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Das Gedenken an die Vergangenheit… (Beit Jala 6)

…und die Gestaltung der Zukunft

Tamar Avraham ist eine ungewöhnliche Person. Geboren und aufgewachsen in Deutschland, konvertierte sie zum Judentum und arbeitet heute in Jerusalem. Sie zeigte uns die besonders schönen Ecken der Stadt wie eine bezaubernde jüdische Siedlung, die sich “Wohnstätte der Sorglosen” nennt.

Tamar Avraham vor dem von Deutschland gestifteten Löwenbrunnen in Westjerusalem

Zunächst ging hier die Widerstandslinie an der Mauer entlang, aber später, als sich die Grenze verschob, entstand ein elegantes Viertel für amerikanische Juden, die hier ihren Zweitwohnsitz haben. Wir sahen erstmals wieder blühende Blumen in Balkonkästen, sauber gekehrte Wege und – tatsächlich – eine echte Windmühle.

Der Löwenbrunnen ist ein Geschenk der deutschen Bundesregierung (der Löwe von Juda ist zum Stadtwappen von Jerusalem geworden) und der Blick vom Löwenbrunnen auf die schottische Kirche St. Andrews beweist, dass hier jede Nation versucht, Präsenz zu zeigen.

Wir fanden sogar eine Heinrich-Heine Straße, mehr aber noch Spuren der Briten wie rote Briefkästen und Pfadfinder, was an die britische Mandatszeit erinnert. Tamara zeigte uns aber auch Gebäude, um deren Besitz gestritten wird wie das belgische Konsulat sowie das schwer bewachte Privathaus von Benjamin Netanjahu (den amtierenden Ministerpräsidenten Israels); außerdem das Zelt, in dem die Eltern des verschleppten israelischen Soldaten mahnend ausharren und auf seine Rückkehr warten sowie den arabischen Friedhof.

In der Jerusalemer “Großen Synagoge” erklärte sie uns, Synagogen seien ursprünglich Lehrhäuser gewesen und hätten die Tempel (für den Opferkult) nach und nach auch als Bethaus abgelöst. Schulen aber seien sie bis heute geblieben. Während wir in der Synagoge ihren Erklärungen über den Thora-Schrein lauschen und hören, wie teuer Thora-Rollen sind (weil sie handgeschrieben werden), putzen muslimische Frauen mit ihren typischen Kopfbedeckungen neben uns die Stuhlreihen. Wir christlichen Frauen müssen hier keine Kopfbedeckung tragen, wohl aber die Männer, die eine Kippa aus Pappe bekommen, was ein bisschen an Pommes-Frites-Schachteln erinnert.

(Übrigens: Hebräisch war als Gebetssprache nie ausgestorben, aber als säkulare Sprache wurde sie nicht mehr benutzt, bis der Staat Israel diese alte Sprache wiederbelebte und eine ganze Reihe neuer hebräischer Worte erfinden musste.)

Streng bewacht: die Knesset

Nach einem kurzen Blick auf die Knesset ging es nach Yad Vashem, der zentralen Gedenkstätte zur Mahnung an die Geschehnisse der Shoa. Tamara schaffte es, fast emotionslos die Geschichte der ermordeten Juden zu erzählen, was sicherlich besonders schwer war. “Die Überlebenden lehren uns, dass es möglich ist, aus dem Verlust und dem Schmerz Kraft zu schöpfen, um eine bessere Welt aufzubauen und für eine moralische und humane Zukunft unserer Kinder einzutreten.”

In der Gedenkstätte wird versucht, die Namen aller Ermordeten ausfindig zu machen.

Doro Dietsch, Ratsmitglied in Bergisch Gladbach, arbeitet in Düsseldorf im Landtag. Werner Schmitz-Dietsch, Verleger (Stadtmagazin Franzz) und Mitbetreiber des Bürgerportals "iGL". Gemeinsam haben sie drei Töchter.

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