Der Landesbetrieb Straßen NRW hat die Sanierung der Frankenforster Straße um zwei Wochen aufgeschoben, aber am 2. November geht es los. Beim Umbau fallen Parkmöglichkeiten zugunsten der Sicherheit weg, dafür gibt es barrierefreie Haltestellen und einen Radfahrstreifen. Zunächst wird die Straße für sechs Monate zur Einbahnstraße, der Schnellbus 40 ist nur eingeschränkt zu nutzen.
Die Frankenforster Straße (L136) ist eine Landesstraße, daher wird die Sanierung vom Landesbetrieb Straßen.NRW geplant und durchgeführt. Allerdings mit Vorgaben und in Absprache mit der Stadtverwaltung. Das hat zu einigen Fragen geführt – die wir hier (soweit wie möglich) beantworten. Wie so oft bei Straßenbauprojekten stehen dabei zwei Fragen im Vordergrund: Was geschieht mit den Parkflächen? Wie wird der Radverkehr geführt?
Wann geht es los?
Eigentlich wollte Straßen NRW mit dem Start der Herbstferien beginnen, nun soll es aus „bauorganisatorischen Gründen“ (voraussichtlich) am 2. November losgehen. Die Regionalniederlassung Rhein-Berg von Straßen.NRW rechnet mit einer Bauzeit von sechs Monaten – also mindestens bis Anfang Mai 2027.
Schlechte Witterungsbedingungen können die Bauzeit verlängern. Die Option, den Winter abzuwarten, hatte der Landesbetrieb nicht; er muss seine Projekte auch in den Wintermonaten durchziehen.

Worauf müssen sich Verkehrsteilnehmer einstellen?
Die Frankenforster Straße wird zwischen Neufeldweg / Vürfelser Kaule in Refrath und Rather Weg / Brüderstraße in Frankenforst für den Autoverkehr zur Einbahnstraße mit Fahrtrichtung Bensberg.
Der Verkehr in Gegenrichtung (nach Refrath) wird über den Rather Weg unter der A4 hindurch und dann rechts über den Neufeldweg geleitet.
Zum Thema Frankenforster Straße sind wir mehrfach von Leser:innen angesprochen worden. Daraufhin haben wir zunächst bei der Stadt Bergisch Gladbach und Straßen.NRW unsere Fragen gestellt, später auch bei der RVK. Zudem haben wir verfolgt, wie das Thema (am Rande) in der Ratssitzung behandelt wurde und haben weitere Fragen an die Stadt gestellt – die bislang nur zum Teil beantwortet worden sind.
Hintergrund: Unsere Quellen – so haben wir gearbeitet
Zum Ende der Arbeiten, für die Asphaltierung der Deckschicht, wird die Frankenforster Straße an einem Wochenende in beide Richtungen gesperrt.
Der Fuß- und Radverkehr kann laut Straßen.NRW den vorhandenen Rad-/Gehweg während der Bauphase immer auf einer Straßenseite nutzen.

Warum wird der Busverkehr (SB 40) beeinträchtigt?
Der auch von vielen Schülern und Pendlern genutzt Schnellbus fährt in diesem Abschnitt nur noch die Route durch die Einbahnstraße nach Bensberg. In dieser Richtung ohne Einschränkungen, bestätigt die RVK.
In Richtung Refrath nimmt der SB 40 aber nicht die Umleitung über den Rather Weg und Neufeldweg, sondern fährt direkt von der Kölner Straße auf die A4 und weiter nach Köln. Die fünf Haltestellen zwischen Bensberg und Refrath, entlang der Frankenforster Straße und Lustheide, fallen damit in dieser Richtung aus.
Zur Begründung verweist die RVK darauf, dass bei Umfahrungsstrecken betriebliche Faktoren wie Zeitverluste durch Umleitungen, Auswirkungen auf Anschlüsse oder die Einhaltung der Ruhezeiten des Fahrpersonals berücksichtigt werden müssten.
Im Fall einer Umleitung des SB 40 über den Neufeldweg würden die längere Strecke, zusätzliche Ampeln sowie ein schwer kalkulierbarer Linksabbieger zu erheblichen Zeitverzögerungen führen, so die RVK.
Als Alternative verweist die RVK auf die Linie 1 der KVB – die allerdings in den Stoßzeiten schon überlastet ist und häufig ausfällt.
Immerhin sagt die RVK nach Rückfrage des Bürgerportals zu, dass die Niederlassung in Bergisch Gladbach die vorgeschlagene Umleitung über den Neufeldweg noch einmal prüfen wolle. Sollte sich daraus eine umsetzbare Alternative ergeben, sei die RVK bereit, den Fahrplan anzupassen.

Was genau wird gebaut?
Die Straße wird von Grund auf saniert und neu asphaltiert. Dabei wird die Entwässerung erneuert, die Bushaltestellen werden barrierefrei ausgebaut. Im einzelnen führt Straßen.NRW auf:
- Erneuerung der Asphaltdeck- und Asphaltbinderschicht auf der gesamten Strecke
- Rückbau des vorhandenen Platten- und Pflasterbelags auf dem Gehweg und Herstellung einer neuen Asphaltbefestigung
- Erneuerung der Bordsteinanlage auf der gesamten Streckenlänge
- Barrierefreier Ausbau der vorhandenen Bushaltestellen
- Herstellung einer zusätzlichen Leitungsquerung
- Erneuerung der Straßenabläufe auf der nördlichen Straßenseite

Wie werden Radverkehr und Parkflächen gestaltet?
Die Gestaltung des Radverkehrs hatte Straßen.NRW der Stadtverwaltung überlassen: „Die zukünftige Verkehrsführung sowie die Aufteilung des Straßenraums wurden durch die Stadt Bergisch Gladbach festgelegt.“ Die Stadt räumt ein, dass sie sich für die Variante „mit einem Radfahrstreifens anstelle des bisherigen Parkens am Fahrbandrand“ ausgesprochen habe.
Die Frage an die Stadtverwaltung, wer diese Vorgaben erstellt hat, ist bislang offen geblieben. Der Verkehrsausschuss ist laut Ratsinformationsystem damit nie befasst worden.
Auf der Nordseite der Straße (an der die Wohnhäuser liegen) wird der Radverkehr nach Angaben von Straßen.NRW künftig nicht mehr gemeinsam mit den Fußgängern auf dem Gehweg geführt. Stattdessen werde er auf die Fahrbahn verlagert, in Form eines Radfahrstreifens. Der wird mit einem durchgezogenen Breitstrich markiert. Autos dürfen auf ihm weder fahren noch halten oder parken.
Damit werden die Parkmöglichkeit auf der nördlichen Straßenseite komplett wegfallen. Sie waren in der Vergangenheit von der Anwohnerschaft immer wieder kritisiert werden – weil dort bislang LKW, Anhänger und Wohnwagen über längere Zeit abgestellt worden waren und die Sicht bei der Ausfahrt von ihren Grundstücken behinderen.
Offizielle Parkmöglichkeiten waren dort ohnehin nie markiert, beim Begegnungsverkehr von Lastwagen oder Bussen konnte eng werden.
Mehrfach war die Stadtverwaltung kritisiert worden, dagegen nicht vorzugehen. Nun gibt es Kritik in Gegenrichtung: der komplette Wegfall der Parkflächen sei auch nicht akzeptabel, weil nun nicht nur die eigenen Fahrzeuge, sondern auch Handwerker, Pflegedienste oder Besucher auf den privaten Grundstücken parken müssten.
Die Alternative, den Radverkehr auch auf der nördlichen Seite weiterhin über den Gehweg zu führen, sei zwar geprüft worden, so die Stadt. Angesichts der vielen Zufahrten und Querungen sowie der durch parkende Fahrzeuge eingeschränkte Sicht sei das aber als nicht sicher genug bewertet worden.

Auf der Südseite (zum Wald hin) bleibe die bisherige Gehwegbreite nach Angaben von Straßen.NRW unverändert. Durch Schilder werde der Gehweg künftig als gemeinsamer Geh- und Radweg ausgewiesen, Zufahrten und damit Sicherheitsprobleme gibt es dort kaum. Die Ausfahrt der künftigen Feuerwache Süd erfolgt in die andere Richtung, auf den Rather Weg.
Einen Parkstreifen hat es auf dieser Seite ohnehin nicht gegeben. Forderungen (auch der CDU), wenigstens einen Parkstreifen auf einer Straßenseite zu erhalten, laufen daher ins Leere.
Die Stadtverwaltung betont in den Antworten auf die Anfrage der Bürgerpartei GL ausdrücklich, dass der Parkstreifen der Verbesserung der Sicherheit zum Opfer fielen. Das würde auch geschehen, wenn anstelle des Radfahrstreifens nur ein Schutzstreifen angelegt würde.
Warum sind die Anwohner nicht in die Planung einbezogen worden?
Bei dieser Frage verweist die Stadt auf Straßen.NRW. Da die Entscheidung für den Radfahrstreifen und gegen die Parkflächen alleine auf Sicherheitsbelange zurückgehe, sei eine vorherige Informationsveranstaltung auch nicht nötig gewesen.
Eine Verkehrszählung sei nur 2023, bei der Planung für die neue Feuerwache Süd, gemacht worden. Neuere Erhebungen stünden noch aus. Eine gesonderte Erhebung der Parkstände, so die Stadt, sei nach ihrer Einschätzung (und anders als bei der Fahrradstraße Hasenweg) nicht erforderlich.





zu Frankenforster Straße:
Mir tun jetzt schon die Anwohner leid.Wo sollen Die denn nach Fertigstellung parken ???
Vielen Dank für den sehr informativen Artikel!
Da ich diese Straße sowohl mit dem SB 40 als auch mit dem Rad nutze, freue ich mich sehr darüber, dass die Straße endlich saniert wird.
Die erstellten neuen Radwege mit viel, viel Rot auf der Fahrbahn+Kreuzungen, etc. sind völlig übertrieben, man meint im Spielzeug- Land zu sein. Fahrrad-Pictogramme in weiß, wie auch auf anderen Straßen hätten wohl auch gereicht. Hier wird Geld zum Fenster heraus geworfen!!! Überhaupt solche Radwege braucht man nicht, vorher war das in diesen ruhigen Gegenden auch ausreichend für alle Verkehrsteilnehmer!!! Hier wird Geld verschwendet, Ideologien verfolgt!!! Die Straßen in Bergisch Gladbach schreien nach Instandsetzung, was Löcher und Zustand – Buckelpiste anbelangt. Da tut sich fast nichts, hier gehört zuerst die Investition hin!!! Geht das in die Köpfe unserer Volksvertreter und angeblicher Fachleute in unserer Stadtverwaltung?
Sehr geehrter Herr Brückner, offenbar verwechseln Sie Fahrradstraßen und Radwege. Auf der Frankenforster Straße ist geplant, was Sie fordern: die gesamte Straße wird saniert, Löcher und Buckel verschwinden. Auf der einen Seite der Straße wird dann (voraussichtlich mit weißer Farbe) ein Radfahrstreifen markiert.
Zum Thema Straßenbau „(da tut sich fast nichts“) finden Sie hier einige Infos:
https://in-gl.de/?s=straßenbau
Danke für die Einordnung und das Bemühen.
Ich unterstelle aber, dass – aufgrund der “Qualität” des Kommentars – eine sachliche und differenzierte Auseinandersetzung mit der Thematik nicht mal im Ansatz gewünscht ist.
Der Austausch der Platten auf den Gehwegen gegen Asphalt ist sicherlich eine gute Idee, aber waren wir nicht eigentlich auf dem Weg, versiegelte Flächen zu reduzieren?
zum SB40 Köln HbF/Bensberg:
Die Einschränkung des SB40 ist bedauerlich, da täglich viele Pendler:innen auf die Linie angewiesen sind. Die KVB-Linie 1 ist kein gleichwertiger Ersatz, da sich Fahr- und Umsteigezeiten deutlich verlängern. Ein Teil der Fahrgäste kann zwar über den Bahnhof Deutz ausweichen, viele müssen jedoch weiter über den Kölner Hauptbahnhof. Immerhin ist die Einschränkung auf sechs Monate befristet.
Tatsächlich aber kommt diese weitere Einschränkung des ÖPNV zusammen mit den Fahrplankürzungen des Kreistags Rheinisch-Bergischen Kreises und den organisatorischen Problemen bei der KVB Linie 1. Bei beiden Linien wurde die Taktung schon erheblich eingeschränkt, so dass es zu sehr engen und vollen Fahrten kommen kann.
Mit einer solchen Verkehrsstrategie, werden Menschen abgeschreckt mit dem ÖPNV zu fahren. Wir befinden uns auf einen Kurs des Abbau des des ÖPNV und das ist eigentliche die falsche Richtung:
Siehe Kommentar dazu hier: https://www.santillan.de/2026/09/25/mehr-bezahlen-länger-unterwegs-sein/
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Tomás M. Santillán – Mitglied des Stadtrats Bergisch Gladbach Die Linke
Lieber Herr Santillan,
aufgrund einer auf 6 Monate befristeten Maßnahme (hoffentlich bleibt es bei der Zeitplanung … kennt man ja hier auch ganz anders ) von einem Abbau des ÖPNV zu sprechen, halte ich für mindestens übertrieben.
Man könnte selbstverständlich darüber diskutieren, warum ein Straßenbau dieser Größe in Deutschland überhaupt 6 Monate und nicht 6 Wochen dauert. Das ist aber ein ganz anderes Thema.
Anstatt darüber zu lamentieren, warum es nicht geht, wäre es besser darüber nachzudenken, wie eine Second-Best-Lösung aussehen kann. Z.B. sind es von Refrath nur 5 Haltestellen bis Bensberg Busbahnhof. Von dort aus fährt der SB40, der ja durch die eingesparten Halte dann auch schneller am Breslauer Platz sein sollte. In der Regel ist die Linie 1 auf der letzten Meile auch nicht so überfüllt. Auch, wenn es sehr wahscheinlich ist, dass es insgesamt etwas länger dauert, einfach mal ausprobieren.
Oder nur bis Kippekausen oder Frankenforst fahren und dort in den SB 40 steigen vielleicht? Die letzte Haltestelle vor der Autobahn müsste ja “im Hain” sein.
Lisa S. Aktuell steht “im Hain” auch als ausfallend im Plan. Keiner weiß warum.
„Durch Schilder werde der Gehweg künftig als gemeinsamer Geh- und Radweg ausgewiesen“ – Das bedeutet, dass dort eine Benutzungspflicht in der schlechtestdenkbaren Variante eingeführt wird. Ich bezweifle, dass dort derzeit durchgehend die für einen innerörtlichen gemeinsamen Fuß- und Radweg vorgeschriebene Mindestbreite von 2,50 m besteht (bei Neuanlagen wird sogar mindestens 3,50 m bis hin zu knapp 6 m breit gebaut). Zu bezweifeln ist ebenfalls, ob die Benutzungspflicht rechtens ist, da sie im weiteren Straßenzug schon vor Jahren aufgehoben werden musste.
„Zufahrten und damit Sicherheitsprobleme gibt es dort kaum.“ – Die Sicherheitsprobleme wird es dafür dann zukünftig durch Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern geben. Aber das hat schon seine eigene Logik: Wenn man die langsameren Verkehrsteilnehmer zusammen vom Autoverkehr separiert, dann müssen sie sich nur untereinander zanken und stören den privilegierten Verkehr nicht weiter.
Ich hoffe, dass im Zuge des Austauschs der Platten gegen Asphalt der Weg zumindest deutlich verbreitert wird, sonst wird das zum Schildbürgerstreich.
Der ADFC bewertet diese Maßnahme als ERA (Empfehlung für Radverkehrsanlagen) konform.
Der südliche Gehweg ist ausreichend und durchgehend breit für eine gemeinsame Radverkehrsführung in einer Richtung und wird durch die Sanierung wieder in der vollen Breite benutzbar werden. Darüber hinaus wird dieser aufgrund der vorwiegend fehlenden Bebauung durch den Fußverkehr nur untergeordnet genutzt und dadurch das von Ihnen genannte Konfliktpotential minimiert.
Sobald die Feuerwache da ist, wird das noch weniger genutzt, da die Hundebesitzer dann ja leider den Wald nicht mehr haben…
Dann sollte es für die Radfahrer tatsächlich freie Bahn geben..
Dem Bürgerportal sei mal wieder größter Dank für die bestmögliche weil differenzierte und ausführliche Recherche und Berichterstattung.