Fotos: DeVi

Wie konnte es zum Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt kommen – und was folgt daraus für die Politik über dieses Bundesland hinaus? Darüber diskutierte der Verein Bergisch Gladbach für Demokratie und Vielfalt mit einer Journalistin und einem CDU-Politiker. Das Publikum wertete vor allem selbstkritische Aussagen positiv.

Wir veröffentlichen einen Beitrag des Bergisch Gladbach für Demokratie und Vielfalt e.V.

Trotz sommerlicher Temperaturen war der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt: Der Verein DeVi („Bergisch Gladbach für Demokratie und Vielfalt“) stieß mit seiner aktuellen Podiumsdiskussion bei zahlreichen Bürgerinnen und Bürger auf großes Interesse. 

Unter dem Titel „Sachsen-Anhalt hat gewählt – WAS NUN?“ diskutierten auf dem Podium Lena Heising, Chefreporterin NRW/Story des Kölner Stadt-Anzeigers, und Dieter Breymann (CDU Mönchengladbach, Mitbegründer der Plattform Compass Mitte), moderiert von der Bergisch Gladbacher Rechtsanwältin Uta von Lonski. Im Mittelpunkt stand die Frage nach den politischen Folgen des Landtagswahlergebnisses in Sachsen-Anhalt – für das Land selbst, aber auch für die Bundespolitik. 

Lena Heising analysierte zunächst aus journalistischer Sicht die Ursachen für die hohen Zustimmungswerte der AfD. Entscheidend sei ein Wahlkampf gewesen, der von einem charismatischen Kandidaten geprägt war, der den Wählerinnen und Wählern eine konkrete Vision für ein Leben in Sachsen-Anhalt unter AfD-Führung aufzeigte – zugeschnitten auf die demografische Situation im Land. Die demokratischen Parteien seien demgegenüber zu sachlich aufgetreten: „Sie kommen mit einem Taschenrechner zur Wahlkampfveranstaltung“ und hätten vorrangig einen Anti-AfD-Wahlkampf geführt.

Dieter Breymann ergänzte selbstkritisch aus parteipolitischer Perspektive: „Wir, also die Parteien der demokratischen Mitte, müssen uns ehrlich machen und den Bürgerinnen und Bürgern in dieser krisenbehafteten Zeit eine eindeutige Perspektive aufzeigen, wie wir in unserem Land 2040 leben werden.“

Auf die Frage aus dem Publikum, welche konkreten Konsequenzen die demokratischen Parteien nun ziehen müssten, konnte auch er am Tag nach der Wahl keine abschließende Antwort geben. Er betonte jedoch die Dringlichkeit, eine Strategie zu entwickeln, um dem offenkundigen Ziel der AfD entgegenzuwirken, die politische Landschaft in Deutschland in zwei Lager zu spalten, mit der Gefahr, dass die Parteien der Mitte „zermahlen“ werden und sich die gesellschaftliche Kluft zwischen Ost- und Westdeutschland weiter vertieft. In diesem Kontext befürwortete Dieter Breymann die Prüfung eines Verbotsverfahren der AfD.

Sowohl auf dem Podium als auch im voll besetzten Saal entwickelte sich eine lebhafte Debatte. Auf lautstarke Pöbeleien von anwesenden AfD-Anhängern reagierten sowohl der Veranstalter als auch die Podiumsgäste sachlich und bestimmt. Die Störer wurden aufgefordert, den Saal zu verlassen.

Am Ende der Veranstaltung überwog positives Feedback. „Das war eine spannende und informative Diskussionsrunde. Insbesondere die selbstkritischen Aussagen der beiden Podiumsgäste lassen mich positiv gestimmt nach Hause gehen“, resümierte eine Zuhörerin den Abend.

Heising und Breymann richteten abschließend die Hoffnung an die demokratischen Parteien, dass aus der aktuellen Krise „etwas Gutes entstehen kann, wenn die Parteien die richtigen Lehren ziehen.“

Weitere Informationen zum Verein und seinen Aktivitäten finden sich unter www.gl-devi.de oder auf Instagram, Facebook und TikTok unter @gl.de.vi.

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