Ein DRK-Team bereitet sich auf die Erstaufnahme vor. Archivbild Katterbach

Mitte September kam die erste Aufforderung der Bezirksregierung Köln an den Rheinisch-Bergischen Kreis, ad hoc 500 Plätze für die Erstaufnahme von Flüchtlingen zu organisieren; drei Wochen später sollten es weitere 500 sein, am vergangenen Donnerstag weitere 630 Betten in den acht Städten und Gemeinden.

Betten, Verpflegung, Versorgung und Betreuung für 1630 Menschen in gerade einmal vier Wochen aus dem Boden stampfen? So kurzfristig schaffen Städte und Kreis das bei weitem nicht. In zwei weiteren Wochen könnte es allerdings schon ganz anders aussehen, wie eine Übersicht des Bürgerportals zeigt.

250 Betten bis Monatsende in Bergisch Gladbach

Die Stadt Bergisch Gladbach hatte am Wochenende angekündigt, 250 Plätze in einer neuen Unterkunft zu schaffen. Der Standort wird noch nicht genannt, aber womöglich zum 26.10. könnte diese bislang nicht genauer bezeichnete Halle bezugsfertig sein, heißt es bei der Stadt- und bei der Kreisverwaltung.

Die Forderung der Bezirksregierung an die Stadt (wie an alle NRW-Städte) bis Montagabend weitere 70 Plätze unterzubringen, ist damit überholt und wird nicht erfüllt. Unabhängig davon hat Bergisch Gladbach bereits 90 Erstaufnahme-Flüchtlinge in Sand untergebracht.

Wermelskirchen schafft bis heute 152 weitere Plätze

Aber auch andere Städte im Kreis strengen sich gewaltig an. So schafft es Wermelskirchen durch die Aufstockung der Halle in Dabringhausen und der Belegung der Schuberthalle bis heute 152 neue Betten zu stellen. Mit nun mehr als 300 Plätzen liegt Wermelskirchen im Kreis weit vorne.

Odenthal: 0 Plätze

Nicht ganz so schnell, aber dennoch erheblich wollen Burscheid, Leichlingen und Overath ausbauen. In Rösrath, wo bereits 180 Erstaufnahmeplätze bestehen, erhöht der Kreis in Venauen moderat. Kürten belegt die Halle der GGS Biesfeld.

Odenthal bleibt der einzige Ort im Kreis ohne Erstaufnahmeeinrichtung, ist laut Kreisverwaltung aber mit den Regelzuweisungen stark belastet.

In der aktuellen Übersicht sieht die Lage heute so aus:

Quelle: Rheinisch-Bergischer Kreis, eigene Berechnungen

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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