Das aktuelle Exportbarometer der IHK Köln bestätigt die Verhältnisse: die Metropole Köln und der Industriestandort Leverkusen sind die Exportmotoren der gesamten Region. Maßstab ist die sogenannte Exportintensität: sie misst, wieviel Waren und Dienstleitungen pro Beschäftigen ins Ausland geliefert werden.

Spitzenreiter ist dabei nach wie vor Leverkusen, wenn auch mit leichter Abwärtstendenz. Köln legt dagegen um 14 Prozent kräftig zu. Weit abgeschlagen dagegen die eher länglichen Umlandregionen. Die Beschäftigten im Rheinisch-Bergischen Kreis erwirtschaften pro Kopf nur 80.000 Euro Exportumsatz – das ist nur ein Viertel des Leverkusener Wertes, deutlich weniger als der NRW-Durchschnitt (125.000 Euro) und sogar noch schlechter als im Oberbergischen Kreis:

Bei der Entwicklung gibt es keinen positiven Trends in RheinBerg: Die Exportintensität ist zwar seit 2000 (50.000 Euro) deutlich geklettert, stagniert aber seit drei Jahren auf dem aktuellen Niveau.

Ähnlich ist das Bild bei der Exportquote, die den Anteil der Ausfuhren an der Wirtschaftskraft einer Region ausweist. Hier liegen Leverkusen und Köln mit 70 bzw 56 Prozent weit vorne, Rheinberg (44,3 Prozent) schlägt hier Oberberg (43,8) ganz knapp. Die beiden Kreise liegen in etwas auf dem Niveau von ganz Nordhein-Westfalen (42,6 Prozent).

Das gesamte Exportbarometer der IHK Köln gibt es hier zum Download.

Datix

Zahlen, Tabelle, Grafiken sind mein Metier. Weil mich interessiert, was sich hinter dem ganzen Datensalat verbirgt.

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1 Kommentar

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  1. Interessanterweise, in dem Fall glücklicherweise sagt weder die “Exportstärke” oder “Exportintensität” noch die “Exportquote” etwas über die Wirtschaftsstärke, den Wohlstandund das Pro-Kopf-Einkommen einer Region aus. Genau das Gegenteil ist der Fall.
    Das gilt nicht nur regional, sondern auch auf Länder- und Bundesebene betrachtet. Ist doch die hohe Exportstärke einzelner Regionen und Länder und der Bundesrepublik insgesamt und die damit verbundene Steigerung des BIP der vergangenen Jahre hauptsächlich auf dem Rücken der Werktätigen geschehen und z.B. der günstigen Entwicklung der Lohnstückzahlen zu verdanken. Sie steht in direktem Gegensatz zu der Entwicklung der Löhne und Einkommen der Werktätigen, die seit Jahren real sinken.
    Insofern ist es gar nicht verkehrt, dem falschen Götzen Export den Rücken zuzuwenden und die Wrtschaft dem Binnenmarkt zugewandt auszurichten. Gegenden mit einem starken Binnenmarkt haben auch in der Regel das höhere Volkseinkommen, und das real pro Kopf und nicht statistisch im Mittel betrachtet mit weit auseinander klaffender Einkommensschere. Denn genau das verbirgt sich hinter dem Datensalat.
    Wie heist es noch so schön: Ein Abgeordneter der CDU spricht vor der Belegschaft eines Betriebes in seinem Wahlkreis.”Gemeinsamen Anstrengungen der Wirtschaftsförderung, also unserer erfolgreichen Politik und der Betriebsleitung ist es gelungen, den Exportgewinn dieses Betriebes um 9,9% zu steigern.” “Und was ist mit dem Geld geschehen?” fragt ein kritischer Zuhörer. “9% sind als Gewinnausschüttung an die Aktionäre und Eigentümer geflossen. Denen haben wir ja schließlich die Existenz eurer Arbeitsplätze zu verdanken und weitere 0,9% sind als direkte Investitionen in den Betrieb geflossen.” “Und was haben wir Arbeiter davon?” hakt der Zuhörer nach. “Na das Komma,” antwortet der Politiker im Brustton der Überzeugung, Gutes getan zu haben.