Tomas M. Santillan

Was die Bild-Zeitung in Berlin betreibt, das möchte auch Tomas M. Santillan in Zukunft in Bergisch Gladbach wieder stärken pflegen: die Außerparlamentarische Opposition, kurz APO. Der höchst  aktive Vorsitzende der Mini-Fraktion „Die Linke/BfBB” will nach der Kommunalwahl nicht wieder Fraktionschef werden und denkt über einen Rückzug aus dem Stadtrat nach.

Den Hinweis gab Santillan bei seiner Haushaltsrede am Dienstagabend im Bensberger Rathaus: diese Art von Auftritten falle ihm immer noch nicht leicht, er sei dabei immer etwas nervös – „aber das ist voraussichtlich auch meine letzte Rede dieser Art”, sagte der Linken-Chef.

„Tatsächlich denke ich darüber nach, mich aus der parlamentarischen Politik zurückzuziehen und mich wieder verstärkt der außerparlamentarischen Arbeit bei Attac, Bürgerinitiativen und der Friedensbewegung zu widmen”, sagte Santillan dem Bürgerportal. Die Arbeit im Stadtrat sei „sehr aufreibend, da ich ich einen sehr hohen Anspruch an mich selbst habe und mit vollem Einsatz dabei bin”. Auf der anderen Seite seien die politischen Spielräume im Stadtrat sehr gering.

Tatsächlich ist der 49-jährige IT & Softwareberater nicht nur im Rat, sondern auch in vielen Internetforen sehr rührig und für die Länge seiner Beiträge berüchtigt. Im Stadtrat hat er zahlreiche Anträge eingebracht, zuletzt über einen Bürgerentscheid zum Thema Stadtwerke. Doch werden er und seine Zwei-Mann-Fraktion, die er gemeinsam mit Heinrich Lang (BfBB) bildet, regelmäßig überstimmt.

Santillan besteht aber darauf, im Rat eine konstruktive Rolle gespielt und für die eigenen Wähler einiges erreicht zu haben. So schreibt er sich die Gründung einer zweiten Gesamtschule, die finanzielle Stärkung der Tagesmütter und mehr Geld für die soziale Teilhabe in den Stadtteilen auf die eigenen Fahnen.

Bei der Kommunalwahl am 25. April 2014 will Santillan zwar erneut in seinem Wahlkreis zur Stadtrats- und Kreistagswahl antreten. Den Posten des Fraktionschefs würde er aber schon deshalb nicht übernehmen, weil er grundsätzlich für Ämterrotation sei. Ob er aber auf der Reserveliste auf Platz eins stehen werde, müsse die Partei entscheiden – was wohl erst im Februar geschehe.

Wert legt Santillan auf die Feststellung, dass im Stadtverband der Linken Bergisch Gladbach große Einheit bestehe. Das war in der Vergangenheit nicht immer so, die zunächst zwei Mann starke Fraktion verlor rasch ein Mitglieder und auch der Ortsvorstand trat zwischenzeitlich komplett zurück. Er wird jetzt geführt von Peter Tschorny.

Ob die Linke einen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufstellt ist ebenfalls noch nicht entschieden, sagt Santillan. Vielleicht könne man ja einen gemeinsamen Bewerber mit der SPD aufstellen, scherzt er – und verabschiedet sich mit einem typischen LOL (Kurzform für: Laughing out loud/Laut gelacht).

Weitere Informationen:

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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