Simone Spinath (Tagesmutter), Silke Geißler (Leiterin des Familienzentrums) und Mareike Boljahn (Stadtjugendamt) beim Beratungsgespräch mit zwei jungen Müttern.

Bobby-Car-Fahren bei schlechtem Wetter um den Wohnzimmer-Tisch, Frühstück in der großen Küche und spielen mit den älteren Kindern der Tagesmutter – dies sind nur einige Aspekte, die typisch sind für die Betreuung in privaten Räumen in der Kindertagespflege.

Seit 1997 wurden in der Stadt Bergisch Gladbach rund 1000 Kinder von einer Kindertagespflegeperson – wie der Fachbegriff lautet – betreut. Zurzeit gibt es 32 Tagesmütter, die jeweils bis zu fünf Kleinkinder betreuen können.

„Wir sind im engen Kontakt mit den Tagesmüttern und schauen immer vor Ort nach, wie die Betreuung geregelt ist“, erklärt Mareike Boljahn vom Jugendamt. „Ich entdecke dann immer wirklich liebevolle Details, beispielsweise das Schnullerbrett oder das Gummistiefel-Regal“, ergänzt sie begeistert.

Kooperation mit den Familienzentren

Um noch mehr Aufmerksamkeit für dieses Angebot zu erhalten, ist die Jugendamt-Beraterin nun auch in einigen Familienzentren präsent und bietet Fachberatung vor Ort an.

Die Leiterin des Familienzentrums E.N.G.E.L (Evangelisches Netzwerk in Gemeinde, für Erziehung und Leben) in der Bensberger Dariusstraße, Silke Geißler, freut sich, dass sie nun Unterstützung in der Elternberatung hat. „Jede Familie ist verschieden und für die Kinder müssen tatsächlich individuelle Lösungen gesucht werden“, weiß die Pädagogin. „Nicht immer ist der Kindergarten die einzig richtige Lösung“, sind sich Geißler und Boljahn einig.

Beim Beratungstermin in Bensberg ist auch Tagesmutter Simone Spinath dabei, die schon vier Kinder im Alter von 17 Monaten bis 4 Jahren betreut. „Wir haben zu Hause viel Platz und einen großen Garten. Ich liebe Kinder, habe auch zwei eigene und freue mich, wenn das Haus voll ist“, erklärt sie ihre Motivation, sich in der Tagespflege zu engagieren.

Die Fachberaterinnen hoffen, dass die Vor-Ort-Beratung von den Eltern angenommen wird, damit alle Fakten der Kindertagespflegearbeit vorgestellt werden können. „Beim ersten Fachberatungstermin in Moitzfeld waren schon einige interessierte Eltern, die Unterstützung bei der Suche nach einem Betreuungsplatz für ihr Kind benötigen“, freut sich Mareike Boljahn.

Oft genug, so weiß sie aus Erfahrung, existieren falsche Vorstellungen über diese Betreuungsart: „Viele Eltern wissen nicht, dass Kindertagespflege und Kindertagesstätte gleich viel kosten. Auch Mittagessen wird bei jeder Tagespflege angeboten.“ Und Simone Spinath ergänzt: „Bei mir wird jeden Mittag ganz frisch gekocht.“

Die nächsten Termine

Auch im Juni gibt es weitere Termine: So ist die Vor-Ort-Beratung am Mittwoch, 25. Juni 2014, um 14 Uhr im Evangelischen Familienzentrum „Schneckenhaus“, Schüllenbusch 4 in Bergisch Gladbach-Schildgen. Am Donnerstag, 26. Juni 2014, um 14.30 Uhr ist die Jugendamt-Beraterin im Familienzentrum „FlicFlac“, Langemarckweg 24 in Bergisch Gladbach.

Natürlich bleibt die Fachberatung rund um das Thema Kinderbetreuung des Jugendamtes Bergisch Gladbach in den Räumen im Stadthaus an der Gohrsmühle. Auch hier können sich Eltern montags bis freitags von 9:00 bis 15:00 Uhr persönlich informieren. Mareike Boljahn und ihre Kollegin Ilona Bogdal-Klumpe stehen auch telefonisch unter 02202 –14 28 36 oder 02202 -14 28 07  für Terminvereinbarungen oder Beratungen bereit. Insgesamt wird das Jugendamt damit auf vielfältige Weise den Bedürfnissen der Eltern nach Kinderbetreuung gerecht.

Tageseltern weiterhin gesucht!

Kindertagespflege ist der Fachbegriff. In Bergisch Gladbach gibt es zurzeit ausschließlich Tagesmütter, die im privaten Rahmen Kleinkinder ab vier Monaten betreuen.

Mareike Boljahn wünscht sich, dass sich noch mehr Tageseltern finden, um insbesondere die angespannte Situation der Tagespflege im Bereich Bensberg und Refrath zu entlasten: „Hier entwickelt sich zur Zeit geradezu ein Nachfrageboom.“

Die Vorbereitung auf diese Aufgabe findet durch einen Kursus statt, der im Regelfall 160 Stunden umfasst. Boljahn erläutert, dass die Ausbildung für die Teilnehmenden kostenneutral ist: „Die 330 Euro Kursgebühr werden zurückerstattet, sobald man ein Jahr lang als Tagespflegeperson für das Jugendamt tätig war.“ Der nächste Kurs ist in Vorbereitung, Termine stehen noch nicht fest.

Auch die Großtagespflegestelle ist eine Alternative. Eine Einrichtung gibt es bereits seit Oktober 2013 im Ortsteil Paffrath. Hier schließen sich zwei bis drei Tagesmütter zusammen und betreuen maximal neun kleine Kinder.

Die Kindertagespflege ist neben den Kindertagesstätten mit ihren Krippen- und Kindergartenplätzen und den Spielgruppen eine weitere zuverlässige Betreuungsmöglichkeit für Kleinkinder. Ältere Kinder werden in den Offenen Ganztagsgrundschulen mit ihrem außerunterrichtlichen Angebot betreut.

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Pressestelle Stadt BGL

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1 Kommentar

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  1. Wie bitte?

    Das ist doch , tja, wie soll ich sagen? Dreist? Zumindest das freundlichste was mir einfällt!

    Da lügt doch das Jugendamt uns im Ausschuss jahrelang vor es gäbe genug Kita Plätze für alle, und es gibt Tagesmütter mit nur einem Kind – und jetzt das! Wenn doch keine Plätze fehlen in den Kitas ( Auskunft des Jugendamtes der letzten und vorletzten Jugendhilfeausschusssitzung, siehe Niedderschrift Anfrage Herr Klein), und der Kirchengemeinde eine Großtagespflegestelle in Schildgen versagt wird, – warum wirbt das Jugendamt jetzt dafür? Fehlen doch die von uns festgestellten 150 Plätze minimal? Warum?

    Weil das Jugendamt seine Hausaufgaben nicht macht, seit Jahren nicht richtig gemacht hat und nicht mit den tatsächlichen Bedarfen dieser Stadt rechnet, sondern ebenfalls sich in Klüngelei verliert. Aber – ein schöner Artikel kurz vor der Wahl!