Foto: Thomas Merkenich

Für Burkhardt Unrau war es schon immer klar: Kirmes ist nicht „nur“ Brauchtum, sondern auch Kultur. Dafür hat er jetzt die Bestätigung von hoher Stelle – und geht mit noch mehr Elan in die Pfingstkirmes, die vom 23. bis 26. Mai in der Stadtmitte von Bergisch Gladbach stattfindet. Mit einem bewährten Programm, das Menschen zusammenbringt. Seit 184 Jahren.

Beim deutschen Schaustellerbund ist vor wenigen Wochen ein Brief der UNESCO eingetroffen, der die deutsche Kirmes adelt: Die „Schaustellerkultur auf Volksfesten in Deutschland” sei in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden. Das wertet Burkhardt Unrau, der seit fast 50 Jahren für die Kirmes kämpft, als „Anerkennung, Auftrag und Versprechen zugleich“.

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Eine Anerkennung, die der Institution Kirmes und den Schaustellerfamilien helfe, ihren Auftrag auch in Zukunft erfüllen zu können, sagt Unrau. Denn die rasant wachsenden Kosten und ein schwindendes Verständnis für die Bedeutung dieses Volksfestes mache es der Branche immer schwerer. Obwohl sie für das gesellschaftliche Miteinander so wichtig sei, sagte Unrau beim Pressegespräch im Vorfeld der Pfingstkirmes.

Unterstützung erhielt Unrau dabei von „meinem 9. Bürgermeister und meinem 7. Landrat“, von Marcel Kreutz und Arne von Boetticher. Beide sind neu im Amt, würdigten aber wie ihre Vorgänger die gr0ße Bedeutung der Kirmes für die Stadt und für den ganzen Rheinisch-Bergischen Kreis.

Burkhardt Unrau mit Landrat Arne von Boetticher (l.), Bürgermeister Marcel Kreutz (r.) und der Leitung des Ordnungsamtes, Ute Unrau (r.) und Heike Hiebert (l.). Foto: Redaktion

Die Stadt selbst ist Veranstalter der Kirmes, Unrau als ehrenamtlicher Sprecher der Schausteller ihr Koordinator und Antreiber. Nur die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten, von Verwaltung, Polizei, Schaustellern und Stadtgesellschaft mache es möglich, dass die Kirmes in Bergisch Gladbach seit 184 Jahren existiere und auch Corona überlebt habe, betonte Unrau. Keine Selbstverständlichkeit – wie es das Beispiel Köln zeige, wo die Deutzer Kirmes zum dritten Mal ausfiel.

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Im Detail: Was die Pfingstkirmes bietet

„Frisbee – den Kick der Schwerelosigkeit und des Fluges erleben, prickelnd schön und megastark. 

Staubige Straße in endlos flirrender Hitze: Route 66 – der wohl berühmteste Auto-Skooter jenseits des Mississippi, mit komplett neuer Bemalung und neuem Licht! 

Über Berge und Täler fliegen: Musik-Express heißt das Zauberwort. Ein Fahrgeschäft, das keine Kirmes missen darf.

Sich im Break Dance um die eigene Achse drehen sorgt bei allen Fahrgästen für Spaß pur.

Die Familienachterbahn erwartet die ganze Familie: Ring Renner das Gefühl einer kleinen Achterbahn erleben. 

Eine Runde drehen mit dem Nachbau eines nostalgischen 15m hohen Riesenrads.

Und auch dabei, die Chaosfabrik, ein Laufgeschäft über drei Etagen, mit riesigem Spaßfaktor. 

Ein kleiner Zug entführt die jüngsten Kirmesgäste in ein Märchenland kindlicher Phantasie – die Schweinchenbahn. 

Auf dem Mini-Scooter können schon die Kleinsten Auto fahren.

Weiter geht es auf Kinderkarussell und Babyflug.

Auch für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt. Süßwaren-, Imbiss- und Getränkestände bieten kleine Verschnaufpausen und kulinarische Leckereien. Spiel, Spaß und Verlosung machen den bunten Reigen komplett.“

Für die Pfingstkirmes, die am Samstag (23. Mai) mit der Vergabe der Freifahrt-Chips beginnt und mit dem großen Feuerwerk am Dienstagabend endet, kündigte Unrau das bekannte und bewährte Programm von Fahrgeschäften (siehe oben) an. Genau diese Konstanz sei ein Wert an sich, in einer Zeit, in der sich alles immer schneller ändere.


In eigener Sache: Das Bürgerportal setzt die Reihe „GL spricht“ auf der Kirmes fort. Bei Freifahrten im Riesenrad bringen wir am Dienstagnachmittag interessante Gesprächspartner zusammen. Wenn Sie mitmachen wollen können Sie sich hier eintragen – dann halten wir Sie auf dem laufenden.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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