Das aktuelle Urteil der Industrie- und Handelskammer Köln zur Lage der lokalen Wirtschaft fällt ziemlich euphorisch aus.

Die Blüte der Konjunktur zeigt die Zuversicht der Unternehmen, die voller Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit und Konkurrenzfähigkeit in das Jahr eingestiegen sind.“

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Ulf Reichardt. Foto: Ulrich Kaifer

Das sagte Ulf Reichardt, Hauptgeschäftsführer der IHK Köln bei der Vorlage des Frühjahrsberichts – der mit üppigen Kirschblüten dekoriert ist-

Die Wirtschaft des gesamten Kammerbezirks melde seit mehr zwei Jahren eine stabile und gute Geschäftslage. Aber es kommt noch besser: nachdem die Unternehmer zuletzt vorsichtig in die Zukunft geschaut hatten steigen zum ersten Mal seit einem Jahr wieder die Geschäftserwartungen – und auch die Investitionsbereitschaft zieht an: 31,1 Prozent der Unternehmen wollen ihre Investitionen ausweiten, das sind 3,7 Prozentpunkte mehr als im Herbst.

Rahmen stabiler, Sorgen kleiner

Offensichtlich wächst die Zuversicht, dass die günstigen Rahmenbedingungen (niedriger Ölpreis, starker Konsum und Niedrigzinsen) haltbarer als befürchtet und die Sorgen (Ukraine) kleiner als erwartet.

Die IHK befragt zweimal im Jahr ihre Mitglieder und berechnet einen Konjunkturindikator, der einen gewichteten Durchschnitt aus Lageeinschätzung und Erwartungen der Unternehmen ausweist. Im langjährigen Durchschnitt liegt dieser Wert in der Wirtschaftsregion Köln bei 110 Punkten – in der Frühjahrsumfrage mit 124 Punkten jedoch weit darüber.

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Gefälle zieht sich durch den Kammerbezirk

Allerdings gibt es im Kammerbezirk ein klares Gefälle. Die Wirtschaft in der Stadt Köln, Oberberg und Leverkusen liegen bei der Einschätzung von Lage und Erwartungen klar vorne. Der Rheinisch-Bergische Kreis ist ein ganzes Stück weit abgeschlagen, pessimistischer ist nur die Wirtschaft im Rhein-Erft-Kreis. Befürchten in den Wirtschaftshochburgen nur rund acht Prozent der Unternehmen eine Verschlechterung, so sind es in RheinBerg mit 15 Prozent fast doppelt so viele. (siehe Grafik).

RheinBerg: Einschätzung der Lage verdüstert sich, … 

Im Rheinisch-Bergischen Kreis liegt nach Angaben der IHK der Anteil der Unternehmen mit einer guten Geschäftslage bei konstant rund 39 Prozent – allerdings mit einem leichten Trend abwärts.  In der Herbstumfrage hatten nur 5,6 Prozent der Unternehmen die Lage als schlecht beurteilt, jetzt sind es bereits 11,8 Prozent.

Dabei sei die Stimmung vor allem im Handel und bei den Dienstleistern noch gut, in der Industrie schon weniger.

… aber Erwartungen hellen sich auf

Gegenläufig ist die Entwicklung in RheinBerg bei den Erwartungen. Das die Konjunktur schlechter wird, glauben nur noch 15 Prozent, im Herbst waren es noch 19. Fast 22 Prozent setzen auf eine Verbesserung, im Herbst waren es nur 17 Prozent.

Strukturelle Risiken kehren zurück: Arbeitskosten und Fachkräftemangel

Interessant sind die Verschiebungen bei den Risiken, die die Wirtschaft besonders belasten. Im gesamten Kammerbezirk nehmen die Sorgen um die Inlandsnachfrage, außenwirtschaftliche Krisen und die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung tendenziell ab.

Dafür rücken wieder strukturelle Probleme in den Vordergrund. So hat von Herbst zum Frühjahr die Sorge über steigende Arbeitskosten um 3,1 Prozent zugenommen. Insbesondere der Mindestlohn habe die Arbeit verteuert.

Auch der Fachkräftemangel drängt sich wieder nach vorne: hatten ihn ihm Herbst 31,6 Prozent als Risiko genannt, so sind es jetzt schon 34.7 Prozent.

Den gesamten Konjunkturbericht der IHK gibt es hier zum Download.

Die Details aus RheinBerg:

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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