Dieses Gedicht ist das Ergebnis eines wunderbaren Frühlingsausfluges ins bergische Land: Eine Stunde Wanderung, eine angenehme Rast, zwei Burgen und ein interessanter Rückweg von abermals einer Stunde. Man kann diese schöne Wanderung noch um eine Stunde erweitern und hat dann – kaum zu glauben – innerhalb von drei Stunden die Gelegenheit, drei Burgen zu erwandern.

Burg Eibach

Aber nun erst mal die Zweiburgenwanderung:

Über Frielingsdorf bei Lindlar gelangt man nach Scheel, wo man den Wagen abstellt, um nach einem kurzen Weg zur romantischen Wasserburg Eibach zu gelangen. Von dort folgt man dem Wanderweg 1 nach Nordosten.

Wo dieser aber scharf nach rechts abbiegt, geht man weiter geradeaus, ohne Markierung und gelangt nach etwa einer halben Stunde durch den Wald zu einer Stelle, wo rechts ein Weg auf die Höhe führt. Oben geht man weiter geradeaus und gelangt zwischen Zäunen zu dem Hof Pentinghausen.

Schottische Hochlandrinder

Dort begegnen einem schon bald die urigen Schottischen Hochlandrinder mit ihren imposanten Hörnern. Wer einen unwiderstehlichen Appetit auf deren gesundes Fleisch verspürt, kann sich in dem schönen Fachwerkhof den nächsten Sonntagsbraten bestellen.

Auf der anschließenden Asphaltstraße erreicht man kurz danach das Ende des Waldes, wo sich plötzlich vor dem Wanderer der unvermutete Blick auf Kirche, Schloss und die wenigen Häuser von Gimborn auftut, die ehemalige Herrschaft Schwarzenberg, früher unabhängig mitten im Gebiet der Grafen von Berg gelegen.

Gimborn

In der Kirche von Gimborn ist ein barocker Wandepitaph der Fürsten Schwarzenberg zu sehen. Im Vorraum der Kirche aber wird man an das schreckliche Schicksal erinnert, welches 1949 eine Mädchenklasse im Schwimmbad ereilte.

Anschließend kann man sich davon in der angenehmen Atmosphäre im Schlosshotel erholen, wo an Werktagen auch immer preiswerte Mittagstischgerichte angeboten werden.

Schloss Gimborn

Nach einem weiteren Blick auf das vieltürmige Schloss, in dem internationale Polizeitagungen stattfinden, geht es nach dem Essen bergauf in nordwestlicher Richtung zu dem winzigen Weiler Kümmel.

Wegkreuz bei Kümmel

Auf der Höhe findet man das seltsame Wegkreuz mit den abgeschnittenen Händen und Füßen, von manchen das Handschuhkreuz genannt, ein Wegekreuztyp, der im Bergischen häufiger zu sehen ist.

Dort biegt man nach links ab, läuft nicht über den Wanderweg 1, sondern links davon am Wiesenrand wieder oberhalb von Pentinghausen und erreicht dann über den selben Weg wie beim Hinweg wieder Eibach und Scheel.

Kurz vor Eibach kann man nach rechts bergan laufen, wenn man die dritte Burg, die Ruine Neuenburg mitten im Buchenwald, auch noch besichtigen will.

Böhm-Kirche in Frielingsdorf

Auf der Heimfahrt nach Gladbach kommt man wieder durch Frielingsdorf, wo sich ein Blick in die frühmoderne Kirche lohnt, die von Dominikus Böhm erbaut wurde, dem Vater von Gottfried Böhm, der das Bensberger Rathaus entwarf, und dem Großvater von Paul Böhm, der die Kölner Moschee erbaute.

Engelbert M. Müller

ist pensionierter Lehrer, Mitglied von Wort und Kunst, Verfasser von "Der letzte Lehrer"

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