Der Bahnhof in Bergisch Gladbach wird erweitert, ein zweites Gleis für die S 11 gebaut. Aktuelle wird von hier aus der Bau eines digitalen Stellwerks in Mülheim gesteuert. Foto: Thomas Merkenich

Das Land NRW hat jetzt zugesagt, den Ausbau der S 11 zwischen Bergisch Gladbach und Köln mit 305 Millionen Euro zu fördern. Hinzu kommen noch höhere Mittel aus dem Bundesetat. Der Zeitplan für das Mammutprojekt ist jetzt allerdings wieder offen.

Nachdem die Planung und Genehmigung des zweiten S-Bahn-Gleises für einen dichteren und stabilen Takt auf der Linie S 11 deutlich voran gekommen ist, steht jetzt auch die Finanzierung. Mit 305 Millionen Euro Landesmitteln werde das zweitgrößte Schienen-Infrastrukturprojekt des Landes NRW entscheidend vorangebracht, erklären die CDU-Landtagsabgeordneten Florian Braun (Köln) und Martin Lucke (Bergisch Gladbach) in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

+ Anzeige +

Zusammen mit den in Aussicht gestellten Bundesmitteln von rund 531 Millionen Euro habe das Projekt ein Gesamtvolumen von 836 Millionen Euro. Künftig soll die S 11 im 10-Minuten-Takt fahren; in den Hauptverkehrszeiten könne der Takt auf nahezu fünf Minuten verdichtet werden.

Mehr zum Thema

Zweites Gleis der S 11 soll 2031 gebaut werden

Seit 15 Jahren hofft Bergisch Gladbach auf ein zweites Gleis für die S 11, doch bislang wollte keiner der Verantwortlichen ein Datum für den Baustart oder gar die Fertigstellung nennen. Jetzt hat Dezernent Ragnar Migenda indirekt einen Zeitplan erkennen lassen. Für den Bau muss Bergisch Gladbach allerdings für bis zu anderthalb Jahre auf die S-Bahn verzichten.

In diesem Sommer sollen die baurechtlichen Genehmigungen komplett sein, sagte NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer. Ob die Arbeiten in Köln parallel zu den bis 2030 geplanten Sanierungen der linken und rechten Bahnstrecken, der Strecke nach Aachen und der Bau von vier Brücken in Köln möglich ist, müsse geprüft werden. Damit ist wieder offen, ob das zweite Gleis wirklich bis Anfang 2032 gebaut werden kann.

Mit dem Erhalt des Planfeststellungsbeschlusses kann die DB InfraGO mit den nächsten wichtigen Schritten für den Ausbau beginnen (Ausschreibung der Bauleistungen, Anmeldung von Sperrzeiten, etc.) und einen Termin für den Baustart benennen. Sobald das Eisenbahn-Bundesamt das Baurecht erteile, „können wir unmittelbar mit den Ausschreibungen beginnen und den Baustart planen“, erklärte Gerd-Dietrich Bolte, Vorstand der DB InfraGO.

Einen offiziellen Zeitplan für den Bau gibt es damit nach wie vor nicht. Bergisch Gladbachs erster Beigeordneter Ragnar Migenda hatte zuletzt in einer Ausschusssitzung jedoch erkennen lassen, dass mit dem Start Ende 2030 gerechnet werden.

Norbert Reinkober, Geschäftsführer von go.Rheinland, betonte: „Jetzt besteht endlich die Gewissheit, dass der Ausbau der S 11, den wir vor zehn Jahren angestoßen haben, wirklich wie anvisiert umgesetzt werden kann. Wenn wir in diesem Tempo weitermachen, bleiben wir in der Umsetzung bundesweit das schnellste Ausbauprojekt.“

Das Bahn-Projekt „Ausbau von S 11 und S-Bahn-Stammstrecke“ umfasst folgende Maßnahmen:

  • Zweigleisiger Ausbau der Strecke zwischen Köln-Dellbrück und Bergisch Gladbach
  • Erweiterung des Bahnhofs Bergisch Gladbach auf vier Bahnsteigkanten
  • Bau der neuen Station Köln-Kalk West
  • Barrierefreier Aus- bzw. Neubau aller Stationen zwischen Köln-Holweide und Bergisch Gladbach
  • Ausbau des Kölner Hauptbahnhofs um einen Mittelbahnsteig
  • Ausbau des Bahnhofs Messe-Deutz um einen Mittelbahnsteig
Martin Lucke (CDU) vertritt Bergisch Gladbach und Rösrath im Landtag. Foto: Burkhard Dohm

„Mehr Kapazität, dichtere Takte und moderne Infrastruktur werden künftig für eine deutliche Entlastung sorgen“, sagt MdL Martin Lucke.

Der Bau zusätzlicher Mittelbahnsteige am Kölner Hauptbahnhof sowie in Köln Messe/Deutz und der neue Haltepunkt Kalk-West seien wichtig für eine leistungsfähige und zuverlässige Mobilität der Region, betont Florian Brand.

Sperrzeiten der S 11 im Überblick: 

  • 10.4. bis 3.7.2026 Vorbereitung eines digitalen Stellwerks in Mülheim
  • 9.7. bis 15.10.2027 Neubau der Verkehrsstationen Holweide und Dellbrück
  • 10.12.2027 bis 7.1.2028, keine Angaben
  • Februar bis März 2029, keine Angaben
  • November 2029, keine Angaben
  • 4. Quartal 2030 bis 1. Quartal 2032 (Bau 2. Gleis, voraussichtlich)

Während der Bauzeit und auch in den Jahren zuvor müssen sich die Pendler:innen mit langfristigen Sperrungen abfinden, die erste davon beginnt direkt nach Ostern.

Hinweis der Redaktion: In einer ersten Fassung des Beitrags fehlte eine konkrete Beschreibung des Projektumfangs, das haben wir später nachgetragen.

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

10

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. April, April

    Wie kann eine kleine Regionalstrecke mit <20km Länge über 800 Mio. EUR kosten? Was kostet ein Kilometer Autobahn?

    Wenn der puckelige S11-Ausbau das zweitgrößte Schienen-Projekt in NRW ist, dann haben wir offenbar größere Probleme als gedacht. Das Land zerfällt.

    1. Eine Autobahn kann im urbanen Raum noch deutlich teurer pro km sein.
      3,2 km Autobahn in Berlin – A100 – 721 Mio. EUR. Bauzeit ca. 12 Jahre.

    2. Vielleicht schauen Sie noch einmal in den Text. Dort wird deutlich, dass es eben nicht „nur“ um die Strecke von Bergisch Gladbach bis Dellbrück geht, sondern auch in Köln umfangreiche Erweiterung notwendig sind.

  2. Ich weiß, dass ein Projekt in so einer Größe, in dieser Komplexität nicht einfach von Heute auf Morgen begonnen werden kann. Aber trotzdem. Baubeginn 2030? Wir haben gerade Anfang 2026… Andere Länder auf dieser Welt sanieren in der Zeit quasi ihre komplette Infrastruktur…

  3. Zitat:
    “(…) dass der Ausbau der S 11, den wir vor **zehn Jahren** angestoßen haben, wirklich wie anvisiert umgesetzt werden kann. Wenn wir in diesem Tempo weitermachen, bleiben wir in der Umsetzung bundesweit das **schnellste Ausbauprojekt.**”

    Bei dem Satz weiß man wirklich nicht ob man lachen oder weinen soll…

    1. Das waren auch meine Gedanken. Das nimmt Züge eines absurden Theaters an…

  4. Jetzt ist es endlich besiegelt. Gut und wichtige Perspektive für unsere Stadt.

    Die 800 Mio muss man bitte im Kontext betrachten. Nicht nur die S11 ist da der Profiteur, sondern alle S-Bahnen, die Deutz, Hbf und Hansaring passieren.

    1. Sie haben Recht, wir müssen uns korrigieren. Die Summe umfasst auch den Hauptbahnhof Köln und Messe-Deutz um jeweils einen Bahnsteig. Hinzu kommt das eigentlichProjekt „Ausbau von S11 mit folgenden Punkte:

      Zweigleisiger Ausbau der Strecke zwischen Köln-Dellbrück und Bergisch Gladbach

      Bau zusätzlicher Bahnsteige am Hauptbahnhof, in Köln Messe/Deutz sowie am Bahnhof Bergisch Gladbach

      Bau der neuen Station Köln-Kalk West

      Barrierefreier Aus- bzw. Neubau aller Stationen zwischen Köln-Holweide und Bergisch Gladbach

      „Nur“ darauf beziehen sich – soweit wir es verstehen – die Aussagen von Lucke.

      Quelle: https://bahnknoten-koeln.deutschebahn.com/db/ausbau-von-s-11-und-s-bahn-stammstrecke.html

      1. Mich wundert, dass sowohl im Hbf als auch in Deutz zwei weitere S-Bahn-Gleise hinzukommen werden, aber zwischen beiden Bahnhöfen die Hohenzollernbrücke mit nur 2 Gleisen bestehen bleiben soll. Sind dort schon Planungen über eine Brückenerweiterung bekannt?

      2. @Andreas Heine

        Die von der Redaktion verlinkte Projektseite geht genau darauf ein:

        > Hohenzollernbrücke bleibt unverändert
        >
        > Eine Erweiterung der Hohenzollernbrücke ist für eine höhere Leistungsfähigkeit der S-Bahn-Stammstrecke nach einem Gutachten aus dem Jahr 2012 nicht erforderlich. Der Stau der S-Bahnen auf der Hohenzollernbrücke ist den langen Haltezeiten mit Fahrgastwechsel in Köln Hauptbahnhof und Köln Messe/Deutz geschuldet.

        Neues Nadelöhr wird K-Hansaring, da dort nicht ausgebaut wird. Wie auch in Deutz und am Hbf halten dort alle S-Bahnen – bloß auf weniger Bahnsteigen.