sind Unfälle mit Radfahrern ziemlich ungefährtlich. Also sind die Autofahrer doch das Sicherheitsproblem.

  3. Leider ist das Auto immer noch das Bergisch Gladbachers liebstes Bewegungsmittel. Das Auto beherrscht die ganze Stadt, langsam ändert sich da etwas, aber Bergisch Gladbachs Straßen sind zu eng um andere Verkehrsteilnehmende gleichwertig teilnehmen zu lassen. Bei jeglicher Veränderung ein Aufschrei von konservativer Seite….
    Meines Erachtens muss die Innenstadt Fußgenden und Fahrradfahrenden gehören.

  4. Rein interessehalber, warum lautet die Überschrift mehr Kinder verletzt, wenn die Zahl minimal zum Vorjahr runtergegangen ist? Der Teil mit den Jugendlichen wäre eigentlich der einzig richtige Teil.

    1. Weil die jährlichen Veränderungen stark schwanken und nur geringe Aussagekraft haben, wir schauen auf die etwas stärker belastbaren Trends:

      „Die Zahl der verunglückten Kinder erhöhte sich innerhalb von fünf Jahren jedoch von 67 auf jetzt 100.“

  5. Solange die Stadt Tempo 30 nicht flächendeckend umsetzt und keine Alternativen bereitstellt wie sichere und sinnvoll geführte Radwege (nicht linksseitig!), wird die Situation sich nicht verbessern.

    Das verleitet die Leute dazu, das Auto für jede Kleinststtrecke als Rollstuhl zu missbrauchen, wie es auch in den USA üblich ist – verbunden mit entsprechendem Anspruchsdenken.

    1. Zum Punkt Pedelec-Rad
      Oftmals rasen sie durch die Fußgängerzone so das man dermaßen erschreckt und es wird von den Radlern auch keine Klingel benutzt.Meistens fahren sie noch mit
      Kopfhörern im Straßenverkehr und
      nehmen warnungen durch hupen
      gar nicht wahr Kopfhörer im Straßenverkehr?? Ist das in Ordnung
      Für alle Verkehrsteilnehmer müsste das verboten werden um sich und andere vor Unfällen zu schützen

      1. Wenn die akustische Wahrnehmung der Umgebung dadurch behindert ist, sind Kopfhörer für alle Fahrzeugführer bereits verboten.

    2. Es gibt einige Radwege Möglichkeiten sein zu wenige aber
      oft benutzen Radler den Radweg nicht und blockieren durch ihr Verhalten den Straßenverkehr warum sie den vorhandenen Radweg nicht nutzen ist mir manchmal nicht klar vielleicht ist es nur gedankenlosigkeit

      1. … oder auch der teils miserable Zustand von Radwegen.
        Viel gefährlicher ist es in meinen Augen, wenn auf Gehwegen gefahren wird – mit welchem Verkehrsmittel auch immer -, was leider viel zu häufig geschieht.

      2. Na ja, ich will mich ja nicht bei Ihnen unbeliebt machen, aber, wenn, dann fahre ich auch lieber auf der Straße mit dem Rad, schon alleine wegen der Rutsch-/Unfallgefahr, weil die Straßen meistens besser gereinigt (Laub) und Schnee- und Eisfrei gehalten werden als die Radwege.
        Außerdem muss man nicht ständig vom Hochbordstein runter wechseln auf die Fahrbahn und wieder hoch, wenn KFZ auf meinem Radweg stehen, das ist mühsam, insbesondere wenn man Gepäck dabei hat.
        Die auf der Straße Parkenden KFZ (die doch sowieso schon den Straßenverkehr blockieren!) kann man einfach schneller umfahren ohne jedes mal anhalten/absteigen zu müssen (auch wenn das manchmal gefährlich werden kann, weil man ja dabei oftmals auf die Gegenfahrbahn muss).

      3. Vielleicht weil er nicht benutzungspflichtig ist, ständig wegen Einfahrten rauf und runter geht, zu schmal und im ständigen Konflikt mit dem Fußverkehr liegt, die Oberfläche grenzwertig oder gar unfahrbar ist oder durch zahlreiche Wurzeln aufgebrochen, mit Mülltonne oder Autos zugestellt oder im Herbst und Winter nicht geräumt wird.

        Sie sehen, es gibt zahlreiche Gründe. Aber Radfahrende sollten vor allem endlich als gleichwertige Verkehrsteilnehmende gesehen werden und nicht als “Blockade” des “echten” Verkehrs.

  6. Es ist möglich, dass zwischen einem Unfall und dem Tod infolge des Unfalls ein längerer Zeitraum liegt. Ab welcher Zeitspanne würde ein solcher Unfalltod nicht mehr in der Statistik berücksichtigt werden?

    1. Und was heißt schon “leicht verletzt”?. Bloss eine Schramme oder wie?
      Ein Junge in der Nachbarschaft, ca. 12 Jahre alt, wurde vor dem Haus, ca. 50 m nach dem Tempo 30 Schild von einem Auto erfasst. Ich war bereits auf dem Weg ins Büro und kann zu dem Geschehen nur sagen, dass Personen (evtl. die Eltern?) später versucht haben sollen, die Zähne des Jungen an der Unfallstelle zu finden, da man wohl hoffte/glaubte, ihm diese vielleicht wieder einsetzen zu können.

      Ist so etwas “leicht” verletzt?

      1. Nein, das ist vermutlich schwer verletzt. Nach der statistischen Definition ist man das, wenn man nach einem Unfall mindestens 24 Stunden im Krankenhaus verbracht hat. Wenn der Junge so schwer von einem Auto getroffen wurde, dass er Zähne verloren hat, kann man wohl von einem anschließenden Krankenhausaufenthalt ausgehen.

        Sie können das ausführlicher hier nachlesen:
        https://de.wikipedia.org/wiki/Personenschaden#Schadenskategorien

      2. Aus dem Bauch heraus würde ich denken, dass man bei einem ausgeschlagenen Zahn nicht über Nacht im Krankenhaus bleibt.
        Unabhängig ergeben sich auch hier technische Fragen. Wie bekommt die Polizei drüber Kenntnis, wie lange ein Verletzter im Krankenhaus bleibt? Wie erhält die Polizei davon Kenntnis, wenn ein Verletzter erst Stunden nach der Unfallaufnahme Beschwerden entwickelt und erst dann ins Krankenhaus geht?

      3. Na ja, es waren mehrere ausgeschlagene Zähne – da muss man schon eine volle Breitseite abbekommen haben. Für unwahrscheinlich halte ich es deshalb nicht, ein Kind zur Beobachtung im Krankenhaus zu behalten, schon um eine Gehirnerschütterung und innere Verletzungen auszuschließen.

      4. Und ich halte einen Krankenhausaufenthalt über Nacht für sehr unwahrscheinlich, weil NI und KI hier etwas ähnliches sagen: “In der Regel werden Kinder nach einem Zahnunfall nicht stationär im Krankenhaus aufgenommen, sondern ambulant behandelt. Ob eine Übernachtung notwendig ist, hängt primär von Begleitverletzungen und der Art der Behandlung ab. Selbst wenn
        mehrere Zähne ausgeschlagen sind, erfolgt die Behandlung in den meisten Fällen dennoch ambulant. Die bloße Anzahl der verlorenen Zähne ist allein selten ein Grund für eine stationäre Aufnahme über Nacht.”

        Auch der Verdacht auf Gehirnerschütterung führt in der Praxis eher nicht zur KH-Aufnahme über Nacht. Dazu kann man mal Eltern mit kleinen Kindern befragen, die stundenlang in der Notaufnahme saßen. Außerdem muss man sehen, dass das Kind hier schon älter war.

        Zusammengefasst ist also von einer leichten Verletzung im Sinne der Statistik auszugehen. Ist aber Spekulation, letztendlich wird Ulla es am besten wissen.

      5. Da hat wohl jeder seine Meinung und entscheiden werden wir das hier sowieso nicht können.

        Aber mal ganz abgesehen davon: Was eine KI sagt, geht mir dermaßen weit am … vorbei. Das sind stochastische Papageien, die im Wesentlichen darauf aus sind, plausibel klingende Sätze auszuspucken – ob sie stimmen, ist ihnen so gleichgültig wie alles andere.

      6. KI ist sinnvoll für die Zusammenfassung von Suchmaschinenergebnissen zu Sachfragen. Natürlich darf man eine KI nicht fragen, ob Dieter Bohlen gute Musik macht. Spaßeshalber könnte man versuchen die KI zu Sachfragen so zu trimmen, dass die eigene Meinung ausgespuckt wird.

        Wenn man das nicht will, kann man natürlich auch Old School die seriösen Quellen des Suchmaschinenergebnisses zur Überwindung eines Informationsdefizits studieren. Im konkreten Fall ist es auch nützlich, medizinisches Fachpersonal im Bekanntenkreis zu befragen, sofern man die Möglichkeit dazu hat. Wichtig erscheint mir, dass man bei validen Gegenargumenten seine Meinung ändert.

      7. „KI ist sinnvoll für die Zusammenfassung von Suchmaschinenergebnissen zu Sachfragen.“ – Könnte theoretisch sinnvoll sein. Da die KI aber auch jeden populären Irrtum verarbeitet, solange er nur weit genug verbreitet ist, und Lücken gerne durch Halluzinationen stopft, steht da oft genug trotzdem der blanke Unsinn. Man kann das als Ausgangspunkt für eigene Recherchen nehmen, aber dann kann man eigentlich ebenso gut gleich selbst nach Informationen aus erster Hand suchen.

        Ich habe mir jedenfalls, als Google mit seinen KI-Zusammenfassungen begonnen hatte, eine Browser-Extension installiert, die diese Zusammenfassungen automatisch ausblendet. Ansonsten stimme ich mit dem c’t-Redakteur überein, der einmal sagte: „Das beste an diesem KI-Hype ist, dass jetzt kaum noch einer von der Blockchain faselt.“

      8. Sehr interessant. Aber gestehen Sie denn mittlerweile ein, dass Sie bezüglich der gängigen Praxis der Unfallbehandlung von Kindern mit ausgeschlagenen Zähnen im Irrtum waren?

      9. Wieso sollte ich? Ich habe eine Vermutung geäußert, die sich auf die Schwere eines Gesamtereignisses bezog, bei dem mehrere Zähne verloren gingen. Ob die Vermutung sich verifizieren lässt, hängt vom Gesamtereignis ab, das nur in Bruchstücken geschildert wurde, ist also unklar. Sie haben einen Einwand geäußert, der sich auf ein einzelnes Symptom stützt, nämlich den Verlust mehrerer Zähne.

        Oder andersherum: Der Zusammenprall mit einem Auto, der so stark ist, dass mehrere Zähne verloren gehen, lässt mich auf eine Ereignisschwere schließen, die auf das Opfer multitraumatisch gewirkt haben muss. Sie wenden dagegen ein, dass man allein wegen des Verlustes mehrere Zähne nicht im Krankenhaus bleibt, ebensowenig allein wegen des Verdachts auf ein anderes Symptom. Sie betrachten also nicht das Gesamtereignis, sondern bewerten einzelne Symptome jeweils separat. Das ist zunächst nicht falsch, hat aber mit dem konkreten Geschehen nichts zu tun.

        Die beiden Sichtweisen widersprechen einander nicht, da sie das Geschehen auf unterschiedlichen Ebenen betrachten. Sie bleiben wegen der Unkenntnis der Begleitumstände Hypothesen, die einer Verifizierung oder einer Falsifizierung offen stehen. Wer Licht ins Dunkel bringen könnte, wäre Ulla, sofern sie über weitergehende Informationen verfügt.

    2. Hallo Christian-Andreas, der Junge ist ja nicht nur unglücklich gefallen und hat sich dabei selbst ein paar Zähne ausgeschlagenen sondern ist durch die enorme Wucht eines KFZ verletzt worden. Ich gehe daher auch davon aus, dass er noch weitere Verletzungen durch den Aufprall davon getragen hat.

      Mit dem Jungen habe ich VOR dem Unfall des öfteren geplaudert, manchmal Federball mit ihm gespielt, aber ihn seit dem Unfall nicht mehr gesehen.
      Der war hier lediglich ab und zu einige Tage bei seinen Grosseltern zu Gast. Sein “Opa” war mir vom sehen her bekannt, die Eltern garnicht.

      Ich kann also leider mit KEINEN weitergehenden Infos dienen.
      Den Großvater sehe ich jedoch ab und zu in der Fussgängerzone.
      Beim nächsten Mal könnte ich (wenn ich mich dann traue) ihn ansprechen und mal nachfragen.