Trotz ihrer Figurprobleme träumt „Edna“ von einer Karriere als Tänzerin…

Nach “Der kleine Horrorladen”, “Grease” und “AbbaRöschen” hat die Musical AG des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums (DBG) nun wieder ein Musical ausgeführt, dass alle begeisterte: “Hairspray” – eine Adaption des John-Waters Film von 1988.

“Die Welt ist nicht schwarz und weiß, sondern bunt”, fasste Schulleiter Gerd Josmann die Aussage des Stücks nach der Aufführung zusammen, bevor er Rosen an alle Mitwirkenden verteilte. Denn in dem Stück geht es um das Problem “anders zu sein”.

Die Website des DBG

Genau da lagen aber auch die Probleme, als man “Hairspray” auswählte, denn es wurden Farbige als Darsteller gesucht. Solche Schüler/innen sind aber Mangelware am DBG. Gerade einmal drei von Natur aus mit schwarzer Hautfarbe ausgestattete Mitschüler konnten gefunden werden. Doch das Stück funktionierte auch mit geschminkten Weißen, ohne den ernsten Aspekt der Rassentrennung ins Lächerliche zu ziehen. Anika Knorn als “schwarze” Motormouth Maybelle bekam für ihre Solo-Partien sogar extra viel Applaus.

Im „Fatsuit“ sprangen die Hauptdarstellerinnen Catharina und Friederike über die Bühne.

Weiteres Problem im Vorfeld: Neben Jonas Henneböhl, der gerade sein Abizeugnis überreicht bekommen hat, und Philipp Brezny aus der Stufe 11 musste mindestens noch eine männliche Hauptrolle besetzt werden. “Für die dritte Rolle holten wir unseren alten Seymour aus dem Schulruhestand”, erzählte Susanne Mathiak, die wieder die künstlerische Gesamtleitung hatte. Gemeint war Kevin Wildner, der schon in Grease und AbbaRöschen mitgespielt hat und beim Kleinen Horrorladen die Rolle des “Seymour” sang – inzwischen aber schon lange mit Abi die Schule verlassen hat, zu der er aber für die Proben gerne zurück kehrte.

Kevin Wildner und Anika Knorn (vorne) gehörten zu den Darstellern, die sich „schwarz“ schminken durften…

Von all dem merkten die Zuschauer natürlich nichts. Die Stahlke-Zwillinge in den tragenden Rollen „Edna“ (im Wechsel mit Anne Sauvageot) und „Velma“ (einer Fernseh-Produzentin, die keine Farbigen in der Show zulassen möchte) begeisterten nicht nur ihre Eltern und den aus Amerika per Skype zugeschalteten Bruder. Michelle Loga und Catherina Cramer bewegten sich in ihren „Fatsuits“, als ob sie im Karneval nie etwas anderes tragen würden.  Tobias Kleiner mit seiner Band und Elisabeth Schenke mit ihrem Chor, Svenja Junge mit der Tanz-AG – sie alle sorgten für eine weitere Perle in der strahlenden Musical-Kette des DBG.

Der „Instrumentalpraktische Kurs“ unter Leitung von Tobias Kleiner ist für die Musicals unverzichtbar.

Wermutstropfen bleibt natürlich, dass die Schule keine eigene Aula besitzt und das Ausweichquartier – die NCG-Aula – auch in die Jahre gekommen ist. Manche DBG-Eltern, zu Gast im NCG, fragten sich dennoch, warum für die NCG-Renovierung 13 Millionen Euro veranschlagt werden. Denn die gesamte (wegen PCB notwendige) Komplettsanierung des DBG hat ja „nur“ 6 Millionen Euro gekostet.

Jonas Henneböhl und Friederike Stahlke sorgten als Ehepaar für Lacher.

Auch die Lehrer ließen sich den Spaß nicht nehmen und spielten mit – hier als rabiate Cops.

Doro Dietsch

War lange beim WDR, arbeitet heute im Ministerium für Kultur und Wissenschaft. Ehrenamtlich enagiert für die CDU-Mittelstandsvereinigung, Kultkino und Rotary. Verwitwet. Drei erwachsene Töchter.

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6 Kommentare

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  1. Hallo, Herr Kleiner,
    gerade komme ich aus dem Urlaub und lese Ihre freundliche
    Nachricht!
    Mein Kommentar vom 9. Juli sollte ein sattes Lob sein an Sie, Ihren persönlichen Einsatz, und den der Schüler! Dass Sie und die Schüler in solch lobennswerte Projekte sehr viel freie Zeit investieren ( ich habe nicht geschrieben, dass sie viel Zeit haben) ist natürlich klar, das wollte ich auch zum Ausdruck brtingen! :-)

  2. Liebe Frau Stewen,
    mit Interesse habe ich Ihren Kommentar gelesen. Offensichtlich hat Ihnen das Musical gut gefallen, was mich persönlich freut. Dass man als beteiligter Lehrer viel Humor aufbringen muss, ist zweifelsohne richtig.
    Mit der Einschätzung, dass wir viel Zeit haben, liegen Sie allerdings vollkommen falsch. Es hätte lauten müssen: Lehrer, die sich neben ihrer unterrichtlichen Arbeit noch viel Zeit nehmen oder sich auch noch zusätzlich engagieren…
    Wir haben in dieses Musical ein Jahr lang Arbeit investiert, ohne dass unser regulärer Unterricht und die sonstige schulische Arbeit dadurch in irgendeiner Art und Weise eingeschränkt worden wäre.
    Mit freundlichen Grüßen
    T. Kleiner
    leiner

  3. Toller Artikel. Habe das Stück gesehen. Der Artikel beschreibt es genau und gut. Merke: Auf igl wird man mal wieder besser informiert als in der „großen Lokalzeitung“, deren Artikel ohne Bild und mit falschem Schulnamen erschienen ist.

  4. Also das Musical war toll… Ich selbst habe in der Band mitgespielt. Schade finde ich es nur, dass wir ein 3/4 Jahr proben und dann nur 2 Aufführungen haben! Auch ist es Schade, dass die Stadt nicht noch ein „bisschen“ mehr Geld investiert hat, um dem DBG eine eigene Aula zu bauen/geben.

    All diese Punkte finde ich in dem Artikel nicht klar ausgedrückt. Ingesamt finde ich, dass der Artikel sehr verwirrend geschrieben ist und um ihn zu verstehen man einiges an Vorwissen braucht! Wären neutralerer Formulierungen gewählt worden und Dinge in kurzen präzisen Sätzen besser erklärt worden, wär der Artikel um einiges besser. Auch bin ich der Meinung, dass die zentrale Aussage ´des Stückes nicht deutlich wird. Nämlich das es um die Ausgrenzung der Minderheiten in den 60er Jahren also z.B. Schwarze, Dicke usw. geht!

    Das war’s mal. Ich fände es schön wenn meine Kritik berücksichitigt würde und die Autorin vielleicht manche Punkte neu formulieren würde.

    Gruß Kristof S.

  5. Das finde ich gut; Schüler die sich kreativ auf der Bühne austoben und was „Tolles auf die Bühne bringen“, und Lehrer mit viel Zeit und mit Humor! ;-)