Einen Tag nach der Landtagswahl will der Verein „DeVi“ unter dem Titel „Sachsen-Anhalt hat gewählt – WAS NUN?“ die Bedeutung des Wahlergebnisses für das Land, für die demokratische Parteienlandschaft und für Bürgerinnen und Bürger hier vor Ort erörtern.

Wir veröffentlichen einen Beitrag des Bergisch Gladbach für Demokratie und Vielfalt e.V

Der Verein „DeVi“ (Bergisch Gladbach für Demokratie und Vielfalt e.V) veranstaltet am Montag, 7. September 2026, um 19.00 Uhr eine öffentliche Podiumsdiskussion in der VHS Bergisch Gladbach (Buchmühlenstraße 12).

Einen Tag nach der Landtagswahl wird unter dem Titel „Sachsen-Anhalt hat gewählt – WAS NUN?“ die Bedeutung des Wahlergebnisses für das Land Sachsen-Anhalt selbst, für die demokratische Parteienlandschaft und mittelbar auch für Bürgerinnen und Bürger vor Ort erörtert.

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Auf dem Podium diskutieren Lena Heising, Chefreporterin NRW/Story des Kölner Stadt-Anzeigers, und Dieter Breymann, CDU Mönchengladbach und Mitbegründer der Plattform Compass Mitte. Die Moderation übernimmt Uta von Lonski. 

Der Eintritt ist frei, die Veranstaltung richtet sich an alle interessierten Bürgerinnen und Bürger.

Weitere Informationen zum Verein und seinen Aktivitäten finden sich unter www.gl-devi.de oder auf Instagram, Facebook und TikTok unter @gl.de.vi.

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  1. In meinen Augen sollte vielmehr darüber diskutiert werden, wie sich unsere demokratischen Parteien die Zukunft vorstellen.

    Wie will man solche Wahlergebnisse künftig verhindern ?

    Gehe ich am Samstag Vormittag durch die Fußgängerzone von Bergisch Gladbach, was sehe ich da?

    Den Stand der AFD, die fleißig bei Wind und Wetter die Bevölkerung ansprechen und schräg gegenüber den Stand der

    CDU nein
    SPD nein
    Grüne nein
    Linke nein

    Es ist ein Stand des DeVi gemeinsam mit den Omas gegen rechts, die einsam dort bei Wind und Wetter stehen und für Demokratie und unsere Vielfalt und Meinungsfreiheit werben.

    Liebe Parteien von CDU bis Links schämt ihr euch eigentlich nicht ?

    Wie armselig ist das eigentlich?

    Solltet ihr nicht auch mal Flagge zeigen ?

    Achso, was da aus “Bosbach” geworden ist, würde mich auch interessieren. Wurde wohl wie erwartet unter den Tisch gekehrt.

    1. Lieber Herr Sobotta, die GRÜNEN stehen jeden letzten Samstag im Monat mit der “Mobilen AnsprechBar” von 10-13 Uhr in der Fußgängerzone Wenn Sie mögen, kommen Sie gerne morgen vorbei und sprechen Sie mit uns, was es für eine demokratische Zukunft braucht. Wir freuen uns über jede Anregung!

      Und um das nicht zu schmälern: Allen Respekt für DeVi jede Woche ihren Infostand organisiert zu bekommen!

      LG, Joshua Vossebrecker – Co-Sprecher GRÜNE Bergisch Gladbach

      (übrigens, vielleicht ist es der Termin, aber im letzten halben Jahr war die Afd nie in der Fußgängerzone, wenn wir da waren :D)

      1. Zitat
        “übrigens, vielleicht ist es der Termin, aber im letzten halben Jahr war die Afd nie in der Fußgängerzone, wenn wir da waren :D)”

        Tja, dann sieht man mal wie wenig Sie präsent waren mit ihrer ” mobilen Ansprechbar”

        Bin auch nur sporadisch Samstags in der Fußgängerzone aber die ” Grünen” habe ich nie wahr genommen. Nur die AFD die mich stets im Vorbeigehen freundlich zu Gesprächen einlädt. Die Einladung lehne ich stets freundlich ab und ärgere mich, von keiner unserer Volksparteien angesprochen zu werden. Die sind einfach nicht da !

        Gut die sitzen ja jetzt erstmal bequem auf ihren Pöstchen, die nächste Wahl ist ja noch weit weg.

        Zitat
        “Wir freuen uns über jede Anregung!”

        Schade wenn sie keine eigenen Ideen und Visionen mehr haben.

        Die AFD hat im Gegensatz zu Ihnen Visionen und diese verkauft sie recht gut. Sehr sehr traurig aber vielleicht sollten Sie sich dort einmal Anregungen holen.

        Ich sehe bei solchen hilflosen Antworten wie der vorliegenden ” schwarz” für unser schönes Land mit einer noch funktionierenden Demokratie.

        Immerhin ist ihnen Herr Vossebrecker noch Respekt zu zollen, dass sie sich überhaupt mit diesem Thema auseinandersetzen und führt zumindest bei meiner leider inzwischen “Politikverdrossenheit” dazu sich bei der nächsten Wahl wieder ihrer Partei gegenüber mehr aufgeschlossen zu zeigen.

        Leider hatte mich ihre damalige Bärbel Höhn mit ihren “großartigen Wahlversprechungen” überzeugt zukünftig nicht mehr ” grün ” zu wählen. Aber ist lange her. Schnee von gestern

      2. Lieber Herr Sobotta, ich nehme das mal zum Anlass, hier laut nachzudenken über den Sinn der Grünen AnsprechBar und von politischen Gesprächsangeboten allgemein.

        Dass wir es ehrlich meinen, wenn wir uns über Anregungen freuen, genauso dass wir es jetzt “AnsprechBar” statt “Infostand” nennen, kommt nicht aus Ideenlosigkeit. Wir haben festgestellt, dass nach einem Jahr Dauerwahlkampf, Informations- und Nachrichtenflut auf Social Media und allgemeiner politischer Ermüdung unser Ansatz, dass wir an einem Stand primär über unsere Arbeit und unsere Themen informieren, eventuell überholt ist.

        Mit der “AnsprechBar” gehen wir das etwas anders an: Mehr zuhören, Ideen, Wünsche, Anregungen der Menschen anhören, mitnehmen, an unsere Fachpolitiker*innen (z.B. im Stadtrat) weitergeben. Das ist niederschwelliger und mehr auf die Bedürfnisse der Menschen mit ihren eigenen Themen ausgerichtet.

        Aber vielleicht, und auch deswegen freue ich mich über Ihre Anregung hier auch schon, ist dieser Ansatz auch nicht oder nur teilweise richtig.

        Möglicherweise gibt es auch mehr Leute, die sich klare Infos, klare Visionen und Zielsetzungen von der Politik wünschen oder sich freuen, wenn sie ein klares “So stellen wir uns das vor und so kannst Du mitmachen” von uns hören.

        Wenn es darum geht, politisches Engagement zu fördern und rechtsextreme Parteien klein zu halten, müssen solche Fragen natürlich durchdacht, ausprobiert und beantwortet werden. Das werden wir als GRÜNE tun.

        Vielleicht sieht man sich ja morgen! Ansonsten werden wir wieder beim Strundetalfest am 06.09. mit einem Stand vor Ort sein oder bei unserer nächsten AnsprechBar am 26.09. in der Fußgängerzone (jeden letzten Samstag im Monat, 10-13 Uhr).

        Liebe Grüße,
        Joshua Vossebrecker

      3. Die Parteien stellen sich in die Fußgängerzone, hängen irgendein Schild dran und tun so, als hätten sie damit schon irgendetwas erreicht. Andere veranstalten Podiumsdiskussionen mit sich selbst und ihren Freunden. Dann behaupten sie von sich selbst, die hätten „zugehört“ und die Bürger:innen „angesprochen“ und jetzt würde sich etwas ändern. Dabei wissen wir seit Jahren genau, was die Leute tatsächlich umtreibt: Mieten, die systematisch steigen, Löhne, die real sinken, Energie, Lebensmittel, Gebühren – alles wird teurer, während Vermögende und Konzerne ungestört weiter zulegen, reicher werden und die Politik ihnen den Rücken freihält und alle anderen reiche macht, außer einem selbst. Und was kommt von denen, die gewählt wurden? Rechtfertigungen, Komplexitätsgeschwafel und das ewig gleiche „wir müssen alle Interessen abwägen“. Als wäre das Leben der Mehrheit nur eine von vielen Variablen in einer Excel-Tabelle.

        Die Leute sind nicht wütend, weil niemand mit ihnen redet. Sie sind wütend, weil ununterbrochen geredet wird und danach einfach nichts passiert. Weil Versprechen gebrochen werden und das eigene Leben sich sichtbar und messbar verschlechtert. Weil Wahlen für immer mehr Menschen schlicht nichts mehr ändern. Die, die noch an den Stand kommen, sind ohnehin die Üblichen – Sympathisant:innen, Meinungsbestätiger:innen oder Frustablasser:innen. Die anderen, die wirklich nach rechts abgedriftet sind oder gar nicht mehr wählen, tauchen dort gar nicht mehr auf. Die Innenstädte sind längst Konsumzonen für die, die es sich noch leisten können. Wer jeden Monat knapper kalkulieren muss, geht da nicht hin – weder für das teure und nicht bezahlbare Angebot noch für die alten, sattsam bekannten Polit-Positionen und Ausreden.

        Die Menschen, die man in den Fußgängerzonen „ansprechen“ kann, sind die üblichen Verdächtigen und diejenigen, denn es eigentlich noch ganz gut geht und sich ab und zu auch ein italienisches Eis mit einem Espresso auf der Hauptstraße leisten können. Die, die eh schon wissen, was sie wollen.

        Die “Verlorenen”, um die angeblich gekämpft werden muss, weil es sich lohne, erreicht dort niemand mehr. Ein Infostand zwischen den Reichen, Schönen und Gebildeten ändert an den realen Verhältnissen der Menschen, die aus Frust und Not rechts wählen, null, nichts und gar nichts.

        Der eigentliche Kampf um Demokratie findet am Küchentisch statt, wo die Auswahl immer enger wird. An der Waschmaschine. Am Arbeitsplatz. In der Schule. Im Bus. Vor der eigenen Tür auf der Straße. Solange die Lebensbedingungen sich nicht spürbar verbessern – bezahlbares Wohnen, Löhne, die wirklich reichen, Sicherheit statt ständiger Angst vor der nächsten Preis- und Mieterhöhung – bleibt alles Gerede über „Zuhören“ und „Gesprächsbereitschaft“ reiner Selbstbetrug eine abgehobenen Politelite, denen es eigentlich ganz gut geht. Da nutzen auch nette Instagram-Bildchen oder Reels wenig.

        Die gleichen Leute klopfen sich immer wieder gegenseitig auf die Schulter und erklären die nächste Podiumsdiskussion schon vorab für einen Erfolg. Dabei gewinnen sie damit keine einzige Stimme zurück, die aus materieller Not und Enttäuschung woanders hingeht. Tatsächlich kommen zu diesen Runden, nur diejenigen, die sich schon einig sind, und reden über die Anderen, die sie eigentlich kaum kennen, da sie selbst in einer anderen Welt leben. Wer ernsthaft etwas verändern will, muss die materiellen Verhältnisse und die Systemfrage aufgreifen und nicht nur die Optik.

        Alles andere ist reines Selbstberuhigungstheater: Man inszeniert Debatten, simuliert Handeln und feiert Verfahren, damit sich bloß nichts ändern muss. Es ist eine perfekt geölte Maschinerie der Ablenkung, die nur ein einziges Ziel hat – die Illusion aufrechtzuerhalten, dass die Probleme gelöst werden, während sie in Wahrheit nur moderiert werden. Wer den echten Zustand der Dinge sehen will, muss aufhören, den Schauspielern zuzuhören, und stattdessen auf die Bühnenbilder blicken, die längst brennen.

        Tomás M. Santillán – Mitglied im Stadtrat Bergisch Gladbach – Die Linke

      4. Sehr geehrter Hr. Vossebrecker, Ich werde an einem der Termine ihren Stand wohl aufsuchen. Heute steht ehrlich geschrieben der Bauernmarkt im Lindlarer Freilichtmuseum auf dem Programm.

        Ich danke Ihnen für Ihre Rückantwort, auch wenn meine Beiträge manchmal etwas provozieren.

        Aber ich denke oft an unsere Familiengeschichte zurück, wenn ich die recht einsamen Mahner vor dem Erstarken dieser rechtsorientierten Parteien sehe und wie sich unsere demokratischen Parteien immer mehr verkriechen.

        (Wo sind eigentlich SPD, CDU und die Linke, die sind doch vor Wahlen wenn sie gewählt werden wollen, ziemlich agil.)

        Mein Großvater hat seiner Zeit versucht immer wieder den Leuten einsam auf einem Münsteraner Marktplatz zu erklären, was auf sie im Falle der Übernahme durch die Nationalsozialisten auf sie zukommt und was im Buch “Mein Kampf” tatsächlich steht.

        Die rote Armee hat ihn letztendlich aus Ausschwitz Birkenau befreit. Er war ein gebrochener Mann und galt bis zum Lebensende in den 60ziger Jahren als der Kommunist, der er nie war. Er war immer ein leidenschaftlicher (recht einsamer) Sozialdemokrat gewesen dem sein Weckruf zum Verhängnis geworden war.

      5. Danke, Joshua Vossebrecker, für Ihren Hinweis auf die Mobile AnsprechBar. Bei allen Unterschieden sind wir uns darin einig den Einfluss der Faschisten zurückzudrängen. Die Mobile AnsprechBar wird nicht umsonst gewesen sein, denn der Kopf ist rund, damit Gedanken auch mal die Richtung ändern können. Damit Menschen, die die AfD wählen wollen, nach Gesprächen nachdenklich werden und ihre Entscheidung überdenken. Diese Hoffnung darf nie aufgegeben werden.

        Eine hoffnungsvolle Nachricht aus Sachsen-Anhalt im KStA:
        “Hitzesommer ist Wahlhelfer für die Grünen – auch im Osten”
        aus der Onlineausgabe des KStA:
        https://www.ksta.de/politik/nach-hitzesommer-gruene-fordern-eine-million-neue-baeume-1360298
        === Zitat ===
        > Fünf-Prozent-Hürde
        > Hitzesommer ist Wahlhelfer für die Grünen – auch im Osten
        > Der Osten ist für die Ökopartei seit jeher schwieriges Gelände.
        > Dennoch werfen sie alles in die Wahlkämpfe.
        > Die Chancen sind besser als erwartet.
        === Zitat ENDE ===

        Ich wünsche Ihnen, dass das wahr ist, und die GRÜNEN in Sachsen-Anhalt die Fünf-Prozent-Hürde schaffen werden. Hier in Bergisch Gladbach geht es auch darum schon einmal für die NRW-Landtagswahl am 25. April 2027 zu üben. Dazu wünsche ich Ihnen viel Erfolg.
        Gruß von Olaf Swillus.

      6. @Olaf Swillus

        Ich wäre mit der Einschätzung vorsichtig, dass die Grünen mit dem Thema Klimaschutz allein ihren Einzug in den Landtag von Sachsen-Anhalt sichern können. Die Umfragen dazu sprechen eher für ein differenzierteres Bild: Eine große Mehrheit befürwortet grundsätzlich eine sozial-ökologische Transformation, gleichzeitig stehen für die Menschen im Alltag vor allem Arbeit, Löhne, wirtschaftliche Sicherheit, Infrastruktur, Bildung, Wohnen und die Funktionsfähigkeit des Staates im Vordergrund. Und da sehen die Grünen gar nicht gut aus!

        Das erklärt auch, warum die AfD trotz ihrer klimapolitischen Positionen in den Umfragen deutlich führt. Viele Menschen lehnen Klimaschutz nicht ab – sie haben aber andere Sorgen und fragen sich, was konkrete politische Maßnahmen für ihren eigenen Alltag bedeuten.

        Für die Grünen liegt darin ein sichtbares Problem: Klimaschutz als abstraktes politisches Großprojekt reicht offenbar nicht mehr aus, um Wähler:innen zu mobilisieren. Er müsste mit bezahlbarem Wohnen, günstiger Energie, guten Arbeitsplätzen, funktionierendem ÖPNV und Investitionen in die ländlichen Regionen verbunden werden. … Aber dafür ist es nach der Ampelregierung etwas zu spät für die Grünen.

        Und gerade für die Linke liegt hier eine Chance: Klimaschutz nicht gegen soziale Sicherheit stellen, sondern als soziale Frage begreifen. Wer erneuerbare Energie, gute Arbeit, bezahlbare Wärme und funktionierende Infrastruktur zusammenbringt, kann Menschen erreichen, die mit Klimaschutz grundsätzlich kein Problem haben, aber andere Prioritäten setzen.

        Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, wer am konsequentesten Klimaschutz fordert, sondern wer glaubhaft vermitteln kann: „Die notwendige Veränderung macht dein Leben nicht unsicherer, sondern besser und bezahlbarer.“ …

        Tomás M. Santillán – Mitglied im Stadtrat Bergisch Gladbach Die Linke

      7. Ich würde mich freuen, wenn es den Grünen in Sachsen Anhalt gelänge in den Landtag zu kommen. Mit welchen Themen auch immer.
        Einfach deswegen, weil es die Alleinregierung der AfD behindern könnte.

        Nicht nur Parteien, sondern auch Zivilgesellschaft und Umweltbewegung sind gefordert, sich in diesen Wahlkämpfen einzubringen.

        Völlig zu Recht hebt Joshua Vossebrecker den überparteilichen Verein für Demokratie und Vielfalt (Devi) hervor:

        “Allen Respekt für DeVi jede Woche ihren Infostand organisiert zu bekommen!”

        Die Idee einen Infostand als AnsprechBar zu bezeichnen, finde ich gut, – ein schönes Wortspiel für “ansprechbar sein”. Es gibt viel zu diskutieren und anzusprechen.

        Am Montag, den 7. September 2026, um 19.00 Uhr in der VHS Bergisch Gladbach (Buchmühlenstraße 12) könnte damit begonnen werden.

  2. Was möchte man denn da diskutieren? Egal wie die Wahl ausgeht: die Wähler sind schuld, Wir (die Volkspateien) haben gewonnen, keiner interessiert sich für Wahnschüsse auch wenn es einer unter die Wasserlinie wird, möchte man uU mal den eigenen Filz/ Vetternwirtschaft auflösen statt ihn auszusetzen (was ist der letzte Stand in Sachen Bosbach)
    Ich bin ein waschechter Demokrat, aber verstehe langsam einige Tendenzen…

    1. “Wahnschüsse”, ich glaube das werden wir in Zukunft das eine und andere Mal erleben.

    2. Was möchte man denn da diskutieren?

      Ich schlage vor darüber zu diskutieren,
      wegen welcher Themen die AfD so stark geworden ist.

      Ein NRW-Landespolitiker der nicht der AfD sondern der CDU angehört,
      behauptete neulich, dass das Kölner Bleiberechtsprogramm
      “570 Opfer und Geschädigte” auf dem Gewissen gehabt habe,
      und damit, so wörtlich “massiver Brandbeschleuniger für die AfD” gewesen sei.
      (Quelle: Kölner Stadtanzeiger vom Dienstag, 25.8.2026, Artikel auf der Titelseite)

      Darüber sollten wir reden, und ob das wirklich so stimmt.
      Praktischerweise ist ja Lena Heising vom Kölner Stadt-Anzeiger anwesend, die etwas zur Berichterstattung ihrer Zeitung sagen könnte, die viele von uns in Bergisch Gladbach gerne lesen.

      Gruß von Olaf Swillus

      1. Lieber Olaf,

        das sind tatsächlich nicht die Themen, aus denen heraus Menschen AfD wählen. Für mich als demokratischen Sozialisten, der entschlossen für Menschenrechte eintritt, Flüchtlinge unterstützt und gegen Abschiebungen kämpft, ist Migration ein zentrales Thema – aber das macht mich nicht zum Rechts-Wähler, .. im Gegenteil. Tatsächlich befürworten rechte Anhänger einen sehr restriktiven Umgang mit dem Bleiberecht und unterstützen daher im Kern genau das migrationspolitische Vorgehen der CDU/GRÜNEN-Landesregierung in NRW. Sicher sollten wir diesen Konflikt im linken Lager nicht unter den Tisch kehren, aber gewinnen wir damit auch nur eine einzige rechte Wähler:in zurück?

        Allerdings zeigt dein Hinweis auf die Widersprüchlichkeit der politischen Akteure: Man wendet sich zwar gemeinsam gegen Rechtsextremismus, ist sich aber bei vielen Themen absolut uneinig – besetzt sie jedoch nicht progressiv, sondern überlässt sie den Faschisten. Statt klare Kante zu zeigen, exekutieren EU, Bundesregierung und Landesregierungen GEAS und setzen eine harte, repressive Flüchtlingspolitik aktiv um. Wir erinnern uns mit Schrecken an die ekelhafte Stimmung im EU-Parlament über GEAS, als die vereinigten europäischen Faschisten nach der Abstimmung jubelnd applaudiert haben. Eine der dunkelsten Stunden für unsere Demokratie.

        Was hat das mit Wahlergebnissen zu tun? Auch wenn das Thema GEAS wichtig ist, müssen wir es im Kontext von Wahlen differenziert betrachten. Die etablierten Parteien haben sich längst auf den rechtsextremen Diskurs eingelassen und setzen deren Forderungen z.B. mit GEAS aktiv um, weil sie glauben, damit rechte Wähler:innen zurückzugewinnen. Tatsächlich bestätigen sie die Faschisten durch ihr Handeln und fördern deren Zulauf.

        SPD, GRÜNE und LINKE müssten stattdessen einen entschlossenen humanitären und sozial gerechten Kurs entwickeln und dieser rechten Politik eine glaubwürdige Strategie entgegensetzen, die den rassistischen Populismus wirksam durchbrechen. Das gelingt jedoch so lange nicht, wie die sozialen Verhältnisse unangetastet bleiben, die Reichen immer reicher werden und die Arbeitnehmer:innen am Ende die Zeche dafür zahlen müssen.

        Was erwartest du von einer Podiumsdiskussion mit einer jungen investigativen Journalistin aus dem Kölner Stadt-Anzeiger, einem erfahrenen CDU-Lokalpolitiker und Social-Media-Aktiven aus dem liberal-sozialen Flügel sowie einer Juristin aus der Region als Moderatorin?

        Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass dort etwas herauskommt, das den Vormarsch der AfD aufhalten kann. Ich erwarte eher das Wiederkauen alter Thesen und Rezepte, ohne dass die realen Verhältnisse in Frage gestellt werden, GEAS kritisiert wird oder wirkliche Systemfragen in der Debatte eine Rolle spielen.

        Seit Jahren wird dieses Ritual wiederholt, während sich die Lebensverhältnisse weiter verschlechtern – und genau damit gewinnen die Rechtsextremen jeden Tag neue Wähler:innen. Das ändern nichts und am Ende gibt es wieder neue Stimmen für die Rechten.

        Tomás M. Santilán – Mitglied des Stadtrats Bergisch Gladbach – Die Linke

    3. Schade, das dies nur die Wähler registrieren.
      Und die zu Wählenden unverändert zeigen: “Puh, nochmal gut gegangen”. Wenn der Satz nicht mehr passt wird man hören: das haben wir nicht kommen sehen