Sabine Rohde-Meyer radelte mit rund 30 Krebsbetroffenen 250 Kilometer von Mannheim nach Bonn – als Teil der Jubiläumstour der Frauenselbsthilfe Krebs, die seit 50 Jahren Betroffene begleitet. Die lokale Gruppe trifft sich jeden ersten Donnerstag im Monat im Refrather Treff.

Wir veröffentlichen eine Mitteilung der Frauenselbsthilfe Krebs, Gruppe Bergisch Gladbach.

Wenn Sabine Rohde-Meyer aus Odenthal heute auf ihr Fahrrad steigt, ist das alles andere als selbstverständlich. Vor 13 Jahren erhielt die 63-Jährige die Diagnose „Brustkrebs”. In der vergangenen Woche hat sie gemeinsam mit rund 30 weiteren Krebsbetroffenen eine besondere Herausforderung gemeistert: Sie radelte auf der Jubiläumstour der Frauenselbsthilfe Krebs (FSH) rund 250 Kilometer von Mannheim nach Bonn – in sieben Etappen entlang des Rheins.

Mit dabei waren Krebsbetroffene aus ganz Deutschland, die sich in der FSH engagieren. Bei jeder Etappe schlossen sich Tagesradlerinnen und -radler aus regionalen FSH-Gruppen an, sodass zeitweise mehr als 40 Menschen als „leuchtend grüne Schlange” am Rhein unterwegs waren – ein Anblick, der vielerorts für Aufmerksamkeit und Gesprächsstoff sorgte.

Sichtbarkeit für Krebs-Betroffene und Selbsthilfe

Mit der Tour verfolgte die Frauenselbsthilfe Krebs, Deutschlands größte und älteste Krebs-Selbsthilfeorganisation, mehr als nur ein sportliches Ziel. Im Mittelpunkt stand die Botschaft, dass niemand mit einer Krebsdiagnose allein sein muss. Seit 50 Jahren setzt sich die FSH dafür ein, dass Betroffene und ihre Angehörigen nach einer Krebsdiagnose aufgefangen, informiert und begleitet werden.

„Wir wollten mit unserer Aktion Krebs aus der Tabuzone holen und zeigen, wie viel Mut, Lebensfreude und praktische Unterstützung in der Selbsthilfe stecken”, so Rohde-Meyer, die seit 13 Jahren im Leitungsteam der FSH-Gruppe Bergisch Gladbach aktiv ist. „Viele Menschen verbinden mit Selbsthilfe noch immer ausschließlich Gesprächsrunden, in denen das eigene Schicksal beklagt wird. Doch ob in der Gruppe vor Ort, online oder bei einer gemeinsamen Unternehmung – in der FSH gibt es viele niedrigschwellige Möglichkeiten, die passende Unterstützung zu finden.”

Eine Gemeinschaft, die auch ohne Worte funktioniert

Wie viel diese Gemeinschaft bedeuten kann, zeigt die Geschichte von Sabine Rohde-Meyer. Für sie war die Diagnose ein Schock: „Ich fühlte mich, als hätte man mir den Boden unter den Füßen weggezogen”, erinnert sich die damals 50-Jährige. Über einen Flyer fand sie zur FSH-Gruppe in Bergisch Gladbach.

„Dort habe ich die Krebs-Selbsthilfe kennengelernt – eine Gemeinschaft, die auch ohne Worte funktioniert. Herzlichkeit, Verständnis, Lebensfreude – das hat mir unglaublich gutgetan”, sagt sie. „In der Gruppe habe ich gelernt, Fragen zu stellen, Ärztinnen und Ärzten auf Augenhöhe zu begegnen und Schritt für Schritt wieder nach vorn zu schauen.”

Die Teilnahme an der Jubiläumstour war für Rohde-Meyer eine Herzensangelegenheit: „Jede Etappe war anstrengend, aber jede Ankunft ein kleines Fest. Gemeinsam zu fahren, zu reden und zu lachen hat mir gezeigt, wie viel Leben trotz Krebs möglich ist.”

Selbsthilfe ist offen für alle

Krebs betrifft direkt oder indirekt nahezu jede Familie. Angebote wie die der Frauenselbsthilfe Krebs helfen, Orientierung zu geben, Ängste abzubauen und Betroffene zu stärken. „Ob alt oder jung, ob neu erkrankt oder schon viele Jahre nach der Diagnose – bei uns sind alle Betroffenen und auch deren Angehörige herzlich willkommen”, versichert Rohde-Meyer. „Die Teilnahme an unseren Gruppentreffen ist kostenfrei und unverbindlich.”

Die Gruppe Bergisch Gladbach trifft sich immer am 1. Donnerstag im Monat um 15:30 Uhr im Refrather Treff, Steinbrecher Weg 2, 51427 Bergisch Gladbach. Kontakt: Sabine Rohde-Meyer, Telefon: 02202 97597.

Über die FSH – Frauenselbsthilfe Krebs

Die Frauenselbsthilfe Krebs (FSH) ist Deutschlands größte Krebs-Selbsthilfeorganisation, die sich insbesondere für Frauen mit Brustkrebs und gynäkologischen Krebserkrankungen engagiert. Sie verfügt bundesweit über ein dichtes Netz an regionalen Gruppen, über ein moderiertes Forum im Internet, eine Telefonberatung und bedürfnisorientierte Angebote, z. B. für Frauen mit Metastasen und Männer mit Brustkrebs. Die FSH wird umfassend von der Stiftung Deutsche Krebshilfe gefördert, unter deren Schirmherrschaft sie steht. Die Organisation arbeitet unabhängig von Interessen und finanziellen Mitteln der Pharmaindustrie und anderer Wirtschaftsunternehmen des Gesundheitswesens.

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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