Symbolfoto: Thomas Merkenich

Die Elterninitiative kämpfte schon seit längerer Zeit mit Personalnot und finanziellen Problemen. Kurzfristig mussten rund 30 Kinder in anderen Kitas unterkommen. Für die Eltern bedeutete das eine enorme Belastung. Auch die Stadt wurde von der Entwicklung überrascht.

Die Kita Rasselbande in Hand schließt zum 31. Juli 2026. Das bestätigt die Stadt auf Nachfrage des Bürgerportals. Demnach hat der Träger, eine Elterninitiative, Insolvenz angemeldet. Zuletzt wurden in der Einrichtung in der St.-Konrad-Straße rund 30 Kinder betreut, Kapazität hatte sie für 40 Kinder. 

Eltern berichten, dass die Kita schon länger mit Personalnot und finanziellen Problemen gekämpft habe. Laut Stadt informierte der Träger diese Anfang Mai über die wirtschaftliche Lage. Es folgten Gespräche zur Übernahme der Einrichtung durch einen anderen Träger. Diese konnten laut Stadt jedoch nicht weiterverfolgt werden, weil die Einrichtung einen Insolvenzantrag eingereicht und „kurzfristig“ die Schließung zum 31. Juli angekündigt habe. 

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Notbetreuung als Dauerzustand

Die Eltern wurden am 11. Juni über die bevorstehende Schließung informiert – und mussten kurzfristig neue Betreuungsplätze für ihre Kinder finden. 

Seit der Bekanntgabe der Schließung habe sich die Personalsituation zudem noch einmal „drastisch verschärft“, berichtet eine Mutter. Die Kita befindet sich seitdem in einer akuten Notbetreuung mit erheblich eingeschränkten Betreuungszeiten. Die Eltern müssten seitdem zusehen, wie sie Beruf und Kinderbetreuung vereinbaren können.

Zur Sache: Elterninitiative

Bei einer Elterninitiative übernehmen Eltern, deren Kinder die Kita besuchen, ehrenamtlich den Vorstand einer Kita und sind damit Träger, Arbeitgeber und Kunden in einem. Während bei Trägern wie der Caritas oder der Awo festangestellte Fachkräfte für Dinge wie Personal oder Finanzen zuständig sind, übernehmen das bei einer Elterninitiative Eltern – und damit in der Regel Laien.

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„Die Gesamtsituation ist sehr bedauerlich“, teilt die Stadt mit. Immerhin: Offenbar ist es geglückt, für alle Kinder Alternativen für die Betreuung zu finden. Laut Stadt gibt es aktuell keine offenen Anfragen von Eltern, deren Kinder nach dem „Rasselbande“-Aus ohne Betreuungsplatz dastehen. 

Nicht immer konnte den Kindern der gleiche Betreuungsumfang angeboten werden. Laut Stadt hatten die meisten „Rasselbande“-Kinder einen Vertrag über 45 Betreuungsstunden pro Woche. Mitunter müssen sie sich nun mit 35 Stunden arrangieren.

Eine Mutter äußert sich „schockiert“ darüber, „wie schnell Familien völlig unverschuldet in eine existenzielle Situation geraten können“, wenn „von einem auf den anderen Tag“ die Betreuung wegbreche.  

Hohe Kosten, wenig Personal

Als Ursache für die Insolvenz nennt die Stadt mehrere Faktoren: Neben allgemeinen Kostensteigerungen (etwa für Personal und Energie) kommt demnach bei der Kita Rasselbande hinzu, dass die Einrichtung zweckgebundene Fördergelder des Bundes und des Landes zurückzahlen musste. Diese waren für den Ausbau von Plätzen für Kinder unter drei Jahren (U3) vorgesehen. Die Kita belegte dann – anders als geplant – Plätze mit Kindern, die älter als drei Jahre waren. Dadurch seien hohe Rückforderungen entstanden.

Ein weiteres Problem: Die Personalnot führte dazu, dass die Einrichtung Mitarbeiter:innen über Zeitarbeitsfirmen beschäftigte, die mehr Geld kosteten als fest angestelltes Personal, wie Eltern aus dem Vorstand berichten.

Droht weiteren Kitas in Bergisch Gladbach dasselbe Schicksal? Die Antwort der Stadt: „Die Ursachen, die zur Insolvenz geführt haben, beschäftigen auch andere Träger und Einrichtungen. Eine konkret bevorstehende Schließung ist aktuell nicht bekannt.“ 

ist seit 2024 Redakteurin des Bürgerportals. Zuvor hatte die Journalistin und Germanistin 15 Jahre lang für den Kölner Stadt-Anzeiger gearbeitet. Sie ist unter anderem für die Themen Bildung, Schule, Kita und Familien zuständig und per Mail erreichbar: k.stolzenbach@in-gl.de

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  1. @Faßbender: Robin Hood scheint eine schöne Kita zu sein. Anstand hat das Personal/ die Leitung leider nicht heutzutage. Nach Anmeldung und 10 Anrufen und der Nachfrage ob man einen Platz bekommen würde, Hinhaltetaktik und bis heute (15 Monate später) keine Absage.
    Sehr schade muss ich sagen!

  2. Liebe Mia,

    wie bei der Versorgung mit Kita-Plätzen und der Schaffung von “zeitnah” verfügbarem Wohnraum in unseren Quartieren ist auch die Zukunft der Stadthäuser ein komplexes Thema. Auch hier geht es nicht nur um den Erhalt der vorhandenen Baustruktur und der darin gebundenen grauen Energie, sondern ebenso um tragfähige Nutzungs-, Wohn- und Finanzierungskonzepte.

    Wir sind jedoch dran und arbeiten derzeit mit sehr engagierten, ehrenamtlich tätigen Fachleuten an konkreten Konzepten. Nach den Sommerferien (2026) möchten wir diese weiter in die Öffentlichkeit tragen und zur Diskussion stellen.

    Dann wird sich zeigen, welche Vorstellungen die Bürgerinnen und Bürger haben, welche Ideen eine breite Unterstützung finden und ob eher langwierige Entwicklungen oder “zeitnah umsetzbare Lösungen” gewünscht werden.

    Dass die Erwartungen inzwischen groß sind, kann ich gut verstehen. Viele Menschen möchten nach den bisherigen Diskussionen nun konkrete Perspektiven und nächste Schritte sehen. Ich bin zuversichtlich, dass wir hierzu nach den Sommerferien mehr zeigen und sagen können.

    Danke!

  3. Kann es sein, dass auch die Altersstruktur in den umliegenden Einfamilienhausgebieten mitursächlich dafür ist, dass die vorhandenen 40 Plätze zuletzt nur mit rund 30 Kindern belegt waren? In vielen Häusern leben heute nur noch ein oder zwei ältere Menschen, von denen sich sicherlich einige gerne verkleinern würden, dafür aber keine passenden Wohnangebote im vertrauten Umfeld finden.

    Gleichzeitig fehlt Familien mit Kindern geeigneter Wohnraum. Wird es nicht Zeit, Wohnraumentwicklung, Generationenwechsel und Kita-Planung stärker zusammenzudenken, anstatt weiterhin neue Wohngebiete und Einrichtungen auf der grünen Wiese zu errichten?

    Danke!

    1. @ Hr. Ditsche: Dies ist durchaus ein grundlegendes Problem in ganz Bergisch Gladbach, leerstehende Häuser (z.B. auch durch Erbstreitigkeiten) kommen hinzu.
      Dies alles hat aber mit diesem Fall nichts zu tun. Der Bericht beschreibt es eigentlich genau. Es gab nicht genügend Personal, und wenn, dann musste es über externe Dienstleister teuer eingestellt werden. Des Weiteren mussten hohe Summen an Fördergeldern zurückgezahlt werden. In diesen Zeiten fatal…

      1. Vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Sie haben recht: Der Bericht benennt die “unmittelbaren” Gründe für die Schließung nachvollziehbar.

        Dennoch bleibt für mich die weiterführende Frage: Wie hätte sich die Situation entwickelt, wenn junge Familien mit Kindern unter drei Jahren im direkten Umfeld passenden Wohnraum gefunden hätten? Vielleicht hätte sich unter den jungen Familien im Quartier auch die eine oder andere ausgebildete Fachkraft gefunden, die gerne wohnortnah in der Kita gearbeitet hätte.

        Genau hier sehe ich ein grundsätzliches Problem vieler angestammter Quartiere in Bergisch Gladbach. Kindergärten, Schulen und weitere soziale Einrichtungen sind dort bereits vorhanden. Wenn jedoch junge Familien keinen geeigneten Wohnraum finden und der notwendige Generationenwechsel ausbleibt, kann diese vorhandene Infrastruktur künftig immer weniger ausgelastet werden.

        Das betrifft natürlich nicht nur diesen Kindergarten. Wenn wir hier nicht rechtzeitig umdenken und passende Wohnangebote in den bestehenden Quartieren schaffen, werden mit Sicherheit demnächst auch die dortigen Grundschulen vor einer vergleichbaren Situation stehen.

        Danke!

      2. Das Problem der fehlenden Kita-Plätze gibt es in der Stadt Bergisch Gladbach bereits seit langer Zeit. Die Wartelisten waren so lang, dass ich seinerzeit mit anderen Eltern zusammen eine Elterninitative gegründet, und die Kita “Robin Hood” in Lückerath gegründet hatte. Das war vor mehreren Jahrzehnten. Meine Tochter, für die ich wegen meiner Berufstätigkeit vergeblich einen Kita-Platz suchte, ist inzwischen 40 Jahre alt. Das Problem ist also nicht neu. Wieso schafft es die Stadt Bergisch Gladbach bis heute nicht, berufstätige Eltern angemessen zu unterstützen? Auch für meine Enkel stellt sich dasselbe Problem. Lange Wartelisten, keine Chance, einen Kita-Platz in Wohnortnähe, z.B. in der neuen großen Kita “Am Mondsröttchen” zu bekommen. Da hilft der Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz, der gegen die Stadt eingeklagt werden kann, auch wenig. In dem langen Gerichtsverfahren vor dem Verwaltungsgericht Köln werden klagende Eltern zwar Recht bekommen, aber was hilft das ihrem Kind in der Zwischenzeit? Da müssen sich die Eltern wohl selbst helfen, was im Fall einer klagenden Mutter auch so geschah.
        Natürlich besteht auch das Problem der fehlenden qualifizierten Fachkräfte, so dass teure Fremdkräfte bezahlt werden müssen. Es ist eine grundlegende Kita-Planung der Stadt dringend von Nöten. Das gilt die mangelhafte Nachmittagsbetreuung der Grundschulkinder. Wo bleibt da die Unterstützung durch die Stadt? Es gibt viel zu tun und zu planen. In Zusammenarbeit mit den Eltern ließe sich bestimmt eine tragbare Lösung finden .

    2. Lieber @Johannes Ditsche

      Tatsächlich gibt es in Bergisch Gladbach zu wenig KITA-Plätze, so dass Eltern regelmäßig in der direkten Umgebung ihres Wohnplatzes keinen KITA-Platz finden und dann ihre Kinder in anderen Stadtteilen unterbringen müssen.

      Dieser spürbare Mangel an Betreuungskapazitäten zieht sich bereits seit rund 10 bis 15 Jahren durch Bergisch Gladbach. Dass die Zahlen erst jetzt langsam zurückgehen, liegt weniger daran, dass plötzlich massenhaft neue Kitas fertiggeworden sind, sondern vor allem am bundesweiten Rückgang der Geburtenzahlen in Kombination mit kleineren Teilerfolgen beim Ausbau. In 2026 hat sich die Situation zwar im Vergleich zu den extremen Mangeljahren spürbar gewandelt, aber eine vollkommene Entwarnung gibt es noch nicht.

      Tomás M. Santillán – Mitglied des Stadtrats Bergisch Gladbach Die Linke

      1. Lieber @Tomás M. Santillán,
        es wäre doch ein großer Gewinn, wenn durch geeignete Wohnkonzepte in den bestehenden Quartieren wieder ein Anziehungspunkt für junge Familien mit Kindern entstehen könnte.

        In vielen der heutigen Ein- und Zweifamilienhäuser lebten früher Familien mit zwei, drei oder sogar vier Kindern. Sie fanden dort ein gutes Umfeld mit Garten, kurzen Wegen zur Kita und zur Schule sowie gewachsenen Nachbarschaften. Genau diese vorhandenen Qualitäten sollten wir wieder stärker nutzen und den Generationenwechsel in den Quartieren ermöglichen.

        Natürlich passt eine Verkleinerung weder überall noch für jeden Menschen, der heute allein oder zu zweit in einem größeren Haus lebt. Selbst wenn sich zunächst nur 15 Prozent einen Umzug in eine kleinere, passende Wohnung im vertrauten Quartier vorstellen könnten, sollten wir dafür entsprechende Angebote schaffen. Dadurch könnten Häuser für junge Familien frei werden, ohne dass ältere Menschen ihr gewohntes Umfeld verlassen müssten.

        Und wer weiß: Wenn gute und überzeugende Beispiele entstehen, werden aus 15 Prozent vielleicht irgendwann 20 oder 25 Prozent. So könnten bestehender Wohnraum und vorhandene Infrastruktur besser genutzt werden, anstatt immer weitere Wohngebiete auf der grünen Wiese zu entwickeln.

        Danke!

      2. ach Johannes, deine Idee bleibt gut!
        ;-)
        und sie wird, so scheint mir, nicht so wirklich jubelnd aufgenommen.. jetzt sind die Stadthäuser wieder im Gespräch.. mit Planungen und Gruppen und Kreisen und Prüfungen :(
        dabei lesen/hören wir davon seit Jahren..
        ‘nur’ lese, geschweige höre ich eben leider kein _ großes JA, wir Stadt, erhalten Baustruktur! graue Energie, Umwandlung und Erhalt

        wir BürgerInnen dürfen gespannt bleiben

        oder ?? hast du aktuelle Informationen

        viele Grüße
        Alles Gute
        Mia

      3. Lieber @Johannes Ditsche,

        Du hast natürlich recht: Wenn wir in Bergisch Gladbach insgesamt genug Kita-Plätze hätten, könnten wohl auch fast alle Kinder eine Kita direkt bei sich im Veedel besuchen. Das wäre richtig gut und würde die Familien spürbar entlasten – schließlich nehmen manche täglich erhebliche Wege auf sich, nur um einen Platz zu bekommen.“

        Tomás M. Santillán – Mitglied im Stadtrat Bergisch Gladbach Die Linke