Der 48-jährige Remscheider Frank vom Scheidt   ist Volkswirt und schon seit 26 Jahren Mitglied bei den Grünen. Er war in der Remscheider Stadtverwaltung für Personal und Etatfragen zuständig und ist seit 2008 Beigeordneter für Personal beim Landschaftsverband Rheinland (LVR) – und damit für 16.000 Beschäftige zuständig. Für zwei Ratsperioden war er Ratsmitglied und Fraktionssprecher für Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Stadt Remscheid. 2004 war er Kandidat für die Wahl des OB der Stadt Remscheid.

Jetzt möchte Frank vom Scheidt Landrat im Rheinisch-Bergischen Kreis werden. Lernen Sie ihn in unserer Serie „26 Fragen an…“ kennen.

Wie starten Sie in den Tag?
Morgens erst eine Dusche, danach Frühstück mit Lektüre der lokalen Zeitungen aus Rhein-Berg, dazu überregionale Nachrichten im Frühstücksfernsehen.

Der Remscheider Frank vom Scheidt möchte Nachfolger von Rolf Menzel werden

Was wollten Sie als Kind werden?
Nichts Konkretes, aber schon als Jugendlicher, so mit 13, 14 Jahren habe ich mich für politische Zusammenhänge interessiert, insofern wollte ich schon früh politisch arbeiten. Diskutieren, die besten Lösungen im Konsens finden, Entscheidungen treffen.

Und was sind Sie geworden?
Eigentlich das, was ich auch wollte. Als Dezernent für Personal und Organisation beim Landschaftsverband Rheinland habe ich ja jede Menge zu entscheiden, auch politisch. Und als Sprecher eines von fünf Bezirksverbänden der Grünen bin ich auch in der politischen Koordination mit den Regierungsvertretern in Düsseldorf eingebunden. Aber wer weiß, was noch kommt – nach dem 20. November.

In welches Restaurant laden Sie Kollegen am liebsten ein?
Da habe ich keine besondere Präferenz. Nicht zu edel sollte es sein, eher gut bürgerlich.

Wohin gehen Sie gerne mit Familie und Freunden?
Ins Restaurant und/oder Kino, danach trinke ich gerne noch einen Longdrink in einer netten Kneipe.

Wohin gehen Sie, wenn Sie ganz für sich sein wollen? In den Wald, laufen.

Wie sieht für Sie ein perfekter Tag aus?
Am Abend zu spüren, gute Entscheidungen getroffen zu haben, hinter denen ich auch noch nach einer längeren Zeit stehen kann.

Tee oder Kaffee; Bier oder Wein?
Morgens eine Tasse Kaffee, während der Arbeit trinke ich schwarzen Tee, abends eher ein Bier.

Was ist für Sie das größte Unglück? Mit dieser Frage beschäftige ich mich nicht.

Bitte ergänzen Sie: Der Rheinisch-Bergische Kreis ist …
Gerade durch seine Lage zwischen der Rheinschiene und dem Bergischen Städtedreieck hat der Kreis ein großes Potenzial im Tourismus, als Wohnort, in der Wirtschaft, in der Energieerzeugung. Und nicht zuletzt steckt viel Potenzial in den Bewohnern des Rheinisch-Bergischen Kreises.
In der kurzen Zeit, in der ich jetzt als Landratskandidat unterwegs bin, habe ich viele intelligente, kreative und freundliche Menschen erlebt. Auf deren Meinung sollte man nicht nur hören, man muss sie direkt an der Politik beteiligen und nicht Politik über deren Köpfe hinweg machen.

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Frank vom Scheidt beim LVR
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Was ist der größte Pluspunkt von Rhein-Berg?
Die Natur, das wirtschaftliche Potenzial, die Menschen. Und die starken Gemeinden, deren Eigenständigkeit unbedingt erhalten werden muss.

Was ist das größte Problem von Rhein-Berg – und was wollen Sie dagegen unternehmen?
Es gibt viel brachliegendes Potenzial. Viele Menschen hier sind politisch enttäuscht und stecken ihre kreative Kraft nicht in ihre Heimat, sondern in andere Regionen. Das will ich unbedingt ändern. Zum Beispiel bei der Energieerzeugung.
Mit der von den Grünen initiierten Bewegung „bergisch energisch“ haben wir im Kreistag ja erste Vorschläge in diese Richtung gemacht. Als Landrat werde ich für Rhein-Berg eine Klimaallianz mit Akteuren aus den Kommunen, der Wirtschaft, dem Handwerk, den Energieerzeugern und vielen interessierten Bürgerinnen und Bürgern einrichten, um mit ihnen gemeinsam an der energetischen Erneuerung von Rhein-Berg zu arbeiten. Das schafft Zukunft für jeden hier. Es ist möglich, warum packen wir es nicht einfach an?

Wenn Sie drei Wünsche für den RBK frei hätten, würden Sie …

  • die Bürgerinnen und Bürger stärker in Entscheidungsprozesse einbeziehen,
  • die energetische Erneuerung vorantreiben,
  • die kommunalen Finanzen ordnen.

Wenn Sie einen persönlichen Wunsch frei hätten, würden Sie …
Krieg und Hunger in der Welt beseitigen.

Was war Ihre größte Leistung?
Persönlich: Dass ich es geschafft habe, über positive Profilierung einstimmig zum Landesrat beim LVR gewählt zu werden. das hat mich richtig glücklich gemacht.
Politisch: Dass es mir gelungen ist, das letzte genehmigte Haushaltsicherungskonzept für die Stadt Remscheid aufzustellen.

Was war Ihre größte Niederlage oder Ihr schlimmster Fehler?
Ich konnte bisher aus allen Fehlern, die ich gemacht habe, etwas lernen, insofern gibt es keinen „schlimmsten Fehler“.

Mein großes Ziel ist es, … Landrat im Rheinisch Bergischen Kreis zu werden.

Was ist Ihre Stärke? Weitsicht.

Was ist Ihre Schwäche? Vielleicht mein Hang zur Unabhängigkeit.

Wie sind Sie als Chef? Fragen Sie meine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

… und was würden Ihre Mitarbeiter sagen?
Auch das fragen Sie am besten meine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen!

Worüber können Sie sich richtig aufregen? Über mangelnde Fairness.

Wer ist Ihr größtes Vorbild im Beruf? Joschka Fischer.

Wer ist Ihr Vorbild im Privatleben? Mein Vater.

Bonusfrage:
Warum ist das Amt des Landrats wichtig – und warum reizt Sie diese Aufgabe?
Der Landrat bestimmt mit seinen Entscheidungen über die Geschicke des Gesamtkreises. Dies sollte nach Möglichkeit im Konsens geschehen. Das ist eine höchst spannende Aufgabe. Man muss schon genau hinhören können, um zu spüren, wo sind die Bedürfnisse der einzelnen und wie passen sie zum Gesamten. Außerdem repräsentiert der Landrat den Kreis ja nach außen, muss sich auch stark machen für den Kreis, etwa bei der Bezirks- oder der Landesregierung. Ich glaube, das passt zu mir, daher will ich es machen.

W. Schmitz-Dietsch

Verleger seit 1980 (Freizeitbörse, Bergische Illustrierte, Live! Magazin) Heute Franzz, Kultur- und Stadtmagazin im Rheinisch-Bergischen Kreis. Mitbegründer des iGL Bürgerportal Bergisch Gladbach. In Sand geboren und wohnend. Verheiratet, drei Töchter.

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