Nur geringe Schuld

… trifft laut Richter den LKW-Führer, der die Radfahrerin totgefahren hat.

So scheint es mal wieder ein unabwendbares Schicksal gewesen zu sein, dass eine Radfahrerin von einem Rechtsabbieger „übersehen“ wurde und tödlich verunglückte. Dies ist eine der Haupttodesursachen von Radfahrern.

Berichte zu dem Unfall kann man im Kölner Stadtanzeiger und der Bergischen Landeszeitung nachlesen. Leider wurde in der Berichterstattung kaum die mangelhafte und vorschriftswidrige Verkehrsführung an der Unfallstelle thematisiert. So führt der immer noch als benutzungspflichtig gekennzeichnete Radweg dort zwischen zahlreichen Ampel- und Schildermasten hindurch und fördert zusammen mit dem dort vorhanden Baum dass man sich als Radfahrer im toten Winkel der LKWs versteckt. Im BLZ-Artikel wurde ja auch die offensichtliche Überforderung des LKW-Fahrers dargestellt.

Radweg an der Richard-Zanders-Straße

Konsequenzen?

An dieser Kreuzung bisher nicht. Zwar wurde die Ampelanlage modernisiert und es gibt nun eine Streuscheibe mit Fahrradsymbol – der Radweg jedoch ist weiterhin als benutzungspflichtig gekennzeichnet. Ein Zurücksetzen der Haltelinie für KFZ und ein Radverkehrsführung auf der Fahrbahn hätte diese Art von Unfall wirksam verhindern können.Das  so eine  Radverkehrsführung an der Richard-Zanders-Straße möglich ist, kann man  ca. 400m später an der Kreuzung am Gronauer Wirtshaus sehen: Hier werden Radfahrer auf die Fahrbahn gelotst.

Aber offensichtlich scheint die Stadt langsam umzudenken und verspricht solche Radwege nur noch zu dulden, aber nicht mehr als benutzungspflichtig zu kennzeichnen. Es bleibt abzuwarten wann diese Ankündigung auch umgesetzt wird.

In Tempo 30 Zonen werden die seit über 10 Jahren vorschriftswidrigen Anordnungen anscheind „schon“ entfernt. So ist seit kurzem ist z.B. das Radweg-Schild an der Heidkamper Straße verschwunden.

Radfahren auf der Fahrbahn

Bleibt nur zu hoffen, dass es sich langsam auch bei den KFZ-Führern herumspricht, das Radfahrer die Fahrbahn benutzen dürfen. (§2 StVO,nach aktuellen Vorschriften sollen benutzungspflichtige Radwege die Ausnahme und nicht die Regel sein)

Als ich letzte Woche auf meinem Heimweg die Mülheimer Straße Richtung Innenstadt befuhr, wurde ich von zwei Autofahren mittels wildem Hupen und zu knappen Überholen darauf „hingewiesen“, dass ihrer Ansicht nach Radfahrer auf Fahrbahnen nichts zu suchen haben. Ein Fahrer liess sogar seine Seitenscheibe hinunter und rief mir zu, dass da ein Radweg sei.

Es mag sein, dass der dort vorhandene Bürgersteig auch mal für Radverkehr geplant war, jedoch würde dieser Weg aktuellen Anforderungen an Radverkehrsanlagen niemals gerecht, noch ist er als Benutzungspflichtig gekennzeichnet!

So lange aber dieses Verhalten von Autofahrern ohne Konsequenzen bleibt und auch Stadt, Polizei und Medien keine Aufklärung diesbezüglich durchführen, wird sich auch weiterhin die Mehrheit der Radfahrer auf vermeintlich sichere Radwege oder noch schlimmer Gehwege zurückziehen und so sich selbst und Fußgänger gefährden.

Tödlich verletzt wurde eine Radfahrerin am Freitagabend (24. August 2007) am Gronauer Kreisverkehr: Um kurz nach 19 Uhr wurde sie von einem Sattelzug erfasst.

Holger M.

Familienvater, Angestellter in Köln, seit 8 Jahren in GL. Passionierter Radfahrer

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