Die Villa Zanders zur blauen Stunde. Foto: Tina Heuer

Der Kulturausschuss hat sich in seiner Sitzung am Dienstag einstimmig dafür ausgesprochen, den zentralen Ort der Hochkultur in Bergisch Gladbach neu zu benennen: Aus der „Städtischen Galerie Villa Zanders” wird das „Kunstmuseum Villa Zanders”.

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Dass der Begriff „Galerie“ verschwindet, hatten sich Musumschefin Petra Oelschläger und der Verein „Galerie + Schloss“ gewünscht. In letzter Minute wurde auch noch das Adjektiv „Städtische“ gestrichen, weil es den Kulturpolitikern zu sperrig war.

Hintergrund der Entscheidung ist die Verwechslungsgefahr. Immer mehr Gäste, so hatten Oelschläger und der Verein argumentiert, könnten die weiträumig ausgeschilderte RheinBerg-Galerie und die Städtische Galerie Villa Zanders nicht auseinanderhalten. Und wenn die Besucher dann doch den Weg gefunden hätten, dann wunderten sich viele, dass sie die ausgestellten Werke nicht wie in einer kommerziellen Galerie kaufen könnten.

Ohnehin werde in der Bevölkerung nur von der „Villa” oder eben der „Villa Zanders” gesprochen, durch den Zusatz „Kunstmuseum“ würde sie deutlich aufgewertet. Und auch der Zeitpunkt sei günstig: eine Neubeschilderung nach Fertigstellung der Fußgängerzone steht ohnehin an.

Das Foyer ist Schauplatz hochkarätiger Konzerte. Hier die Eröffnung des Max-Bruch-Festivals

An der Nutzung der Villa soll sich nichts ändern. Hier ist auch die Arthothek beheimatet, es finden regelmäßig Konzerte statt, für Jugendliche gibt es ein breites Angebot und auch für private Veranstaltungen (von Kindergeburtstagen bis Hochzeiten) werden Räume vermietet.

Zum Kuchen ins Museum, mit dem Baby ins Museum

Sie kennen die Villa Zanders nur von außen? Dann schauen Sie mal rein, es lohnt sich.

Zum Beispiel an diesem Donnerstag um 15 Uhr, dann führt Sigrid Ernst-Fuchs durch Ausstellung “Rückbau” mit zum Teil spektakulären Werken der Papierkünstlerin Monika Grzymala. Zum Preis von sieben Euro gibt es anschließend auch noch Kaffee und Kuchen.

Auch für Eltern kleiner Babys bietet die Villa ein besonderes Angebot. Und auch der Eintrittspreis (regulär 4 Euro, ermässigt 2 Euro) sollte niemanden abhalten: an jedem ersten Donnerstag im Monat ist der Besuch für Bergisch Gladbacher umsonst.

Detail eines Werks von Monika Grzymala

Einen Einblick in die aktuelle Ausstellung „Rückbau” (noch bis 1. Juni) bietet das Video von BergTV ganz unten. Am 6. April wird die neue Ausstellung „Line to Line“ mit Bildern von Ines Hock eröffnet.

Jetzt sind Sie dran

Macht die Umbenennung Sinn? Was verbinden Sie mit der Villa Zanders – und wie hätten Sie sie genannt, wenn Sie gefragt worden wären? Bitte stimmen Sie ab, nutzen das Kommentarfeld oder diskutieren Sie mit in der offenen Facebook-Gruppe „Kultur in Bergisch Gladbach“.

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Weitere Informationen:

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Aufmacherfoto: Axel Müller

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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2 Kommentare

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  1. Das Wort “Galerie” hat etliche Bedeutungen, wie man bei Wikipedia sehen kann: http://de.wikipedia.org/wiki/Galerie

    Darum haben wohl beide Gebäude das Recht, sich Galerie zu nennen. Dass es Menschen gibt, die Kunst und Konsum nicht mehr auseinanderhalten kann, ist traurig, aber ein ganz anderes Problem. Ich denke, die Villa Zanders sollte nicht umbenannt werden.

  2. Wenn es eine Verwechslungsgefahr gibt, dann müsste sich doch der neu Hinzugekommene, also die sogenannte Rhein-Berg-Galerie, die ja nun überhaupt keine Galerie ist, seinen Namen besser überlegen. Eine Folge der Umbenennung der Galerie Villa Zanders wäre auch die Notwendigkeit, die qualitätvollen Galeriekonzerte umzubenennen. Wo findet man eigentlich die angeblichen Irrläufer, von denen da die Rede ist? Geht es nicht einfach wieder einmal darum, dass ein Konsumtempel Althergebrachtes und Kulturelles mit der größten Selbstverständlichkeit verdrängen darf, und sei es nur im Namen? Ein Scheinbegründung ist dann immer schnell zur Hand. Dabei wissen wir alle, dass Konsumtempel kommen und gehen, wie Hertie, Löwencenter und viele andere gezeigt haben. Über die Geschichte des Namens Städtische Galerie Villa Zanders aber wurde bemerkenswerterweise bisher kein Wort verloren. Der Begriff Kunstmuseum klingt übrigens eher unbeholfen. Das Ludwig-Museum und das Wallraff-Richartz-Museum in Köln zum Beispiel sind weit davon entfernt, sich solch einen provinziellen Begriff zuzulegen.