Wie ich im November berichtet hatte wird in der Lokalpolitik hinter den Kulissen heftig über die Konsequenzen des Schülerrückgangs nachgedacht. Jetzt hat ein studentisches Projektteam der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Köln unter Betreuung des  Dozenten  Jens Walkowiak Überlegungen für eine Veränderung der Schullandschaft in Bergisch Gladbach vorgelegt. Sie sollen in einen Schulentwicklungsplan für die nächsten 10 Jahre einfließen.

UPDATE 28.1.2011
Der Entwurf des Schulentwicklungsberichts mit seinen 300 Seiten liegt jetzt
auch als pdf vor. Der Schulausschuss hat den Bericht in seiner Sitzung am
25.1. nur zur Kenntniss genommen, etzt beraten die Fraktionen, am 22.3.
ist erneut der Ausschuss dran.
UPDATE 18.2.2011
Das Kollegium des NCG veröffentlicht einen Offenen Brief an Rat und Verwaltung,
in dem es die Politik hart kritisiert. In den Kommentaren entbrennt eine
neue Debatte über die Zukunft des NCG - und der anderen Schulen

Die Kernaussage der Untersuchung:

Das NCG an der Reuterstraße

“Unter Betrachtung der für diesen Zeitraum (bis 2020) prognostizierten Schülerzahl, der benötigten Räumlichkeiten und des Sanierungsstandes der Gebäude kommt die Facharbeit zu dem Ergebnis, dass drei Schulen nicht über den Prognosezeitraum hinweg gehalten werden können.

Es ergibt sich außerdem die Möglichkeit, einen Schulstandort zu schließen.”

Die Stadtverwaltung schlussfolgert

(in ihrer Pressemitteilung von Dienstag zu dem Thema):

  • Die bereits begonnene Konsolidierung der Hauptschulstandorte scheint also noch nicht beendet: Bereits im Jahr 2016 kann am Ahornweg die Zweizügigkeit nicht mehr gehalten werden, ab 2018 ist die Einzügigkeit nicht mehr gesichert. Bei der Hauptschule im Kleefeld  steht die Einzügigkeit ab dem Jahre2019 dauerhaft an. Damit ist der Erhalt der beiden Standorte bis zum Ende des Prognosezeitraums rechtlich nicht mehr möglich.
  • Auch bei den Realschulen zeichnen sich Veränderungen ab: Fünf Standorte gibt es heute noch, die dauerhafte Unterschreitung der Zweizügigkeit – sie ist rechtliche Grundlage für den eigenständigen Fortbestand – zuerst 2016 an der Marie-Curie-Schule eintreten. Drei Jahre später, im Jahr 2019, wird die Realschule im Kleefeld dauerhaft einen Zug eingebüßt haben und nur noch zweizügig existieren. Was nicht zur Schließung führt, aber Kapazitäten öffnet für Konsolidierungsmaßnahmen. Nicht gefährdet bis 2020 sind die Realschulen in der Kaule, in Herkenrath und an der Saaler Mühle.
  • Spitzenreiter der Elterngunst bei den Anmeldungen ist die Integrierte Gesamtschule Paffrath: Sie wird auch 2020 nach wie vor sechszügig betrieben werden können.
  • Auch die  Schülerzahlen an den Gymnasien legen im Prognosezeitraum eindeutig zu; verstärkt  werden könnte der Trend sogar noch durch die Aussetzung der verbindlichen Grundschulempfehlungen. In den Eingangsklassen ist lediglich beim Nicolaus-Cusanus-Gymnasium (NCG) ab 2019 die Dreizügigkeit gefährdet.

Die Studenten hatten bei den Eltern auch die Präferenzen für die einzelnen Schulformen abgefragt. Danach ist die Rangfolge klar: Gymnasien und Realschulen werden bevorzugt, Hauptschulen spielen keine Rolle – und auch für eine weitere Gesamtschule neben der IGP gibt es keinen echten Bedarf.

Schließen, abreißen, verkaufen

Im weiteren erörtert der Berichte drei Varianten, mit weitreichenden Rochaden im gesamten Stadtgebiet:

  1. Marie-Curie-Realschule und Hauptschule Ahornweg werden aufgelöst. In das frisch renovierte Gebäude zieht das NCG. Das marode NCG-Gebäude (Sanierungsstau: 12 Mio. Euro) an der Reuter Str. wird aufgegeben.
  2. Das NCG wird zum ausgebaut und nimmt die Realschule Kleefeld mit auf. Die Hauptschule Kleefeld wird mit der Hauptschule Ahornweg zusammengelegt. Das Schulzentrum Kleefeld würde aufgegeben.
  3. Die Haupt- und Realschulen der Stadt (Ahornweg, Kleefeld, Marie-Curie) werden am Ahornweg zusammengelegt. Ins Kleefeld zieht das NCG.

Diese Konzepte liegen jetzt auf den Tischen der Mitglieder des Schulausschusses, der am 25. Januar darüber beraten wird.

Weitere Informationen:

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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