Johannes Rupprich, Kandidat des Ortsverbandes Schildgen/Katterbach

Wer für die CDU in den Kreistag will muss sich einer mehrstufigen Nominierung und Wahl stellen – was in der Regel geräuschlos abläuft. Nicht so am Samstag bei der Kreisversammlung in Odenthal: Der kleine Ortsverband Schildgen – Katterbach greift die Nominierung von Diego Faßnacht durch den großen Stadtverbandes Bergisch Gladbach an und schickt seinen Kandidaten Johannes Rupprich  in eine Kampfabstimmung.

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Der Kreisvorsitzende Rainer Deppe hatte zu Beginn der überfüllten Versammlung noch appelliert, „allen 27 Kandidaten, so wie sie von ihren Verbänden vorgeschlagen wurden, Rückenwind zu geben”. Doch schon bei der Frage, ob es im Wahlkreis 1 (Schildgen Katterbach) einen Gegenvorschlag zu Diego Faßnacht gibt, wurde es unruhig im Saal.

Diego Faßnacht, Kandidat des Stadtverbandes Bergisch Gladbach

Bernd Eusterholz, Mitgründer des Ortsverbandes in Schildgen und über zehn Jahre CDU-Fraktionschef im Stadtrat, berichtet voller Empörung, wie der sorgfältig ausgewählte Kandidat Rupprich vom Stadtverband gekippt worden war. Für die CDU in Katterbach und Schildgen zähle, dass man „bei den gestandenen Leuten hier vor Ort” bekannt und geschätzt sei. Und nicht, ob man im Vorstand der Jungen Union sei. Auch Horst Adler, seit 35 Jahren für Schildgen und Katterbach im Kreistag, steht für Rupprich auf. Er spricht von einer Telefonkampagne, von Unwahrheiten. Vor allem kritisiert er, dass sich Parteimitglieder aus Paffrath eingemischt hätten und plötzlich Faßnacht bei der Mitgliederversammlung auf Stadt-Ebene gegen Rupprich aufgestellt und damit gegen die bewährte Praxis verstoßen hätten. Sitzungsleiter Herbert Reul stellt klar: „Hier und heute findet die einzige richtige Abstimmung statt, alles andere waren nur Nominierungen”. Dennoch lässt er sich die Wahlergebnisse der ersten zwei Runden geben: in Schildgen/Katterbach hatte Rupprich mit 15 zu 9 Stimmen gegen Faßnacht gewonnen, im Stadtverband hatte er mit 33 zu 89 Stimmen hinten gelegen. Beide Kandidaten dürfen sich noch kurz vorstellen. Beide stammen aus dem Ortsteil, sind dort groß geworden. Der 22-jährige Faßnacht studiert Volkswirtschaft und ist Kreisvorsitzender der Jungen Union. Ruppricht ist 30 Jahre alt und arbeitet als Jurist ist für eine Kanzlei in Sachen Datensicherheit. Dann hat die Versammlung, zusammengesetzt aus CDU-Mitgliedern aus dem gesamten Rheinisch-Bergischen Kreis, das letzte Wort:

Für das Protokoll: bei den 26 anderen Kandidaten auf der Liste der Wahlkreisbewerber gab es keine Gegenkandidaten. Damit treten in den zehn Wahlkreisen in Bergisch Gladbach für die CDU bei der Kreistagswahl an:

  1. Schildgen: Diego Faßnacht
  2. Paffrath/Hand: Klaus-Dieter Becker
  3. Gronau/Heidkamp/Hand-Ost Elvi Reudenbach
  4. Stadtmitte/Hebborn/Heidkamp Volker Damm
  5. Stadtmitte-Ost/Sand: Peter Lautz
  6. Refrath-Nord/Mitte/Kippekausen: Sylvia Wöber-Servaes
  7. Refrath-West/Lustheide: Ulrich Heutz
  8. Bensberg-Süd/Frankenforst: Uli Heimann
  9. Bensberg: Wilmund Opladen
  10. Moitzfeld/Herkenrath: Gisela Knapp

Alle 27 Kandidaten für den Kreistag, die Ersatzkandidaten und die Reserveliste finden sich auf der Website der CDU

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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